Ost-Derby

Hansa Rostock gewinnt Ost-Derby gegen Dynamo Dresden

Dynamo Dresden hat durch ein frühes Gegentor bei Hansa Rostock verloren

Nach einer um 30 Minuten verlängerten Halbzeitpause wegen Fan-Ausschreitungen verpassten die Sachsen den möglichen Ausgleich. Kurz vor Beginn der zweiten Hälfte eskalierte die Lage auf den Zuschauerrängen. Bis dahin war es ruhig geblieben beim emotionalen Ost-Klassiker. Doch als die Teams vor dem zweiten Durchgang bereitstanden, wurden im Dresdner Fanblock und im angrenzenden Hansa-Block massiv Böller und Leuchtraketen gezündet. Auslöser war nach Angaben der Polizei, dass im Dresdner Fanblock eine Plexiglasscheibe, über der ein Banner hing, zerstört wurde. Dadurch habe die Gefahr bestanden, dass Personen in den sogenannten Pufferblock eindringen. Deshalb sei es zum Polizeieinsatz gekommen. Anschließend wurden die Böller und Raketen gezündet.

Vor Spiel fliegt Rakete inmitten die Spieler von Dynamo Dresden

Den ersten Zwischenfall gibt es schon vor dem Anpfiff. Das Ostseestadion war bei diesem Hochsicherheitsspiel mit 26.000 Zuschauern ausverkauft. Auch der Gästeblock war mit 2600 Dynamo-Fans bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Motto der SGD-Anhänger lautete: „Alle in Schwarz nach Rostock!“ Diesmal gab es die erste unschöne Szene bereits vor dem Anpfiff. Als Dynamo zur Erwärmung rauskam, ging eine Rakete aus dem Hansa-Block inmitten der Dresdner Spieler nieder. Kapitän Stefan Kutschke schoss darauf wütend einen Ball in Richtung der Rostocker Anhänger. Wenig später wurde im Rostocker Fanclub mehrere Rauchtöpfe entzündet. Bei der großen Choreo hieß es auf dem Banner: „Für immer nur Hansa!“ Das Spiel begann mit dreiminütiger Verspätung, weil der Rauch das Spielfeld eingehüllt hatte.

Während Rostocks Trainer Daniel Brinkmann im Vergleich zur deutlichen 0:5-Niederlage bei Waldhof Mannheim gleich fünf Änderungen vornahm, begannen die Sachsen mit der exakt gleichen Startformation wie beim berauschenden 5:2-Erfolg gegen 1860 München.

Fröling bringt Hansa schon früh in Führung

Jedoch erwies sich Hansa vom Start weg als unangenehmer Gegner. Einen Fehlpass von Dynamo-Torwart Tim Schreiber nutzte die früh pressende Kogge sofort aus: Nils Fröling köpfte eine Flanke von der linken Seite zum 1:0 ins Tor (11.). Auch danach zeigten sich die Rostocker giftig in den Zweikämpfen, sie machten nach Balleroberungen viel Tempo nach vorn. Franz Pfanne (15.) und Felix Ruschke (19.) verzeichneten weitere Abschlüsse.

Erst als sich das Geschehen etwas beruhigte, erholten sich die Gäste und arbeiten sich langsam wieder in die Partie hinein. Eine durchgerutschte Flanke nahm Tony Menzel direkt – über das Tor (30.). Stamm zog zudem bereits früh eine Wechsel-Option, brachte Stefan Kutschke für Mika Baur (35.) und damit mehr Robustheit ins Spiel. Einen Schuss von Niklas Hauptmann hatte Rostocks Keeper Benjamin Uphoff erst im Nachfassen (36.). Dynamo machte zunehmend Druck und brachte die Gastgeber in Bedrängnis, aber Hansa rettete die knappe Führung in die Pause. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hätte es sogar einen Elfmeter für Rostock geben können, als Aljaz Casar im eigenen Strafraum Sigurd Haugen umklammerte – aber der Pfiff von Schiedsrichter Tom Bauer blieb aus.

Eskalation auch auf dem Rasen

Das heizte die Stimmung auf den Rängen an – und auch auf dem Rasen. Spieler und Verantwortliche gingen kurzzeitig aufeinander los. Später beruhigte sich die Lage wieder. Die Zuschauer wurden über die Stadionlautsprecher aufgefordert, jegliche Provokationen zu unterlassen, sei es durch das Verlassen des zugewiesenen Blocks oder durch Pyrotechnik. Dabei wurde auch der sofortige Abbruch der Partie im Falle von weiteren Ausschreitungen angedroht. So weit kam es aber nicht. Das Spiel konnte zu Ende gebracht werden.

Minutenlang fliegen Feuerwerksraketen und weitere Pyro-Technik in Richtung Gästeblock mit den Fans von Dynamo Dresden. Viele Zuschauer verlassen rennend das Stadion. Der Fanblock von Dynamo Dresden wird regelrecht angegriffen.

Nach insgesamt 45 Minuten Pause ging es weiter – zunächst etwas unstrukturiert auf beiden Seiten. Dann hatte plötzlich Dynamo die Riesenchance zum Ausgleich: Kutschke gab den Ball klug in den Fünfmeterraum, dort verpasste Christoph Daferner knapp, am langen Pfosten wurde Robin Meißner gerade so von Pfanne gestört (60.). Die Dresdner erzeugten im zweiten Durchgang insgesamt zu wenig Druck, hatten aber immerhin noch zwei weitere Möglichkeiten: Erst war Menzel nach einer von Daferner verlängerten Heise-Hereingabe zu überrascht (76.), dann verzog Meißner nur knapp (84.). Auch die letzten Minuten überstand Rostock schadlos.

„Das Sportliche tritt natürlich in den Hintergrund. Es kotzt einen an, solche Bilder zu sehen“, fand Hansa-Vorstandschef Jürgen Wehlend im NDR Interview klare Worte. „Der Auslöser ging klar von den Gästefans aus, in dem Block ist kein Stein mehr auf dem anderen. Aber die Reaktion darauf ist natürlich auch unterirdisch“, ergänzte Wehlend.

„So etwas gehört absolut nicht in ein Fußballstadion. Mein Sohn saß über dem Spielertunnel und hat geweint, weil er Angst hatte“, kommentierte Rostocks Coach Daniel Brinkmann die Ausschreitungen: „Das waren Szenen, die waren gefährlich. Und es ist schade, wenn ich in der zweiten Halbzeit ein schlechtes Gefühl habe, weil meine Kinder auf der Tribüne sind. Das darf einfach nicht passieren.“

3. Liga 2024-2025 | Spieltag 25
| Ostseestadion | 22.Feb..2025-14:00
Hansa Rostock
S N S U N
1 : 0
Endstand
Dynamo Dresden
N U S N S
Nils Fröling
11'
Tore
11'
Spielstatistiken
Hansa Rostock
Dynamo Dresden
Am Tor vorbei 8
Schüsse auf das Tor 2
Schüsse auf das Tor 5
Am Tor vorbei 6
1 Tore 0
52 Ballbesitz 48
4 Ecken 1
19 Fouls 24
4 Abseits 2
4 Gelbe Karten 3
10 Torschüsse gesamt 11
2 Schüsse auf das Tor 5
8 Schüsse neben das Tor 6
29 Einwürfe 17
23 Freistöße 26
Heimsieg

Dynamo Dresden mit Befreiungsschlag gegen 1860 München

Auftrag Wiedergutmachung gelungen

Dynamo Dresden hat nach der Niederlage gegen Stuttgart wieder in die Erfolgsspur gefunden. Im Heimspiel gegen 1860 München glänzten die Schwarz-Gelben mit einer bärenstarken Offensive. Mit nun 45 Punkten bleibt die SGD erster Verfolger von Spitzenreiter Energie Cottbus. In seinem vierten Spiel als Trainer des TSV 1860 München kassiert Trainer Patrick Glöckner seine erste Niederlage mit den Löwen. Beim Tabellenzweiten Dynamo Dresden werden die Münchner zeitweise überrumpelt. Ein Klassenunterschied ist erkennbar.

Über nahezu 90 Minuten präsentierte sich Dynamo Dresden beim 5:2 (3:1) im Heimspiel gegen den TSV 1860 München wie ein Aufsteiger. Die kämpferisch überzeugenden Sachsen entwickelten eine spielerische Wucht, der die Gäste aus München einfach nicht standhalten konnten.

Daferners Doppelpack nur der Anfang

In einer turbulenten ersten Hälfte ging Dresden schon nach sechs Minuten in Führung: Über die rechte Seite kombinierten sich die Gelb-Schwarzen gut durch. Lemmer bediente Daferner am kurzen Pfosten, der sich in Torjäger-Manier geschickt von seinem Gegenspieler Jesper Verlaat löste und das Leder unhaltbar für Marco Hiller unter die Latte hämmerte (6.).

Ein schönes Tor und der erste, aber längst nicht letzte wuchtige Angriff der Sachsen. Erst antworteten aber die Löwen: Nach einem Eckstoß konnte Dynamo nicht final klären, die erneute Hereingabe köpfte Dresdens Andi Hoti gegen seinen eigenen rechten Pfosten – Leroy Kwadwo schaltete am schnellsten und vollendete aus spitzem Winkel (9.).

TSV 1860 überfordert – Pechvogel Kwadwo

In der Folge gestaltete sich die Partie ausgeglichen, mit leichten Vorteilen für die Hausherren, die sich erneut durch Daferner (32.) und Hoti (39.) belohnten. Die Löwen hatten dabei immer wieder Problemen bei hohen Bällen Richtung Strafraum, woraus auch zwei der drei Tore resultierten. Dynamo hatte weitere Chancen, um weiter zu erhöhen, doch noch blieben die Münchner im Spiel. Das änderte sich in der 63. Minute, als Tony Menzel nach einer unglücklichen Abwehraktion von Kwadwo zum 4:1 einschoss. Spätestens jetzt war die Partie entschieden. Und nun wurde es für die Gäste sogar ein kleines Debakel, denn Lemmer erhöhte noch auf 5:1, Menzel traf zudem noch die Latte (79.). In der Nachspielzeit verwandelte Wolfram einen Handelfmeter sicher zum 5:2-Endstand.

Durch die erste Niederlage unter dem neuen Trainer Patrick Glöckner verweilen die Münchner auf dem 14. Tabellenplatz, allerdings nur noch drei Punkte vor der Abstiegszone. Dynamo sichert sich weiterhin den 2. Platz hinter Energie Cottbus. Nächste Woche geht es daheim gegen Arminia, was alles andere als ein Selbstläufer ist. Dynamo wird an der Ostseeküste von Hansa Rostock empfangen.

Es habe die bessere Mannschaft gewonnen, meint Patrick Glöckner, in dieser Höhe wäre dies allerdings brutal. „Wir hatten zwei gute Spielphasen. Das war nach dem 1:1, wo wir zehn bis 15 Minuten selbstsicher gespielt haben. Und zu Beginn der 2. Halbzeit, als wir den Gegner höher angelaufen sind und aggressiver waren.“ Doch genau in diese gute Phase fiel der vierte Gegentreffer. „Danach habe ich viele Dinge gesehen, die wir eigentlich gar nicht machen wollten, die uns nicht auszeichnen.“ Man sei zu verspielt gewesen, war im eigenen Ballbesitz zu unsicher und hätte nicht kompromisslos verteidigt. „Wir haben bei den Gegentoren überhaupt nicht gut ausgesehen.“

3. Liga 2024-2025 | Spieltag 24
| Rudolf Harbig Stadion | 16.Feb..2025-19:30
Dynamo Dresden
S N U S N
5 : 2
Endstand
TSV 1860 München
N N U S U
Christoph Daferner
6'
Christoph Daferner
32'
Andi Hoti
39'
Tony Menzel
63'
Jakob Lemmer
70'
Leroy Kwadwo
9'
Maximilian Wolfram
90'+2'
1. Halbzeit
45' 15' 30'
 
2. Halbzeit
90' 60' 75'
2'
Tore
6'
Tor
Andi Hoti (Vorlage von: Lars Bünning)
39'
90'
+2
Spielstatistiken
Dynamo Dresden
TSV 1860 München
Am Tor vorbei 1
Schüsse auf das Tor 16
Schüsse auf das Tor 5
Am Tor vorbei 1
5 Tore 2
57 Ballbesitz 43
2 Ecken 2
8 Fouls 21
4 Abseits 1
1 Gelbe Karten 4
17 Torschüsse gesamt 6
16 Schüsse auf das Tor 5
1 Schüsse neben das Tor 1
27 Einwürfe 10
22 Freistöße 13
Niederlage

Stuttgart besiegt Dynamo, zwei dicke Patzer entscheiden Spiel

Noch nie konnte Dynamo Dresden beim VfB Stuttgart gewinnen – weder gegen die Erste noch die Zweite. Daran wird sich auch in dieser Saison nichts ändern. Denn nach zwei schlimmen Abwehrfehlern unterlagen die Schwarz-Gelben bei der U23 des VfB.

Dynamo verliert in Überzahl gegen Stuttgart II

Das Kontrastprogramm hätte kaum größer sein können. Nach den Derbywochen gegen Cottbus und Aue traf Dynamo Dresden auf den VfB Stuttgart II, der Tabellenzweite war zu Gast beim Ligavorletzten. Dynamo ging als Favorit in die Partie – und wurde dieser Rolle nicht gerecht. Nach zuvor sechs Spielen ohne Sieg in der 3. Liga begegnete der abstiegsbedrohte VfB Stuttgart II dem Top-Team Dynamo Dresden auf Augenhöhe.

Am Ende einer sehr langatmigen ersten Hälfte – in 35 Minuten gab es exakt keine Tormöglichkeit von beiden Teams – war es Dynamo-Verteidiger Lukas Boeder, der an der Seitenlinie den Ball im Spielaufbau vertändelte. Zuvor hatte Dynamo den Ball immer wieder in letzter Reihe pendeln lassen. Stuttgart ließ die Gäste lange gewähren. Doch nicht in dieser Szene. Nach dem Ballgewinn landete dieser über Umwege bei Laurin Ulrich, der aus 16 Metern in die kurze Ecke vollendete (38.). Dynamo-Keeper Tim Schreiber wirkte bei dem Schuss nicht chancenlos.

Rückpass oder nicht, Stuttgart macht das 2:0

In einer ereignisarmen ersten Hälfte gingen die Stuttgarter nicht unverdient in Führung und legten kurz nach dem Wechsel per indirektem Freistoß im Strafraum das 2:0 auf. Dresdens Torhüter Tim Schreiber nahm einen kontrollierten Rückpass mit den Händen auf – es gab folgerichtig einen direkten Freistoß auf der Kante des Fünfmeterraums für den VfB. Samuele di Benedetto platzierte den Ball nach kurzer Vorlage perfekt im linken Winkel zum 2:0 (48.).

Etwas mehr als 20 Minuten vor dem Ende schwächte sich der VfB selbst, als Mohamed Sankoh gegen David Kubatta nachtrat und dafür zurecht die Rote Karte sah. In Unterzahl stemmten sich die Stuttgarter gegen stürmische Sachsen, Dennis Seimen hielt den VfB-Kasten mit starken Paraden sauber. Erst in der 87. Minute musste sich Seimen geschlagen geben, als Stefan Kutschke per Strafstoß zum Anschlusstreffer für Dynamo traf. Zuvor hatte Kaden Amaniampong seinen Gegenspieler Sascha Risch im Strafraum gefoult. Aber der kam zu spät, um noch etwas Zählbares aus dem in Großaspach ausgetragenen Spiel mitzunehmen.

VfB Stuttgart II rettet Sieg über die Zeit

Dresden drängte bis tief in die Nachspielzeit auf den Ausgleich, blieb jedoch immer wieder an der leidenschaftlich verteidigenden Abwehr der Schwaben hängen. Am Ende wurde der Einsatz des VfB II belohnt, mit dem 2:1-Sieg gegen Dynamo Dresden konnte der erste Sieg seit Ende November gefeiert werden. Zudem gelang der Sprung raus aus der Abstiegszone auf Rang 16 (24 Punkte), den der VfB II zumindest bis Sonntag sicher hat. Dann sind die Konkurrenten Hannover 96 II und der VfL Osnabrück im Einsatz (beide jeweils 22 Punkte).

Somit bleibt die SGD weiter ohne Sieg im Schwabenland. Noch nie konnten die Schwarz-Gelben beim VfB – egal ob Profis oder Reserve – gewinnen. Der Rückstand auf Spitzenreiter Cottbus beträgt nun drei Punkte, Verfolger Saarbrücken rückt nach dem Erfolg gegen Mannheim bis auf einen Punkt an Dynamo heran.

3. Liga 2024-2025 | Spieltag 23
| Robert-Schlienz-Stadion | 08.Feb..2025-14:00
VfB Stuttgart II
N U N U N
2 : 1
Endstand
Dynamo Dresden
S S N U S
Laurin Ulrich
38'
Samuele Di Benedetto
48'
Stefan Kutschke
87'
1. Halbzeit
45' 15' 30'
2'
 
2. Halbzeit
90' 60' 75'
2'
Tore
87'
Elfmetertor
Ost-Derby

Dynamo gewinnt packendes Sachsen-Derby mit 2:1

Mit 2:1 setzt sich die SG Dynamo Dresden im Sachsenderby gegen Erzgebirge Aue durch

In einem stimmungsgeladenen Sachsenderby konnte Dynamo Dresden den ersten Sieg im neuen Jahr feiern. Gegen den FC Erzgebirge Aue gewann die SGD dank Dominik Kother mit 2:1 und zog in der Tabelle mit Spitzenreiter Energie Cottbus gleich. Lediglich die Tordifferenz ist mit 2 Toren der Unterschied.

Nach dem Remis im Topspiel am vergangenen Spieltag gegen Tabellenführer Energie Cottbus und einem durchwachsenen Rückrundenstart (ein Punkt aus zwei Spielen) veränderte Cheftrainer Thomas Stamm seine Elf auf gleich vier Positionen. Christoph Daferner, der nach Gelbsperre zurückkehrte, Andi Hoti, Philip Heise und Tony Menzel rückten für Lukas Boeder, Sascha Risch, Mika Baur und Stefan Kutschke in die Startformation. Auch Aues Jens Härtel wechselte im Vergleich zum Duell mit Osnabrück (0:0) seine Startformation auf zwei Positionen: Mirnes Pepic und Pascal Fallmann ersetzten Ricky Bornschein und Mika Clausen.

Vor einer Saisonrekord-Kulisse von 31.858 Zuschauern legten die Hausherren einen Traumstart hin und gingen dank des Treffers von Christoph Daferner (2. Spielminute) früh in Führung. Ein toller Lupfer von Kother bringt Daferner in Position, der souverän ins lange Eck trifft. Diese sollte allerdings nicht von langer Dauer bleiben, denn Erzgebirge Aue gleicht in der 13. Minute durch Omar Sijarić aus. Ein genialer Pass von Majetschak ermöglicht Sijarić einen eleganten Lupfer über den Dresdner Torhüter Schreiber.

Männel hält Strafstoß

In der 31. Minute zeigte Schiedsrichter Marc Philip Eckermann dann zum Missfallen der Gäste auf den Punkt, nachdem der Abschluss von Daferner an der Hand Vukancics landete. Der Stürmer, der in der laufenden Saison bereits zwei Elfmeter verwandelt hat, trat selbst an und scheiterte am starken Martin Männel, der die Ecke ahnte und stark parierte. Auch beim folgenden Nachschuss von Menzel aus kurzer Distanz blieb Aues Keeper Sieger, und so stand es unentschieden zur Halbzeit.

Kother vollendet zur Dynamo-Führung

In der zweiten Halbzeit bleibt es aufregend. Das Bild auf dem Platz nach dem Seitenwechsel zeigte einige Parallelen zum Beginn der Partie. Dresden kam mit mehr Elan aus der Pause, Aue befreite sich und wurde stärker – um mitten in die gute Phase den erneuten Rückstand zu kassieren. Dynamo Dresden geht erneut in Führung: Dominik Kother trifft in der 63. Minute nach einem blitzschnellen Angriff und einer Vorlage von Lemmer. Es ist Kothers erstes Tor für Dresden, das die Hausherren in der Tabelle mit Cottbus gleichziehen lässt. Beim Großteil der 31.858 Zuschauer im Rudolf-Harbig-Stadion brachen nun alle Dämme.

Aue gab sich nicht geschlagen, setzte aber zu wenige Akzente. Sijaric fehlte aus der Distanz nicht viel (76.), davon abgesehen gelang es Dynamo gut, den Ball vom Tor wegzuhalten. Erzgebirge Aue kämpft bis zum Schluss, doch alle Bemühungen bleiben erfolglos. Auch die Einwechslung von Neuzugang Maximilian Schmid bringt keine Wende mehr.

Lemmer hatte in der Nachspielzeit (90.+3) die Entscheidung auf dem Fuß, scheiterte aber am Pfosten. Und so ergab sich eine letzte Gelegenheit für die Gäste, doch Torhüter Schreiber war bei Jonah Fabischs Schuss aus der zweiten Reihe zur Stelle und hielt die drei Punkte für Dynamo fest (90.+4). Mit dem Sieg festigt Dresden den zweiten Tabellenplatz und schließt nach Punkten zu Cottbus auf. Aue bleibt auf dem zehnten Rang.

Dominik Kother, Dynamos Siegtorschütze: Das war ein schönes Gefühl, vor der Tribüne das Tor zu machen. Es war ein Superspiel, wir waren von der ersten Minute an gut drin. Tony und Lemmi (die 2:1-Vorbereiter Tony Menzel und Jako Lemmer, d. Red.) machen das super auf der Seite, ich musste den Ball einfach nur ins kurze Eck schieben. Ich habe mich sehr gefreut, die drei Punkte heute sind wichtig. Es war eine Superleistung der gesamten Mannschaft, ich bin stolz auf die Mannschaft.

Thomas Stamm, Trainer Dynamo Dresden: Das Gegentor in der ersten und der Distanzschuss in der zweiten Halbzeit waren die einzigen Chancen für Aue aus dem Spiel heraus. Wir haben über 90 Minuten sehr wenig zugelassen. Aue nutzt noch zwei Standardsituationen gut, wo es noch mal gefährlich wird. Ansonsten haben wir alles gut wegverteidigt. Das Gegentor ärgert mich, weil wir genau wussten, was kommt, aber nicht gut verteidigen. In Summe ist der Sieg verdient.

Martin Männel, Kapitän und Torwart Erzgebirge Aue: Wir haben als Team heute ein Superspiel abgeliefert, haben vor allem bei den Basics voll dagegengehalten. Es war klar, dass Dynamo im Heimspiel von Anfang an brennen wird. Abgesehen von dem frühen Gegentor haben wir sehr gut dagegengehalten. Letzten Endes haben wir diese ein, zwei Fehler zu viel angeboten und dementsprechend dieses Spiel verloren.

Jens Härtel, Trainer Erzgebirge Aue: Ich habe mich gefragt, was wir verbrochen haben. Das ist Wahnsinn. Wir waren eigentlich drauf und dran in Führung zu gehen. Dann kriegen wir so ein Kontertor, obwohl wir wussten, dass wir da aufpassen müssen. Auch das erste Tor direkt nach dem Start war schon bitter, aber gut war, wie die Mannschaft reagiert hat, zurückgekommen ist und übers gesamte Spiel auch Chancen hatte.

3. Liga 2024-2025 | Spieltag 22
| Rudolf Harbig Stadion | 01.Feb..2025-14:00
Dynamo Dresden
S S S N U
2 : 1
Endstand
Erzgebirge Aue
N S S N U
Christoph Daferner
2'
Dominik Kother
63'
Omar-Šarif Sijarić
13'
1. Halbzeit
45' 15' 30'
2'
 
2. Halbzeit
90' 60' 75'
4'
Tore
Tor
63'
Spielstatistiken
Dynamo Dresden
Erzgebirge Aue
Am Tor vorbei 9
Schüsse auf das Tor 20
Schüsse auf das Tor 12
Am Tor vorbei 4
2 Tore 1
58 Ballbesitz 42
10 Ecken 4
10 Fouls 12
1 Abseits 0
3 Gelbe Karten 4
29 Torschüsse gesamt 16
20 Schüsse auf das Tor 12
9 Schüsse neben das Tor 4
25 Einwürfe 25
16 Freistöße 11
Ost-Derby

Tolles Ost-Derby ohne einen Sieger, Endstand 1:1

Abseits des Platzes lieferten sich die beiden Fanlager ein Choreo-Duell im ausverkauften Stadion. Während die gesamte Nordwand mit rot-weißen Tafeln erst ein „Lausitz“ und dann „Power“ bildete, zogen die ganz in schwarz gekleideten Gästefans ein übergroßes “Dynamo” in die Luft. Untertitel: „Jeder fürchtet unseren Namen“. Für den zusätzlichen Gruseleffekt zum Sensenmann ging kurz danach im ganzen Block die Pyrotechnik an. Um die Vereinskasse noch weiter zu belasten, zündeten die mitgereisten Dynamo-Anhänger auch in der 2. Halbzeit munter weiter.

Vier Änderungen in der Startelf bei Dynamo

Es war ein packendes Topspiel der 3. Liga zwischen Energie Cottbus und Dynamo Dresden. Am Ende waren sich Spieler und Trainer einig: Das 1:1 (0:0)-Unentschieden war aufgrund der starken zweiten Halbzeit des FCE für die Gäste aus Dresden eher schmeichelhaft. Dynamo Dresden hat es verpasst, zurück an die Spitze der 3. Liga zu klettern. Die Schwarz-Gelben mussten sich im absoluten Topspiel bei Tabellenführer Energie Cottbus mit einem 1:1 (0:0) zufrieden geben. Vor 19.700 Zuschauern im ausverkauften LEAG Energie Stadion schien es vor allem im zweiten Durchgang zunächst nur eine Frage der Zeit bis zum Führungstor der Gastgeber zu sein, dann aber schlug Dynamo-Kapitän Stefan Kutschke eiskalt zu (60.). Energie-Joker Timmy Thiele (86.) sorgte per Kopf für den verdienten Ausgleich.

Dynamo-Trainer Thomas Stamm nahm nach dem 2:3 gegen Viktoria Köln vier Veränderungen in der Startelf vor. Für Marx und Menzel, die beide auf der Bank Platz genommen hatten, Sapina (Oberschenkelverletzung) und den gelbgesperrten Daferner, spielten Kammerknecht, Kother, Kutschke und Baur von Anfang an. Energie-Coach Claus-Dieter „Pele“ Wollitz veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum 2:0-Sieg in Bielfeld auf einer Position und ließ Krauß für Halbauer starten.

Beide Teams hielten sich nicht lange bei der Vorrede auf und gingen gleich hohes Tempo. Es entwickelte sich eine packende Partie, in der Dynamo in der Anfangsphase durchaus die besseren Chancen hatte. So zischte nach drei Minuten ein Schuss von Kother haarscharf am Cottbuser Gehäuse vorbei. Wenig später wurde der einschussbereite Baur im letzten Moment von den Cottbusern beim Abschluss gestört. Nach gut einer Viertelstunde zogen dann die Lausitzer vor den Augen des einstigen Kulttrainers Eduard „Ede“ Geyer, der sich das Schmeckerchen auf der Tribüne nicht entgehen lassen wollte, merklich an. In der 33. Minute hatte Rorig die Cottbuser Führung auf dem Fuß, seinen Volleyschuss kratzte Dynamo-Schlussmann Tim Schreiber jedoch mit einer Glanzparade aus dem Winkel. In den letzten Minuten der ersten Hälfte hätte die Waage zu beiden Seiten kippen können. Erst schlug Energie-Linksaußen Copado einen Kopfball von Kother von der Linie, danach trudelte auf der Gegenseite ein Schuss von Copado haarscharf am Dresdner Gehäuse vorbei. Torlos ging es in die Kabinen.

Dynamo effektiv, Pfostentreffer von Cigerci

Nach Wiederanpfiff verschenkten dann die Wollitz-Schützlinge erst einmal einen Hochkaräter, der einfach sitzen musste. Zunächst setzte sich Krauß gegen Kammerknecht durch. Seine scharfe Eingabe verpasst erst Copado, dann hämmert Cigerci die Pille aus Nahdistanz ans Alu. Unglaublich, dass er den in der 48. Minute nicht machte. Was folgte, waren weitere Möglichkeiten für die Lausitzer (56./57.), die jedoch Tim Schreiber im Dresdner Tor vereitelte. Förmlich aus dem Nichts schockte anschließend Stefan Kutschke die Hausherren, als er Tony Menzels Eingabe von der Grundlinie zum 1:0 ins Netz drückte (60.). Danach stellte Dynamo auf eine Fünferkette um, womit Energie nicht viel anfangen konnte.

Die Schwarz-Gelben höchst effektiv, Cottbus war kurzzeitig geschockt. Nach 82 Minuten hätten die Dynamos beinahe den zweiten Treffer folgen lassen – ja, wenn der eingewechselte Tony Menzel nicht am glänzend reagierenden Elias Bethke im FCE-Tor gescheitert wäre. Und so musste die Mannschaft von Coach Stamm doch noch den Ausgleich hinnehmen. Nach einer Tallig-Flanke versenkte Timmy Thiele (86.) butterweich per Kopf die Pille im Kasten der Dresdner. Und es hätte fast noch schlimmer für die Sachsen kommen können, der Punktgewinn wackelte heftig. Zum Glück für die Schwarz-Gelben jagte Cigerci (88.) den Ball aus Nahdistanz über das SGD-Tor, dann traf Thiele (90.+3) nur den Querbalken.

Spieler des Tages

Besser hätte das Comeback von Timmy Thiele nicht laufen können. Der Stürmer stand zuletzt am 30. November für Energie Cottbus auf dem Platz. Danach fiel er für vier Spiele mit einer Bronchitis aus. Erst am Mittwoch kehrte der 33-Jährige ins Mannschaftstraining zurück, traute sich aber mit Trainer Wollitz schon Spielminuten zu. „Es war der richtige Moment. Nicht zu lange, nicht zu kurz. So, dass man etwas bewegen kann„, sagte Thiele nach dem Spiel.

Die Stimmen zum Spiel

Claus-Dieter Wollitz (Energie Cottbus): „Das Ergebnis ist absolut lächerlich. Hier hat heute Arm gegen Reich gespielt. Und Arm hat gezeigt, wie man mit Mentalität Fußball spielen kann. Wir haben aber nicht das Ergebnis zur Belohnung bekommen. Heute war Energie Cottbus speziell in der zweiten Halbzeit das Beste, was je eine Drittliga-Mannschaft, die ich trainieren durfte, gespielt hat.“

Stefan Kutschke (Dynamo Dresden): „Den Punkt nehmen wir mit. Energie Cottbus war uns speziell in der zweiten Halbzeit überlegen. Ich glaube, diesen Willen an den Sieg zu glauben, hatten sie dann mehr.“

Timmy Thiele (Energie Cottbus): „Kurz nach dem Spiel würde ich sagen, das sind zwei verlorene Punkte für uns. Das ist eher ein Punktgewinn für Dresden. Ich hatte noch ‘ne Riesenchance, Tolcay [Cigerci] auch. Ich denke, dass es heute verdient gewesen wäre, hätten wir gewonnen. Haben wir aber nicht. Mund abputzen und genauso weitermachen.“

Niederlage

Erste Heimniederlage-Dynamo verliert gegen Viktoria Köln

So hatte sich Dynamo das nicht vorgestellt!

Vor 27.783 Zuschauern im Dresdener Rudolf-Harbig-Stadion gewann die Viktoria die Partie des 20. Spieltags am Sonntag mit 3:2 (2:1). Das Team von Trainer Thomas Stamm unterlag zum Auftakt der Rückrunde zu Hause Viktoria Köln mit 2:3 (1:2). Damit kassierte das Team die erste Heimniederlage der Saison. Das letzte Mal hatte die SGD in der Vorsaison am 4. Mai 2024 gegen den SC Verl verloren.

Was auf Jan Hendrik Marx, der den am Knöchel verletzten Jonas Sterner ersetzte, an diesem Januarsonntag zukommen sollte, ahnte der Dynamo-Rechtsverteidiger wohl spätestens in der zehnten Minute, als ihm Said El Mala das erste Mal entwischt war. Der furiose Kölner Linksaußen war mit Abstand der auffälligste und beste Mann auf dem Rasen – und Marx fast schon zu bemitleiden.

Nach einer verhaltenen Anfangsviertelstunde nahm die Partie Mitte der ersten Halbzeit Fahrt auf: Kölns Said El Mala zog über die linke Seite in den Sechzehner und kam zum Abschluss, Dynamo-Keeper Tim Schreiber parierte den Schuss und auch El Malas Nachschuss. Doch dann prallte der Ball vom Pfosten zum Kölner Serhat-Semih Güler, der aus vier Metern ins leere Tor abstauben konnte (20.). Fünf Minuten später erzielte der herausragende El Mala dann selbst das zweite Kölner Tor: Nach Pass von Donny Bogićević zog der 18-Jährige von links nach innen und schlenzte den Ball aus neun Metern ins lange Toreck (25.).

Dynamo-Anschlusstreffer durch Lemmer

Die Dresdener ließen sich davon nicht schocken und wurden danach immer stärker: In der 40. Minute erzielte Jakob Lemmer nach Vorlage von Dominik Kother den Anschlusstreffer für die Sachsen. Die Schlussphase der ersten Halbzeit verlief weiterhin turbulent: Dresdens Lemmer kam zu zwei Ausgleichschancen-Der SGD-Torschütze hatte vier Minuten darauf sogar das 2:2 auf dem Fuß, scheiterte mit seinem Dropkick aus Nahdistanz aber am Glanzreflex von Viktoria-Schlussmann Dudu (44.),  doch Viktoria-Keeper Dudu parierte jeweils stark (45., 45.+4). Auf der anderen Seite hatte Kölns El Mala die große Chance zu einem weiteren Treffer, doch Dynamo-Torwart Schreiber wehrte den Schuss mit einer glänzenden Parade ab (45.+1).

Mit Wiederanpfiff musste Marx Claudio Kammerknecht weichen, allerdings war alsbald auch für seinen Alptraum El Mala der Arbeitstag wegen einer Verletzung vorbei (53.). Rein sportlich hatte die Szenerie zunächst deutlich an Fahrt verloren. Die SGD war bemüht, fand aber kaum Lücken in der aufmerksamen Kölner Defensive. Dresden bemühte sich in der zweiten Halbzeit, den Offensiv-Druck zu erhöhen. Doch die Abwehr der Gäste stand sicher und ließ nur wenig zu, die ganz große Gefahr konnten die Gastgeber zunächst nicht entfalten.

Kutschke mit Anschluss Treffer, Baur köpft drüber

Und aus der geordneten Deckung heraus kam die Viktoria auch selbst zu Offensivaktionen. In der 76. Minute gelang den Gästen ihr drittes Tor des Tages, als Lex-Tyger Lobinger nach einem schnell vorgetragenen Gegenangriff aus zehn Metern per Flachschuss traf. Florian Engelhardt hatte Lobinger mit einem gut abgestimmten Pass in Szene gesetzt. Die Dresdener gaben aber nicht auf. In der 79. Minute hatte die Viktoria Glück, dass Schiedsrichter Assad Nouhoum das beherzte Zweikampfverhalten von Kölns Albion Vrenezi gegen Dresdens Mika Baur im Strafraum für nicht elfmeterwürdig hielt.

Dynamo spielte sich noch einige Chancen heraus, und in der 86. Minute gelang Stefan Kutschke mit einem satten Schuss aus 14 Metern der Anschlusstreffer für Dynamo. Auch danach attackierte Dynamo das Gäste-Tor, es blieb aber bis zum Abpfiff bei der knappen Führung für Köln. Nach dem 3:2-Auswärtssieg zählen die Kölner in der Tabelle nun zu den besten fünf Mannschaften der Liga, während Dynamo den 20. Spieltag nur als Tabellenzweiter beendet. Durch die vierte Saisonniederlage musste Dynamo die Spitzenposition einstweilen an Aufsteiger Energie Cottbus abgeben.

Köln empfängt nun Waldhof Mannheim

Das nächste Drittliga-Spiel steht für die Viktoria bereits am Freitag, 24. Januar, an: Ab 19.00 Uhr ist der SV Waldhof Mannheim zu Gast im Sportpark Höhenberg in Köln. Gleich am kommenden Samstag (25. Januar, 14 Uhr live bei SPORT IM OSTEN im MDR FERNSEHEN & Stream) haben die Elbestädter jedoch die Chance, wieder ganz nach oben zu rücken – auswärts beim absoluten Spitzenspiel in Cottbus.

3. Liga 2024-2025 | Spieltag 20
| Rudolf Harbig Stadion | 19.Jan..2025-13:30
Dynamo Dresden
U S S S S
2 : 3
Endstand
Viktoria Köln
N N S S S
Jakob Lemmer
40'
Stefan Kutschke
86'
Serhat-Semih Güler
20'
Said El Mala
25'
Lex-Tyger Lobinger
76'
1. Halbzeit
45' 15' 30'
 
2. Halbzeit
90' 60' 75'
Testspiel

Dynamo mit Remis im Testspiel gegen Rot-Weiss Essen

Dynamo Dresden hat sich im letzten Testspiel in der Winterpause 1:1 (0:1) von Liga-Konkurrent RW Essen getrennt. Die Partie während des Trainingslagers im türkischen Lara ging über zweimal 60 Minuten. Rund 350 Zuschauerinnen und Zuschauer waren im „Never Give Up Football Center“ zu Gast, als das Schiedsrichtergespann pünktlich um 14 Uhr türkischer Zeit die Partie anpfiff.

Sowohl der Tabellenführer als auch der Drittletzte begannen mit der vermeintlich besten Elf. Dynamo machte das Spiel, traf aber nicht und geriet durch Ramien Safi (0:1/52.) in Rückstand. Martinovic setzte sich an der Mittellinie durch und hatte auf der linken Seite freie Bahn. Seinen Flachpass in die Mitte konnte Sascha Risch nicht mehr klären, sodass Ramien Safi Tim Schreiber keine Chance ließ und den Führungstreffer für Rot-Weiss erzielte (52.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte Dynamo mit einem Freistoß aus gut 18 Metern die direkte Chance auf den Ausgleich.

Auch in der zweiten Halbzeit hatten die Sachsen einige Chancen. Spielkontrolle, frühes Pressing, aber auch immer wieder Probleme, die entscheidende Lücke zu finden. Essen stand tief und ließ Dynamo anrennen. So plätscherte das Spiel im zweiten Durchgang vor sich hin und erneut trat das Schiedsrichtergespann in den Vordergrund. Nach einem Treffer von Tony Menzel, der im Nachschuss den vermeintlichen Ausgleich erzielte, ging zu Unrecht die Fahne des Assistenten in die Höhe (85.) Zuvor hatte Stefan Kutschke per Kopf auf Oliver Batista Meier abgelegt, dessen Abschluss noch pariert wurde und der Abpraller bei Menzel landete.

Kurz vor Ende der Partie untermauerte die SGD aber nochmal ihre Standard- und Last-Minute-Qualitäten. Nach einer Ecke von Philip Heise wurde  Winterneuzugang Andi Hoti am langen Pfosten komplett allein gelassen. Der großgewachsene Innenverteidiger ließ sich die Chance nicht nehmen und köpfte wuchtig zum Ausgleich und gleichbedeutendem Endstand ein (115.).

Besser hätte es für Andi Hoti kaum laufen können

Dementsprechend groß ist die Freude über den ersten Auftritt im Trikot der Schwarz-Gelben: „So habe ich es mir vorgestellt. Zum Glück ist es so gekommen, dass ich der Mannschaft mit dem Tor helfen konnte“, freute der 21-jährige Innenverteidiger nach Abpfiff der Begegnung – fügte allerdings auch hinzu: „Mit dem 1:1 können wir nicht zufrieden sein, wir wollen immer gewinnen. Aber es war ein Testspiel. Insgesamt haben wir es gut gemacht, es waren aber auch noch kleine Fehler drin.“

Das Trainingslager endet für Dynamo am Sonntag.

 

News-13

Lars Bünning verlängert seinen Vertrag bei Dynamo

Im Türkei-Trainingslager gab Dynamo Dresden am Freitag eine Personalentscheidung bekannt: Der Vertrag mit Innenverteidiger Lars Bünning wurde verlängert.

Dynamo Dresden geht mit Abwehrspieler Lars Bünning in die nächsten Jahre. Der Kontrakt mit dem 26-Jährigen wurde verlängert, teilte der sächsische Verein am Freitag (10. Januar) mit. Über die Laufzeit des neuen Arbeitspapiers machte Dynamo wie üblich keine Angaben.

Lars ist mit seiner Persönlichkeit und Erfahrung ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft. Er kann auch zukünftig als Vorbild für unsere jüngeren Spieler vorangehen und unserem Team zu defensiver Stabilität verhelfen„, sagte Dresdens Geschäftsführer Sport Thomas Brendel.  Bünning war im Sommer 2023 vom Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern nach Dresden gewechselt und lief bislang in 52 Pflichtspielen für Dynamo auf. Er spielte auch schon für Werder Bremen II, Borussia Dortmund II und den SV Meppen.

Spielerwechsel

Dominik Kother wechselt von Regensburg zu Dynamo

Kurz nach dem Trainingsauftakt in die Wintervorbereitung wechselt Offensivspieler Dominik Kother zu Dynamo Dresden in die 3. Liga. Im Sommer 2023 kam der 24-Jährige von seinem Jugendclub Karlsruher SC nach Regensburg. In seinen wettbewerbsübergreifenden 59 Einsätzen für den SSV gelangen Kother 14 Tore sowie 16 Vorlagen. Unvergessen bleiben seine zwei Treffer in der Relegation 2024. Ursprünglich besaß Kother beim Jahn einen Vertrag bis Juni 2025.

Als ihm sein Berater offerierte, dass Dynamo Interesse zeige, konnte sich der bisher beim Zweitligisten Jahn Regensburg beschäftigte Kother rasch mit dem Transfer anfreunden: „Ich hatte schnell Bock auf die Sache. Ich habe schon ein paar Mal im Dresdner Stadion gespielt. Das hat immer Spaß gemacht.“ Er sei sehr gespannt darauf, nun auch mal das Heimtrikot bei einer Partie an der Lennéstraße zu tragen, fügte Kother an. Noch gut in Erinnerung ist ihm die Choreographie der Fans zum 70-jährigen Vereinsbestehen: „Ich habe da noch nicht gespielt, da war ich noch in Mannheim. Da saß ich 90 Minuten auf der Bank, hatte ziemlich viel Zeit, mir das in Ruhe anzuschauen. Das war schon bewundernswert, was die Fans an dem Spieltag so gemacht haben.“

Von seiner neuen Mannschaft kennt er nur Philip Heise näher

Viel Berührung mit seiner neuen Mannschaft hatte Kother bisher abseits von den Spielen sonst noch nicht. Vom Kader kennt er nur Philip Heise näher: „Mit ihm habe ich anderthalb Jahre in Karlsruhe zusammengespielt. Er ist der Einzige, mit dem ich schon zusammengespielt habe.“ Heise sei sehr überrascht gewesen, als er von Kothers Kommen erfuhr, schmunzelt der alte und neue Mitspieler des Düsseldorfers, der auf der gleichen Seite zu Hause ist wie der aus Bruchsal stammende und beim KSC ausgebildete Neuzugang.

Beide wollen mit Dynamo in diesem Frühjahr die Rückkehr in die 2. Bundesliga schaffen. Dort hat Kother schon 55 Einsätze absolviert, die meisten davon noch mit Heise gemeinsam beim KSC. Bei seinem letzten Verein in Regensburg kam er auf 14 Saisoneinsätze in der laufenden Saison, zwölfmal stand er dabei in der Startelf des Aufsteigers, der gerade um den Klassenerhalt ringt. Meist spielte er dort als Linksaußen, dann auch mal im offensiven Mittelfeld oder im Angriff. Besonders wertvoll für die Oberpfälzer erwies er sich im letzten Jahr, als er in der Relegation zur 2. Liga gegen den SV Wehen Wiesbaden zwei Tore schoss und dem SSV Jahn so maßgeblich mit zum Aufstieg verhalf. Mit Dynamo möchte er natürlich auch schnell wieder „hoch“: „Das wäre sehr, sehr schön, das zu wiederholen. Mein eigenes Ziel ist es, der Mannschaft so viel wie möglich zu helfen, dass wir die Ziele des Vereins erreichen.“

Dass Kother wechselte, lag neben einer vielleicht besseren mittelfristigen Perspektive maßgeblich daran, dass in Regensburg für seine Position nach einer Systemumstellung kein Platz mehr war: „Wir haben auf Fünferkette umgestellt. Da habe ich öfter positionsfremd gespielt, mal im Sturm, als Teil einer Doppelspitze, mal als einer von zwei Zehnern.“ In Dresden verspricht er sich bessere Chancen, auf seiner Schokoladenposition zu spielen. Seit dem Weggang von Tom Zimmerschied gab es bei der SGD keinen echten Spezialisten mehr für diese Position, mit Jonas Oehmichen (Schulter-OP) fällt eine Alternative zudem noch länger aus.

Von Dresden hat Kother noch nicht viel gesehen

Kother freut sich aber auch auf einen großen Traditionsverein: „Den hatte ich früher schon in Karlsruhe. Ich denke, Dresden ist nochmal ein Tick größer als Karlsruhe.“ Bei einem derartigen Klub zu spielen sei immer etwas Besonderes. Die Truppe habe ihn gleich warmherzig empfangen: „Das war top, ich habe aber auch nichts anderes erwartet. Es hat gepasst.“ Gespannt ist der Neue, der in Lara das Zimmer mit Andi Hoti teilt, auch auf die Stadt Dresden. Von der hat er noch nicht viel außer dem Stadion gesehen, vor seiner Vertragsunterschrift war er nur mal kurz in der Innenstadt etwas essen. Dabei soll es nicht bleiben: „Wenn wir aus dem Trainingslager wiederkommen, werde ich mir die Stadt genauer anschauen.“ Bis dahin will sich Dominik Kother aber in Lara bestens präsentieren, seine Ansprüche auf Spielzeit auf dem linken Flügel untermauern.