Der erste Heimdreier der Saison
Dynamo Dresden hat nach dem misslungenen Saisonauftakt beim 1. FC Nürnberg den ersten Sieg eingefahren. Das Team von Trainer Thomas Stamm setzte sich vor 30.849 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion mit 1:0 gegen den SV Darmstadt 98 durch.
Dynamo-Trainer Thomas Stamm nahm im Vergleich zur 0:3-Niederlage in Nürnberg nur eine Änderung vor: Kaan İnanoğlu ersetzte Jakob Lemmer in der Startelf. Darmstadts Trainer Florian Kohfeldt setzte mit seiner Aufstellung ein Ausrufezeichen: Der erst am Freitag verpflichtete Milan Smit (kam per Leihe von Stoke City) stand direkt in der Startelf. Er ersetzte Fynn Lakenmacher, der im Kader fehlte, nachdem er in der Woche nicht voll trainiert hatte. Auch Carlo Sickinger gab sein Pflichtspieldebüt: Er lief für Hiroki Akiyama im zentralen Mittelfeld auf, der erkrankt ausfiel. Ansonsten schickte Kohfeldt die gleiche Elf aufs Feld wie in der vergangenen Woche.
Früher Treffer von Jonas Sterner
Die Gastgeber, die nach dem 0:3 in der Vorwoche gegen den 1. FC Nürnberg eine Reaktion wollten, drückten sofort. Nach einer Ablage von Vincent Vermeij blockte die Darmstädter Abwehr Ben Bobziens Abschluss (3.). Der SV 98 kam dann besser in die Partie und hatte längere Ballbesitzphasen, ohne jedoch zu Torchancen zu kommen. Die hatten dann die Hausherren, die eiskalt zuschlugen: Dresden spielte blitzschnell durch die Mitte und nach einem Doppelpass mit Vermeij traf Jonas Sterner (12.) zur Dynamo-Führung. Beim Abschluss aus kurzer Distanz war Lilien-Keeper Marcel Schuhen ohne Chance.
Dresden ließ daraufhin nicht nach: Erneut zog Bobzien ab (16.), aber für Schuhen war beim abgefälschten Schuss zur Stelle. Im Anschluss neutralisierten sich beide Mannschaften, Torchancen blieben auf beiden Seiten aus. Dresden hielt die Lilien, die ideenlos wirkten, in dieser Spielphase vom eigenen Tor weg und verwaltete so geschickt die Führung. Der SV 98 war wieder um Spielkontrolle bemüht, fand aber keine Lösungen, um die dichtgestaffelte Dynamo-Defensive vor Probleme zu stellen. Auch das Pressing der Lilien verpuffte. Eine leichte Torannäherung der Darmstädter gab es kurz vor der Halbzeit nach einer Ecke, doch Patric Pfeiffer (42.) köpfte in Rücklage weit über das Tor. Symptomatisch für die schwache erste Halbzeit der Lilien: Florian Kleinhansls Freistoß von der Strafraumkante wurde von der Dresdener Mauer geblockt. In der 44. Minute zog Florian Kleinhansl einen Freistoß mit links auf den ersten Pfosten, doch Robert Wagner klärte mit dem Knie. Mit einem verdienten 1:0 für die Gastgeber ging es in die Pause. Dynamo hatte 63 Prozent Ballbesitz und war im Schnitt zehn Sekunden schneller im Rückerobern verlorener Bälle als Darmstadt.
Klefisch sieht gelb-rot
Die zweite Hälfte begann wie die erste: Bobzien tauchte wieder gefährlich vor dem Darmstädter Tor auf, doch Schuhen parierte (47.). Die darauffolgende Hereingabe klärte Sickinger zur Ecke. Dresdens Hauptmann probierte es danach mit einem Schlenzer aus halbrechter Position. Der Schuss ging aber deutlich vorbei. Weißhaupt forderte auf seiner neuen Position mehr Bälle und ergriff die Initiative, sein Schuss aus etwa 20 Metern wurde aber geblockt (56.). Die Lilien waren in der Folge engagierter im Spiel und erarbeiteten sich einige Standardsituationen. Nach einer Freistoßflanke von Kehl (62.) entstand kurz Chaos im Dresdener Strafraum. Dynamo klärte unter Bedrängnis zur Ecke.
Jetzt die erste Chance für die Lilien: Dynamo erlaubte sich einen Ballverlust im Spielaufbau, woraufhin Smit von rechts aufs Tor lief. Aus spitzem Winkel verhinderte Dresdens Keeper Tim Schreiber allerdings einen möglichen Ausgleich (68.). Auf der Gegenseite parierte Schuhen gegen Alexander Rossipal (70.). Kurz darauf sollte das Unterfangen der Lilien, noch etwas Zählbares aus Dresden mitzunehmen, deutlich erschwert werden. Darmstadt dezimierte sich selbst: Kai Klefisch (71.) sah nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte. Er war bis zu diesem Zeitpunkt der einzige Darmstädter, der eine Verwarnung erhalten hatte. Schuhen sah für seinen Diskussionsbedarf ebenfalls Gelb. Der Platzverweis stoppte den Darmstädter Schwung abrupt. In der 79. Minute wechselte Stamm dreifach: Jakob Lemmer, Luca Herrmann und Lukas Boeder kamen für İnanoğlu, Nicolai Rapp und Hauptmann. Auch Kohfeldt reagierte mit drei Wechseln. In der 88. Minute scheiterte Lemmer nach einem Dribbling aus rund 17 Metern mit einem Flachschuss am Pfosten. In einer schwachen Partie in der zweiten Fußball-Bundesliga spielte Dynamo Dresden die Führung gegen einen harmlosen SV Darmstadt 98 ohne große Mühe über die Zeit.
Wie geht es weiter?
Für beide Vereine steht am Sonntag die 1. Runde des DFB-Pokals auf dem Programm. Dresden tritt um 15.30 Uhr bei Westfalia Rhynern an. Zeitgleich spielt Darmstadt beim FC Carl Zeiss Jena.
