Klassenerhalt vertagt
Dynamo verliert letztes Auswärtsspiel der Saison in Braunschweig. Beim 2:1 (1:0)-Sieg gegen Dynamo Dresden wurde Braunschweigs Keeper Ron-Thorben Hoffmann zum Helden. Nach der 1:2-Niederlage bei Eintracht Braunschweig spricht Dynamo-Trainer Thomas Stamm über vergebene Chancen, personelle Sorgen und feste Elfmeterschützen. Dynamo hat damit im Kampf um den Klassenerhalt alles in den eigenen Händen.
Dresden, nach zuvor drei Siegen aus vier Spielen schon fast aller Abstiegssorgen entledigt, startete selbstbewusst und ballsicher. Die Eintracht spielte zunächst einmal voll auf Absicherung und lauerte auf Umschaltsituationen.Erstmals gefährlich wurde es aber erst durch eine Dresdner Unachtsamkeit, die Braunschweig sofort zur Führung nutzte: Die Gäste klärten eine Hereingabe zentral vor den eigenen Strafraum, Lino Tempelmann schnappte sich die Kugel, die auf Umwegen bei Flick landete – der vollendete aus rund 14 Metern flach zum 1:0 ins linke Eck. Dresden schaffte fast die schnelle Antwort: Im Gegenzug lief Robert Wagner über rechts durch und steckte durch auf den freistehenden Vincent Vermeij, doch Keeper Hoffmann rettete mit einem starken Reflex. Ceka hatte eine weitere Chance zum Ausgleich, doch erneut klärte Hoffmann (34.). Die Dresdner blieben auch bis zur Pause das offensivere Team, aber Braunschweig stand gut und ließ wenig zu.
Braunschweig eiskalt, R.T. Hoffmann wird zum Held
Dafür schlug Braunschweig wie schon vor der Pause auch in Halbzeit zwei beim ersten Angriff zu, wieder sah die Dynamo-Abwehr schlecht aus: Fabio Kaufmann konnte ungehindert von der rechten Seite an den Fünfmeterraum flanken, Keeper Tim Schreiber bewegte sich zu spät von der Linie, Alidou drückte den Ball zum umjubelten 2:0 über die Linie. Dresden hatte sich zum zweiten Mal im fremden Stadion auskontern lassen – bekam aber durch eine umstrittene Elfmeterentscheidung die Chance, zurück ins Spiel zu kommen: Kaufmann traf bei einem Befreiungsschlag im Strafraum den hinter ihm heraneilenden Vermeij mit dem Arm am Kopf. Niemals Absicht, zumal der Ball schon längst weg war. Christian Dingert wurde trotzdem an den Monitor geschickt, um sich die Szene anzuschauen – und entschied auf Elfmeter. Kutschke schoss scharf, aber nicht platziert genug. Keeper Hoffmann war im richtigen Eck und lenkte die Kugel ab.
Es war bereits der dritte Elfmeter in der laufenden Saison, den Hoffmann parieren konnte. Der Eintracht-Keeper verschwand danach in einer Jubeltraube – die Braunschweiger feierten den gehaltenen Elfer schon wie den vorzeitigen Klassenerhalt. Die Gastgeber mussten aber weiter zittern, ihr starker Keeper blieb im Blickpunkt: Hoffmann lenkte einen gefährlichen Schuss von Jakob Lemmer über die Latte (82.) – und war dann vier Minuten vor dem Ende doch geschlagen: Nach einer Ecke von Alexander Rossipal köpfte Kutschke den Ball zum 1:2 ins lange Eck. Dresden blieb bis zum Schluss am Drücker, Ben Bobzien hatte in der fünften Minute der Nachspielzeit noch einmal die Riesenschance zum Ausgleich, aber Hoffmann wehrte erneut ab. Im Anschluss traf Tony Menzel noch einmal den Querbalken – am Ende brachte Braunschweig den Vorsprung auch mit Glück über die Zeit. „Typisch Eintracht“, nannte Hoffmann den Sieg seines Team: „Immer dann, wenn wir müssen, sind wir da.“ Und haben nun alles in den eigenen Händen.
Dynamos Klassenerhalt in der 2. Bundesliga, der mit einem Sieg oder Unentschieden sicher gewesen wäre, ist damit vertagt. Spielt die Konkurrenz mit, könnte Dynamo schon morgen den Klassenerhalt feiern. Andernfalls muss die SGD den zweiten Matchball im letzten Spiel der Saison zu Hause gegen Kiel nutzen. Die Niedersachsen haben die vermeintlich schlechtere Karte, sie müssen am letzten Spieltag zu Bundesliga-Aufsteiger und Zweitliga-Meister FC Schalke 04.
