Spielsysteme-Formationen

Spielsysteme / Formationen

Formationen und ihre Erklärung

4-4-2 mit flacher Vier

4-4-2 mit flacher Vier ist sehr defensivstark

4-4-2-flache Vier

Der Klassiker unter den Spielsystemen ist zweifelsfrei das 4-4-2-System mit flacher Vier. Die Viererkette steht hinten kompakt und kann bei Bedarf aus dem Mittelfeld tatkräftig unterstützt werden. Damit gilt diese Formation als sehr stark in der Defensive und eignet sich hervorragend für starkes Pressing im Mittelfeld.

Jedoch gibt es auch einige Nachteile. So können Gegner, die auf fünf Spieler im wichtigen Mittelfeld setzen, dort schnell ein Übergewicht erzeugen. Dadurch nutzt der Gegner dann auch gezielt die große Schwäche der flachen 4-4-2-Formation, denn aufgrund der zwei gestaffelten Vierer-Reihen, ist es bereits von sich aus sehr schwer, zügig in den Angriff umzuschalten.


4-4-2 mit Raute

4-4-2 mit Raute für besseren Spielaufbau

4-4-2-Raute

Ein weiteres beliebtes Spielsystem im Fußball ist das 4-4-2 mit Raute. Anders als bei der flachen Vier gibt es keine zwei gestaffelten Reihen. Im Mittelfeld findet man stattdessen eine Raute, die sich wesentlich besser zum Spielaufbau eignet. Denn aufgrund der Verteilung sind jetzt auch öfter Diagonalpässe möglich, die bei der Spieleröffnung helfen können.

Natürlich hat diese Aufstellung aber auch Nachteile, die sich daraus ergeben. Das Zentrum vor der Abwehr sowie die Außenbahnen sind wesentlich schwächer besetzt, weil sich der Fokus des Systems ins Zentrum verlagert. Deswegen ist die Raute in der Defensive normalerweise nicht so stark wie die flache Vier. Ein solides Verteidigungsverhalten muss also mithilfe von Spielformen gezielt trainiert werden.


4-3-3

4-3-3 ist sehr offensiv ausgerichtet

4-3-3

Die 4-3-3-Aufstellung gibt es zwar bereits seit den 70er-Jahren, doch sie wird auch im modernen Fußball gerne eingesetzt. Durch die drei Mittelfeldspieler und drei Angreifer ist man in der Offensive sehr stark aufgestellt. Es bieten sich im Spielverlauf zahlreiche Möglichkeiten, den Gegner über die Außenbahn oder sogar durchs Zentrum unter Druck zu setzen.Spielsysteme, die beim Fußball auf drei Angreifer setzen, fehlen diese Spieler dann natürlich beim Verteidigen. Dem Gegner bieten sich viele offene Räume, weil der Abstand zwischen den Außenstürmern und den Außenverteidigern im Vergleich zum 4-4-2-System weitaus größer ist. Das ermöglicht dem Gegner bei Ballverlust immer wieder gute Konterchancen.


3-5-2

3-5-2 setzt auf Überzahl im Mittelfeld und Angriff

3-5-2

Das Ziel des 3-5-2-Systems ist es, eine permanente Überzahl im Mittelfeld zu erzeugen. Von den insgesamt fünf Mittelfeldspielern sind drei im Zentrum und zwei auf der Außenbahn. Dadurch ist die Mannschaft sehr kompakt und spielstark im Zentrum, hat aber noch zwei nominelle Stürmer im Angriff. Diese Formation ist demnach ebenfalls eher offensiv ausgerichtet.Genau das ist dann auch der große Nachteil. Denn die Dreierkette in der Abwehr ist sehr anfällig, besonders bei Angriffen über die Außenbahn nach Ballverlust. Denn die Spieler aus dem Mittelfeld schalten sich oft vorn mit ein und müssen dann einen langen Weg zurücklegen, um den Verteidigern helfen zu können. Schnelligkeit zu trainieren, kann hierbei also sehr wichtig sein.


4-2-3-1

4-2-3-1 ist der heutige Standard im modernen Fußball

4-2-3-1

Im Gegensatz zum gerade erwähnten 3-5-2, setzt das 4-2-3-1 auf vier Verteidiger und verzichtet dafür lieber auf einen Angreifer. Im Grunde genommen handelt es sich hierbei nämlich um ein 4-5-1, also mit zwei defensiven Mittelfeldspielern vor der Abwehr und drei im eher offensiven Bereich. Dadurch verschafft sich die Mannschaft eine Überzahl im Mittelfeld, ohne die wichtige Viererkette in der Defensive zu opfern.In diesem Fall agiert aber auch nur ein einziger richtiger Stürmer, dem oft gleich zwei Verteidiger gegenüberstehen. Deswegen ist er umso mehr auf Hilfe aus dem Mittelfeld angewiesen. Die Spieler müssen dann besonders spielstark sein, um den Angreifer in Szene setzen zu können. Sonst funktioniert das ganze System nicht und es kommt kaum richtige Gefahr im Angriff auf.

Dennoch ist das 4-2-3-1 derzeit eines der beliebtesten Spielsysteme im modernen Fußball. Die meisten Mannschaften legen heutzutage den Fokus auf eine starke Abwehr und ein spielstarkes Mittelfeld, bei dem dann ein begabter Angreifer allein im Sturmzentrum agiert und die Zuspiele verwertet.


4-5-1

4-5-1 ist eine oft gewählte Aufstellung

4-5-1

Die Grundformation 4-5-1 war in den vergangenen Jahrzehnten ebenfalls eine oft gewählte Aufstellung. Auch hier agieren die Abwehrspieler in einer Viererkette. Das Mittelfeld unterteilt sich zumeist in zwei defensiv und drei offensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler, weswegen diese Aufstellung im Fußball auch als 4-2-3-1 konkretisiert wird. Eine Formation mit drei defensiven Mittelfeldspielern in einem 4-3-2-1 – die sogenannte Tannenbaum-Formation – ist ebenfalls denkbar. Überwiegend entscheiden sich Trainer im Rahmen einer 4-5-1-Formation für mehrere offensive Mittelfeldspieler, um den einzigen nominellen Stürmer zu unterstützen. Teilweise wird aus diesem Grund sogar in einem 4-1-4-1 mit vier offensiven Mittelfeldspielern gespielt.


3-4-3

3-4-3 ist eine offensiven Ausrichtung

3-4-3

Ebenfalls mit drei Stürmern und damit einer offensiven Ausrichtung wird in einem 3-4-3 agiert. Im Vergleich zu Formationen mit Viererkette gibt es hier lediglich drei Abwehrspieler. Das führt dazu, dass in der Regel keine klassischen Außenverteidiger, sondern drei Innenverteidiger antreten. Vor einigen Jahrzehnten wurde die mittlere Position häufig etwas zum Torhüter zurückgezogen und als Libero oder Ausputzer bezeichnet. Die Aufgabe der Außenbahnspieler nehmen in dieser Formation zwei äußere Mittelfeldspieler wahr, die um zwei weitere zentrale Mittelfeldspieler ergänzt werden. Den drei Stürmern kommen in dieser Aufstellung ähnliche Aufgaben wie in einer 4-3-3-Formation zu.


5-4-1

5-4-1 ist eine defensiv ausgerichtete Formation

5-4-1

Neben Formationen mit drei und vier Abwehrspielern gibt es sehr verbreitete Varianten, in den fünf Abwehrspieler antreten. Eine davon ist das 5-4-1. In dieser defensiv ausgerichteten Formation besteht die Abwehr aus drei Innenverteidigern und zwei Außenverteidigern. Die Außenverteidiger sind dazu angehalten, sich vermehrt am Angriffsspiel zu beteiligen und durch gezielte Vorstöße über die Außenbahnen den Stürmer mit Vorlagen und Flanken zu versorgen. Ergänzt wird das 5-4-1 durch ein variabel gestaltbares Mittelfeld, das aus vier Position besteht, von denen aufgrund des zahlenmäßigen Übergewichtes in der Abwehr in der Regel zwei oder drei offensiv ausgerichtet sind. Der wesentliche Vorteil des 5-4-1 besteht darin, dass die Außenverteidiger sich je nach Spielsituation derart offensiv ausrichten können, dass hieraus eine 3-6-1-Formation entsteht.


5-3-2

5-3-2 ist eine weitere defensiv ausgerichtete Formation

5-3-2

Wie die 5-4-1-Formation verfügt auch das 5-3-2 über fünf Abwehrspieler mit zum Teil hoch stehenden und offensiv ausgerichteten Außenverteidigern. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass im Angriff zwei statt ein Zielspieler als Abnehmer der Hereingaben aufgestellt sind. Das wiederum geht auf Kosten eines Platzes im Mittelfeld. Insgesamt ist eine 5-3-2-Formation sehr flexibel und kann spielabhängig und fließend in ein 3-5-2 oder sogar 3-3-4 überführt werden. Die läuferischen und spielerischen Anforderungen an die Außenverteidiger sind in Formationen mit fünf Positionen sehr hoch und wesentlicher Bestandteil der gewinnbringenden Umsetzung.

Besondere Formationen

Variante 4‑2‑2‑2

4-2-2-2

Die beiden Innenverteidiger kümmern sich vornehmlich um die Angreifer des Gegners, die ­Außenverteidiger dürfen sich auf den Flügeln austoben.Im so genannten magischen Rechteck im Mittelfeld sind die beiden defensiveren Spieler für den Spielaufbau zuständig, sichern zudem ihre offensiveren Kollegen ab. Diese teilen sich die Spielmacheraufgaben und rotieren in bestimmten Situationen auch auf die Stürmerpositionen.

Die beiden Angreifer beschäftigen die gegnerischen Abwehrspieler und schaffen zugleich ­Räume, in die die offensiven Mittelfeldspieler hineinstoßen können. So lassen sie sich auch immer mal wieder in die zweite Reihe zurückfallen.


Variante 4‑1‑3‑2

4-1-3-2

In der Viererabwehrkette bleibt die Aufgabenteilung wie gehabt: Die Innenverteidiger agieren gegen die Angreifer des anderen Teams, die beiden Außenverteidiger starten Flügelläufe und schalten sich somit immer wieder in das Offensivspiel ein.Im Mittelfeld ist ein Akteur für die Defensivarbeit zuständig und lenkt das Spiel aus der Abwehr heraus – er ist quasi das Bindeglied zwischen Defensive und Offensive. Das Trio vor ihm rochiert ständig, wobei der zentrale Spieler auch mal eine der Stürmerpositionen übernimmt.

Die beiden Angreifer agieren gegen die Abwehr des Gegners, halten sich dabei wegen der durch Außenverteidiger und offensive Mittelfeldspieler doppelt besetzten Flügel vornehmlich im ­Zentrum auf. Außerdem rochieren sie viel und ziehen sich somit immer mal wieder in die zweite Reihe zurück, um sich den Verteidigern zu entziehen.


Variante 4‑2‑4

4-2-4

Auch hier stehen für die beiden Innenverteidiger viele Duelle mit den gegnerischen Stürmern auf dem Programm. Die Außenverteidiger decken defensiv ihre Seite ab und marschieren gegebenenfalls auf den Flügeln nach vorne.Im Mittelfeld sind zwei Sechser positioniert, die in erster Linie das Spiel aufbauen und die Angriffe des Gegners unterbinden sollen. Vereinzelt schaltet sich einer von ihnen in die eigenen Angriffe ein.

Einer der beiden zentralen Offensivspieler lässt sich immer wieder zurückfallen, um die Angriffe einzuleiten, sein Nebenmann kann als so genannte falsche Neun agieren. Die äußeren Stürmer sind auf den Flügeln zu Hause und bedienen die beiden zentralen Angreifer mit Flanken. Das Quartett muss immer auch nach hinten arbeiten.


Variante 4‑2‑1-3

4-2-1-3

Die Innenverteidiger bearbeiten die gegnerischen Angreifer, das Hoheitsgebiet der beiden Außen­verteidiger sind die Flügel.Die beiden defensiveren Mittelfeldspieler verdichten die Räume im Zentrum, schalten sich aber auch abwechselnd in das eigene Angriffsspiel ein. Der Spielmacher kreiert vornehmlich die ­Angriffe, rutscht auch immer mal wieder in die zentrale Position der Sturmreihe.

Die beiden Flügelstürmer agieren etwas defensiver als der Mittelstürmer und füttern diesen mit Flanken und Vorlagen. Neben seiner Aufgabe als Abnehmer in der Mitte rochiert der zentrale Angreifer viel und tauscht mit dem Spielmacher die Positionen.


Variante 4‑3‑2‑1

4-3-2-1

Die Abwehrspieler haben grundsätzlich die gleichen Aufgaben wie bei den vorigen Formationen. Die Innenverteidiger kümmern sich um die Gegenspieler, die Außenverteidiger übernehmen das Kommando auf ihrer jeweiligen Seite.Das defensive Mittelfeldtrio hilft der Abwehr bei der Defensivarbeit und übernimmt ­besonders in Person des zentralen Spielers den Spielaufbau. Die beiden Nebenleute schalten sich ab­wechselnd mit in die Offensive ein. Auch die beiden offensiven Mittelfeldakteure agieren ­vornehmlich zentral, rochieren zudem immer mal wieder in die vorderste Reihe.

Der Angreifer ist ständig in Bewegung, lässt sich hin und wieder ins Mittelfeld zurückfallen und verschafft seinen Teamkollegen durch geschickte Laufwege Räume.


Variante 4-1-4-1

4-1-4-1

Die Aufgaben der vier Abwehrspieler unterscheiden sich nicht sonderlich von denen bei anderen Formationen. Die Innenverteidiger plagen sich mit den Stürmern herum, die Außenverteidiger starten Flügelläufe und decken ihre Seite auch defensiv ab.Große Verantwortung lastet auf dem defensiven Mittelfeldspieler, der als Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff fungiert. Er bietet sich als Anspielstation für die Verteidiger an und bedient das Quartett vor sich mit Pässen. Die offensive Mittelfeldreihe leitet die Angriffe ein, wobei die beiden äußeren Akteure immer wieder auf die Flügel ausweichen.

Der Angreifer ist immer in Bewegung, bietet sich als Anspielstation für alle offensiven Mittelfeldspieler an. Dabei rochiert er auch und zieht sich teilweise ins Mittelfeld zurück, um Platz für durchstartende Teamkollegen zu schaffen.


Variante 4-6-0

4-6-0 In dieser ungewöhnlichen, weil stürmerfreien Variante sind die Innenverteidiger fast ausschließlich mit dem Verhindern von Torchancen betraut, die Außenverteidiger decken die Flügel ab und wagen sich bei eigenem Ballbesitz mit nach vorne.Vier der sechs Mittelfeldspieler sind etwas offensiver ausgerichtet und stoßen bei Ballgewinn schnell in die Lücken, um einen Konter zu fahren. Die beiden zentralen und einzig defensiv ­ar­beitenden Nebenleute assistieren den Abwehrspielern und verengen die Räume vor dem ­eigenen Tor beziehungsweise Strafraum. Bei eigenen Angriffen halten sie sich zurück.


Variante 3-4-2-1

3-4-2-1

Wie gehabt sind die drei Verteidiger mit den Angreifern des Gegners beschäftigt und mischen sich meistens nur in Person des zentralen Abwehrspielers in die Offensive ein.Das defensive Mittelfeld agiert auf einer Linie, wobei immer einer der beiden zentralen ­Akteure mit nach vorne aufrückt. Die äußeren Spieler sind auf den Flügeln zu Hause. Das offensive ­Mittel­feldduo legt den Fokus entweder auf das Zentrum oder die Flügel.

Der Angreifer schafft durch seine Laufwege Lücken und tauscht mit den offensiven Mittelfeldspielern immer wieder die Positionen.


Variante 3-3-3-1

3-3-3-1

Die drei Abwehrspieler messen sich direkt mit den gegnerischen Angreifern und rücken nur in seltenen Fällen ins Mittelfeld auf.Das defensive Mittelfeldtrio assistiert den Abwehrspielern bei der Arbeit gegen den Ball und schaltet sich vereinzelt mit in das Offensivspiel ein. Die drei Spieler der vorderen Mittelfeldreihe rochieren viel und weichen immer wieder auf die Flügel aus. Besonders der zentrale Akteur rückt häufiger in den Angriff auf.

Der Stürmer ist immer in Bewegung und schafft so Räume für die Teamkollegen, er integriert sich in die Rochade der offensiven Mittelfeldspieler.


Variante 3-3-4

3-3-4-defensiv Das Abwehrtrio nimmt sich den Angreifern des Gegners an, vor allem der zentrale Verteidiger baut das Spiel mit auf.Agieren die drei Mittelfeldspieler auf einer Linie, gehen sie abwechselnd mit in die Offensive. Mindestens einer aus dem Trio fokussiert sich aber auf die Defensivarbeit.
3-3-4-offensiv Wird das Mittelfeld in zwei Linien gestaffelt, geben zwei Sechser den defensiveren Part. Von ihnen mischt sich nur einer mit in die Offensive ein. Der Spielmacher füttert die Angreifer mit Bällen, rochiert auch immer wieder in die vorderste Reihe.Die beiden zentralen Stürmer tauschen ständig die Positionen. Sie ziehen sich abwechselnd auch mal zurück, um dem Spielmacher die Möglichkeit zu geben, in die Räume vorzustoßen. Auf den Flügeln agieren die beiden Außenstürmer, die Flankenläufe starten sollen. Mindestens zwei der Stürmer müssen jedoch auch vermehrt nach hinten arbeiten.


Weitere vier Varianten sollen erwähnt werden

2-4-4

2-4-4

2-5-3

2-5-3

3-1-5-1

3-1-5-1

5-2-3

5-2-3

Der Fußball hat sich über die letzten Jahrzehnte sehr schnell und sehr stark weiterentwickelt. Spielsysteme im Fußball, die noch vor 20 Jahren als strategische Meisterleistung galten, sind heute überholt und nicht mehr zeitgemäß. Je professioneller der Fußball wurde, desto schneller fanden sich immer wieder neue Systeme und Strategien. Dadurch können spielerische Vorteile der eigenen Mannschaft besser genutzt werden und der Gegner muss sich taktisch immer wieder neu darauf einstellen.Deshalb hier einen Überblick über alle wichtigen Spielsysteme des modernen Fußballs.

Spielsysteme und Formationen im Fußball

Verschiedene Spielsysteme im Fußball haben alle ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile. Im Laufe der Zeit gab es Systeme, die schnell kamen und schnell wieder verschwanden. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Klassiker, die seit Jahrzehnten sogar von denTraditionsvereinen der Bundesliga erfolgreich eingesetzt werden. Dabei stellt man das System bzw. die Formation in drei Zahlen dar. Die erste Zahl bezieht sich auf die Anzahl der Verteidiger, die zweite auf die Zahl der Spieler im Mittelfeld und die dritte auf die der Stürmer. Eine 4-4-2-Aufstellung hat demnach vier Verteidiger, vier Mittelfeldspieler und zwei Stürmer.

Fußball entwickelt sich immer mehr zu einer Wissenschaft. Das gilt auch für die verschiedenen Grundordnungen und Spielsysteme. Diese werden heute schnell und einfach variiert, um auf die entsprechenden Umstände auf dem Rasen reagieren zu können. So entsteht schnell eine Vielzahl an Auf­stellungsvarianten.

Aufteilung im Mittelfeld

Lange Zeit wurden Formationen mit Drei-Ziffern-Folgen beschrieben – etwa 4‑4‑2 oder 3‑5‑2. Die erste Zahl gibt dabei die Anzahl der Abwehrspieler an, die zweite beziffert die Mittelfeld­spieler und die dritte umschreibt die Zahl der Stürmer auf dem Feld. Mittlerweile sind auch Begriffe wie 4‑2‑3‑1 oder 4‑1‑4‑1 geläufig, hier wird zusätzlich zwischen defensiven und offensiven Mittelfeldspielern unterschieden. Der Torhüter wird seit jeher vernachlässigt, so dass die Addition der Ziffern immer zehn ergeben muss.

Aufgrund der Variabilität der Formationen lässt sich die Grundordnung einer Startelf definitionsgemäß nur beim Anstoß feststellen. Denn die Spieler rotieren während der Partie häufig, folglich steht die Elf in den 90 Minuten kaum wieder in der eigentlichen Grundordnung auf dem Rasen: Man spricht dann nicht mehr von einer Grundordnung sondern von einem Spiel­system. Zu be­achten ist außerdem, dass eine Grundordnung rein gar nichts über ein Spielsystem aussagt. Denn eine vermeintlich defensive 5‑3‑2 Aufstellung beim Anstoß lässt sich schnell in ein offensiveres 3‑5‑2 umwandeln. Oder die Außenstürmer ziehen sich bei einer scheinbar ­offensiven Grundordnung wie einem 4‑3‑3 so weit zurück, dass das Spielsystem letztlich eher einem 4‑5‑1 entspricht. Natürlich gibt es aber noch weitere Varianten und Auf­gaben der Spieler in den jeweiligen Systemen.

Im Fokus: Drei oder vier Abwehrspieler

All das muss der Trainer bedenken, bevor er sich für eine Marschroute entscheidet, um seine Elf zum Erfolg zu führen. Wir teilen die verschiedenen Grundformationen aus den genannten ­Gründen und zur besseren Übersichtlichkeit in zwei große Gruppen ein: Aufstellungen mit Viererabwehrketten sowie Aufstellungen mit Dreierabwehrketten, die sich durch den Rückzug ­zweier Flügelspieler zu Fünferabwehrketten umwandeln lassen. Warum wir den Fokus auf die Abwehrreihen legen? Weil dort grundsätzlich – abgesehen von der angesprochenen Hinzu­nahme zweier Flügelspieler – weniger rochiert wird als in der Offensive.

Besondere Formationen im Fußball

In regelmäßigen Abständen gibt es innovative Bestrebungen einzelner Trainer im Fußball, Aufstellungen besonders defensiv oder offensiv auszurichten. In einer 4-6-0-Formation bspw. ist kein nomineller Angreifer vorgesehen. Vielmehr beabsichtigt der Trainer einen hohen Grad an Kompaktheit und defensiver Stabilität. Auf dieser Grundlage sollen die sechs Mittelfeldspieler anlassbezogen – insbesondere im Rahmen von Kontern – in die Angriffsreihe vorstoßen, um auf diese Weise zum Torerfolg zu kommen. Bei der UEFA Euro 2012 probierte der spanische Nationaltrainer Vicente del Bosque diese Formation zweimal aus, was im Vorrundenspiel zwar nur zu einem 1:1 führte, im Finale aber mit einem 4:0-Sieg belohnt wurde.

Dem entgegen stehen besonders offensive Formationen wie ein 3-3-4. Durch vier nominelle Stürmer soll ein personelles Übergewicht in der Offensive geschaffen werden, das zu möglichst vielen Torchancen und Torerfolgen führt. Gleichzeitig können vier Spieler den Gegner entscheidend beim Spielaufbau stören und den Ball somit weit vom eigenen Tor fernhalten. Dennoch birgt dieses System das Risiko, dass die defensive Stabilität durch fehlende Verteidiger und Mittelfeldspieler nicht vollumfänglich gewährleistet ist.

Historische Fußball-Formationen und Spielsysteme

Bei der Erklärung der Aufstellung 3-5-2 wurde bereits angedeutet, dass bestimmte Formationen innerhalb von wenigen Jahren oder Jahrzehnten an Relevanz verlieren können. Damit einher geht auch die abnehmende Bedeutung einzelner Positionen, bspw. der des Liberos oder des klassischen Spielmachers bzw. "Zehners". Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie bestimmte Formationen, die in der Anfangszeit des Fußballs von fast allen Mannschaften angewendet wurden, heute undenkbar erscheinen.

Schottische Furche

In den Ursprüngen des Sports bestand die Aufstellung einer Fußballmannschaft ausschließlich aus Angreifern. Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde insbesondere in Großbritannien zwischen defensiven und offensiven Positionen unterschieden, zum Beispiel mit Formationen wie 2-2-6 oder 1-2-7. Aus diesen Bestrebungen heraus entstand 1877 die sogenannte Schottische Furche, eine 2-3-5-Formation.

Ihren Namen erhielt sie aufgrund der Dreiecks- bzw. Furchenform, der die Formation ähnelt. Neben der defensiveren Ausrichtung bestand die wesentliche Neuerung der Schottischen Furche im Kurzpassspiel zwischen den Positionen, das die Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung bildete. Noch heute leiten sich die typischen Trikotnummern einzelner Position aus den damals verwendeten Rückennummern der 2-3-5-Formation ab. Abwehrspieler haben häufig die Nummern 2 und 3 (zwei an der Zahl), Defensivspieler die Nummern 4 bis 6 (drei) und Angreifer und Offensivspieler die Nummern 7 bis 11 (fünf).

WM-System

In anderen Fällen gab es externe Ursachen für neuartige Formationen im Fußball. Die Inkraftsetzung der Abseitsregel im Jahr 1925 war ausschlaggebend für die Entstehung des sogenannten WM-Systems. Dieses System stellt in der heutigen Numerik eine 3-2-5-Formation dar. In seinem Zuge wurde erstmals ein sogenannter Mittelläufer eingesetzt, der als zentraler von drei Verteidigern positionsgetreu agieren sollte. Daneben gab es zwei Mittelfeldspieler, die als Außenläufer bezeichnet wurden. Im Angriff unterschied man zudem zwischen zwei zurückgezogenen Halbstürmern und zwei Außenstürmern bzw. einem Mittelstürmer in vorderster Front.

Da die Positionen der Halbstürmer in Kombination mit den vorderen Stürmern in der grafischen Darstellung ein „W“ ergeben und die beiden Mittelfeldspieler in Verbindung mit den drei Verteidigern ein „M“ bilden, wurde das System entsprechend benannt. Interessant: Die Positionsbezeichnungen des WM-Systems im Angriff (Mittel- und Halbstürmer) gelten noch heute, während die Begriffe Mittel- und Außenläufer im modernen Fußball keine Rolle mehr spielen.

 

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