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Boeder sichert Dynamo Punkt, Unentschieden in Essen

Dynamo Dresden hat die schwere Aufgabe Rot-Weiss Essen mit einem Remis abgeschlossen. Der gebürtige Essener Lukas Boeder traf zum Ausgleich. Der einstige Dynamo-Torjäger Arslan hatte für den Rückstand gesorgt.

Vor ausverkauftem Haus zeigt RWE eine solide Leistung und holt sich gegen die Mannschaft aus Sachsen ein Unentschieden. Strahlend blauer Himmel und ein ausverkauftes Stadion an der Hafenstraße. Perfekte Bedingungen für Rot-Weiss Essen, um gegen den Tabellenführer Dynamo Dresden anzutreten. Entgegen der Erwartungen setzte Trainer Uwe Koschinat aber nicht auf eine verändertes System. Stattdessen ersetzte er den gelb-rot-gesperrten Innenverteidiger Tobias Kraulich durch Mustafa Kourouma. Auch Tom Moustier stand nach seiner abgesessenen Sperre wieder in der Startelf.

Nach den Fanchoreographien beider Fanlager – bei den Essenern mit einer Choreografie zum zehnjährigen Bestehen eines Fanclubs – startete das Spiel relativ pünktlich. Doch schon nach wenigen Minuten musste die Partie kurzzeitig pausiert werden, da roter Nebel das Stadion bedeckte. Dieser legte sich jedoch schnell, und das Spiel konnte fortgesetzt werden. Die Anfangsphase verlief recht ruhig. In den ersten 15 Minuten versuchten die Essener erste Annäherungen. Eitschberger spielte den Ball durch die Mitte zu Martinovic, doch dieser war einen Schritt zu langsam. Nur wenige Minuten später folgte die erste große Chance auf der anderen Seite: Meißner versuchte es aus 25 Metern, scheiterte jedoch am Pfosten. Ein vielversprechender Freistoß von Lukas Brumme in der 20. Minute ging dann aber doch weit über das Tor.

In der ersten halben Stunde zeigten beide Mannschaften immer mal wieder, was sie draufhaben. Trotzdem wirkten die Chancen der Dresdener insgesamt etwas gefährlicher als die der Essener. Trainer Koschinat schien nicht zufrieden mit dem Ergebnis seiner Offensivkräfte. Nach einer eher ruhigen Phase der Essener wurde es kurz vor der Pause dann bei RWE nochmal gefährlich und das gleich mehrfach: Moustier gab den Ball in die Mitte, Kouroma mit dem Kopfball, die Dresdener konnten auf der Linie aber noch klären. Nur kurze Augenblicke später, Julian Eitschberger und Ahmet Arslan dann mit zwei dicken Chancen, keine der beiden landeten im Kasten. Es ging mit 0:0 in die Pause.

Rot-Weiss Essen mit starker zweiten Hälfte

Die zweite Halbzeit begann mit einer kleinen Verspätung, jedoch ohne personelle Änderungen. Kurz nach dem Anpfiff zeigte Martinovic volle Energie, legte den Ball auf Ahmet Arslan, der ihn flach unten links ins Eck schoss – und damit die Führung für die Essener erzielte. Nur wenige Minuten später gab es eine weitere Großchance an der Hafenstraße: Ein indirekter Freistoß für Rot-Weiß Essen, nachdem der Dresdener Innenverteidiger Bünning den Abstoß des Torwarts im Fünf-Meter-Raum annahm. Die Chance auf das 2:0 vergab dann Arslan, der in die Mauer schoss.

Essen kassiert strittigen Ausgleich

Auf der anderen Seite erzielte Lukas Boeder in der 65. Minute nach einer Ecke den Ausgleich für die Dresdener. Die Essener reklamierten zunächst ein Foul, doch Schiedsrichter Timon Schulz sah keinen Grund einzugreifen, sodass der Treffer zum 1:1 zählte. Zuvor wurde Kourouma gestoßen.

Trainer Koschinat reagierte nur wenige Minuten später mit einem Doppelwechsel: Die starke Nummer 27, Martinovic, und auch der solide Safi verließen den Platz, für sie kamen Müsel und Mizuta. Der frische Torben Müsel konnte kurz nach seiner Einwechslung mit einem guten Ballgewinn auf Höhe der Mittellinie auffallen, schoss jedoch den Ball einige Meter über das Tor. Um frischen Wind in die Schlussphase zu bringen, brachte Trainer Koschinat auch noch Kelsey Owusu. Doch die gewünschte Wirkung blieb aus, denn nach vorne wurden die Essener in den letzten Minuten nicht mehr so gefährlich wie zu Beginn der Zweiten Halbzeit. Am Ende trennten sich Rot-Weiss Essen und Dynamo Dresden Unentschieden – 1:1.

Weiter geht es in der 3. Liga für Rot-Weiss Essen am 30. Spieltag mit einem Auswärtsspiel bei dem SC Verl. Anstoß ist am Freitag (28. März) um 19:00 Uhr. Radio Essen berichtet wie immer live aus dem Stadion. Zuvor steht am Samstag (22. März) noch das Halbfinale im Niederrheinpokal gegen Oberhausen an.

3. Liga 2024-2025 | Spieltag 29
| Stadion an der Hafenstraße | 15.März.2025-14:00
Rot-Weiss Essen
S S S S N
1 : 1
Endstand
Dynamo Dresden
S N S S U
Ahmet Arslan
50'
Lukas Boeder
66'
1. Halbzeit
45' 15' 30'
2'
 
2. Halbzeit
90' 60' 75'
7'
Tore
50'
66'
Tor
Spielstatistiken
Rot-Weiss Essen
Dynamo Dresden
Am Tor vorbei 4
Schüsse auf das Tor 13
Schüsse auf das Tor 12
Am Tor vorbei 3
1 Tore 1
44 Ballbesitz 56
3 Ecken 13
1 Abseits 2
4 Gelbe Karten 2
17 Torschüsse gesamt 15
13 Schüsse auf das Tor 12
4 Schüsse neben das Tor 3
19 Einwürfe 28
22 Freistöße 19

 

Unentschieden

Dynamo verpasst Big Point: Punkteteilung gegen Dortmund II

Die SG Dynamo Dresden erspielt sich reihenweise Chancen

… bringt aber den Ball nicht im Tor der BVB-Bubis unter. Dynamo Dresden hat sich am Mittwochabend an der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund die Zähne ausgebissen. Trotz deutlicher Überlegenheit der Gastgeber sahen 24.114 Zuschauer im Rudolf-Harbig-Stadion ein torloses Remis. Nichts wurde in der Mitte der Englischen Woche aus dem erhofften dritten Sieg der Sportgemeinschaft in Serie. Ihre Tabellenführung baute sie mit dem Pünktchen dennoch aus, nachdem Dynamos ärgster Verfolger Saarbrücken am Vortag mit 1:3 in Bielefeld verloren hatte.

Vier Tage nach dem 1:0-Auswärtserfolg bei Alemannia Aachen nahm SGD-Cheftrainer Thomas Stamm zwei Startelf-Änderungen im Mittelfeld vor. Aljaz Casar und Vinko Sapina, der nach mehrwöchiger Verletzungspause sein Startelf-Comeback gab, verdrängten Lukas Boeder und Tony Menzel auf die Ersatzbank. Dynamo übernahm bei Regenwetter sofort das Kommando. Niklas Hauptmann (5.), Jakob Lemmer (11./19.) sowie Christoph Daferner (20.) hatten erste Torchancen.

Dynamo zeitweise drückend, aber beide zu harmlos

Bei Aljaz Casar musste BVB-Torwart Silas Ostrzinski sich schon mächtig strecken, um den Ball aus dem Eck zu kratzen (28.). Christoph Daferner köpfte nach einer halben Stunde freistehend vorbei. Die Schwarz-Gelben waren deutlich überlegen, hatten mehr Ballbesitz und klar bessere Zweikampfwerte. Dennoch blieb es bis dato torlos, weil die Torchancen nicht genutzt wurden oder eben nicht zwingend genug waren. Der Treffer lag in der Luft und wäre hochverdient gewesen.

Der favorisierte Tabellenführer bestimmte wenig überraschend diese Partie. Es war ein Spiel auf ein Tor, doch diesmal mangelte es etwas an Präzision und Effizienz. Dynamo belohnte sich einfach nicht. Dortmund setzte gelegentlich Nadelstiche, zumeist erstickte Dynamo die Konterversuche aber im Keim. Nur selten kam mal einer durch, aber dann wurde es brenzlig: Als in der 41. Minute Eberwein per Kopf abschloss, lenkte Schreiber den tückisch aufsetzenden Ball noch zur Ecke.

Im Gegenzug hatte Daferner sein 16. Saisontor auf dem Fuß, scheiterte jedoch abermals an Ostrzinski. Zehn Eckbälle in Hälfte eins gingen auf das Konto der Dresdner, aber eben nichts zählbares in Sachen Torerfolg. So ging es mit einem aus Dortmunder Sicht schmeichelhaften 0:0 in die Kabinen, aus denen die Sportgemeinschaft unverändert wieder herauskam. Und auch im Spiel bot sich ein ähnliches Bild wie vor dem Seitenwechsel. Die Dresdner, nun mit dem K-Block im Rücken, frönten weiter dem Angriffsfußball.

Nach einer Kother-Hereingabe hielten die BVB-Bubis kurz die Luft an, denn der Ball prallte von Hünings Fuß in Richtung eigenes Tor, doch Keeper Ostrzinski war erneut auf dem Posten (56.). Mitte des zweiten Durchgangs wollte SGD-Coach Thomas Stamm frische Kräfte für die Offensive sehen, er brachte Menzel und Baur positionsgetreu für Casar und Kother (65.). Etwas später ein zweiter Doppelwechsel: Kutschke und Boeder betraten für Daferner und Sapina den Rasen (72.).

Die Jung-Borussen fuhren nur selten Entlastungsangriffe. Doch die Uhr lief weiter gnadenlos gegen die Dynamos. In Minute 84 zog Stamm seine letzte Option, brachte Meißner für Lemmer und damit einen weiteren frischen Mann für den Offensivflügel. Doch in Durchgang zwei blieben die Sachsen insgesamt zu harmlos. Dortmund überstand auch die vierminütige Nachspielzeit. So stand letztlich statt der erhofften drei Punkte nur ein Zähler zu Buche. Dynamo bleibt mit nunmehr zwei Punkte Tabellenführer und ist bereits am Sonnabend wieder bei Rot-Weiss Essen gefragt.

3. Liga 2024-2025 | Spieltag 28
| Rudolf Harbig Stadion | 12.März.2025-19:00
Dynamo Dresden
N S N S S
0 : 0
Endstand
Borussia Dortmund II
N S U N N
1. Halbzeit
45' 15' 30'
 
2. Halbzeit
90' 60' 75'
Ost-Derby

Tolles Ost-Derby ohne einen Sieger, Endstand 1:1

Abseits des Platzes lieferten sich die beiden Fanlager ein Choreo-Duell im ausverkauften Stadion. Während die gesamte Nordwand mit rot-weißen Tafeln erst ein „Lausitz“ und dann „Power“ bildete, zogen die ganz in schwarz gekleideten Gästefans ein übergroßes “Dynamo” in die Luft. Untertitel: „Jeder fürchtet unseren Namen“. Für den zusätzlichen Gruseleffekt zum Sensenmann ging kurz danach im ganzen Block die Pyrotechnik an. Um die Vereinskasse noch weiter zu belasten, zündeten die mitgereisten Dynamo-Anhänger auch in der 2. Halbzeit munter weiter.

Vier Änderungen in der Startelf bei Dynamo

Es war ein packendes Topspiel der 3. Liga zwischen Energie Cottbus und Dynamo Dresden. Am Ende waren sich Spieler und Trainer einig: Das 1:1 (0:0)-Unentschieden war aufgrund der starken zweiten Halbzeit des FCE für die Gäste aus Dresden eher schmeichelhaft. Dynamo Dresden hat es verpasst, zurück an die Spitze der 3. Liga zu klettern. Die Schwarz-Gelben mussten sich im absoluten Topspiel bei Tabellenführer Energie Cottbus mit einem 1:1 (0:0) zufrieden geben. Vor 19.700 Zuschauern im ausverkauften LEAG Energie Stadion schien es vor allem im zweiten Durchgang zunächst nur eine Frage der Zeit bis zum Führungstor der Gastgeber zu sein, dann aber schlug Dynamo-Kapitän Stefan Kutschke eiskalt zu (60.). Energie-Joker Timmy Thiele (86.) sorgte per Kopf für den verdienten Ausgleich.

Dynamo-Trainer Thomas Stamm nahm nach dem 2:3 gegen Viktoria Köln vier Veränderungen in der Startelf vor. Für Marx und Menzel, die beide auf der Bank Platz genommen hatten, Sapina (Oberschenkelverletzung) und den gelbgesperrten Daferner, spielten Kammerknecht, Kother, Kutschke und Baur von Anfang an. Energie-Coach Claus-Dieter „Pele“ Wollitz veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum 2:0-Sieg in Bielfeld auf einer Position und ließ Krauß für Halbauer starten.

Beide Teams hielten sich nicht lange bei der Vorrede auf und gingen gleich hohes Tempo. Es entwickelte sich eine packende Partie, in der Dynamo in der Anfangsphase durchaus die besseren Chancen hatte. So zischte nach drei Minuten ein Schuss von Kother haarscharf am Cottbuser Gehäuse vorbei. Wenig später wurde der einschussbereite Baur im letzten Moment von den Cottbusern beim Abschluss gestört. Nach gut einer Viertelstunde zogen dann die Lausitzer vor den Augen des einstigen Kulttrainers Eduard „Ede“ Geyer, der sich das Schmeckerchen auf der Tribüne nicht entgehen lassen wollte, merklich an. In der 33. Minute hatte Rorig die Cottbuser Führung auf dem Fuß, seinen Volleyschuss kratzte Dynamo-Schlussmann Tim Schreiber jedoch mit einer Glanzparade aus dem Winkel. In den letzten Minuten der ersten Hälfte hätte die Waage zu beiden Seiten kippen können. Erst schlug Energie-Linksaußen Copado einen Kopfball von Kother von der Linie, danach trudelte auf der Gegenseite ein Schuss von Copado haarscharf am Dresdner Gehäuse vorbei. Torlos ging es in die Kabinen.

Dynamo effektiv, Pfostentreffer von Cigerci

Nach Wiederanpfiff verschenkten dann die Wollitz-Schützlinge erst einmal einen Hochkaräter, der einfach sitzen musste. Zunächst setzte sich Krauß gegen Kammerknecht durch. Seine scharfe Eingabe verpasst erst Copado, dann hämmert Cigerci die Pille aus Nahdistanz ans Alu. Unglaublich, dass er den in der 48. Minute nicht machte. Was folgte, waren weitere Möglichkeiten für die Lausitzer (56./57.), die jedoch Tim Schreiber im Dresdner Tor vereitelte. Förmlich aus dem Nichts schockte anschließend Stefan Kutschke die Hausherren, als er Tony Menzels Eingabe von der Grundlinie zum 1:0 ins Netz drückte (60.). Danach stellte Dynamo auf eine Fünferkette um, womit Energie nicht viel anfangen konnte.

Die Schwarz-Gelben höchst effektiv, Cottbus war kurzzeitig geschockt. Nach 82 Minuten hätten die Dynamos beinahe den zweiten Treffer folgen lassen – ja, wenn der eingewechselte Tony Menzel nicht am glänzend reagierenden Elias Bethke im FCE-Tor gescheitert wäre. Und so musste die Mannschaft von Coach Stamm doch noch den Ausgleich hinnehmen. Nach einer Tallig-Flanke versenkte Timmy Thiele (86.) butterweich per Kopf die Pille im Kasten der Dresdner. Und es hätte fast noch schlimmer für die Sachsen kommen können, der Punktgewinn wackelte heftig. Zum Glück für die Schwarz-Gelben jagte Cigerci (88.) den Ball aus Nahdistanz über das SGD-Tor, dann traf Thiele (90.+3) nur den Querbalken.

Spieler des Tages

Besser hätte das Comeback von Timmy Thiele nicht laufen können. Der Stürmer stand zuletzt am 30. November für Energie Cottbus auf dem Platz. Danach fiel er für vier Spiele mit einer Bronchitis aus. Erst am Mittwoch kehrte der 33-Jährige ins Mannschaftstraining zurück, traute sich aber mit Trainer Wollitz schon Spielminuten zu. „Es war der richtige Moment. Nicht zu lange, nicht zu kurz. So, dass man etwas bewegen kann„, sagte Thiele nach dem Spiel.

Die Stimmen zum Spiel

Claus-Dieter Wollitz (Energie Cottbus): „Das Ergebnis ist absolut lächerlich. Hier hat heute Arm gegen Reich gespielt. Und Arm hat gezeigt, wie man mit Mentalität Fußball spielen kann. Wir haben aber nicht das Ergebnis zur Belohnung bekommen. Heute war Energie Cottbus speziell in der zweiten Halbzeit das Beste, was je eine Drittliga-Mannschaft, die ich trainieren durfte, gespielt hat.“

Stefan Kutschke (Dynamo Dresden): „Den Punkt nehmen wir mit. Energie Cottbus war uns speziell in der zweiten Halbzeit überlegen. Ich glaube, diesen Willen an den Sieg zu glauben, hatten sie dann mehr.“

Timmy Thiele (Energie Cottbus): „Kurz nach dem Spiel würde ich sagen, das sind zwei verlorene Punkte für uns. Das ist eher ein Punktgewinn für Dresden. Ich hatte noch ‘ne Riesenchance, Tolcay [Cigerci] auch. Ich denke, dass es heute verdient gewesen wäre, hätten wir gewonnen. Haben wir aber nicht. Mund abputzen und genauso weitermachen.“

Testspiel

Dynamo mit Remis im Testspiel gegen Rot-Weiss Essen

Dynamo Dresden hat sich im letzten Testspiel in der Winterpause 1:1 (0:1) von Liga-Konkurrent RW Essen getrennt. Die Partie während des Trainingslagers im türkischen Lara ging über zweimal 60 Minuten. Rund 350 Zuschauerinnen und Zuschauer waren im „Never Give Up Football Center“ zu Gast, als das Schiedsrichtergespann pünktlich um 14 Uhr türkischer Zeit die Partie anpfiff.

Sowohl der Tabellenführer als auch der Drittletzte begannen mit der vermeintlich besten Elf. Dynamo machte das Spiel, traf aber nicht und geriet durch Ramien Safi (0:1/52.) in Rückstand. Martinovic setzte sich an der Mittellinie durch und hatte auf der linken Seite freie Bahn. Seinen Flachpass in die Mitte konnte Sascha Risch nicht mehr klären, sodass Ramien Safi Tim Schreiber keine Chance ließ und den Führungstreffer für Rot-Weiss erzielte (52.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte Dynamo mit einem Freistoß aus gut 18 Metern die direkte Chance auf den Ausgleich.

Auch in der zweiten Halbzeit hatten die Sachsen einige Chancen. Spielkontrolle, frühes Pressing, aber auch immer wieder Probleme, die entscheidende Lücke zu finden. Essen stand tief und ließ Dynamo anrennen. So plätscherte das Spiel im zweiten Durchgang vor sich hin und erneut trat das Schiedsrichtergespann in den Vordergrund. Nach einem Treffer von Tony Menzel, der im Nachschuss den vermeintlichen Ausgleich erzielte, ging zu Unrecht die Fahne des Assistenten in die Höhe (85.) Zuvor hatte Stefan Kutschke per Kopf auf Oliver Batista Meier abgelegt, dessen Abschluss noch pariert wurde und der Abpraller bei Menzel landete.

Kurz vor Ende der Partie untermauerte die SGD aber nochmal ihre Standard- und Last-Minute-Qualitäten. Nach einer Ecke von Philip Heise wurde  Winterneuzugang Andi Hoti am langen Pfosten komplett allein gelassen. Der großgewachsene Innenverteidiger ließ sich die Chance nicht nehmen und köpfte wuchtig zum Ausgleich und gleichbedeutendem Endstand ein (115.).

Besser hätte es für Andi Hoti kaum laufen können

Dementsprechend groß ist die Freude über den ersten Auftritt im Trikot der Schwarz-Gelben: „So habe ich es mir vorgestellt. Zum Glück ist es so gekommen, dass ich der Mannschaft mit dem Tor helfen konnte“, freute der 21-jährige Innenverteidiger nach Abpfiff der Begegnung – fügte allerdings auch hinzu: „Mit dem 1:1 können wir nicht zufrieden sein, wir wollen immer gewinnen. Aber es war ein Testspiel. Insgesamt haben wir es gut gemacht, es waren aber auch noch kleine Fehler drin.“

Das Trainingslager endet für Dynamo am Sonntag.

 

Unentschieden

Dynamo mit spätem Punktgewinn gegen Saarbrücken

Dynamo Dresden hat in der 3. Fußball-Liga das erste von drei aufeinander folgenden Spielen gegen Topteams an diesem Sonnabend nicht gewinnen können. Die Mannschaft von Trainer Thomas Stamm musste sich gegen einen selbstbewusst auftretendem 1. FC Saarbrücken vor 29.556 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion mit einem 1:1 (0:0)-Unentschieden zufrieden geben. Nach dem Führungstor der Gäste durch Kai Brünker (60.) glückte Einwechsler David Kubatta in der 92. Minute noch der ersehnte Ausgleich.

Die Gastgeber begannen die Partie bei Sonnenschein mit zwei Veränderungen im Vergleich zur Startaufstellung beim 3:0 in Osnabrück. So schickte Stamm Aljaz Casar nach abgesessener Gelbsperre wieder ins Mittelfeld, zudem kam Oliver Batista Meier zum Zuge. Für das Duo blieben Jonas Oehmichen und Robin Meißner draußen auf der Bank. Ihre Kameraden auf dem Platz starteten engagiert gegen die personell von vielen Ausfällen geplagten Gäste, bei denen die Ex-Dynamos Patrick Schmidt und Bjarne Thoelke verletzungsbedingt auch nicht im Kader waren. Anfangs sah es auch so aus, als könne Dynamo Druck aufbauen, doch am Strafraum der Gäste war kein Durchkommen für die Dresdner, die in einem 4-4-2 agierten – mit Niklas Hauptmann und Christoph Daferner an vorderster Front.

Saarbrücken deutlich torgefährlicher

Die Saarländer entwickelten dagegen bald Torgefahr: Elijas Krahn hatte die erste Chance der Partie, traf den Ball aber nicht voll, sodass Tim Schreiber die erste Bewährungsprobe im Spiel gegen seinen Ex-Verein mühelos bestand (15.). Die Saarbrücker wurden aber immer mutiger, probierten es oft über die linke Außenbahn, wo Dynamos Rechtsverteidiger Jonas Sterner nicht seinen besten Tag hatte. Zwar kam Christoph Daferner nach einem Zuspiel von Philip Heise in der 22. Minute mal zu einer Halbchance, als er Philip Menzel im FCS-Tor per Kopf prüfte, doch ansonsten spielten sich die torgefährlichen Szenen in der Dresdner Hälfte ab. In der 27. Minute hätten die Westdeutschen in Führung gehen müssen, als Simon Stehle links zum Abschluss kam, der Ball aber am langen Pfosten vorbei ins Aus ging.

Die nächste Großchance hatte dann Julian Günther-Schmidt, doch Schreiber rettete zur Ecke (32.). In deren Folge kam Saarbrücken wieder gefährlich zum Abschluss: Joel Bichsel traf die Querlatte des Dynamo-Tores (33.). Dynamo versuchte, sich Entlastung zu verschaffen und probierte es immer wieder über Hauptmann, der in der 34. Minute zweimal bei Schussversuchen geblockt wurde und nach dem zweiten Handspiel im Strafraum seitens eines Saarbrückers monierte. Schiedsrichter Daniel Siebert aber ließ das Spiel weiterlaufen. Kein Glück hatte auch Daferner, der im Fallen über das Menzel-Tor schoss (39.). Nachdem die Gäste noch zwei Chancen nach einer Ecke und einem Konter vergeben hatten, weil sie das Tor verfehlten (39./40.), wollte Dynamo vor der Pause noch einmal etwas reißen, aber Hauptmann wurde am Strafraum gefoult, bekam trotz heftiger Beschwerden keinen Freistoß (42.).

Dynamo gerät nach einer Stunde in Rückstand

Nach dem Seitenwechsel gelang es Dynamo weiterhin nicht, die Gäste wirklich in Gefahr zu bringen. Die Truppe von Trainer Rüdiger Ziehl war da effektiver: Der Ex-Auer Calogero Rizzuto prüfte Schreiber mit einem Fernschuss (55.), Kai Brünker schob den Ball am langen Pfosten vorbei ins Aus (58.). Drei Minuten später fiel das 1:0 für Saarbrücken: Patrick Sontheimer spielte auf der rechten Seite Stehle frei und der bediente seinen Sturmpartner Brünker, der hatte in der Mitte keine Mühe, den Ball im Netz zu versenken (58.). Ein Tor, das sich angekündigt hatte und dem Spielverlauf gerecht wurde.

Stamm wechselte danach erstmals, nahm den enttäuschenden Batista Meier raus, brachte Meißner. Der Hamburger kam auch gleich einmal zum Schuss, verzog aber deutlich (64.). Dann hatte Daferner eine Chance, aber sein Schuss war nicht druckvoll genug, um Menzel in Verlegenheit zu bringen (71.). Der Bayer ging dann wie Casar vom Platz, Stamm schickte Stefan Kutschke und Jonas Oehmichen auf den Rasen, um neuen Schwung in die Dresdner Angriffsbemühungen zu bringen. Oehmichen fasste sich nach einem Solo auch ein Herz, zog mal aus der Distanz ab, doch Menzel klärte im Nachfassen (79.).

Stamm wechselte dann noch einmal, brachte die Talente Dmytro Bohdanov und David Kubatta neu in die Partie. Sie ersetzen Jakob Lemmer und Philipp Heise (85.). Und der Schweizer bewies bei seinen Wechseln ein gutes Händchen, denn nach einem weiten Freistoß von Meißner, war Kubatta zur Stelle und drückte den Ball über die Linie (90.+2.).

3. Liga 2024-2025 | Spieltag 15
| Rudolf Harbig Stadion | 23.Nov..2024-14:00
Dynamo Dresden
N S N U S
1 : 1
Endstand
1. FC Saarbrücken
S S U U S
David Kubatta
90'+2'
Kai Brünker
61'
Tore
61'
Tor
Tor
90'
+2
1. Halbzeit
45' 15' 30'
 
2. Halbzeit
90' 60' 75'
2'
Unentschieden

SGD holt einen wichtigen Punkt in Ingolstadt

Dynamo verpasst den Sprung an die Tabellenspitze

Beim 1:1 in Ingolstadt läuft Dynamo wieder einem Rückstand hinterher. Der Schiedsrichter ist nach dem Schlusspfiff das große Thema bei der Beurteilung des gerechten 1:1 zwischen Ingolstadt und Dynamo Dresden. Gleich sieben Spieler der Schwarzen Gelben verwarnt er und verpasst es, dem Ingolstädter Lukas Fröde vom Platz zu stellen. Dynamo-Trainer Thomas Stamm ging deshalb nach der Partie in die Schiri-Kabine.

War die Punkteteilung am Ende gerecht?

Da gingen die Meinungen auseinander. Ingolstadts Trainer Sabrina Wittmann fand, dass ein spätes Siegtor für ihr Team gerecht gewesen wäre. Ihr Kollege Thomas Stamm sprach dagegen von einem „Unentschieden, das in Summe in Ordnung geht. Der Punkt fühlt sich gut an, er kann in den nächsten Wochen noch wertvoll sein.“ Hätte Dynamo gewonnen, wäre das Team sogar Tabellenführer geworden – zumindest bis Sonntag. Dabei hat seine Mannschaften von den vergangenen sechs Drittliga-Partien nur eine gewonnen – vor einer Woche gegen Hannovers U23.

In Ingolstadt hätten die Dresdner bereits nach 19 Sekunden in Rückstand geraten können. Max Besuschkow kam völlig ungestört aus sechs Metern zum Kopfball, zielte aber vorbei. Es blieb die hochkarätigste Möglichkeit in den gesamten 90 Minuten. An Chancen mangelte es zwar nicht, doch wirklich zwingend waren sie selten – auf beiden Seiten. „Wir hatten möglicherweise nicht die letzten Überzeugung, den Ball über die Linie zu drücken. Die Gelegenheiten waren auf jeden Fall da, wenn auch kein Pfosten- oder Lattentreffer“, erklärte Vinko Sapina, der in Abwesenheit der gesperrten Stefan Kutschke und Niklas Hauptmann die Kapitänsbinde trug. „Der letzte Pass oder Abschluss war nicht präzise genug.“ Bei den Ingolstädtern fehlte der Ex-Dresdner Pascal Testroet aufgrund einer Oberschenkelverletzung.

Wie fielen die beiden Tore?

Die Führung für Ingolstadt fiel nach einem direkt verwandelten Freistoß aus 16 Metern. Über die Entstehung ärgerte sich Stamm auch eine halbe Stunde nach dem Schlusspfiff noch. Die beiden defensiven Mittelfeldspieler hätten keinen richtigen Zugriff bekommen, deshalb musste Claudio Kammerknecht dann an der Strafraumgrenze das Foul ziehen, monierte der Dynamo-Trainer.

Besuschkow hämmerte den Ball in den Winkel (43.). „Das Gegentor ist bitter. Der Ball geht in die Torwartecke. Er ist zwar ekelig, aber mein Anspruch sollte es sein, den nächsten in dieser Art zu halten“, erklärte Keeper Tim Schreiber.

Auch beim Ausgleich nach 58 Minuten machte der Torhüter keine glückliche Figur. Der Ingolstädter Marius Funk ließ einen Schuss von Jakob Lemmer zur Mitte und nach vorne abprallen, wo Jonas Oehmichen die Einladung dankend annahm. „Er lässt ihn für mich günstig klatschen, darauf habe ich ein bisschen gelauert“, berichtete der 20-Jährige, der sein Premierentor in dieser Saison schoss. „Dann musste ich ihn nur noch reinköpfen.“ Oehmichen feierte in Ingolstadt zudem sein Startelfdebüt. „Es war ein tolles Gefühl, mal wieder 90 Minuten spielen zu dürfen.“

Waren der Mannschaft die 120 Pokalminuten anzumerken?

Kaum. Stamm veränderte wie angekündigt die Startelf – und zwar auf vier Positionen. Oliver Batista Meier, Jakob Lemmer, Jonas Oehmichen und Sascha Risch rückten in die erste Elf, das Quartett war am Mittwoch bei der Pokalpartie gegen Darmstadt eingewechselt worden. Tony Menzel fehlte wegen muskulärer Probleme komplett im Kader. Zudem tauschte er zur Pause gleich zweimal. „Ein Riesenkompliment an die Mannschaft, dass sie nach dem Rückstand und der Pokalpartie am Mittwoch so zurückgekommen ist“, erklärte Stamm. Seine Spieler führten die Müdigkeit aber doch an. „Die vergangenen Wochen waren sehr kräftezehrend und die letzten Pässe vielleicht dadurch ein bisschen unsauber“, mutmaßte Oehmichen, der allerdings vor dem Ingolstadt-Spiel nicht über die Jokerrolle hinausgekommen war. Sapina fand, dass „die Abschlüsse nicht präzise genug“ waren. „Aber ich habe keinen gesehen, der nicht alles reingehauen hat.“

Warum diskutierten alle über den Schiedsrichter?

Stamm marschierte nach Spielende mit dem Handy in der Hand in die Schiri-Kabine. Er hatte Redebedarf, wollte Florian Exner unbedingt die Szene aus der 17 Minute zeigen, als der Ingolstädter Lukas Fröbe an der Mittellinie in die Beine von Aljaz Casar gerauscht war, was mit Gelb geahndet wurde. „Der Ball ist weit weg, er trifft ihn oberhalb des Knöchels“, zählte Stamm Argumente für einen Platzverweis auf. „Ich habe bei ihm keine Linie gesehen über die 90 Minuten, und das habe ich ihm auch gesagt.“

Der Schiri verteilte zudem sieben Gelbe Karten an Dynamo, aber nur zwei an die Schanzer. Dabei war die Partie keinesfalls eine unfaire. „Jede 50:50-Entscheidung hat er für die Ingolstädter Seite gepfiffen. etwas ausgeglichener wäre schön gewesen“, formulierte Sapina seine Kritik vorsichtig, der sich „nicht oft über Schiedsrichter äußert“. Beim Ärgern über die Entscheidungen würde man zudem zu viel Kraft verlieren. „Aber jeder, der mal Fußball gespielt hat, weiß, dass man gar nicht anders kann.“

Welche Folgen hat das 1:1 auf die Tabelle?

Bis Sonntag rückt Dynamo auf Platz drei vor, bei einem Sieg wären die Dresdner sogar Spitzenreiter gewesen. So fallen sie am Sonntag auf jeden Fall auf den vierten Platz zurück, da Wehen Wiesbaden und Bielefeld aufeinandertreffen. Alle anderen Teams aus der Spitzengrupp ließen Punkte liegen – Cottbus beim 0:4 in Essen, Sandhausen beim 0:3 gegen 1860 München und Saarbrücken beim 1:1 in Aue.

3. Liga 2024-2025 | Spieltag 13
| Audi Sportpark | 02.Nov..2024-14:00
FC Ingolstadt
S U U U S
1 : 1
Endstand
Dynamo Dresden
N U N S N
Max Besuschkow
43'
Jonas Oehmichen
58'
1. Halbzeit
45' 15' 30'
 
2. Halbzeit
90' 60' 75'
6'
Unentschieden

3:3 und wieder kein Erfolgserlebnis für Dynamo

Eine spannende Begegnung endet mit 3:3

Wo bleiben die Siege? Dynamo war in den letzten beiden Spielen nicht auf der Erfolgsspur – erst gab es in der Liga ein 1:2 bei der Zweitvertretung von Borussia Dortmund, dann das blamable Aus im Sachsenpokal in Chemnitz (1:3 n. V.). Rot-Weiss Essen hat es vor der Länderspielpause richtig spannend gemacht – gegen Viktoria Köln setzte sich der Pott-Klub mit 2:1 durch, erst in der Nachspielzeit fiel der Siegtreffer. Durch den Sieg konnte Essen sich etwas von den Abstiegsrängen entfernen.

Rot-Weiss Essen mit starker erster Halbzeit

Das Spiel nahm schon in den ersten 45 Minuten den Verlauf, den sich Dabrowski für diese Auswärtspartie erhofft hatte. RWE agierte von Beginn an mit einer Dreierkette, hatte lange Ballbesitzphasen und dadurch wenig Mühe, den Tabellenzweiten vom eigenen Tor fernzuhalten. Die mutigen Essener waren es auch, die zu den ersten Chancen des Spiels kamen. Ahmet Arslan hatte sich viel vorgenommen für das Duell mit seinen ehemaligen Kollegen. Innerhalb von drei Minuten (15., 18.) hatte der Essener Spielmacher zweimal die Möglichkeit, sich an alter Wirkungsstätte sehr unbeliebt zu machen. Beide Male scheiterte Arslan mit seinen Schussversuchen denkbar knapp.

Dann war es ausgerechnet ein Ballverlust des Ex-RWE-Kapitäns Vinko Sapina, bis dahin bester Dresdener, der einen Konter einleitete, den RWE zur Führung nutzen konnte. Nach einem Traumpass von Eric Voufack konnte Dresdens Keeper Tim Schreiber noch parieren, doch gegen den Nachschuss von Wintzheimer war er machtlos. Das verdiente 1:0, dem Safi in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs fast das 2:0 folgen ließ. Er kam aus acht Metern frei zum Abschluss, doch er traf den Ball nicht richtig. Und Dynamo? Die hatten im Laufe der ersten Hälfte zwar einige Abschlüsse, richtig gefährlich wurde es aber nicht. Vor allem Niklas Hauptmann und Sapina versuchten Akzente zu setzen. Insgesamt waren die Hausherren aber zu harmlos.

Unruhig wurde es nach dem Seitenwechsel auch auf dem Rasen. In den Mittelpunkt des Geschehens rückte Essens U20-Nationalspieler Julian Eitschberger. In der 47. Minute ließ er sich von Dresdens Niklas Hauptmann im Strafraum den Ball abnehmen und verschuldete so den Ausgleich. Doch nur eine Minute später ließ er die Dynamo-Fans wieder verstummen, als er einen von Safi verlängerten Ball erlief und zum 2:1 für RWE traf.

Dresden antwortete – jetzt viel besser im Spiel als im ersten Durchgang – mit wütenden Angriffen. Und im Strafraum von RWE wurde es nun immer öfter gefährlich, doch am Ende war lange immer ein Bein dazwischen und konnte klären. Bis zur 77. Minute, da wurde der Druck zu groß. Und es war der eingewechselte Jonas Sterner, der weder von Voufack, noch von Torben Müsel, Kraulich oder Michael Schultz angegriffen wurde und trocken zum 2:2 abschloss.

Und RWE? Die hatten nach dem 2:1 kaum für Entlastung sorgen können

RWE legte den Schalter aber wieder um und kam erneut ganz schnell zur abermaligen Führung. Diesmal dauerte es drei Minuten, ehe der eingewechselte Kelsey Owusu nach toller Vorarbeit von Kraulich eiskalt blieb und das 3:2 erzielte. Rot-Weiss Essen stand dicht vor dem zweiten Auswärtssieg und einem ganz dicken Ausrufezeichen. Mit dem Schlusspfiff traf Stefan Kutschke aber per Kopf zum 3:3. Direkt danach war Schluss.

Weiter geht es für RWE am Mittwoch (23. Oktober, 19 Uhr) zu Hause gegen den SC Verl. Dresden muss zeitgleich beim SV Wehen Wiesbaden antreten.

Unentschieden

Platz 1, aber Dynamo enttäuscht gegen Alemannia Aachen

Dynamo behauptet Tabellenspitze

Erst in der Nachspielzeit tritt Dynamo Dresden vor dem Tor von Aufsteiger Alemannia Aachen in Erscheinung – und kommt über ein Unentschieden nicht hinaus. Das schwarz-gelbe Duell zwischen Dynamo Dresden und Regionalliga-Aufsteiger Alemannia Aachen endet torlos. Gegen leidenschaftlich verteidigende Gäste haben die die Dresdner vor heimischem Publikum zu oft das Nachsehen, bis zur ersten Großchance der Schwarz-Gelben vergehen 72 Spielminuten. Im Gegenzug scheitern die Gäste aus Aachen vor dem Dresdner Tor, sodass die Partie leistungsgerecht torlos endet. Ein Hoffnungsschimmer für Dynamo: Durch das Remis verteidigt die Mannschaft die Tabellenspitze der 3. Liga.

Die eine oder andere Unsicherheit in der Hintermannschaft ist der geneigte Fan von Dynamo Dresden ja gewohnt. Aber die Anzahl an Böcken und Harakiri-Pässen im Spielaufbau, die sich die Defensivspieler der Schwarz-Gelben einschließlich Torwart Tim Schreiber in der Drittliga-Heimpartie gegen Alemannia Aachen am Sonntag leisteten, ließ dann doch deutliche Unruhe auf den Tribünen aufkommen. „Für eigene Tore waren wir mit dem Ball zu unsauber. Wir hatten keine gute Kontrolle übers Spiel und dann kannst du das auch nicht gewinnen“, stellte Vizekapitän Niklas Hauptmann fest.

Mit fortlaufender Spieldauer wurde das Raunen im Rudolf-Harbig-Stadion immer stärker, denn viele Zuschauer hatten die böse Vorahnung, dass sich das riskante und fehlerbehaftete Spiel noch in Form eines Gegentreffers durch den Aufsteiger rächt. Doch es blieb beim torlosen Remis. Dass bei der vor heimischem Publikum in dieser Saison nach wie vor ungeschlagenen Sportgemeinschaft auch hinten die Null stand, war einer Mischung aus starker Abwehrarbeit, Abschlussschwäche der Gäste und letztlich auch einer Portion Glück zu verdanken.

Doch die Häufung der Ungenauigkeiten ließ sich nicht nur auf mangelnde Konzentration zurückführen, sondern lag vor allem am Gegner. Denn es waren die griffigen und kompakten Aachener, die mit hohem läuferischen Einsatz und starkem Pressing die Dresdner Defensivspieler enorm unter Druck setzten und zu diesen Abspielfehlern zwangen. „Davor hatten wir keinen Gegner, der diese Intensität gegangen ist“, analysierte Dynamos Cheftrainer Thomas Stamm, der die Aachener zuvor genau in dieser Form erwartet hatte.

Damit einher ging, dass Dynamo vorn kaum Bälle festmachen konnte, zu wenige Zweikämpfe gewann, auch hinten zu selten die zweiten Bälle sicherte. Das Freilaufverhalten ließ ebenfalls zu wünschen übrig. Erst nach der Pause befreite sich die SGD etwas häufiger, erspielte sich besonders in der Schlussphase Torchancen. „Wir wollen zu Hause mehr Kontrolle haben und dominanter auftreten. Das ist uns nicht gelungen. Es war das erste Heimspiel, in dem wir nicht geschafft haben, den Gegner so in die Tiefe zu schnüren, dass er sein Pressing nicht aufziehen kann“, musste Stamm zugeben.

Fußball ist ein Geduldsspiel

Ein Aufreger für die Fans war aber auch das wiederholte Zurückspielen auf Schlussmann Tim Schreiber. „Vielleicht gab es drei, vier Momente, wo du nach vorn spielen kannst, aber es gab auch Momente, wo das Sinn hatte. Da müssen wir einfach sauberer sein, durch ein schnelles Verlagern das Pressing umgehen. Dann kann es gute Räume geben. Wenn wir sagen, wir wollen einen konstruktiven, attraktiven Fußball spielen, gehört auch dazu, dass wir den Torhüter als Überzahlspieler nutzen“, verteidigte Dynamos Trainer diese Philosophie. Die enthält viel Risiko, wenn der Gegner früh anläuft.

Außenverteidiger Philip Heise blies ins gleiche Horn, konnte die aufkeimende Unzufriedenheit auf den Rängen nicht vollends nachvollziehen und forderte: „Fußball ist ein Geduldsspiel. Man kann nicht jeden Ball nach vorn dreschen, nur weil die Fans das wollen. Da müssen sie ein bisschen ruhiger bleiben. Wir versuchen, unser Spiel durchzuziehen mit Kontrolle. Wir wollen nicht einfach ein Pingpongspiel haben. Deswegen hauen wir nicht jeden Ball nach vorn, weil wir eine gewisse Absicherung brauchen.“ Der 33-Jährige gilt als vergleichsweise ballsicher und spielstark.

Doch auch ihm unterliefen unter Druck natürlich einige Schnitzer. Dennoch brach er eine Lanze für die Art und Weise beim Aufbau: „Ich finde gut, dass wir so hinten rausspielen. Das zeugt von Selbstvertrauen.“ Schließlich habe Dynamo sämtliche Patzer selbst ausgebügelt, hinten nach dem 3:0-Sieg in Verl nun zum zweiten Mal in Folge eine weiße Weste bewahrt. „Und wenn auch mal ein Gegentor passiert, finde ich das nicht schlimm. Wenn man ängstlich Fußball spielt, dann spielt man gehemmt. Und dann spielt man nicht so hinten raus wie wir“, erklärte Philip Heise.

Ungeachtet der Tabellenführung hallten zum Schluss sogar Pfiffe durchs weite Rund. „Ich kann verstehen, dass die Zuschauer unzufrieden sind. Sie haben sich was anderes vorgestellt, wir auch. Trotzdem ist das kein Wunschkonzert. Wer gedacht hat, gegen Alemannia Aachen wird das ein einfaches Ding, der verfolgt die 3. Liga nicht. Wir sind mit unserer Leistung unzufrieden, aber das hatte auch mit dem Gegner zu tun“, bekräftigte Thomas Stamm. „Dass wir weniger Ballverluste haben wollen im ersten Drittel, ist klar. Da haben wir einen anderen Anspruch an uns.“

Dennoch tritt er dafür ein, nicht generell das Risiko zu scheuen und weiterhin den Torwart auch bei hohem gegnerischem Pressing aktiv ins Spiel einzubinden. Denn „es gab Spiele, die von außen deutlich besser ausgesehen haben und bei denen Tim Schreiber trotzdem gleichviele Ballkontakte hatte“, wehrte sich Dynamos Fußballlehrer und forderte: „Jetzt müssen wir genau den Schritt gehen, gegen eine Mannschaft, die solches Pressing spielt, so gute Lösungen zu haben.“ Trotz des ersten Tabellenplatzes gibt es also Luft nach oben bei den Schwarz-Gelben.

„Wenn wir es mal sauber gelöst haben, dann hatten wir die Räume. Da müssen wir einen Tick zielstrebiger werden“, verlangte Stamm. „Wir hätten uns gewünscht, dass wir schon weiter sind. Aber solche Spiele brauchen wir für unseren Prozess. Ich bin mir sicher, dass uns Spiele wie gegen Verl und Aachen weiterbringen als die Spiele davor, weil wir sehr viele Schlüsse daraus ziehen können“, so Thomas Stamm. Und vielleicht bahnen ja genau diese Schlüsse den Weg zum Auswärtssieg bei der U23 von Borussia Dortmund, wo schon am Freitag die nächste Aufgabe ansteht.

Testspiel

Dynamo trennt sich im Testspiel gegen Hertha BSC II mit einem 2:2

In der Länderspielpause hat Dynamo Dresden daheim einen Freundschaftsvergleich gegen Hertha BSC II absolviert. Das Spiel in der Walter-Fritzsch-Akademie ging unentschieden aus: 2:2. Damit die Spieler in der Länderspielpause nicht völlig aus dem Spielrhythmus kommen, hatte Dynamo Dresden für diesen Donnerstag ein Testspiel gegen die Regionalliga-Kicker von Hertha BSC II organisiert. Vor 250 Zuschauern in der Walter-Fritzsch-Akademie erreichte die Mannschaft von Trainer Thomas Stamm dabei ein 2:2 (1:1)-Unentschieden. Dynamo war das aktivere Team, hatte weitaus mehr vom Spiel, musste aber am Ende mit dem Remis zufrieden sein, denn der Ausgleich fiel erst spät. Stamm lobte sein Team für eine engagierte Leistung nach Tagen sehr intensiven Trainings. Vieles habe gut geklappt, die Chancenverwertung allerdings nicht: „Wir hätten hoch gewinnen müssen“, meinte der 41-Jährige. Der Schweizer fügte an: „Es gab vier gefährliche Situationen, ansonsten haben wir das Spiel über 90 Minuten sehr gut kontrolliert.

Stamm ließ gegen die Hertha-Bubis eine Startformation auflaufen, die der Anfangself vom 2:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart II kaum ähnelte. So spielten beispielsweise die beiden Spitzen Stefan Kutschke und Dmytro Bohdanov von Beginn an, beide waren gegen die VfB-Reserve gesperrt. Erstmals in der Startelf standen die letzten Neuzugänge Jonas Sterner und Sascha Risch, für Risch war es überhaupt der erste Einsatz für Dynamo. Er agierte als Schienenspieler auf der linken Außenbahn, der gegen Stuttgart eingewechselte Sterner im offensiven Mittelfeld. Nicht dabei waren die verletzten Tom Berger, David Kubatta und Jonas Oehmichen. Vinko Sapina und Tim Schreiber bekamen eine Pause, Claudio Kammerknecht spielte in der Qualifikation zum Asien-Cup mit Sri Lankas Auswahl in Kambodscha 0:0.

Die Schwarz-Gelben erwischten den besseren Start: Aljaz Casar, diesmal offensiver agierend, kam bei einem Fehlpass von Hertha-Keeper Maximilian Mohwinkel an den Ball und prüfte den Gästetorwart, der seinen Patzer mit einer Parade wieder vergessen machte (6.). In der 21. Minute ging Dynamo dann in Führung, als Bohdanov von Jamil Dem in Strafraum gefoult wurde. Schiedsrichter Richard Hempel aus Dresden gab Elfmeter. Kutschke, Dynamos Strafstoßschütze vom Dienst, traf flach zum 1:0.

Hertha dreht das Spiel kurz vor und kurz nach der Pause

Jan-Hendrik Marx hatte in der 27. Minute die Chance zum 2:0, scheiterte aber an Mohwinkel, auch einen Schuss Sterners konnte der Berliner Keeper abwehren (43.). Dagegen war Oliver Rölke noch vor dem Seitenwechsel mit dem 1:1 erfolgreich, als er für das Team um den erfahrenen Routinier Änis Ben-Hatira ausglich und Daniel Mesenhöler überwand (45.+1). Kutschke hätte Dynamo noch vor dem Pausentee wieder in Führung bringen können, doch er scheiterte an Mohwinkel (45.+2).

In der Halbzeitpause wechselte Stamm doppelt, nahm Aljaz Casar und Lukas Boeder vom Feld, brachte Tony Menzel und Lars Bünning. Dynamo hatte weiter mehr vom Spiel, wollte wieder in Front gehen. Doch das Tor fiel in der eigenen Hälfte, als Bünning wegrutschte und Luis Carl Trus keine Mühe hatte, sich die Ecke aussuchen konnte (51.). Die Dresdner verlagerten das Geschehen schnell wieder in die Hälfte der Blau-Weißen, konnten ihre Gelegenheiten aber nicht nutzen. In der 61. Minute wechselte Stamm erneut aus, brachte sechs frische Kräfte.

Dynamo blieb zwar am Drücker, traf aber nicht, während die Gäste nur sporadisch nach vorn kamen. In der 86. Minute fiel der verdiente 2:2-Ausgleich doch noch, als Philip Heise flankte, Christoph Daferner per Kopf in die Maschen traf. Beinahe hätte Hertha noch glücklich gewonnen, aber Ersatzkeeper Philip Böhm parierte in seiner besten Szene den gefährlichen Schuss von Trus (90.).

Dynamo: Mesenhöler (61. Böhm) – Lehmann, Duah, Boeder (46. Bünning) – Marx (61. Lemmer), Sterner, Casar (46. Menzel), Batista Meier (61. Hauptmann), Risch (61. Heise) – Kutschke (61. Daferner), Bohdanov (61. Meißner)