FDGB-Pokal 1958

1. Runde bis Finale
Ansetzungen / Spielzeiten
1. Runde Die Spiele fanden vom 2. bis 10. April 1958 statt.
Wiederholungsspiele:
am 9. April 1958
2. Runde Die Spiele fanden vom 4. Juni bis 10. Juli 1958 statt.
Achtelfinale Die Spiele fanden vom 3. August bis 19. November 1958 statt.
Viertelfinale Die Spiele fanden am 30. November 1958 statt.
Halbfinale Die Spiele fanden am 6./7. Dezember 1958 statt
Finale Das Spiel fand am Sonntag, 14. Dezember 1958 um 13.30 Uhr vor 15.000 Zuschauern statt

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Das Endspiel
so verlief das Endspiel
Paarung SC Einheit Dresden SC Einheit Dresden – SC Lokomotive Leipzig 1.FC Lok Leipig
Ergebnis 2:1 n. V. (1:1, 0:0)
Datum Sonntag, 14. Dezember 1958 um 13.30 Uhr
Stadion Max-Reimann-Stadion, Cottbus
Zuschauer Zuschauer 15.000
Schiedsrichter Werner Bergmann (Hildburghausen)
Tore Tore 0:1 Dieter Scherbarth (60.)
Tore 1:1 Wolfgang Pfeifer (68.)
Tore 2:1 Siegfried Söllner (113., Eigentor)
SC Einheit Dresden Wolfgang Großstück – Christoph Albig, Gerd Losert, Werner Jochmann – Wolfgang Pfeifer, Manfred Hansen – Lothar Müller, Horst Walter, Felix Vogel, Gottfried Matthes, Eberhard Petersohn (108. Bodo Knappe)
Cheftrainer: Hans Siegert
SC Lokomotive Leipzig Dieter Sommer – Klaus Fraundorf, Karl-Heinz Brandt, Hans-Dieter Busch – Gerhard Polland, Siegfried Söllner – Werner Gase (112. Günter Konzack), Dieter Fischer, Dieter Scherbarth, Rainer Baumann, Günter Behne
Cheftrainer: Alfred Kunze
Spielbericht

Im achten FDGB-Pokalfinale gab es keinen echten Favoriten, es spielte der Oberligafünfte (Dresden) gegen den Neunten (Leipzig). Anfangs hatten die Leipziger deutliche Vorteile, da es ihnen gelang, die Vorherrschaft im Mittelfeld zu erlangen. Dadurch kamen ihre Stürmer immer wieder zu guten Torchancen, allein Scherbarth hatte dreimal die Möglichkeit zum Führungstor.

Das Dresdner Spiel war zunächst zu umständlich angelegt, durch zahlreiche Fehlpässe konnten die Dresdner Stürmer nicht zum Zuge kommen. In der 60. Minute gelang es Scherbarth dann endlich, die Überlegenheit seiner Mannschaft in Erfolg umzumünzen. Nachdem Leipzigs Linksaußen Behne seinen Gegenspieler Albig überlaufen hatte, erreichte sein Pass den Leipziger Mittelstürmer, der zum 1:0 vollendete. Danach stellte Dresdens Trainer Siegert seine Mannschaft um, nahm seinen Halbstürmer Walter ins Mittelfeld zurück und beorderte Pfeifer in den Angriff.

Ein Glücksgriff, denn acht Minuten später erzielte Pfeifer nach einem Freistoß per Kopf den Ausgleich. Allmählich eroberten sich die Dresdner mehr Spielanteile, weil sie nun druckvoller operierten und die Leipziger kräftemäßig nachließen. Bis zur 90. Minute gelang jedoch keiner Mannschaft mehr ein Tor, sodass es in die Verlängerung ging. Dresden blieb die tonangebende Mannschaft und hatte durch Matthes und Walter in der letzten Viertelstunde gute Torchancen. Ihr Siegtreffer in der 113. Minute war dann jedoch mehr als glücklich. Ausgangspunkt war der kurz zuvor eingewechselte Knappe, dessen scharfe Eingabe Matthes in Richtung Tor verlängerte. Der Leipziger Söllner versuchte, den Ball aufzuhalten, doch dieser prallte von seinem Bein unhaltbar in das Leipziger Tor.

Torschützen
# Spieler Mannschaft Tore (11m)
1. Rolf Fritzsche  ASK Vorwärts Berlin 6 (0)
2. Horst Assmy  ASK Vorwärts Berlin 5 (2)
3. Klaus Büchner  BSG Chemie Wolfen 3 (0)
  Rudolf Gebhardt  SG Dynamo Eisleben 3 (0)
  Lothar Killermann  SC Wismut Karl-Marx-Stadt 3 (0)
  Gottfried Matthes  SC Einheit Dresden 3 (0)
  Helmut Müller  SC Motor Jena 3 (0)
  Eberhard Petersohn  SC Einheit Dresden 3 (0)
  Felix Vogel  SC Einheit Dresden 3 (0)
10. Erich Böhnki  BSG Lok Weimar 2 (0)
  Reinhold Ebert  TSC Oberschöneweide 2 (0)
  Klaus Kappes  BSG Lok Weimar 2 (0)
  Werner Keil  BSG Empor Wurzen 2 (0)
  Rainer Kießling  BSG Wismut Gera 2 (0)
  Günter Landschreiber  BSG Empor Wurzen 2 (0)
  Herbert Petzold  BSG Wismut Gera 2 (0)
  Karl Schnieke  SC Motor Jena 2 (0)
  Heinz Schoppe  SC Lokomotive Leipzig 2 (0)
  Erwin Seifert  BSG Motor Sömmerda 2 (0)
  Horst Walter  SC Einheit Dresden 2 (0)
  Günther Wirth  ASK Vorwärts Berlin 2 (0)
22. Rainer Baumann  SC Lokomotive Leipzig 1 (0)
  Günter Behne  SC Lokomotive Leipzig 1 (0)
  Arthur Bialas  SC Empor Rostock 1 (0)
  Manfred Czaja  BSG Fortschritt Meerane 1 (0)
  Eberhard Dallagrazia  Fortschritt Weißenfels 1 (0)
  Dorner  TSC Oberschöneweide 1 (0)
  Roland Ducke  SC Motor Jena 1 (0)
  Harry Elzemann  Fortschritt Weißenfels 1 (0)
  Ehrhardt Ernst  BSG Chemie Wolfen 1 (0)
  Arno Gawöhn  SC Lokomotive Leipzig 1 (0)
  Fritz Jackl  BSG Lok Weimar 1 (0)
  Siegfried Kaiser  SC Wismut Karl-Marx-Stadt 1 (0)
  Rudolf Kersten  BSG Motor Dessau 1 (0)
  Berthold Keusch  SG Lichtenberg 47 1 (0)
  Horst Kirsch  SC Motor Jena 1 (0)
  Wilfried Klingbiel  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
  Horst Kohle  ASK Vorwärts Berlin 1 (0)
  Rudolf Krause  SC Lokomotive Leipzig 1 (0)
  Karl Küchler  BSG Fortschritt Meerane 1 (0)
  Helmut Kunz  TSC Oberschöneweide 1 (0)
  Walter Larisch  SC Chemie Halle II 1 (0)
  Fritz Loch  BSG Wismut Gera 1 (0)
  Gerd Losert  SC Einheit Dresden 1 (0)
  Siegfried Marzian  SC Chemie Halle II 1 (0)
  Horst Meyer  Fortschritt Weißenfels 1 (1)
  Dieter Müller  SC Chemie Halle II 1 (0)
  Franz Müller  BSG Empor Wurzen 1 (0)
  Dieter Natusch  SC Aktivist Brieske-Senftenberg 1 (0)
  Wolfgang Pfeifer  SC Einheit Dresden 1 (0)
  Erhard Redlich  SC Aktivist Brieske-Senftenberg 1 (0)
  Alfred Reinhardt  Fortschritt Weißenfels 1 (0)
  Dieter Riemenschneider  Fortschritt Weißenfels 1 (0)
  Heinz Röder  SC Einheit Dresden 1 (0)
  Horst Russow  TSC Oberschöneweide 1 (0)
  Dieter Scherbarth  SC Lokomotive Leipzig 1 (0)
  Adalbert Schmiecher  BSG Wismut Gera 1 (0)
  Manfred Scholz  BSG Empor Wurzen 1 (0)
  Werner Sonnekalb  BSG Lok Weimar 1 (1)
  Klaus Sonntag  BSG Fortschritt Meerane 1 (0)
  Dieter Stanzick  BSG Chemie Wolfen 1 (0)
  Heinz Steinborn  BSG Motor Dessau 1 (0)
  Steinecke  BSG Motor Erfurt Nord 1 (0)
  Horst Veith  SG Dynamo Eisleben 1 (0)
  Kurt Viertel  SC Wismut Karl-Marx-Stadt 1 (0)
  Dieter Walter  BSG Empor Wurzen 1 (0)
  Werner Welzel  SC Chemie Halle II 1 (0)
Geschichte
Kurzinfo

Zum achten Mal wurde 1958 der FDGB-Fußballpokalwettbewerb ausgetragen. Er startete mit 146 Mannschaften, zu denen die Viertelfinalisten der 15 Bezirkspokalwettbewerbe und 26 Mannschaften der drittklassigen II. DDR-Liga gehörten. Es wurden einfache K.-o.-Runden gespielt, unentschiedene Spiele wurden verlängert und ggf. wiederholt. In zwei Qualifikationsrunden wurde das Teilnehmerfeld auf 21 Bezirksvertreter und 15 Drittligisten reduziert. Sie trafen in der 1. Hauptrunde auf die Mannschaften der I. DDR-Liga und der Oberliga, der höchsten Fußballklasse.

Im Achtelfinale spielte mit dem TSC Oberschöneweide nur noch eine Mannschaft aus der II. DDR-Liga mit, die Bezirksligavertreter waren bereits sämtlich ausgeschieden. Von den 14 gestarteten Oberligisten waren mit Dynamo Berlin, Motor Zwickau, Rotation Leipzig, Turbine Erfurt, Chemie Halle und Rotation Babelsberg ebenfalls schon sechs Mannschaften ausgeschieden. In das Viertelfinale gelangten die drei Vertreter der I. DDR-Liga Dynamo Eisleben, Empor Wurzen-West und Lokomotive Weimar.

Mit einem 2:1-Sieg über den Oberligisten SC Wismut Karl-Marx-Stadt erreichte Lok Weimar als einzige unterklassige Mannschaft das Halbfinale, musste dort aber beim Pokalverteidiger SC Lok Leipzig mit 1:2 die Segel streichen. Durch einen 2:1-Sieg nach Verlängerung über den ASK Vorwärts Berlin erreichte Einheit Dresden zum ersten Mal das Pokalendspiel.