Ehrenspielführer

(* 4. Dezember 1965 in Riesa)

ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler der DDR und anschließend des wiedervereinigten Deutschlands. Er gilt als einer der besten deutschen Torjäger der 1980er und 1990er Jahre. Kirsten war Cheftrainer der zweiten Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen in der Regionalliga West und kümmert sich um seine eigene Stiftung, die „Ulf-Kirsten-Stiftung“, zugunsten der Nachwuchsarbeit seines Heimatvereins Dynamo Dresden.

Kirsten war zum Zeitpunkt seines Karriereendes Mitte 2003 mit 181 Treffern der fünfterfolgreichste Torschütze der Bundesliga. Er ist zudem mit 100 Länderspielen der Spieler mit den meisten Einsätzen, der für beide deutsche Staaten aktiv war.

VOR DER WENDE

Ulf Kirsten hatte seine Karriere, bevor er 1979 zur SG Dynamo Dresden wechselte, bei zwei Vereinen in seiner Heimatstadt Riesa – BSG Chemie Riesa (1972–1978) und BSG Stahl Riesa (1978–1979) begonnen.

Bei Dynamo Dresden schaffte Kirsten in der Oberligasaison 1983/84 den Sprung in die erste Mannschaft. In 154 Oberligaspielen traf er 57-mal für Dresden. Im Europapokal erzielte Kirsten in 21 Spielen acht Treffer. Der international größte Erfolg der Dresdner in Kirstens Zeit bei Dynamo war der Einzug ins Halbfinale des UEFA-Pokals in der Saison 1988/89, in dem man knapp (0:1-Niederlage beim VfB Stuttgart und 1:1 in Dresden) am Einzug ins Finale scheiterte. Kirsten gewann mit Dresden mehrere nationale Titel: 1988/89 und 1989/90 wurde Dynamo DDR-Fußballmeister und gewann 1984, 1985 (jeweils gegen den BFC Dynamo) und 1990 (gegen den Polizeisportverein Schwerin) mit Kirstens Beteiligung den FDGB-Pokal. Insgesamt lief er im Pokalwettbewerb der DDR 34-mal für die SGD auf und schoss dabei 14 Treffer. 1990 wurde er zum Fußballer des Jahres in der DDR gewählt.

UNUMSTRITTENER STÜRMERSTAR IN LEVERKUSEN

Der Sprung in die Bundesliga gelang Kirsten ohne Mühe, bereits in seinem ersten Bundesligaspiel traf er gegen den FC Bayern München. Er entwickelte sich bei den Leverkusenern zum besten einheimischen Bundesligastürmer der 1990er Jahre. Von der Spielzeit 1990/91 bis zur Saison 2002/03 konnte Kirsten in 350 Erstligabegegnungen 181-mal ins gegnerische Tor treffen. Dazu kommen 32 Europapokaltreffer in 54 Partien für den Verein aus dem Rheinland. Vier Mal – 1996/97, 1998/99, 1999/2000 und 2001/02 – wurde Kirsten jeweils Bundesliga-Zweiter. Ein Meistertitel mit Leverkusen blieb ihm jedoch in allen 13 Spielzeiten versagt, jedoch gewann der Verein durch ein Tor von Kirsten den DFB-Pokal 1993 im Endspiel gegen die Amateure von Hertha BSC. Der Traum vom Europapokalsieg erfüllte sich auch in Leverkusen nicht: In der Saison 2001/02, als der Verein sowohl in der Meisterschaft als auch im DFB-Pokal 2002 nur Zweiter wurde, unterlag Kirsten mit den Rheinländern im Glasgower Hampden Park gegen Real Madrid im Finale der UEFA Champions League mit 1:2.

Zu seinen persönlichen Erfolgen im Fußball gehörten neben der Wahl zum vorletzten DDR-Fußballer des Jahres im Jahr 1990 die drei Torjägerkanonen in den Bundesligaspielzeiten 1992/93 (20 Tore), 1996/97 und 1997/98 (jeweils 22 Tore).

Mit seinen 181 Bundesligatoren belegt Kirsten Platz sieben der ewigen Torschützenliste der Bundesliga.

ALS NATIONALSPIELER

Kirsten bestritt 100 A-Länderspiele – 49 Partien für die DDR (14 Tore) und 51 für die Bundesrepublik Deutschland (20 Tore) – und erzielte insgesamt 34 Tore.

Kirsten, der zehnmal (vier Tore) für die U-21 der DDR aktiv war, debütierte für die A-Auswahl bereits als 19-Jähriger am 8. Mai 1985 im dänischen Kopenhagen bei der 1:4-Niederlage gegen Dänemark. Für eine WM oder EM konnte sich die DDR weder 1986 noch 1988 oder 1990 qualifizieren. Kirstens Karriere in der DDR-Fußballnationalmannschaft endete am 13. Mai 1990 mit einem 3:3-Unentschieden gegen Brasilien im Estádio Mário Filho (Maracanã) von Rio de Janeiro.

Sein erstes Spiel im Trikot des DFB-Teams absolvierte er am 14. Oktober 1992 beim 1:1 gegen Mexiko im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion. Kirsten gehörte 1994 und 1998 zum WM-Aufgebot der Deutschen unter Bundestrainer Berti Vogts, wobei er nur beim Turnier in Frankreich 1998 zu vier Kurzeinsätzen ohne Tor kam. Während Kirsten 1992 und 1996, als die Vogts-Elf den Titel in England gewann, nicht im deutschen EM-Kader war, nominierte ihn Erich Ribbeck für die EM in Belgien und den Niederlanden im Jahr 2000. Im Rahmen dieses Turniers absolvierte Kirsten am 20. Juni 2000 bei der 0:3-Niederlage gegen Portugal in De Kuip von Rotterdam sein 100. und letztes A-Länderspiel.

In zwei Länderspielen gelang Kirsten ein „Dreierpack“, jeweils zum 3:2-Sieg: am 28. März 1990 für die DDR-Elf unter Trainer Eduard Geyer gegen die USA und am 2. April 1997 im WM-Qualifikationsspiel für das DFB-Team gegen Albanien.

LAUFBAHN ALS TRAINER

Nach seinem Karriereende 2003 wurde Kirsten durch Bayer Leverkusen als Co-Trainer der ersten Mannschaft übernommen. 2005 wechselte er für sechs Jahre auf die Position des Cheftrainers der zweiten Mannschaft.

Seit Oktober 2012 arbeitet Kirsten bei einer Sportagentur im Bereich Marketing und Spielervermittlung mit dem Schwerpunkt Asien.

SOZIALES ENGAGEMENT

Kirsten gründete mit den Einnahmen seines Abschiedsspiels vom 16. November 2003 die Ulf-Kirsten-Stiftung. Deren Ziel ist die nachhaltige Förderung des Sports, insbesondere des Jugendfußballs, in Dresden und der Region Dresden.

SONSTIGES

  • Kirsten ist verantwortlich für den Spitznamen „Zecke“ des Fußballprofis Andreas Neuendorf. Als dieser nach einer Untersuchung eines entzündeten Zeckenbisses zurück ins Training kam, rief Kirsten ihm zu: „Na, da is’ sie ja wieder: Die Zecke!“
  • Obwohl Kirsten der erfolgreichste Bundesliga-Stürmer seiner Generation war, wurde keiner seiner Treffer in der ARD als „Tor des Monats“ ausgezeichnet.
  • Sein Sohn Benjamin ist ebenfalls professioneller Fußballer.
  • Kirsten war als inoffizieller Mitarbeiter „Knut Krüger“ für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR tätig.
  • Kirsten ist Eishockey-Fan des DEL-Clubs Kölner Haie.
  • 2017 war Kirsten Kandidat bei Global Gladiators.

(* 13. November 1954 in Radeberg)

war Fußballspieler mit Dynamo Dresden in der DDR-Oberliga, der höchsten Fußballklasse des ostdeutschen Fußballverbandes. Er ist vierfacher DDR-Fußballmeister und gewann dreimal den FDGB-Fußballpokal. Er spielte 31-mal für die DDR-Nationalmannschaft und ist olympischer Goldmedaillengewinner von 1976. Nach seiner aktiven Zeit arbeitete Schade als Fußballtrainer.

FUSSBALLSPIELER

Mit zehn Jahren begann Schade in der heimatlichen BSG Robotron Radeberg unter seinem Vater als Trainer organisiert Fußball zu spielen. Mit 14 Jahren wurde er 1969 zum regionalen Fußballschwerpunkt Dynamo Dresden delegiert. Mit Dynamos Juniorenmannschaft wurde er 1972 DDR-Meister. Vorher hatte Schade bereits seine ersten Spiele mit der Junioren-Nationalmannschaft bestritten. Sein erstes Junioren-Länderspiel war die Begegnung DDR – Polen (2:0) am 1. April 1972. Er wurde im zentralen Mittelfeld eingesetzt und erzielte das 1:0. Bis 1973 absolvierte Schade insgesamt 26 Junioren-Länderspiele, in denen er als Mittelfeldspieler sechs Tore erzielte. Zeitweise war er Mannschaftskapitän. 1973 belegte er mit der Juniorenauswahl Platz zwei im UEFA-Jugendturnier. Anschließend wurde er nahtlos in die Nachwuchs-Nationalmannschaft übernommen, mit der er sechs Länderspiele bestritt (1 Tor).

Am 31. März 1973 kam Schade zum ersten Mal in der Oberliga zum Einsatz. Im Spiel der 15. Meisterschaftsrunde 1972/73 Dynamo Dresden – 1. FC Union Berlin wurde er in der 80. Minute für den Stürmer Gert Heidler eingewechselt. Es blieb sein einziges Spiel in dieser Oberligasaison, er gehörte damit aber zur Meistermannschaft des Jahres 1973. Häufiger kam er 1972/73 in der zweiten Vertretung der Dresdner Dynamos in der Liga zum Einsatz (9 Spiele/2 Tore). Bereits in der Spielzeit 1973/74 hatte sich Schade mit 23 Punktspielen einen Stammplatz in der Oberligamannschaft erobert. Nach einem Rückschlag 1974/75 mit nur acht Oberligaspielen gehörte der 1,80 m große Schade von der Saison 1975/76 an für fünf Jahre zum Stammpersonal der Dresdner und spielte regelmäßig auf einer Mittelfeldposition. In dieser Zeit gewann er mit Dynamo Dresden 1976, 1977 und 1978 weitere drei DDR-Meistertitel und 1977 den DDR-Fußballpokal, den er auch noch zwei weitere Male 1982 und 1984 erobern konnte.

Mit seinen guten Leistungen bei Dynamo empfahl sich Schade auch für die A-Nationalmannschaft. Zu seinem ersten A-Länderspiel kam er am 12. Oktober 1975 im Qualifikationsspiel für die Europameisterschaft DDR – Frankreich (2:1). Er wurde im zentralen Mittelfeld eingesetzt, eine Position, auf der zuletzt mit mehreren Spielern experimentiert worden war. Auch Schade war hier zunächst nicht gesetzt, sondern gehörte erst ab Mitte 1976 zum Stammkader der Nationalmannschaft. Schließlich kam er bis Anfang 1980 auf 31 A-Länderspiele. Ohne die Partien im Rahmen des Olympischen Fußballturniers sind für Schade 28 Länderspiele notiert. Zwischen 1975 und 1976 gehörte Schade auch zum Aufgebot der Fußballolympiaauswahl der DDR. Mit ihr bestritt er zwei Qualifikationsspiele und vier Spiele während des olympischen Turniers in Kanada. Er stand auch in der Mannschaft, die am 31. Juli 1976 mit einem 3:1-Sieg über Polen die Goldmedaille gewann. Schade hatte mit dem 1:0 den Grundstein für diesen Sieg gelegt. Für diesen Erfolg wurde er mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Silber ausgezeichnet.

Am 15. Spieltag der Oberligasaison 1979/80 erlitt Schade eine schwere Verletzung, nach der er bis zum Sommer 1981 nicht mehr in der Oberliga spielen konnte. In dieser Zeit beendete er sein Studium zum Diplomsportlehrer. Die Saison 1981/82 war die letzte Spielzeit, in der Schade noch einmal voll zum Einsatz kam. In den beiden folgenden Spielzeiten bestritt er nur 15 bzw. 16 Oberligaspiele, und nach Abschluss der Saison 1983/84 beendete er seine Laufbahn als aktiver Fußballspieler. Innerhalb von elf Jahren hatte Schade für Dynamo Dresden 198 Oberligaspiele mit 34 Toren absolviert, hinzu kamen noch 35 Europapokalspiele mit fünf Toren sowie diverse nationale Pokalspiele.

FUSSBALLTRAINER

Nach Ende seiner aktiven Laufbahn wurde Schade zunächst Reha-Trainer bei Dynamo Dresden, 1990 dann Co-Trainer unter Reinhard Häfner. Beide wurden trotz gelungener Qualifikation für die Fußball-Bundesliga am 3. Juni 1991 beurlaubt. Schade war daraufhin zunächst für einige Jahre in der Immobilienbranche tätig, ehe er von 1996 bis 1998 als Cheftrainer zu Dynamo Dresden in der Regionalliga Nordost zurückkehrte. Von 1999 bis März 2001 trainierte Schade die Amateure des TSV 1860 München.

(* 2. Februar 1952 in Sonneberg; † 24. Oktober 2016 in Dresden)

war ein deutscher Fußballspieler. Er spielte in der DDR-Oberliga, der höchsten Spielklasse des DDR-Fußballverbandes, für den FC Rot-Weiß Erfurt und Dynamo Dresden. Mit Dresden wurde er viermal Meister und viermal Pokalsieger. Er bestritt 58 A-Länderspiele für die DDRund gewann 1976 die Goldmedaille beim olympischen Fußballturnier. Nach seiner aktiven Laufbahn wurde Häfner Trainer.

JUGEND

Häfner begann seine Fußball-Laufbahn bei der heimatlichen Betriebssportgemeinschaft Motor Sonneberg. Einsätze in der Nachwuchs-Auswahl des Bezirkes Suhl führten 1968 zur Delegierung zum FC Rot-Weiß Erfurt. Dort spielte er zunächst für den FC Rot-Weiß in der Juniorenoberliga und wurde 1970 in den Kader der Junioren-Nationalmannschaft aufgenommen. Sein erstes von sechs Junioren-Länderspielen bestritt Häfner am 18. März 1970 beim 4:1-Sieg gegen Österreich. Beim UEFA-Jugendturnier 1970 wurde er nach einem 1:1 gegen Frankreich und Losentscheid inoffizieller Junioren-Europameister. Anschließend wurde er in die Nachwuchs-Nationalmannschaft übernommen, für die er 36 Länderspiele bestritt.

FC ROT-WEISS ERFURT

Für die Saison 1970/71 übernahm der FC Rot-Weiß Erfurt Häfner in das Aufgebot der DDR-Oberliga. Er wurde dort vom ersten Spieltag an eingesetzt und spielte bei seinem Oberligadebüt beim Spiel 1. FC Union Berlin – FC Rot-Weiß Erfurt (4:1) als rechter Mittelfeldspieler. Diese Position behielt er im Wesentlichen während seiner gesamten aktiven Zeit. Am Ende der Saison, in der der 1,74 m große Häfner mit 25 Oberligaeinsätzen sofort Stammspieler geworden war, musste Rot-Weiß aus der Oberliga absteigen. Da Häfner inzwischen zum Kader der A-Nationalmannschaft gehörte, ergab sich für ihn die Notwendigkeit, sich einen anderen Oberligaklub zu suchen. Obwohl er sich für FC Carl Zeiss Jena entschieden hatte, setzte der DDR-Fußballverband einen Wechsel zum DDR-Meister Dynamo Dresden durch.

DYNAMO DRESDEN

Auch in Dresden gehörte Häfner sofort zur Stammelf und erreichte zum Abschluss seiner ersten Dynamo-Saison das Endspiel um den DDR-Fußballpokal. Die Dresdner unterlagen jedoch Carl Zeiss Jena mit 1:2. In der Saison 1972/73 war er mit 20 Punktspieleinsätzen und fünf Toren am Meisterschaftsgewinn der Dresdner beteiligt. 1974 stand Häfner wieder im Pokalendspiel, doch seine Mannschaft unterlag erneut Jena mit 1:3. Auch sein drittes Pokalfinale verlor er 1975 gegen die BSG Sachsenring Zwickau (3:4 im Elfmeterschießen). 1975/76 gewann Häfner nach 25 Punktspieleinsätzen zum zweiten Mal die Fußballmeisterschaft, der dritte Titel folgte ein Jahr darauf, verbunden mit dem ersten Pokalsieg beim 3:2 über den 1. FC Lok Leipzig. 1977/78 gewannen die Dresdner Dynamos mit Häfner zum dritten Mal in Folge die Meisterschaft, unterlagen aber erneut im Pokalfinale 0:1 gegen den 1. FC Magdeburg. Ausgerechnet in seiner bis dahin schwächsten Oberligasaison 1981/82, in der Häfner nur in neun Oberligapunktspielen zum Einsatz gekommen war, holte er sich zum zweiten Mal den DDR-Fußballpokal durch einen 5:4-Sieg im Elfmeterschießen über den BFC Dynamo Berlin. Die Pokalsiege drei und vier gewann Häfner 1984 und 1985 mit jeweils zwei erneuten Siegen über den BFC (2:1 und 3:2). Im Finale 1984 gelang Häfner sein einziges Endspieltor, ein Strafstoß zum 2:0 in der 82. Minute. Die Spielzeiten 1985/86 und 1986/87 spielte Häfner, obwohl schon weit über 30 Jahre alt, mit 23 bzw. 25 Punktspielen noch voll durch. 1987/88 war Häfners letzte Oberligasaison, in der er noch 14 Punktspiele bestritt. Am letzten Spieltag nahm er in der Begegnung Dynamo Dresden – FC Carl Zeiss Jena Abschied vom Leistungssport. Für Dynamo hatte er innerhalb von 17 Jahren 366 Oberligaspiele bestritten. Mit seinen 25 Oberligaeinsätzen in Erfurt kommt er auf 391 Erstligaspiele, mit denen er auf Platz fünf der DDR-Rekordspieler-Liste steht. Außerdem bestritt Häfner 64 Europapokalspiele.

A-NATIONALSPIELER

Nach seinem zum 1. Juli 1971 erzwungenen Wechsel von Erfurt nach Dresden wurde Häfner schon am 18. September 1971 erstmals in einem A-Länderspiel eingesetzt. Beim 1:1 gegen Mexiko in Leipzig wurde er in der 55. Minute für den Leipziger Henning Frenzel als Mittelfeldspieler eingewechselt. Da Wolfgang Seguin und Jürgen Pommerenke seine Position im Mittelfeld einnahmen, dauerte es bis 1975, ehe er sich einen Stammplatz in der Nationalmannschaft erkämpft hatte. Eine langwierige Erkältung verhinderte auch seinen Einsatz bei der Fußballweltmeisterschaft 1974. Nachdem Häfner bereits bei den Olympischen Spielen 1972 ein Endrundenspiel mit der Olympia-Auswahl absolviert hatte (im kleinen Finale, in der die DDR Bronze gewann, kam er nicht zum Einsatz), bestritt Häfner nach fünf Qualifikationsspielen auch alle fünf Endrundenspiele beim olympischen Fußballturnier 1976 in Kanada und gewann mit der Olympiaauswahl die Goldmedaille nach einem 3:1-Sieg über Polen. Häfner erzielte das 3:1 in der 84. Minute. Für diesen Erfolg wurde er mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Silber ausgezeichnet.[2] Vom 4. Oktober 1978 bis 21. November 1979 gehörte er zusammen mit Hans-Jürgen Dörner, Martin Hoffmann und Gerd Weber einem vierköpfigen Spielerkreis an, die in der Gruppe 4 der EM-Qualifikation 1980 alle acht Spiele absolvierten. Durch die 2:3-Niederlage am 21. November 1979 in Leipzig vor 92.000 Zuschauern gegen die Niederlande verpasste die DFV-Auswahl die Teilnahme an der EM-Endrunde 1980 in Italien. Sein 58. und letztes A-Länderspiel bestritt er am 12. September 1984 in Zwickau beim Freundschaftsspiel gegen Griechenland (1:0).

TRAINER

Häfner hatte bereits 1981 sein Trainerdiplom erworben und wurde daher unmittelbar nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn von Dynamo Dresden als Assistenztrainer unter Eduard Geyer übernommen. Als Geyer im April 1990, mit nur einem Punkt Rückstand noch gut im Titelrennen liegend, entlassen wurde, übernahm Häfner das Amt des Cheftrainers und führte Dynamo zum letzten DDR-Fußballmeistertitel. Eine Woche später schaffte er nach einem 2:1-Pokalendspielsieg über den PSV Schwerin auch noch das Double. Ein Jahr später führte Häfner die Dresdner nach einem 2. Platz in der NOFV-Oberliga in die Bundesliga, wurde aber unmittelbar nach Saisonschluss wegen angeblich ungenügender Leistungen entlassen. Er wurde wenig später bei Dynamo mit Manageraufgaben betraut, verließ aber im Sommer 1993 Dresden endgültig und übernahm das Traineramt beim Chemnitzer FC in der 2. Bundesliga. Zwei Jahre lang konnte Häfner den Verein in der 2. Bundesliga halten. Als der Chemnitzer FC im Frühjahr 1996 in Abstiegsgefahr geriet, wurde Häfner vier Spieltage vor Saisonschluss entlassen, anschließend stieg die Mannschaft trotzdem ab. Nach Zwischenstationen bei den unterklassigen Vereinen 1. FC Sonneberg und SSV Erfurt-Nord übernahm Häfner im Juli 2000 das Traineramt beim Halleschen FC, der in die Oberliga Nordost aufgestiegen war. 2001 stieg Häfner mit dem HFC wieder in die Verbandsliga ab und wurde im Mai 2002 in feierlicher Form verabschiedet. Später litt Häfner an Alkoholsucht und Depressionen und unterzog sich einer Entzugskur. 2009 wurde Häfner Trainer beim Achtligisten SV Grün-Weiß in Langeneichstädt. Seit Sommer 2011 war er Trainer beim 1. FC Radebeul, der in der Kreisoberliga Meißen spielt. Nach längerer Krankheit erlag Reinhard Häfner am 24. Oktober 2016 einem Krebsleiden.

ERFOLGE

Als Spieler

  • Gewinn des UEFA-Jugendturniers 1970
  • DDR-Meister 1973, 1976, 1977, 1978
  • DDR-Pokalsieger 1977, 1982, 1984, 1985
  • Olympiasieger 1976

ALS TRAINER

  • DDR-Meister 1990
  • DDR-Pokalsieger 1990

(* 16. September 1947 in Gröditz)

war Fußballspieler in der DDR-Oberliga für Dynamo Dresden und wurde später Fußballtrainer. Als Spieler von Dynamo Dresden wurde er fünfmal Meister und zweimal Pokalsieger. Von 1995 bis 1997 war Riedel Präsident von Dynamo Dresden.

MEISTERSPIELER MIT DYNAMO DRESDEN

Riedel, der mit zehn Jahren bei der BSG Stahl Gröditz mit dem Fußballspiel begonnen hatte, wurde 1966 zu Dynamo Dresden delegiert. Zuvor hatte er im April 1966 als Linksaußenstürmer ein Länderspiel mit der DDR-Junioren-Nationalmannschaft bestritten. Als Stürmer auf der Rechtsaußenposition begann der 1,70 m große Riedel seine Laufbahn in der DDR-Oberliga am 1. Spieltag der Saison 1967/68 in der Begegnung Dynamo Dresden – 1. FC Magdeburg (1:1). Am Saisonende standen für ihn 13 Oberligaeinsätze zu Buche. Er hatte durchgängig auf verschiedenen Sturmpositionen gespielt, allerdings ohne Torerfolg. Dynamo Dresden musste nach dieser Saison in die zweitklassige DDR-Liga absteigen. Mit 19 von 30 Punktspielen sowie zwei Toren war Riedel am sofortigen Wiederaufstieg der Dresdner beteiligt. Während seiner 15 Punktspieleinsätze in der folgenden Oberligasaison 1969/70 hatte er endgültige seine Stammposition als Rechtsaußenstürmer gefunden, auf der er in den nächsten Jahren mit Gert Heidler eine gefährliche Flügelzange bildete. Schon im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg gelang Dynamo Dresden mit dem Double von Meisterschaft und Pokalsieg ein großer Erfolg. Riedel war an der Meisterschaft mit 19 Punktspielen und sechs Toren ebenso beteiligt wie am Pokalsieg, den er am 12. Juni 1971 als Rechtsaußen nach einem 2:1 über den BFC Dynamo feierte. Weitere Meistertitel unter der Mitwirkung von Riedel folgten 1973 (beteiligt mit 22 Punktspielen und vier Toren), 1976 (26 / 7), 1977 (18 / 3) und 1978 (18 / 6). Am 28. Mai 1977 holte sich Riedel nach einem 3:2-Sieg über den 1. FC Lok Leipzig seinen zweiten Pokalsieg.

NATIONALSPIELER UND OLYMPIASIEGER

1973 war Riedel in den Kader der Nachwuchs-Nationalmannschaft aufgenommen worden. Seinem ersten Nachwuchsländerspiel am 21. November 1973 gegen Ungarn, in dem er beim 1:1 das Tor für die DDR erzielte, ließ er bis 1975 sechs weitere Länderspiele folgen. Unter ihnen waren die beiden Endspiele um die Nachwuchs-Europameisterschaft 1974 gegen Ungarn, mit denen die DDR nach 3:2 und 0:4 Vizemeister wurde. Zu dieser Zeit war Riedel bereits A-Nationalspieler. Am 27. März 1974 hatte er sein Debüt in der DDR-Nationalmannschaft gegeben, als er im Spiel gegen die Tschechoslowakei (1:0) 68 Minuten als Mittelstürmer eingesetzt worden war, ehe er von seinem Mannschaftskollegen Hans-Jürgen Kreische abgelöst wurde. An dem in diesen Jahren großen Angebot an guten Stürmern kam Riedel nicht vorbei, sodass er über den Status als Ersatzspieler nicht hinaus kam und bis 1978 insgesamt nur vier A-Länderspiele ohne Torerfolg bestritt. Ein Einsatz als Einwechselspieler verhalf Riedel zum größten Erfolg seiner Fußball-Laufbahn. Im ersten Vorrundenspiel des olympischen Fußballturniers 1976 in Kanada am 18. Juli 1976 gegen die Amateure Brasiliens (0:0) wurde er im Verlauf der Partie als Mittelstürmer eingesetzt und hatte sich damit die Goldmedaille erspielt, die die DDR-Olympiaauswahl nach einem 3:1-Endspielsieg über Polen gewann. Für diesen Erfolg wurde er mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Bronze ausgezeichnet.

EUROPAPOKALSPIELE

Während seiner aktiven Zeit in Dresden absolvierte die Dynamomannschaft 50 Europapokalspiele. Davon bestritt Riedel 46, in denen er neun Tore erzielte. Am 20. September 1967 war er beim ersten europäischen Pokalspiel der Dresdner dabei, bei der Begegnung Dynamo – Glasgow Rangers (1:1) im Messestädte-Pokal 1967/68. Mit seinem 1:1-Ausgleichstor war Riedel auch der erste Europapokaltorschütze der Dresdner. Zu seinen bemerkenswertesten Europapokalspielen gehören die Viertelfinalspiele im UEFA-Pokal 1972/73 gegen den FC Liverpool (0:2, 0:1) und die Spiele gegen Bayern München im Meistercup 1973/74 (3:4, 3:3).

KARRIERE-ENDE

Kurz vor Beendigung seiner Laufbahn als Fußballspieler konnte Riedel in der Saison 1978/79 noch einen persönlichen Erfolg erringen. In dieser Spielzeit, in der Dynamo Dresden ohne Titel blieb, erzielte Riedel in 22 Punktspielen neun Tore und wurde damit in seiner 12. Saison erstmals aber auch einmalig Torschützenkönig der Dresdner. In der Saison 1979/80 deutete sich das Ende seiner Oberligakarriere an, der 32-jährige Riedel kam zwischen dem 4. und 25. Spieltag nur noch in neun Oberligaspielen zum Einsatz, darunter nur vier über 90 Minuten. Sein letztes Oberligaspiel bestritt er am 3. Spieltag der Saison 1980/81 bei der Begegnung Rot-Weiß Erfurt – Dynamo Dresden (0:1) am 6. September 1980. Es war das 211. Oberligaspiel innerhalb seiner 15-jährigen Karriere, in der er auch 49 Oberligatore schoss.

NACH DER SPIELERLAUFBAHN

Auch nach dem Ende seiner Karriere als Fußballspieler blieb Riedel bei Dynamo Dresden. Von 1982 bis 1986 war der Diplomsportlehrer Riedel unter Cheftrainer Klaus Sammer für das Training der Oberligamannschaft von Dynamo Dresden verantwortlich. Danach trainierte er im Nachwuchsbereich der Dynamos und wurde unter anderem in der Saison 1988/89 mit der SDG DDR-Jugendmeister und FDJ-Pokalsieger. Nach der Wende von 1989 war er Marketingchef, Jugendleiter und Aufsichtsratsmitglied. Am 26. August 1995 wurde Riedel als Nachfolger des verhafteten Rolf-Jürgen Otto zum Präsidenten des Vereins gewählt. Dieses Amt übte er bis zum 2. September 1997 aus. Am 28. September 2006 ernannte die Mitgliederversammlung von Dynamo Dresden Riedel zum Ehrenmitglied des Vereins. Zwischen 2007 und 2009 war Riedel Mitglied des Dynamo-Aufsichtsrates. Seit Jahren betreut er ehrenamtlich die Traditionsmannschaft der SG Dynamo Dresden.

Bis 2001 arbeitete Riedel neben seiner Tätigkeit als Sportlehrer in einer Dresdner Mittelschule als Trainer beim BSC Freiberg.

ZITAT

„Der über Kinowelt als Feuerwehrmann installierte Rolf Schafstall war nur 57 Tage im Amt, 56 davon waren schon zu viel, so krass muss man das sagen. Sportlich hat er nichts bewegt, aber in der Mannschaft, im ganzen Klub und im Umfeld für helle Empörung gesorgt mit einer Folge an schlimmsten Beleidigungen. Er hat den Super-Besserwessi gespielt, alles und jeden niedergemacht. Dabei sorgte er für alle Eskapaden, die seinem Ruf voraus gingen, bis hin zum Alkoholmissbrauch.“ (Dieter Riedel im Jahre 1999 über den damaligen Dynamo-Trainer)

Weblinks

(* 25. Januar 1951 in Görlitz)

ist ein deutscher Fußballtrainer und ehemaliger -spieler. Für die SG Dynamo Dresden spielte er in der DDR-Oberliga, der höchsten Spielklasse der DDR. Er wurde fünfmal Fußballmeister und viermal Pokalsieger. Mit der A-Nationalmannschaft bestritt er 100 Länderspiele, mit der Olympia-Auswahl gewann er 1976 die Goldmedaille.

NACHWUCHSSPIELER

Dörner wuchs in seiner Geburtsstadt Görlitz auf und besuchte dort zehn Jahre lang die Schule. Bereits als Schüler kam er zu seinem Spitznamen „Dixie“. Sein Vater war Übungsleiter bei der Betriebssportgemeinschaft Energie Görlitz, seine drei Fußball spielenden Brüder waren seine ersten Vorbilder. Im Jahre 1960 meldete sein Vater den Neunjährigen bei der BSG Energie für die Kinderfußballmannschaft an und wurde sein erster Trainer. Mit 14 Jahren wechselte Hans-Jürgen Dörner zur Nachbargemeinschaft Motor WAMA Görlitz, wo er bis 1967 spielte. Im Sommer dieses Jahres wurde er zum Fußball-Leistungszentrum der Region, der SG Dynamo Dresden, delegiert. Er nahm eine Lehre zum Dreher auf, spielte zunächst in der Dynamo-Juniorenmannschaft und gewann mit der Bezirksauswahl Dresden das Fußballjunioren-Turnier bei der Kinder- und Jugendspartakiade. Das brachte ihm die Aufnahme in den Kader der DDR-Juniorennationalmannschaft ein, mit der er am 1. Mai 1968 sein erstes Junioren-Länderspiel bestritt. Beim 1:0-Auswärtssieg gegen Schweden wurde er als Mittelfeldspieler eingewechselt. 1969 gehörte er zu den Teilnehmern des UEFA-Jugendturniers, dem Vorläufer der späteren Junioren-Europameisterschaft. Bei der in der DDR stattfindenden Veranstaltung wurde er in allen fünf Spielen als Verteidiger eingesetzt, die DDR-Mannschaft wurde nach einem 1:1 im Endspiel gegen Bulgarien nach Losentscheid inoffizieller Vize-Europameister. Bis 1969 bestritt Dörner 17 Länderspiele mit der Juniorenauswahl. Anschließend wurde er bis 1974 in 15 Länderspielen der Nachwuchs-Nationalmannschaft eingesetzt, mit der er 1974 ebenfalls Vize-Europameister wurde. In den beiden Endspielen gegen Ungarn (3:2 und 0:4) spielte er jeweils Libero.

DDR-OBERLIGA-SPIELER

Da Dynamo Dresden 1968 aus der Oberliga abgestiegen war, verzögerte sich Dörners Einstand als Erstligaspieler um ein Jahr. Sein Debüt in der DDR-Liga gab er am 8. September 1968 beim 4:0-Heimsieg gegen Kali Werra Tiefenort – es war nach mehr als 15 Jahren in weinrot-weißer Spielkleidung Dynamo Dresdens erstes Spiel in den Vereinsfarben Schwarz und Gelb. Am sofortigen Wiederaufstieg der Dresdner war der 18-jährige Dörner mit acht von 30 Punktspielen beteiligt und hatte mit fünf Treffern eine sehr gute Torquote. Beim Oberligastart der Saison 1969/70 war Dörner sofort mit von der Partie und wurde zunächst dank seiner Treffsicherheit im Vorjahr zunächst als Mittelstürmer aufgeboten. Gleich bei seinem ersten Einsatz erzielte er den 2:0-Endstand zuhause gegen Hansa Rostock. Als der Abwehrspieler Wolfgang Haustein während der Saison ausfiel, wurde der 1,75 m große Dörner in die Abwehr zurückbeordert, die bis zum Ende seiner Laufbahn sein Spielbereich blieb. Bereits in seiner ersten Saison hatte sich Dörner mit 19 von 26 möglichen Punktspieleinsätzen einen Stammplatz in der Oberligamannschaft gesichert. Bis auf die Spielzeiten 1972/73 (15 Punktspiele) und 1976/77 (16) machte er stets das Gros der Oberligapunktspiele mit. Von den 17 Spielzeiten seiner Oberligalaufbahn bestritt er achtmal alle 26 Punktspiele. Von 1973 an war er der standardmäßige Libero der Dresdner. Seine erfolgreichste Oberligasaison erlebte Dörner 1970/71, als er mit Dynamo Dresden das Double Meisterschaft und Pokal gewann. Auch an den Meisterschaften 1973, 1976, 1977 und 1978 war er beteiligt, ebenso wie an den weiteren Pokalgewinnen 1977, 1984 und 1985. Im Pokalendspiel 1984 gegen den Berliner FC Dynamo leitete er mit dem Tor zum 1:0 den 2:1-Sieg ein. Seinen Torinstinkt bewies er immer wieder, trotz seiner Position in der Abwehr. In allen seinen Spielzeiten trug er sich in die Oberliga-Torschützenliste ein, 1975/76 war er mit acht Treffern am erfolgreichsten. Seine letzte Oberliga-Saison spielte Dörner 1985/86, in der er trotz seiner 35 Jahre noch 25 Punktspiele absolvierte und noch einmal zwei Tore schoss. Mit dem 2:1-Sieg vor eigenem Publikum über den 1. FC Union Berlin am 24. Mai 1986, dem letzten Saisonspieltag, nahm Dörner Abschied vom Leistungsfußball. Er hatte es auf 392 von 442 ausgetragenen Oberligapunktspielen gebracht (89 Prozent) und hatte dabei 65 Tore erzielt. Damit hat Dörner die meisten DDR-Oberligaspiele für Dynamo Dresden erzielt und liegt auf Platz vier der DDR-Rekordliste. Von den 76 Europapokalspielen Dynamos während seiner aktiven Zeit bestritt Dörner 68 Begegnungen mit sechs Torerfolgen. Über viele Jahre bis zu seinem Laufbahnende war Dörner Mannschaftskapitän von Dynamo Dresden. In den Jahren 1977, 1984 und 1985 wurde er zum DDR-Fußballer des Jahres ernannt, 1989 wurde er von den Lesern der DDR-Zeitschrift Fußballwoche in die „Traumelf 40 Jahre Oberliga“ gewählt.

NATIONALSPIELER

Noch vor seinem ersten Spiel in der DDR-Oberliga wurde Dörner am 22. Juni 1969 erstmals in der A-Nationalmannschaft eingesetzt. Beim Länderspiel DDR – Chile (0:1) wurde er in der 59. Minute für den Stürmer Henning Frenzel eingewechselt. Anschließend musste er fast zwei Jahre auf seinen nächsten Länderspieleinsatz warten. Zum Stammspieler in der DDR-Auswahl wurde Dörner erst nach der Fußballweltmeisterschaft 1974, an der er wegen einer Gelbsuchterkrankung nicht teilnehmen konnte. Ab 1975 war er unangefochten Libero der Mannschaft und in 60 Länderspielen Mannschaftskapitän. Seinen größten Erfolg als Auswahlspieler feierte Dörner beim olympischen Fußballturnier 1976 in Kanada, als die DDR-Olympiaauswahl nach einem 3:1-Sieg über Polen mit Dörner als Libero die Goldmedaille gewann. Für diesen Erfolg wurde er mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Silber ausgezeichnet. Mit der Olympiaauswahl bestritt Dörner zwischen 1971 und 1976 zehn offizielle Länderspiele. Das letzte Länderspiel mit der A-Nationalmannschaft absolvierte er am 18. Mai 1985 bei der Begegnung DDR – Luxemburg (3:1). Es war sein 100. Spiel, und damit liegt er hinter Joachim Streich (102) an zweiter Stelle in der Rangliste der DDR-Nationalspieler.

TRAINER

Dörner war seit 1981 im Besitz des Sportlehrerdiploms der Leipziger Sporthochschule DHfK. So konnte er nach dem Ende seiner Laufbahn als Fußballspieler ab 1986 von Dynamo Dresden als Nachwuchstrainer übernommen werden. Diese Funktion übte er bis 1988 aus, danach wurde er bis zur Auflösung des DDR-Fußballverbandes 1990 Trainer der DDR-Olympiaauswahl. Anschließend war Dörner bis 1996 Nachwuchstrainer beim DFB.

Nach neunjähriger Verbandstrainer-Tätigkeit suchte Dörner neue Herausforderungen und nahm das Angebot von Werder Bremen an, zu Beginn des Jahres 1996 als erster ehemaliger DDR-Trainer in der Bundesliga das Training der Bundesligamannschaft zu übernehmen. Es gelang Dörner jedoch nicht, Werders Tabellensituation wesentlich zu verbessern, er übernahm die Mannschaft auf Platz fünfzehn, nach dem der Verein Aad de Mos entließ, und landete am Saisonende auf dem 9. Rang. Als Werder zu Beginn der Spielzeit 1997/98 nach drei sieglosen Spielen am Tabellenende stand, wurde Dörner am 20. August 1997 entlassen.

Bei seiner nächsten Station, dem Zweitligaabsteiger FSV Zwickau, dauerte sein Engagement 1998/99 nur eine Saison lang. Er erreichte in der Regionalliga nur Platz vier, verpasste damit das gesteckte Ziel Wiederaufstieg und wurde im August 1999 entlassen.

Nach einem einjährigen Intermezzo beim ägyptischen Traditionsklub al Ahly Kairo zwischen 2000 und 2001 wurde Dörner im Juli 2001 Cheftrainer des viertklassigen Oberligisten VfB Leipzig. In seiner ersten Saison erreichte er mit seiner neuen Mannschaft in der Oberliga Nordost Staffel Süd Platz vier. Als am 25. Spieltag der Saison 2002/03 nach der 0:1-Niederlage beim VFC Plauen bei sieben Punkten Rückstand zur Tabellenspitze erneut der Aufstieg verspielt schien, wurde Dörner am 26. März 2003 in Leipzig entlassen. 2004 eröffnete er in Dresden „Dixie Dörner’s Fußballschule“. Im Oktober 2006 übernahm Dörner den Bezirksligisten Radebeuler BC, den er 2009 in die sechstklassige Landesliga Sachsen führte. Seit Juli 2013 trainiert er die SG Einheit Dresden-Mitte e.V. aus der Stadtliga A Dresden. Zudem ist Hans-Jürgen Dörner seit dem 16. November 2013 Mitglied im Aufsichtsrat von Dynamo Dresden.

ERFOLGE

  • DDR-Meister 1971, 1973, 1976, 1977, 1978
  • DDR-Pokalsieger 1971, 1977, 1984, 1985
  • DDR-Fußballer des Jahres 1977, 1984, 1985
  • 100 A-Länderspiele
  • Olympische Goldmedaille 1976

SIEHE AUCH

(* 5. Dezember 1942 in Gröditz)

ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und -trainer.

KARRIERE

Klaus Sammer begann ab 1954 organisiert bei der TSG Stahl im nordsächsischen Gröditz Fußball zu spielen. Nach seiner Schulausbildung absolvierte er eine Dreherlehre. Zu Beginn der Saison 1962/63 wechselte er 19-jährig zum SC Einheit Dresden, der gerade aus der DDR-Oberliga abgestiegen war. In den folgenden Jahren bemühte sich Einheit vergeblich um den Wiederaufstieg, und als auch in der Spielzeit 1964/65 der Aufstieg verpasst wurde, Lokalrivale Dynamo Dresden aber drei Spieltage vor dem Finale der Oberliga in akuter Abstiegsgefahr schwebte, wechselte der 1,91 m große Sammer gemeinsam mit seinem Clubkollegen Klaus Engels im Mai 1965 zu Dynamo und half dort, den Klassenerhalt zu sichern. Die Aktion war nicht unumstritten, da zu dieser Zeit die Mehrheit der Dresdner Fußballanhänger zum SC Einheit stand. Bis zum Ende seiner aktiven Laufbahn 1975 blieb Sammer bei Dynamo und bestritt dort, wechselweise als Verteidiger oder als Mittelfeldspieler eingesetzt, 183 Oberligapunktspiele (27 Tore) sowie 26 Spiele (2 Tore) in der zweithöchsten Spielklasse (DDR-Liga). Mit Dynamo Dresden wurde Sammer 1971 und 1973 DDR-Fußballmeister und gewann 1971 den DDR-Fußballpokal. In 19 Europapokalspielen erzielte Klaus Sammer zwei Tore.

Sein Debüt in der Fußballnationalmannschaft der DDR gab Sammer am 11. November 1970 gegen die Niederlande, die in einem EM-Qualifikationsspiel im Dresdner Dynamo-Stadion mit 1:0 besiegt wurde. Der Sachse gehörte auch zum Spielerkader, der sich 1974 in der WM-Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland qualifizierte – bei der er selbst jedoch nicht mehr zum Kader der Ostdeutschen gehörte. Auswahltrainer Georg Buschner setzte ihn am 26. September 1973 zum 17. und letzten Mal in der DDR-Fußballnationalmannschaft ein.

Sammer wurde am 14. Februar 1976 vor dem Oberligaspiel Dynamo Dresden – Sachsenring Zwickau aus der Dresdner Oberligamannschaft und der Nationalmannschaft verabschiedet. In dieser Spielzeit 1975/76 trat er in der Zweitvertretung der Dresdner Dynamos letztmals in der Liga als aktiver Fußballer in Erscheinung. Nach seinem Karriereende trainierte Sammer, der ein Diplom als Sportlehrer erworben hatte, ab 1983 seinen Heimatverein SG Dynamo Dresden, den er zu zwei FDGB-Pokalsiegen führte. Sowohl in der Saison 1983/84 (2:1) als auch in der Spielzeit 1984/1985 (3:2) konnte dabei im Berliner Stadion der Weltjugend der Oberliga-Serienmeister, der Berliner FC Dynamo besiegt und am nationalen Double gehindert werden. Eine 3:7-Niederlage gegen Bayer 05 Uerdingen im Viertelfinal-Rückspiel des Europapokals der Pokalsieger am 19. März 1986 (auch als Wunder von der Grotenburg bezeichnet: nach 2:0-Hinspielsieg und 3:1-Halbzeitführung im Rückspiel) war gemeinsam mit der Flucht des Dynamo-Spielers Frank Lippmann der Auslöser, dass Sammer nach der Saison 1985/1986 als Cheftrainer zurücktreten musste und durch Eduard Geyer ersetzt wurde. Sammer hatte Lippmann aus disziplinarischen Gründen eigentlich nicht aufstellen wollen, wurde aber dazu gezwungen, da sich das MfS von einer Aufstellung Lippmanns, der im laufenden Wettbewerb bereits vor dem Rückspiel vier Tore erzielt hatte, größeren sportlichen Erfolg versprach. Anschließend wurde er als Jugendtrainer zu Dynamo Meißen abdelegiert.

Klaus Sammer übernahm 1992/93 noch einmal kurzzeitig den mittlerweile in der Bundesliga spielenden 1. FC Dynamo Dresden – damit ist er einer von sechs Trainern von Dynamo Dresden mit mehreren Amtszeiten – und war anschließend in vielfältigen Funktionen für den DFB tätig.

Klaus Sammer ist der Vater des Fußballers, Trainers und Funktionärs Matthias Sammer, der seine Karriere unter seinem Vater bei der SG Dynamo Dresden begann.

 

(* 21. Februar 1932 in Dresden; † 4. Mai 2013 in Dresden)

war Fußballspieler in der DDR-Oberliga, der höchsten Spielklasse des ostdeutschen Fußballverbandes. Er spielte dort für die SG Dynamo Dresden.

KARRIERE

Oeser begann mit dem Fußballsport bei der kleinen Betriebssportgemeinschaft (BSG) Aufbau Dresden Mitte. Im Alter von 23 Jahren wechselte der gelernte Ofenbauer 1954 zur BSG Stahl in das benachbarte Freital, mit der er zwei Jahre in der zweitklassigen DDR-Liga spielte. Nachdem Freital am Ende der Saison 1954/55 absteigen musste, veranlasste der Sektionsleiter der SG Dynamo Dresden, Erich Jahnsmüller, Oesers Wechsel zum Dresdner Polizeiklub, der allerdings ebenfalls in die drittklassige II. DDR-Liga abgestiegen war. Ein Jahr später musste Oeser mit den Dresdner Dynamos erneut absteigen und spielte 1957 in der viertklassigen Bezirksliga Dresden. Anschließend gelang den Dynamos der Durchmarsch durch die II. in die I. DDR-Liga und 1962 der Aufstieg in die DDR-Oberliga.

Inzwischen hatte sich Oeser zum Mittelfeldregisseur der Dresdner entwickelt und gehörte als rechter Läufer zum Spielerstamm. In seiner ersten Oberligasaison bestritt er 24 der 26 Punktspiele. Dynamo Dresden hatte jedoch noch nicht die Stärke, um den Klassenerhalt zu sichern, sodass 1963/64 erneut eine Saison in der DDR-Liga folgte. Nach dem sofortigen Wiederaufstieg war Oeser mit 25 Oberligaeinsätzen erneut einer der zuverlässigsten Dynamo-Akteure. Auch in seiner letzten Oberligasaison 1965/66, die er als 34-Jähriger bestritt, kam er noch einmal in 24 Punktspielen zum Einsatz. Nach zwei Jahren in der 2. Mannschaft wurde Oeser am 1. Juni 1968 vor dem Oberligapunktspiel Dynamo Dresden – Chemie Leipzig offiziell als Spieler verabschiedet.

In seiner elfjährigen Zugehörigkeit zur 1. Mannschaft von Dynamo Dresden hatte Oeser 213 Punktspiele absolviert und acht Jahre als Mannschaftskapitän gewirkt. Er war der Strafstoßspezialist seiner Mannschaft, von seinen 27 Punktspieltoren hatte er 19 vom Elfmeterpunkt erzielt. In seinen drei Oberligaspielzeiten kam er in 73 von 78 ausgetragenen Punktspielen zum Einsatz, in denen er sieben Tore erzielte. Er hatte sich für die Übungsleiter-Stufe 4 qualifiziert und trainierte nach seiner aktiven Laufbahn bis 2005 Mannschaften des Nachwuchs- und Reservebereichs von Dynamo Dresden. Von 1974 bis 1985 war Oeser Mannschaftsleiter der 1. Dynamo-Mannschaft. Am 12. April 2013 wurde er anlässlich 60-jährigen Bestehens von Dynamo Dresden zum Ehrenspielführer ernannt.

 

 (* 19. Juli 1947 in Dresden)

 

ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Er spielte in der DDR-Oberliga, der höchsten ostdeutschen Fußballklasse, für die SG Dynamo Dresden, mit der er fünfmal Meister und einmal Pokalsieger wurde. Kreische ist 46-facher Nationalspieler und gewann 1972 die Bronzemedaille im olympischen Fußballturnier.

JUGEND

Hans-Jürgen Kreische ist Sohn des ehemaligen Dresdner Fußballspielers Hans Kreische, der vor dem Zweiten Weltkrieg beim Dresdner SC und in den 1950er Jahren bei Dynamo Dresden spielte. Die Familie Kreische lebte bis 1950 in Dresden, danach in West-Berlin und von 1951 bis 1954 in Heidelberg, wo Hans Kreische jeweils Fußball spielte. 1954 zog die Familie wieder nach Dresden zurück und Hans-Jürgen Kreische wurde im Alter von zehn Jahren bei der Sportgemeinschaft Dynamo Dresden angemeldet. Dort spielte er bis zum Juniorenalter in allen Nachwuchsmannschaften, zeitweise trainiert von seinem Vater.

1965 wurde er in die Junioren-Nationalmannschaft der DDR aufgenommen, mit der er am 17. März 1965 sein erstes Junioren-Länderspiel bestritt. In der Begegnung DDR – Österreich (2:0) stand er zusammen mit seinen späteren A-Nationalmannschaftskameraden Jürgen Sparwasser und Jürgen Croy als rechter Mittelfeldspieler auf dem Platz. Anschließend bestritt er alle fünf Spiele des UEFA-Jugendturniers 1965, Vorläufer der Junioren-Europameisterschaft, in der Bundesrepublik. Im Endspiel gegen England sicherte er als halbrechter Stürmer mit dem Tor zum 3:2 den Turniersieg. Ausschließlich 1965 bestritt Kreische sieben Länderspiele mit der Juniorenauswahl. Zwischen 1966 und 1969 absolvierte er neun Länderspiele mit der Nachwuchs-Nationalmannschaft. Nach dem Abschluss seiner Schulausbildung absolvierte er eine Lehre zu Betonfacharbeiter.

ANFÄNGE IN DER DDR-OBERLIGA

Schon mit 17 Jahren, noch im Juniorenalter, wurde Kreische erstmals in einem Oberligapunktspiel eingesetzt. In der Begegnung des 11. Spieltages zwischen dem SC Leipzig und Dynamo Dresden (2:1) am 29. November 1964 kam er für den nicht einsatzbereiten Meinhard Hemp als halblinker Stürmer in die Mannschaft und erzielte in der 90. Minute mit dem Anschlusstor zum 1:2 bereits sein erstes Oberligator. Es blieb sein einziges Oberligaspiel der Saison 1964/65, in den nächsten Monaten spielte er in der Junioren- bzw. Reservemannschaft. Erst am 9. Spieltag der Saison 1965/66 kam der 1,85 Meter große Kreische wieder in das Oberligateam, eroberte sich aber sofort als Stürmer auf der rechten Seite mit 18 Punktspielen einen Stammplatz. Während er in dieser Spielzeit nur zu einem Oberligator kam, wurde er ein Jahr später mit acht Treffern in 21 Spielen bereits bester Torschütze seiner Mannschaft. Die Saison 1967/68 beendete Dynamo Dresden als Absteiger, sodass Kreische nachfolgend ein Jahr lang in der zweitklassigen DDR-Liga spielen musste. Mit 22 Punktspielen und 16 Toren war er aber maßgeblich am sofortigen Wiederaufstieg beteiligt.

NATIONALMANNSCHAFT

Während der Saison 1967/68 wurde Kreische in das Aufgebot der A-Nationalmannschaft aufgenommen. Sein Länderspiel-Debüt gab er am 2. Februar 1968 in der Begegnung DDR – CSSR (2:2) während eines Turniers im chilenischen Santiago auf seiner Stammposition auf der halbrechten Angriffsseite. Wie in der Oberliga erzielte er auch hier mit dem 2:0-Zwischenstand bei seinem ersten Einsatz gleich sein erstes Tor. Ab 1969 gehörte er zum festen Stamm der Nationalmannschaft. Von den zwischen 1969 und 1973 ausgetragenen 16 Europameisterschafts- und Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiele bestritt Kreische 13 Begegnungen. Nur die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1974 in der Bundesrepublik verlief für die DDR erfolgreich. Von den sechs Spielen der DDR-Auswahl während des WM-Turniers in der 1. und 2. Finalrunde bestritt Kreische drei Spiele, darunter das legendäre 1:0 über die DFB-Auswahl. In den folgenden zwölf Länderspielen bis Mitte 1975 kam Kreische aufgrund von Verletzungen nur noch fünfmal zum Einsatz. Sein letztes Länderspiel fand am 31. Juli 1975 im kanadischen Ottawa statt. Beim 7:1-Sieg über Kanada wurde Kreische in der zweiten Halbzeit für den Magdeburger Mittelfeldspieler Wolfgang Seguin eingewechselt. Insgesamt kam Kreische innerhalb von acht Jahren auf 46 A-Länderspiele, in denen er 25 Tore erzielte.

In der Fußball-Olympiaauswahl der DDR kam Kreische zwischen 1967 und 1972 zu 13 Einsätzen, in denen er zehn Tore erzielte. Darunter waren alle sechs Endrundenspiele beim olympischen Fußballturnier 1972 in der Bundesrepublik. Als linker Mittelfeldspieler stand Kreische mit der DDR-Auswahl im kleinen Finale, in dem die DDR nach einem 2:2 gegen die Sowjetunion entsprechend dem Turniermodus zusammen mit dem Gegner die Bronzemedaille gewann. In der 35. Minute leitete Kreische nach einem 0:2-Rückstand mit einem Strafstoßtor die Wende zum 2:2-Endstand ein.

ERFOLGREICHE OBERLIGAJAHRE

Nach dem Wiederaufstieg in die Oberliga wurde Kreische von der Saison 1969/70 an in das Mittelfeld zurückgezogen. Mit nur sechs Meisterschaftstoren in 26 absolvierten Punktspielen wurde er trotzdem wieder bester Torschütze der Dynamos. Dass er trotz seines Mittelfeldeinsatzes nach wie vor treffsicher blieb, bewies Kreische in der Saison 1970/71, als er in 23 Punktspielen 17 Treffer erzielte und damit Oberliga-Torschützenkönig wurde. Diesen Erfolg wiederholte er in den Jahren 1972, 1973 und 1976. Neben der Torschützenkrone von 1971 konnte Kreische in dieser Saison auch das Double Meisterschaft und Pokalsieg feiern. Weitere DDR-Meisterschaften errang Kreische 1973, 1976, 1977 und 1978. 1973 wurde er zum Fußballer des Jahres in der DDR gewählt. Mehrere Jahre war Kreische Mannschaftskapitän der Dynamomannschaft.

In diesen Jahren gehörte er zu den spielstärksten Akteuren in der Oberliga. Allerdings hatte er das Pech, dass seine Karriere durch zwei langwierige Verletzungen zwischen 1973 und 1975 unterbrochen wurde. Im Herbst 1977 absolvierte der 30-jährige Kreische seine letzten Spiele in der Oberliga. Am 8. Spieltag, dem 15. Oktober 1977, wurde er in der Begegnung Wismut Gera – Dynamo Dresden (2:4) zum letzten Mal in einem Erstligaspiel eingesetzt. So wie er in seinem ersten Oberligaspiel sein erstes Tor erzielt hatte, schoss er im letzten Spiel sein letztes Meisterschaftstor. Sein Treffer zum 1:2-Zwischenstand war zugleich sein 127. Oberligator, mit dem er zum erfolgreichsten Schützen der SG Dynamo Dresden während der DDR-Oberliga-Ära wurde. Innerhalb von dreizehn Oberligaspielzeiten absolvierte Kreische 234 Erstligaspiele, hinzu kommen 37 Einsätze in den europäischen Pokalwettbewerben, in denen er mit 17 Toren erfolgreich war.

Kreisches überraschendes Karriereende im November 1977, also inmitten der laufenden Saison, gilt als Reaktion auf eine Nichteinwechslung am 9. Spieltag gegen den 1. FC Magdeburg und stellte die finale Eskalation des schon länger schwelenden Streits mit Trainer Walter Fritzsch dar. Fritzsch wollte Kreische aus disziplinarischen Gründen nicht mehr einsetzen, woraufhin Kreische seinen Rücktritt vom Fußball erklärte.

NACH DER AKTIVEN ZEIT

Dynamo Dresden nahm Kreische unmittelbar nach seinem Abschied als Fußballspieler in seinen Trainerstab auf. Kreische hatte bereits 1980 das Diplom zum Sportlehrer erworben, seine Diplomarbeit hatte er über die „Geschichte der SG Dynamo Dresden zwischen 1946 und 1979“ geschrieben. Er wurde zunächst im Nachwuchsbereich eingesetzt, zu Beginn der Saison 1995/96 wurde er Cheftrainer der 1. Mannschaft, die zu dieser Zeit in der drittklassigen Regionalliga spielte. Doch bereits sieben Spieltage vor Saisonschluss wurde er am 15. April 1996 wieder entlassen. 1997 gründete Kreische eine Fußballschule nahe Dresden-Weißig. 1998 wurde Kreische vom Deutschen Fußball-Bund auf Honorarbasis als Talentsichter engagiert. Der Hamburger SV wurde durch die Weißiger Fußballschule auf Kreische aufmerksam und stellte ihn 2004 hauptberuflich in der Abteilung Scouting ein. Seit April 2010 ist er Chefscout beim RB Leipzig.

ERFOLGE

  • DDR-Meister 1971, 1973, 1976, 1977, 1978
  • DDR-Pokalsieger 1971
  • Bronzemedaille Olympische Spiele 1972
  • UEFA-Jugendturnier-Sieger 1965
  • Oberliga-Torschützenkönig 1971, 1972, 1973, 1976
  • DDR-Fußballer des Jahres 1973

DYNAMO'S EHRENSPIELFÜHRER

Eduard Geyer ist ab sofort nicht mehr Ehrenspielführer bei Dynamo Dresden. Wie der einstige Dynamo-Aktive (1968 bis 1975) nun in einem Statement, das der Verein veröffentlichte, mitteilte, werde der heute 74-Jährige seinen Titel “zum Wohle des Vereins” zurückgeben. Dem vorangegangen seien “offene, intensive und sachliche Gespräche”.

 

 

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