3:0 Befreiungsspiel gegen SpVgg Greuther Fürth

Heimsieg-2

Dynamo gelingt der Befreiungsschlag gegen Fürth

Es ist manchmal so einfach im Fußball: Am Freitagabend hatte Dynamo gegen die SpVgg Greuther Fürth genau das Glück, das in den vergangenen Wochen so oft gefehlt hat. Offenbar musste erst das Kleeblatt an der Elbe eintreffen und für all den Frust der letzten Zeit büßen. Am Ende sammelte die Sportgemeinschaft mit einem deutlichen 3:0-Sieg wichtige drei Zähler ein und hat sich damit vorläufig auf Tabellenrang 14 vorgearbeitet..

Vor dem Anpfiff mahnte Stamm bei Sky: „Wenn man zu wenig Punkte hat, ist man nie zufrieden. Am Ende geht es darum, die Dinge nach Hause zu bringen. Wir sind oft nur 60, 70 Minuten gut. Es geht um Konstanz und die Konsequenz, es über 90 Minuten durchzubringen.“

Vor 30.786 Fans im Rudolf-Harbig-Stadion lagen Freud und Leid am 11. Spieltag der 2. Bundesliga nah beieinander. Während für die SGD alles lief, war ein Fürther Spieler gar nicht zu beneiden: Hendry Blank. Trainer Thomas Stamm hatte nach dem 1:2 in Hannover vier Veränderungen in der Anfangsformation vorgenommen. Für den gesperrten Friedrich Müller rückte Innenverteidiger Ahmet Muhamedbegovic in die Viererkette. Simon Straudi ersetzte Alexander Rossipal auf der linken Seite, und in der Offensive erhielten Bobzien und Vermeij den Vorzug vor Christoph Daferner und Jacob Lemmer.

Vermeij kassiert Tritt

Die Partie begann mit einem Schreckmoment: Vermeij kassierte einen Tritt von Hendry Blank ins Gesicht, spielte nach kurzer Behandlung aber weiter. Fürth zeigte sich zunächst gefährlich. Omar Sillah (16.) umspielte im Strafraum zwei Dresdner und zwang Keeper Lennart Grill zu einer Fußabwehr. Grill verhinderte kurz darauf auch gegen Felix Klaus (22.) und Sacha Bansé (24.) einen Rückstand. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase, in der die Mittelfranken etwas mehr vom Spiel hatten und auch selbst in Führung hätten gehen können, fälschte der SpVgg-Verteidiger nämlich einen Schuss von Robert Wagner unhaltbar für seinen Keeper zum Dresdner 1:0  (31.) ab. Dynamos Motor bedankte sich – und eröffnete ausgerechnet gegen seinen Ex-Club den Torreigen. Blank lenkte kurz vor der Pause auch Bobziens Schuss (41.) ins eigene Tor. Erneut schlug der Ball am chancenlosen Kleeblatt-Keeper Hellstern vorbei im Kasten ein.

Dynamo kaltschnäuzig, Fürth glücklos

Im zweiten Durchgang erlöste sich auch noch Vincent Vermeij, der nach sieben Ligaspielen ohne Treffer endlich wieder eine Bobzien-Vorlage über die Linie drücken durfte (55.) . Vorher hätte das Team von Heiko Vogel den Anschluss mehr als verdient gehabt, aber Glücksgöttin Fortuna hatte am Freitag eben einen Dynamo-Schal um. Während die ersten beiden Treffer noch als „glücklich“ eingestuft werden konnten, war dieser das Ergebnis des beherzten Dresdner Angriffs und der halbherzigen Fürther Abwehrarbeit.

Blank erlebte einen weiteren bitteren Moment, als er Bobzien in der 62. Minute mit einer Notbremse stoppte und dafür die rote Ampelkarte sah. Die dezimierte Fürther Mannschaft kam so nicht mehr ins Spiel zurück. Mit der Drei-Tore Führung im Rücken und einem Mann mehr auf dem Platz waren die ohnehin schon lauten Dynamo-Fans auf den Rängen nun gar nicht mehr zu halten. Die Dresdner spielten mittlerweile befreit auf und ließen nichts mehr anbrennen: Der 3:0-Sieg spendet Dynamo Dresden nicht nur Zuversicht, sondern bugsiert es raus aus dem Tabellenkeller.

Heiko Vogel:„Gratulation, ich glaube, ein wichtiger Sieg für euch. Ich glaube, wenn was schiefgehen soll, dann geht es schief. Hier ist heute alles gegen uns gelaufen, wirklich. Ich glaube, die auf der Gegenseite wussten selbst nicht wie. Wir waren vorn ein bisschen zu verspielt, und dann liegst du wegen zwei abgefälschten Schüssen hinten. (…) Dann bekommen wir das Dritte, und dann haben wir gerade vierfach gewechselt und du bekommst die Rote Karte. Das ist die hässliche Seite des Fußballs.“

Vermeij: „Der Torriecher passt zum Glück wieder. Jetzt muss die Nase erstmal richtig gecheckt werden. Das erste Gefühl ist, dass sie nicht gebrochen ist!“ Hätte es sogar gleich Rot geben müssen? „Er sieht mich ja und reißt trotzdem noch den Fuß hoch. Man kann sie geben, es war eher Dunkel-Gelb. Aber er hat uns ja dann noch auf dem Feld geholfen.“

Thomas Stamm: „Jeder Erfolg tut gut, aber wir dürfen nicht so viel zulassen.“

Torschütze Bobzien fasste den Abend zusammen: „Das sind die Spiele, wo es dann zählt. Freitagabend, Flutlichtspiel, zu Hause – das macht richtig Bock. Wir haben heute eine richtig gute Reaktion gezeigt.“

 

Dynamo in Kaiserslautern, Fürth gegen Hannover

Die SGD ist am nächsten Spieltag am Sonntagmittag beim 1. FC Kaiserslautern zu Gast (13.30 Uhr). Fürth spielt am Samstagmittag bei Hannover 96 (13 Uhr).

 

2. Liga 2026-2027 | Spieltag 11
| Rudolf Harbig Stadion | 06.Nov..2026-18:30
Dynamo Dresden
U S N S N
3 : 0
Endstand
SpVgg Greuther Fürth
U N S N S
Robert Wagner
31'
Ben Bobzien
41'
Vincent Vermeij
55'
Tore
31'
Tor
41'
Tor
55'
1. Halbzeit
45' 15' 30'
 
2. Halbzeit
90' 60' 75'

Hannover jubelt, Dynamo rutscht in die Krise

Niederlage

Hannover entscheidet Kellerduell für sich

Es waren zuletzt unruhige Tage in Hannover, die nach der sportlichen Talfahrt in der Demission von Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt gipfelten. Jetzt dürfte erst einmal etwas Ruhe einkehren am Maschsee und vor allem Trainer Sandro Wagner kräftig durchpusten. Der kriselnde Zweitligist hat nach einer deutlichen Leistungssteigerung das Sorgenduell gegen Dynamo Dresden in der 2. Fußball-Bundesliga mit 2:1(0:1) gewonnen und wichtige Punkte aus dem Tabellenende geholt. Für Wagner war es der erste Pflichtspielsieg als Coach der Niedersachsen. Zuvor hatte er nur einen Punkt in drei Spielen geholt und war im Pokal ausgeschieden. Nach der Nullrunde beim Tabellenletzten findet sich das Team von Thomas Stamm selbst als Schlusslicht wieder. Es wird dunkler für Dynamo Dresden.

Vier Tage nach dem Pokalfest gegen Schalke 04 ist Dynamo Dresden auf dem harten Boden der Zweitliga-Realität gelandet.  Die Gäste gingen als Folge einer guten Anfangsphase in Führung. Christoph Daferner, der neu ins Team gekommene Mittelstürmer, ließ bei seinem ersten Startelfeinsatz seit langem die erste Chance noch liegen, dann war aber Nicolai Rapp zur Stelle. Nach einer Ecke fiel dem Innenverteidiger der Ball vor die Füße. Am zweiten Pfosten stehend, hatte er keine Mühe einzuschießen. Es wurde noch kurz auf Handspiel gecheckt, aber der Verteidiger hatte da nichts Verbotenes gemacht.

Den Hannoveranern war die Unruhe im Verein in den vergangenen Wochen mit den schlechten Ergebnissen und der Boldt-Trennung zunächst anzumerken. Viele Ballverluste prägten das 96-Spiel. Die Wagner-Elf hatte zwar mehr Ballbesitz, fand aber keine Mittel, die gute Dresdner Deckung in Bedrängnis zu bringen. Früh waren erste Pfiffe im Stadion zu hören.

Dresden kontrolliert das Spiel

Nun war Hannover endgültig gefragt: Und den Niedersachsen fiel kaum etwas ein. Dresden zog sich immer gut zurück und ließ fast nichts zu. Das Publikum wurde unruhig. Wenn das Wagner-Team zum Abschluss kam, gab es immer wieder Fernschüsse, die weit vorbei flogen. Die Gastgeber als eine Art Fahrkarten-Automat. Die Sachsen konnten sich auf ihre Abwehr konzentrieren. Bei einem der wenigen eigenen Angriffe hatte Sterner rechts viel Platz, der Ex-Hannoveraner scheiterte an Torwart Weinkauf (41.). Die beste Gelegenheit zum Ausgleich besaß Angreifer Källman, der knapp vorbei köpfte (45.).

Hannover wird besser

Die Gastgeber hatten keine wirklich gefährlichen Szenen vor dem gegnerischen Tor. Im zweiten Abschnitt kamen die 96er dann aber viel aggressiver aus der Kabine. Marcel Hartel scheiterte zunächst an Torwart Lennart Grill. Wenig später flankte Benjamin Källman präzise in die Mitte, wo Husseyn Chakroun den Ball zum Ausgleich verwertete. Grill hatte etwas Pech, da ihm der Ball durch die Beine flutschte. Im Gegenzug knallte Rossipal den Ball per Fernschuss an den rechten Pfosten.

Elfmeter und gelb-rot

Das Spiel wurde lebendiger. 96 machte mehr Druck und legte nach! Nach einem ungenauen Pass konnte Friedrich Müller Chakroun nur per Foul stoppen. Hartel verwandelte den Strafstoß sicher. Wagners Team hatte das Spiel gedreht. Es kam noch bitterer für die Gäste. Müller foulte abermals den quirligen Chakroun. Der gute Schiedsrichter Felix Weller zückte sofort die Gelb-Rote Karte für den Dynamo-Youngster. Die 96er waren nun im Vergleich zur dürftigen ersten Hälfte nicht mehr wiederzuerkennen. Ein weiteres 96-Tor kassierte Weller allerdings wieder ein, weil Torschütze Källman vor seinem Torschuss Foul spielte. So blieb es beim knappen, aber verdienten Hannoveraner Sieg.

Hannover in Heidenheim, Dresden gegen Fürth

Hannover 96 ist am Sonntagmittag beim 1. FC Heidenheim zu Gast (13.30 Uhr). Dynamo Dresden empfängt am Freitagabend Greuther Fürth (18.30 Uhr).

2. Liga 2026-2027 | Spieltag 10
| Heinz von Heiden Arena | 01.Nov..2026-13:30
Hannover 96
S N U N N
2 : 1
Endstand
Dynamo Dresden
N U S N S
Husseyn Chakroun
54'
Marcel Hartel
61'
Nicolai Rapp
11'
1. Halbzeit
45' 15' 30'
 
2. Halbzeit
90' 60' 75'
4'
Tore
11'
Elfmetertor
61'

Dynamo deklassiert Schalke und steht im Achtelfinale

dynamo-Schalke

Dresden straft furchtbar harmlose Schalker ab

Dynamo Dresden hat sich mit einem verdienten Sieg gegen Bundesligist Schalke 04 für das Achtelfinale im DFB-Pokal qualifiziert. Der Jubel beim Schlusspfiff war natürlich groß: Zweitligist Dynamo Dresden ist gegen den FC Schalke 04 ins Achtelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Die Überraschung war perfekt. Das Team von Trainer Thomas Stamm siegte verdient mit 2:0 (0:0) gegen den enttäuschenden Ruhrgebietsklub, der wieder einmal an seiner schon mysteriös anmutenden Harmlosigkeit vor dem gegnerischen Tor scheiterte. Dresden steht Kopf!

Das Spektakulärste in der ersten Hälfte: die Pyro-Show der Dynamo-Fans kurz vor Anpfiff.

Dynamo Dresdens Coach Stamm ließ genau die Startelf auflaufen, die am vergangenen Wochenende in Kiel mit 0:3 verloren hatte. Und klar war vor der Partie, dass die Sachsen nicht viele Räume und Chancen bekommen werden. Die Bilanz von Schalke sprach Bände: 4:7 Tore in sieben Bundesliga-Partien. Die Dresdner nahmen von Beginn an die Partie in die Hand und suchten gegen die wieder einmal sehr kompakt agierenden Schalker spielerische Lösungen.  Umso überraschender war der wilde Beginn in den ersten fünf Minuten. Dann aber bauten die Gäste ihre gewohnte und gefürchtete Mauer auf. Dynamo spielte den Ball hübsch durch die eigenen Reihen, versuchte es auch über die Außen. Doch die Lücke war kaum zu finden.

Mit zwei kleinen Ausnahmen. Zunächst lief Ben Bobzien auf der linken Seite aussichtsreich davon und such schließlich aber fest. Dann schnappte sich Vincent Vermeij einen Rückpass, schoss aber in der 20. Minute aus spitzem Winkel nicht, sondern passte quer. Da stand aber kein Dresdner. Die sehr abwartend auftretenden Gäste hatten in der 45. Minute tatsächlich eine Torchance, als Hee Chan Hwang mit einem Kopfball den Dynamo-Keeper Lennart Grill zu einer kleinen Parade zwang. Es schien, als hätten die Schalker mittlerweile jegliches Selbstbewusstsein in Sachen Offensive eingebüßt. Die Dresdner rannten sich zudem immer wieder in der gegnerischen Abwehr fest. Und so plätscherte das Spiel in der ersten Hälfte nahezu ereignislos vor sich hin.

Schalke öffnet, Dynamo schlägt zu

Nach dem Wechsel suchten auch die Schalker ab und zu die Offensive. Und sorgten dafür, dass sich für Dynamo Räume ergaben. Einen nutzte der Zweitligist in der 53. Minute. Simon Straudi flankte von der linken Seite auf den langen Pfosten, wo sich Patrice Covic aus zehn Metern flach ein Herz fasste. Der Ball schlug im Netz ein, Schalkes Keeper Loris Karius machte dabei eine unglückliche Figur. Danach hatten die Gäste, die weiterhin offensiv blass blieben, genau eine dicke Möglichkeit.

In der 75. Minute landete ein Flachpass von links am langen Pfosten, wo Edin Dzeko von Alexander Rossipal noch entscheidend am Abschluss gehindert wurde. Ansonsten verteidigten die Gastgeber die Bemühungen von Schalke locker weg. Und jubelte in der 88. Minute, als nach einem Eckball Christoph Daferner per Kopf den Endstand herstellte. Dynamo damit verdient im Achtelfinale des DFB Pokals.

Für den Club von Trainer Miron Muslic war es im sechsten Jahr hintereinander das Pokal-Aus in der zweiten Runde. Insgesamt fünfmal hat der Bundesligaaufsteiger den Pokal bereits gewonnen. Zum Auftakt in dieser Pokalrunde hatte Dresden beim Regionalligisten Westfalia Rhynern mit 6:0 gewonnen. Dynamo schaffte zuletzt 2014/2015, als man in Runde eins Schalke besiegte, den Sprung über die zweite Runde hinaus.

Dynamo enttäuschend, Kiel feiert ersten Saisonsieg

niederlage

Dynamo trauert, Holstein Kiel atmet auf

Im „Mistwetter“ bei Holstein Kiel legt Dynamo Dresden eine Bauchlandung hin und verliert auswärts im hohen Norden mit 0:3 (0:1). Girorgi Kvilitaia (9. Minute), Jonas Therkelsen (73. Minute) und Phil Harres (85. Minute) besorgten die drei Tore für Kiel. Knackpunkt der Niederlage war ein vergebener Elfmeter in der 63. Minute durch Kapitän Niklas Hauptmann, der zum 1:1 hätte treffen können. Während Dynamo mit der Niederlage auf den 16. Platz abrutscht, macht Kiel in der Tabelle einen großen Sprung. Der bisherige Tabellenletzte ist nach dem überhaupt ersten Saisonsieg jetzt Tabellen-13.

Dynamo Dresden kann bei Holstein Kiel einfach nicht gewinnen. Spielerisch war es für die SGD ein Rückfall in die Zeiten vor dem Heimerfolg gegen Magdeburg: Viel Ballbesitz, zu wenig Gefahr und Ertrag. In der ersten Halbzeit brachten die Schwarz-Gelben nicht einen einzigen Schuss direkt aufs Tor. Statistik-Vorteile beim Ballbesitz, den gelaufenen Kilometern und sogar bei den Zweikämpfen brachten Dresden nichts Zählbares.

Kvilitaia trifft früh, Dynamo eher mäßig

Kiel traf gleich mit der mit der ersten Chance und blieb danach das bissigere Team. Das Team des zuvor in Kiel durchaus umstrittenen Trainers Tim Walter war wacher und vor allem in Umschaltsituationen immer gefährlich. Glück hatte Dresden, dass Adrian Kapralik völlig freistehend am Fünf-Meter-Raum den Ball nicht richtig traf (27.) und Kvilitaia kurz darauf nur an Pfosten köpfte (33.). Dynamo war nicht chancenlos, aber der erneut glücklose Vincent Vermeij (8./42.) und Niklas Hauptmann (24.) ließen gute Einschussmöglichkeiten liegen.

Hauptmann vergibt Elfer

Das wurde in den zweiten 45 Minuten besser, doch nach guten Chancen, die nicht genutzt werden konnten, verlor sich sich das Team von Trainer Thomas Stamm zu oft im Passspiel, anstatt zielstrebig die Flanken in den Sechzehner zu schlagen.  Bei der besten Chance aus dem Spiel heraus scheiterte Hauptmann aus Nahdistanz an Weiner, der den Ball mit einem Fußreflex entschärfte (56.). Dynamo aber blieb am Drücker und bekam die nächste Riesen-Chance zum 1:1, weil David Zec bei einem Konter gleich im doppelten Sinne zu langsam war – erst im Laufduell bei einem Konter, dann beim Tackling gegen Ben Bobzien im Strafraum. Der slowenische Verteidiger konnte sich bei Weiner bedanken, dass die „Störche“-Führung auch nach dem fälligen Strafstoß noch Bestand hatte.  Da vergab Kapitän Hauptmann, dessen schwach getretenen Schuss halbrechts und flach konnte Weiner sogar festhalten (63.).

 Die Störche machen alles klar

Deutlich mehr forderte den 27-Jährigen da schon der Flatterball von Nicolai Rapp (70.). So sehr Holstein im ersten Abschnitt dominiert hatte, so sehr rissen die Sachsen das Spiel nun an sich. Wie die KSV in vielen Spielen der bisherigen Saison machten sie aber aus ihrem Ballbesitz und ihren Gelegenheiten zu wenig.

Und so durfte Walter wenig später ein zweites Mal jubeln – und sich dafür auch selbst auf die Schulter klopfen. In der 73. Minute brachte er Faride Alidou und Therkelsen. Und die beiden Joker stachen nur wenige Sekunden später. Flanke Alidou von der rechten Seite, Abschluss Therkelsen – 2:0. Dresden war niedergerungen und fünf Minuten vor dem Ende machte Harres endgültig alles klar, als er eine weitere Flanke unter mithilfe des unglücklich agierenden Grill in die Maschen köpfte (85.). Dynamo wechselte zwar noch durch, konnte aber nichts entscheidenen mehr vollbringen.

Stimmen zum Spiel

Thomas Stamm (Trainer Dynamo Dresden): „Direkt um den Elfmeter herum hatten wir eine super Phase mit drei, vier richtig dicken Chancen. Wenn Du dann das 1:1 machst, kann das Spiel drehen. Dann kommt direkt in diese Druckphase das 2:0. In der Phase um den Elfmeter müssen wir mindestens ein Tor machen. Das haben wir heute nicht, die Effizienz hat uns da gefehlt. Wir wussten, was kommt. Hier ist es immer wieder schwierig, ist es eklig. Am ende sind es Kleinigkeiten.“

Niklas Hauptmann (Kapitän Dynamo Dresden): „Die zweite Halbzeit haben wir komplett im Griff. Ich habe den Elfmeter, den ich machen muss. Dann sind wir richtig gut drin im Spiel. Es war ein ausgeglichenes Spiel, aber dann haben wir die Gegentore zu einfach bekommen. In der zweiten Halbzeit hatten wir genug Chancen, den Ausgleich zu machen. Es tut heute weh, aber wir haben jetzt auch nicht allzu viel Zeit, darüber nachzudenken.“

Jonas Sterner (Spieler Dynamo Dresden): „Brutal. Es war auch ein komisches Spiel mit den hohen Bällen, die dann immer wieder zurückkamen. Wir hatten eine Phase, da waren wir super dran. Wenn wir da ein Tor machen, sieht das heute auch anders aus. Am Ende ist es einen Ticken zu hoch.“

Tim Walter (Trainer Kiel): „Einfach Freude für meine Jungs. Wir haben wieder zu Null gespielt. Defensiv passt alles. Deswegen bin ich zufrieden. Es geht nie um mich, sonderum die Mannschaft und den Verein. Heute war auch ein bisschen Glück, und das gehört dem Tüchtigen. Das hatten wir heute. Wir haben schöne Tore herausgespielt, waren oft in der Box, haben gute Chancen gehabt. Aus einer tieferen Ordnung war es ein guter Auftritt meiner Mannschaft. Torhüter Timon war überragend. Er hat heute wieder ein super Spiel gemacht. Zweimal zu Null, da freut sich Timon auch.“

Wie geht es weiter

Beide Teams treten am Mittwoch im DFB-Pokal an. Kiel muss zu Hause gegen TSG Hoffenheim ran (20:45), Dynamo spielt ebenfalls zu Hause, muss sich gegen Schalke 04 (18:00) beweisen.

| Holstein Stadion | 25.Okt..2026-13:30
Holstein Kiel
U N U N U
3 : 0
Endstand
Dynamo Dresden
N U N U S
Giorgi Kvilitaia
9'
Jonas Therkelsen
73'
Phil Harres
85'
Tore
Tor
9'
73'
Tor
85'
1. Halbzeit
45' 15' 30'
 
2. Halbzeit
90' 60' 75'
3'

Dynamo gewinnt den „Elb-Clásico“ gegen den 1. FC Magdeburg mit 2:0

Elb-Clasico Heimspiel

Dynamo Dresden feiert zweiten Saisonsieg

Niklas Hauptmann (9.) und Simon Straudi (50.) trafen für die Gastgeber, die effizienter agierten. Der FCM verpasst den Sprung auf den Relegationsplatz. Alles war für die 78. Ausgabe des „Elbclasico“ aufbereitet. Und pünktlich rollte dann der Ball. An der Startelf hat sich im Vergleich zum Hannover-Spiel bei den Magdeburgern nichts verändert. Auch Dynamo spielte mit der selben Formationwie gegen Osnabrück. Die SGD verschafft sich mit dem Heimsieg Luft im Tabellenkeller, es war der zweite Sieg der Saison und ein sehr wichtiger, auf dem Dynamo aufbauen kann.

sehr früher Elfmeter

Der FCM hatte sich offenbar vorgenommen, die vermeintliche Verunsicherung der Gastgeber von Beginn an auszunutzen. Gerade mal 22 Sekunden brauchte Mateusz Żukowski für seinen ersten Abschluss. Nach einem langen Ball von Torhüter Dominik Reimann setzt er seinen Schuss aus 16 Metern knapp neben das Dynamo-Tor. Auch in der Folge drängte der 1. FC Magdeburg, der in dieser Saison schon einige Treffer in der Anfangsphase erzielt hatte, auf die frühe Führung. Emmanuel Iyoha, Magdeburgs bislang bester Schütze, zwang nach vier Zeigerumdrehungen Dynamo-Keeper Lennart Grill zu einer Fußparade.

Wenig später prüfte der Referee eine Sequenz im Magdeburger Strafraum: Tobias Müller traf Nicolai Rapp am Unterschenkel, Schiedsrichter Dr. Robin Braun entschied auf Elfmeter. Niklas Hauptmann verwandelte in der 9. Minute zum 1:0, der Ball küsste den Innenpfosten und landete im Netz. Für die Gastgeber lief in dieser Phase alles nach Plan. Die Sachsen gingen früh in Führung, überließen den Magdeburgern den Ball (zeitweise 80 Prozent Ballbesitz) und suchten sich ihre Chancen durch Pressing und über Konter. Der FCM lief dem Rückstand hinterher, fanden gegen die kompakt stehenden Dresdener aber kaum Lücken.  Die Führung brachte Dynamo Sicherheit und spielte dem Matchplan der Gastgeber spürbar in die Karten. Die Schwarz-Gelben positionierten sich an der Mittellinie und überließen dem FCM den Ball.

Straudi’s erstes Tor für Dynamo

Und nach Wiederanpfiff machten beiden Mannschaften genauso weiter. Dynamo machte Druck, Magdeburg wirkte neben der Spur. Dynamo mit vielen guten Spielzügen – und dem 2:0. Die Magdeburger bekamen den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum, der eingelaufene Straudi vollendete flach zu seinem ersten Dynamo-Tor.  Dynamo blieb auch nach der Führung gefährlich und kam über schnelle Gegenangriffe zu mehreren Großchancen. Vor allem Vermeij hätte die Partie frühzeitig entscheiden können, scheiterte jedoch mehrfach am starken Reimann und der Magdeburger Abwehr. Der FCM fand dagegen offensiv kaum Lösungen und strahlte überraschend wenig Überzeugung aus.

Magdeburg erhöhte in der Schlussphase den Ballbesitz, kam aber kaum zu zwingenden Abschlüssen. Dynamo verteidigte die Führung sicher bis zum Abpfiff und erkämpft sich im emotional aufgeladenen Derby einen Heimsieg und bringt diesen Sieg verdient über die Zeit.

Die Stimmen von den Trainern

Petrik Sander, Trainer 1. FC Magdeburg: „Glückwunsch an Dynamo zum Sieg, der unter dem Strich verdient war, vielleicht ein Tor zu hoch, aber das ist Kaffeesatzleserei. Insgesamt muss man einfach sagen, dass wir die Möglichkeit hatten, für noch mehr Verunsicherung zu sorgen nach 20 oder 30 Sekunden, wo man allein aufs Tor laufen kann. Das haben wir verstreichen lassen. Dann bis zum Elfmeter hatten wir viel Ballbesitz und haben den Ball zirkulieren lassen, und dann ist es eben ärgerlich. Über die Richtigkeit des Elfmeters gibt’s nichts zu diskutieren. Das war ein klarer Elfmeter. Aber wenn man sagt, es ist blöd gelaufen, dann ist es vielleicht untertrieben. Aber das passiert im Fußball und dann läuft man der gesamten Musik hinterher. Es war klar, dass Dynamo alles reinhaut und das haben sie gemacht. Sie sind gerannt, sie sind angelaufen, sie haben versucht, uns unter Druck zu setzen und uns ist es nicht gelungen, so diese erste Linie zu überspielen. Uns ist es nicht gelungen, da sofort ins Umkehrspiel zu kommen. Wir haben dann viel mit Ballbesitz, mit Spiel um eine Kette herum versucht, so ein bisschen zu verlagern, auch das war nicht konsequent genug, zu langsam. Dadurch konnte Dynamo immer wieder auffüllen, ihre Seiten zukriegen. Insgesamt muss man einfach sagen, dass wir nicht zu einhundert Prozent an unser Level gekommen sind. Interessant wäre gewesen, wenn wir nochmal den Anschluss zum 2:1 gemacht hätten, denn die Möglichkeit war da. Dann kann das vielleicht nochmal kippen, aber vielleicht haben wir es am heutigen Tag nicht verdient gehabt. Wir müssen unsere Wunden lecken.“

Thomas Stamm, Trainer Dynamo Dresden: „Ich habe das Spiel sehr ähnlich gesehen, die Startphase war eher bei Magdeburg. Gerade mit der Chance. Direkt danach haben sie nochmal eine, wo Tobi den Ball nicht wegbekommt. Ich finde trotzdem, wir hatten unsere Momente, vor allem gute Umschaltmomente auch schon in der ersten Halbzeit. Wir hatten hohe Balleroberungen, tiefe Balleroberungen, einen guten Mix. Wir hatten die Geduld, den Magdeburger Ballbesitz auch mal zu akzeptieren. In der Phase, in der wir tief waren, haben wir wenig bis gar nichts zugelassen. Wir sind dann sehr, sehr gut rausgekommen, haben zu einem guten Zeitpunkt das zweite Tor gemacht. Im Anschluss hat Magdeburg die eine Chance, aber auch wir haben zwei Riesenchancen durch Vince. Wir haben es gut hinbekommen mit der Mischung, auch Druck draufzubekommen. Ich bin sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie wir es heute defensiv gemacht haben. Das ist vielleicht das Wichtigste. Wir waren auch extrem mutig zum Schluss und haben nicht einfach die Bälle nach vorn gekloppt und dem Gegner damit noch mehr Ballbesitz gegeben. Es ist verdient, mit dem Wissen, dass bei so einer Startphase mit der Magdeburger Chance so ein Spiel auch anders laufen kann.“

| Rudolf Harbig Stadion | 18.Okt..2026-13:30
Dynamo Dresden
N N U N U
2 : 0
Endstand
1. FC Magdeburg
S N S U S
Niklas Hauptmann
9'
Simon Straudi
50'
Tore
Elfmetertor
9'
Tor
50'
1. Halbzeit
45' 15' 30'
3'
 
2. Halbzeit
90' 60' 75'
6'

Dynamo verpasst beim VfL Osnabrück einen wichtigen Sieg

Unentschieden

Dynamo Dresden hat in der 2. Fußball-Bundesliga seinen zweiten Saisonsieg knapp verpasst. Beim 1:1 (1:0) am 7. Spieltag bei Aufsteiger VfL Osnabrück kassierten die Dresdner in der 87. Minute durch Robin Fabinski den Ausgleich. Bis dahin hatte Dynamo die Gastgeber weitgehend vom eigenen Tor ferngehalten, der Führungstreffer von Niklas Hauptmann (38.) reichte aber nicht zum Sieg. Die Mentalität stimmt wieder einmal bei Dynamo Dresden, das Ergebnis aber nicht. Die Elbestädter haben damit in dieser Saison bereits 15 Punkte nach Führungen verspielt.

Für Dynamo Dresden geht das Warten auf den ersten Sieg seit Ende August weiter. Dresdens Trainer Thomas Stamm hatte am Samstag für eine Überraschung gesorgt, indem er den bisherigen dritten Torwart zwischen die Pfosten stellte. Lennart Grill verdrängte Tim Schreiber auf die Bank, die Maßnahme sollte defensiv für mehr Stabilität sorgen. Zuvor hatte Dynamo in sechs Spielen 14 Gegentore kassiert – das war der schlechteste Wert der Liga.

Raschl leitet Führung ein

In der ersten Hälfte verteidigte Dresden vor 15.741 Zuschauern tatsächlich diszipliniert, Osnabrück allerdings auch. Die Folge war eine ereignisarme erste halbe Stunde. Die erste große Möglichkeit hatte aber Osnabrück durch Robin Meißner (4.). Sein Schuss im Dresdner Strafraum wurde aber von Jonas Sterner geblockt. Danach dominierten die Dresdner die Partie. Osnabrück stand die meiste Zeit tief in der eigenen Hälfte. Dynamo biss sich lange die Zähne am Osnabrücker Bollwerk aus. In der 27. Minute gab es dann den ersten Durchbruch. Patrice Covic kam aus etwa zehn Metern zum Abschluss, scheiterte aber an VfL-Keeper Jonas Krumrey. Am Dresdner Führungstor hatte Tobias Raschl einen großen Anteil. Mit der Sohle streichelte er den Ball zurück in den Lauf von Jonas Sterner, der dadurch auf rechts Platz hatte. Nach schöner Kombination stocherte der SGD-Kapitän den Ball aus kurzer Distanz zum 1:0 (38.) ins Tor.

Osnabrück drängte im Anschluss auf den schnellen Ausgleich. Den hatte VfL-Stürmer Adrian Beck in der 42. Minute auf dem Fuß. Nach einer hohen Flanke kam er aus kurzer Distanz zum Schuss, traf den Ball aber nicht richtig, sodass Grill parieren konnte.

Lennart Grill wenig geprüft

Mit der etwas glücklichen Führung im Rücken kontrollierte Dresden die Anfangsphase der zweiten Hälfte.  Robert Wagner verfehlte das Osnabrücker Tor kurz nach Wiederanpfiff mit einem Schuss von der rechten Strafraumkante nur knapp. Nach einem offensiven Dreifachwechsel der Gastgeber wurde die Stamm-Elf immer defensiver. Der bis dahin wenig geprüfte Grill leistete sich bei einem Befreiungsschlag eine kleine Unsicherheit, sie blieb aber unbestraft.

Osnabrück übernahm die Spielkontrolle und warf in der Schlussphase nochmal alles nach vorne. Grill konnte zunächst noch die Abschlüsse von Meißner (83.) und Joker Ismail Badjie (85.) parieren. Nach einer Flanke aus dem Halbfeld verpasste zunächst Osnabrücks Niklas Wiemann den Ball am ersten Pfosten, zog dabei aber alle Aufmerksamkeit auf sich. So konnte Robin Fabinski am zweiten Pfosten problemlos einnicken. Dynamo drängte in der Nachspielzeit zwar noch auf den Siegtreffer, fand offensiv aber keine Mittel mehr, um noch den Lucky Punch zu setzen.

Osnabrück in Bielefeld, Dresden gegen Magdeburg

Am 8. Spieltag ist Osnabrück am Sonntagmittag bei Arminia Bielefeld zu Gast (13.30 Uhr). Dresden empfängt zur selben Zeit den 1. FC Magdeburg zum Elb-Clásico.

| Bremer Brücke | 10.Okt..2026-13:00
VfL Osnabrück
S N S N U
1 : 1
Endstand
Dynamo Dresden
S N N U N
Robin Fabinski
87'
Niklas Hauptmann
38'
Tore
38'
Tor
87'
1. Halbzeit
45' 15' 30'
 
2. Halbzeit
90' 60' 75'
1'

 

0:2 gegen FK Teplice, Optimismus oder Selbstbewusstsein

Testspiel

Dynamo Dresden verliert XXL-Test über zweimal 60 Minuten

.. beim tschechischen Erstligisten FK Teplice mit 0:2. Statt Selbstvertrauen zu tanken, gibt’s die bittere Erkenntnis, dass die Probleme für den Zweitliga-Vorletzten nicht weniger werden. Das Team von Trainer Thomas Stamm ohne Abwehrchef Thomas Keller (weiterhin Beschwerden nach einer Gehirnerschütterung aus dem Spiel in Braunschweig), Kapitän Niklas Hauptmann (Belastungssteuerung) sowie die Verteidiger Brooklyn Ezeh und Alex Rossipal (krank).

Im Tor kommt Lennart Grill zum ersten Profi-Einsatz seit seiner schweren Knieverletzung vor reichlich einem Jahr. Das Comeback beginnt für den Keeper äußerst bescheiden. Nach einer unglücklichen Faustabwehr setzt ihm Matej Federle den Ball zum 1:0 für Teplice in die Maschen – da waren gerade mal 53 Sekunden gespielt. Der nächste Schockmoment folgt nur wenige Minuten später: Im Dynamo-Block auf der Gegentribüne gibt es einen medizinischen Notfall. Sofort eilt medizinisches Personal zu ihm, im Stadion herrscht gespenstische Stille. Nach längerer Behandlung wird er auf der Trage abtransportiert und mit Blaulicht in eine Klinik gefahren. Laut Dynamo war der Fan aber in einem stabilen Zustand.

Als dann weiter Fußball gespielt werden kann, übernimmt Dresden auf dem Platz das Kommando. Auch die rund 2000 Gästefans unter den 6741 Zuschauern in der „AGC Arena Na Stinadlech“ machen sich wieder bemerkbar. Und das sowohl akustisch, als auch mit Bengalos, die immer wieder gezündet werden. Immerhin: Diesmal kann es dafür keine Strafe vom DFB geben.

Chancen vergeben

Zwar lassen die Gäste hinten kaum mehr was anbrennen, wirklich gefährlich werden sie allerdings lange nicht. Nach einer halben Stunde dann aber gleich eine Doppelchance für Christoph Daferner, der aber zweimal am starken FK-Keeper Matous Trmal scheitert (30./31.). Kurz vor der Halbzeit muss dann der Ausgleich fallen. Simon Straudi hat den Torwart schon ausgespielt, doch statt zu schießen, legt er nochmal quer und Teplice kann klären (52.). So geht’s mit dem Rückstand in die Pause, in der die SGD komplett durchwechselt.

Nach dem Seitenwechsel wird es dann erstmal verdammt dunkel: Die Flutlichtanlage fällt fast komplett aus. Verrückt: Nach kurzer Beratung wird das Spiel trotzdem fortgesetzt. Zum Glück gehen alle Strahler nach einigen Minuten wieder an. Den besseren Durchblick hat zunächst Teplice, Jaroslav Harustak lässt Elias Bethke im SGD-Tor beim 2:0 keine Chance (76.).

Präzision und Effizienz fehlen

Dynamo Dresden danach zwar um den Anschlusstreffer bemüht und speziell in der Schlussphase auch mit einigen Möglichkeiten, aber mal wieder fehlen am Ende Präzision und Effizienz. Ernüchternde Erkenntnis: Wirklich verbessert präsentiert sich die SGD nach der bisherigen Länderspielpause zumindest offensiv nicht. Das macht vorm Keller-Knaller kommenden Samstag in Osnabrück nicht gerade Mut …

Defensivmann Lukas Boeder räumt bei Dynamo-TV zumindest ein: „Man hat wieder so ein komisches Gefühl. Dass man vieles gar nicht so schlecht macht, aber früh bestraft wird und wenig belohnt. Aber es bringt nichts, jetzt zu hadern.“ Team-Kollege Nicolai Rapp, der diesmal in der Innenverteidigung spielte, sieht zumindest die Defensive deutlich verbessert: „Wie viele Chancen hatte der Gegner aus dem Spiel? Keine“, beantwortet er seine Frage selbst. Und das fast schon ein bisschen trotzig. „Aus dem Wissen, dass es gegen uns schwer ist, Tore zu schießen, können wir Mut schöpfen.“

Tatsächlich resultierten die Tore von Teplice aus einem Eckball samt Torwartfehler und einem Einwurf. „Die haben dreimal aufs Tor geschossen, zweimal war er drin. Wir hatten deutlich mehr Möglichkeiten, Tore zu erzielen“, analysierte Sportchef Sören Gonther richtig. Und gibt zu bedenken: „Am Ende zählt das Ergebnis, keine Frage. Aber es war ein Testspiel. Ich würde das nicht so negativ sehen oder irgendwelche Auswirkungen auf nächste Woche reinbringen. Egal, wie das Spiel ausgegangen wäre, es hätte nichts mit Osnabrück zu tun gehabt.“

Gut gespielt, aber am Ende fehlte die Kraft, Hertha schlägt Dynamo

Niederlage

Dynamo hat das Topspiel der 2. Bundesliga gegen Hertha BSC mit 1:2 (1:1) verloren

Der gebürtige Berliner Patrice Covic (10.) brachte Dresden früh in Führung, aber Jon Dagur Thorsteinsson (29., 80.) drehte die Partie zugunsten der Gäste. Damit holte sich die Hertha die Tabellenführung vom 1. FC Nürnberg (16 Punkte) zurück. Dresden hat weiterhin nur einen Sieg auf dem Konto, bleibt mit vier Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Im Dresdner Stadion, das aufgrund der Krawalle beim vorangegangenen Aufeinandertreffen mit Pufferzonen versehen wurde, sahen gut 29.100 Zuschauer die Flutlichtpartie.

Pufferzonen auf den Tribünen in Dresden

Nach dem Skandalspiel vor einem halben Jahr mit Platzsturm und Beinahe-Abbruch waren große Pufferzonen neben dem Gästeblock eingerichtet worden. Dort fanden sich nur etwa 7.000 Hertha-Fans, weil viele dem Boykottaufruf der aktiven Berliner Fanszene folgten.

Dynamo-Trainer Thomas Stamm hatte für gleich drei Zweitliga-Startelfdebüts gesorgt, beorderte Covic, Till Neininger und Simon Straudi in die erste Elf. Nach einer Anfangsphase mit sehr wenigen Ballberührungen in den eigenen Reihen konnte sich Dynamo ein wenig mehr Spielanteile verschaffen und ging mit dem ersten gut vorgetragenen Angriff in Führung. Und ausgerechnet Covic sorgte für die Führung. Nach einem Doppelpass mit Vincent Vermeij traf er aus zwölf Metern, sein Schuss war noch abgefälscht. Patrice Covic ist der Sohn von Ante Covic, einer Hertha-Klublegende. Er arbeitet aktuell als U19-Coach bei den Berlinern.

Thorsteinsson eiskalt

Trotz des frühen Rückstands blieben die Gäste ruhig und übernahmen zunehmend die Spielkontrolle. Jon Dagur Thorsteinsson bestätigte dann seine starke Form der vergangenen Wochen: Nach einem Pass von Josip Brekalo guckte sich der Isländer an der Strafraumkante die linke Torecke aus. Sein Flachschuss wurde noch leicht von einem Dresdner Bein abgefälscht und schlug so unhaltbar zum Ausgleich ein (29.). Die Berliner waren im Stile eines Spitzenreiters vor allem cleverer, bewegten sich bewusster, waren dennoch sehr intensiv unterwegs.

Mads Pedersen hatte bei seinem Bodycheck gegen den durchstartenden Ben Bobzien Glück, nur gelb statt rot zu sehen – immerhin war der Däne der letzte Verteidiger vor dem Hertha-Gehäuse. Kurz zuvor hatte Pedersen bereits Covic umgesenst und war mit einer Verwarnung davongekommen. Auch Brekalo sorgte für Unmut bei den Dresdnern, als er seine offene Sohle durchaus robust auf das Sprunggelenk von Simon Straudi stellte. Das 1:1 zur Pause war leistungsgerecht, die Verteilung der gelben Karten mit 2:2 nicht unbedingt.

Dynamo gleich zwei Mal mit viel Glück

Die zweite Hälfte begann gegensätzlich zur ersten. Diesmal hatte Dynamo den Ball, die Hertha lief meist hinterher und versuchte es nach Balleroberung mit schnellem Spiel nach vorne. Das wäre in der 53. Minute fast von Erfolg gekrönt worden, aber der eingewechselte Gustaf Nilsson brachte die Kugel – ähnlich wie Mario Gomez 2008 – aus vier Metern freistehend nicht im Tor unter. Kurz darauf bejubelten die Gäste die vermeintliche Führung, nachdem Adewumi eine schöne Hereingabe von Josip Brekalo am zweiten Pfosten einköpfte. Beschwerden gab es keine, aber dem Videoassistenten Patrick Hanslbauer fiel etwas auf: Von Adeyumis Kopf war der Ball noch leicht an seinen linken Arm geprallt und von dort aus ins Tor. In solch einem Fall ist ein Handspiel immer strafbar, Schiedsrichter Christian Dingert nahm den Treffer deshalb ohne Ansicht der Bilder zurück.

Hertha am Drücker, Dynamo müde

Die Hertha war jetzt das deutlich bessere Team mit den klar besseren Chancen. Bei den Dresdnern schwanden zunehmend die Kräfte. Hertha probierte es weiter, kam allen voran durch Nilsson zu weiteren Chancen (70., 72., 73.). Dresden konzentrierte sich beinahe vollständig aufs Verteidigen. Als die Verzweiflung der Blau-Weißen immer größer wurde und Dresdens Torwart Schreiber immer mehr über sich hinauswuchs, packte Thorsteinsson nach einem Sololauf den Hammer aus und nagelte den Ball unhaltbar ins rechte Toreck zum 2:1 für seine Berliner (80.).

Obwohl Dynamo inklusive Nachspielzeit noch rund 15 Minuten blieben, blieb ein Aufbäumen aus. Es fehlte schlicht die Kraft, sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen. Fast alle Dynamos waren konditionell im roten Bereich. Eine aussichtsreiche Offensivaktion sprang nicht mehr heraus. Damit wird Dynamo die dreiwöchige Spielpause durch den langen Länderspielblock auf dem vorletzten Platz verbringen müssen. Allerdings ist da unten noch alles sehr dicht beieinander. Insgesamt fünf andere Teams haben wie die SGD vier Punkte auf dem Konto. Trotzdem wartet auf Thomas Stamm eine Menge Arbeit in der spielfreien Zeit.

Dynamo in Osnabrück, Hertha gegen Fürth

Dynamo ist nach der langen Länderspielpause am Samstagmittag beim VfL Osnabrück zu Gast (10. Oktober, 13 Uhr). Die Hertha empfängt am Sonntagmittag Greuther Fürth (13.30 Uhr).

 

| Rudolf Harbig Stadion | 19.Sep..2026-20:30
Dynamo Dresden
S S N N U
1 : 2
Endstand
Hertha BSC
S S S S S
Patrice Covic
10'
Jon Dagur Thorsteinsson
29'
Jon Dagur Thorsteinsson
80'
1. Halbzeit
45' 15' 30'
 
2. Halbzeit
90' 60' 75'
Tore
Tor
10'