Mittelstürmer Kaan Inanoglu wechselt zur SGD

Verpflichtung

Kaan Inanoglu bewies bei Eintracht Frankfurt II und dem FC 08 Homburg seine Torjäger-Qualitäten in der Regionalliga. Dynamo Dresden bietet dem gebürtigen Texaner die Chance, in der 2. Bundesliga sein Können zu zeigen. Dynamo Dresden hat seinen Angriff mit Kaan Inanoglu verstärkt. Der 20-Jährige kommt von Eintracht Frankfurt, ging im vergangenen Halbjahr aber leihweise für den FC 08 Homburg in der Regionalliga Südwest auf Torejagd. Mit neun Treffern in 13 Spielen wusste der in Dallas geborene Türke vollauf zu überzeugen.

Sport-Geschäftsführer Sören Gonther erklärt, warum die SG Dynamo auf Inanoglu aufmerksam wurde: „Er hat in den zurückliegenden Jahren eine sehr starke Entwicklung vollzogen und neben seiner fußballerischen Qualität auch den Torinstinkt als junger Spieler in der Regionalliga nachgewiesen.“ Schon für Eintracht Frankfurt II erzielte der Stürmer 2024/25 insgesamt 14 Tore in 33 Viertliga-Partien. Doch Inanoglu möchte höher hinaus, das hat auch Gonther registriert, und macht das an einem konkreten Umstand fest: „Die bewusst frühe Entscheidung, nach Deutschland zu kommen, weit entfernt von der Heimat, zeigt seinen enormen Drang nach Erfolg.“

Inanoglu berichtet, dass seine Vorfreude auf Verein, Stadt und die Menschen riesig sei. Gleichzeitig bekräftigt der Neuzugang: „Ich bin optimistisch, dass für mich hier in Dresden der richtige nächste Schritt sein kann. Die Philosophie des Trainers passt sehr gut zu mir und ich hoffe, dass ich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Dynamo auch in der neuen Spielzeit attraktiv und erfolgreich spielt.“ nanoglu soll laut Gonther den Dresdner Konkurrenzkampf beleben, und der ist nicht ohne: Zwar beendet Stefan Kutschke seine Karriere, doch mit Vincent Vermeij (elf Tore) und Christoph Daferner (7) haben zwei weitere Mittelstürmer 2025/26 bewiesen, dass sie in der 2. Bundesliga gut zurechtkommen.

Brooklyn Ezeh wechselt von Hannover 96 zu Dynamo

Verpflichtung

Brooklyn Ezeh ist der erste Neuzugang der SG Dynamo Dresden

Der 24-Jährige kommt ablösefrei von Liga-Kontrahent Hannover 96 und soll die linke Seite in der Viererkette der Sachsen verstärken. Zusammen mit Alexander Rossipal (30) wird er um einen Stammplatz auf dieser Position kämpfen. Das verkündete die Sportgemeinschaft am Mittwochnachmittag offiziell.

Um Ezeh gab es in den vergangenen Jahren einigen Wirbel. Im Sommer 2023 wechselte der gebürtige Hamburger nach einer starken Saison vom damaligen Zweitliga-Aufsteiger Wiesbaden nach Hannover und durchlebte dort eine schwere Zeit. Im Herbst des Jahres wurde er in Polizeigewahrsam genommen und in eine psychiatrische Einrichtung gebracht, nachdem er im psychischen Ausnahmezustand in einem ICE randaliert hatte. Als er wieder mental gesund war, setzten ihn hartnäckige Verletzungen außer Gefecht.

Im Vorjahr wurde er deshalb von 96-Trainer Christian Titz (55) aussortiert und in die Zweite verbannt. In Dresden soll Ezeh wieder durchstarten. Die Verantwortlichen stehen voll hinter ihm. „Ich kenne Brooklyn noch aus meiner Zeit in Wiesbaden. Er ist einfach ein großartiger Kicker und Mensch„, sagt Geschäftsführer Stephan Zimmermann (39). Auf die schweren Jahre von Ezeh angesprochen, hat er auch seine Meinung. „Das Leben geht nicht immer geradeaus, jeder durchlebt irgendwann einmal eine Phase, die einem vielleicht selbst nicht gefällt. Und jeder hat eine faire zweite Chance verdient. Er hat sich in Wiesbaden immer tadellos verhalten und das wird er auch bei uns. Da bin ich mir sicher„, so Zimmermann.

Sportlich verkehrt macht es Dynamo auf keinen Fall. Ezehs Vertrag in Hannover lief aus, er kostet keine Ablöse „und wir bekommen mit ihm einen Spieler, in dem sehr viel Potenzial schlummert„, sagt auch Sportgeschäftsführer Sören Gonther (39). „Wir haben ihn das komplette letzte Jahr beobachtet, sind von ihm absolut überzeugt. Er wird seinen Weg gehen und uns verstärken“, erklärt der 39-Jährige.

DFB-Pokal Auslosung-Dynamo gegen Westfalia Rhynern

DFB-Pokal

Die Auslosung ist durch!

Am Samstagabend wurde die erste Runde der neuen DFB-Pokalsaison ausgelost. Schiedsrichter Deniz Aytekin, der seine Karriere nach der abgelaufenen Saison beendet hatte, zog die Lose im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. Mit dabei: Der amtierende Pokalsieger FC Bayern muss gegen Zweitliga-Aufsteiger Osnabrück ran. Der BVB trifft auf Hamburg-Klub HEBC Hamburg. Und das traditionell aufgeladene Nachbarschafts-Duell zwischen Mannheim und Kaiserslautern sorgt für Zündstoff.

Die erste Runde wird hauptsächlich vom 21. bis zum 24. August ausgetragen. Die Erstrundenpartien der Bayern und des BVB finden allerdings am 1. und 2. September statt, da die beiden Mannschaften am 22. August noch den Franz-Beckenbauer-Supercup in Dortmund ausspielen. Der nächste Pokalsieger wird im Finale am 29. Mai 2027 im Berliner Olympiastadion gekrönt.

Alle 32 Spiele auf einen Blick

SC St. Tönis – Eintracht Frankfurt

Erzgebirge Aue – TSG 1899 Hoffenheim

Eintracht Braunschweig – Union Berlin

Eintracht Trier – RB Leipzig

HEBC Hamburg – Borussia Dortmund

TSV Schott Mainz – Borussia Mönchengladbach

Fortuna Düsseldorf – SC Freiburg

Rot-Weiss Essen – FC St. Pauli

SG Sonnenhof Großaspach – Arminia Bielefeld

SSV Jeddeloh II – 1. FC Heidenheim

SV Wehen Wiesbaden – Bayer 04 Leverkusen

Hallescher FC – FC Schalke 04

Energie Cottbus – FC Augsburg

VfB 1921 Krieschow – 1. FSV Mainz 05

SpVgg Greuther Fürth – VfL Bochum

SV Hemelingen – Hannover 96

SC Preußen Münster – Karlsruher SC

1. FC Saarbrücken – Hertha BSC

FC Viktoria Köln – 1. FC Nürnberg

MSV Duisburg – SV Elversberg

VfL Osnabrück – FC Bayern München

Lüneburger SK Hansa – SV Werder Bremen

SC Verl – Hamburger SV

Hansa Rostock – VfB Stuttgart

Carl Zeiss Jena – SV Darmstadt 98

Bahlinger SC – 1. FC Magdeburg

TSV 1860 München – Holstein Kiel

SV Waldhof Mannheim – 1. FC Kaiserslautern

SV Westfalia Rhynern – Dynamo Dresden

1. FC Phönix Lübeck – SC Paderborn

VSG Altglienicke – VfL Wolfsburg

Würzburger Kickers – 1. FC Köln

Lars Bünning erleidet Hirnblutung und wird notoperiert

Verletzung

Schockmoment bei Dynamo

Es ist eine Nachricht, bei der der Fußball in den Hintergrund tritt: Wie Dynamo Dresden am Montagvormittag mitteilte, musste sich Lars Bünning einer lebensnotwendigen Operation unterziehen. Denn wie die Sachsen bekanntgaben, erlitt Lars Bünning „spontan und ohne äußere Einwirkung eine Hirnblutung„. Wegen dieses akuten medizinischen Notfalls musste sich der 28-Jährige einer „lebensnotwendigen Operation“ unterziehen.

Der Eingriff ist dem Vernehmen der SGD nach „erfolgreich verlaufen„. Bünnig ist bei Bewusstsein, wird aber weiter intensivmedizinisch betreut und überwacht. „Die Nachricht ist ein absoluter Schockmoment für uns gewesen„, sagte Dresdens Sport-Geschäftsführer Sören Gonther. „Zum Glück ist die Operation sehr gut verlaufen und Lars ist wieder bei vollem Bewusstsein. Der gesamte Verein ist in Gedanken bei ihm und seinen Angehörigen. Wir werden ihn auf seinem Genesungsprozess bestmöglich unterstützen.“ Weitere Informationen zum Heilungsverlauf wird Dynamo nur in enger Absprache mit Bünnings Familie bekanntgeben.

Lars Bünning wechselte im Sommer 2023 vom 1. FC Kaiserslautern zum damaligen Drittligisten Dynamo Dresden, mit den Sachsen feierte er im vergangenen Sommer den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Bünning startete als Stammspieler in der Innenverteidigung in die Spielzeit, diesen Status verlor er aber im weiteren Saisonverlauf. In der Rückrunde kam er nur noch zu zwei Kurzeinsätzen, Bünning galt deshalb als Wechselkandidat. Wie es nach der Schocknachricht nun sportlich weitergeht, ist aber offen. Wichtig ist zunächst aber seine komplette Genesung.

Dominik Kother wechselt fest von Dynamo zum MSV Duisburg

Spielerwechsel

Dynamo Dresden treibt die Personalplanungen für die kommende Saison weiter voran. Jetzt steht der nächste Abgang fest: Dominik Kother (26), der zuletzt an den MSV Duisburg ausgeliehen war, kehrt nicht zur SGD zurück. Der Mittelfeldmann wechselt fest zum Drittligisten MSV Duisburg. Dynamo hat den Deal inzwischen bestätigt.

Kother entwickelte sich beim MSV im Laufe der Rückrunde zum echten Leistungsträger. Der Offensiv-Allrounder, zumeist über die linke Außenbahn kommend, hatte großen Anteil daran, dass der Aufsteiger bis zum Schluss an der Aufstiegs-Sensation schnupperte. In 14 Spielen schoss er drei Tore, legte zwei weitere auf. In Dresden gehörte der gebürtige Baden-Württemberger, der im Januar 2025 von Zweitligist Jahn Regensburg kam, zunächst ebenfalls zu den Stützen. Mit sechs Toren und drei Vorlagen hatte er großen Anteil am Zweitliga-Aufstieg. Auch eine Liga höher kam Kother zwar regelmäßig zum Einsatz, zunehmend allerdings nur noch von der Bank.

In den letzten vier Hinrunden-Spielen stand er bei Dynamo Dresden nicht mehr im Kader. Um wieder auf mehr Spielpraxis zu kommen, einigten sich Spieler und Verein auf die Leihe nach Duisburg – was sich als echter Volltreffer erwies. „Dominik hat in den vergangenen Monaten in Duisburg die von ihm durch die Leihe erhoffte Spielzeit erhalten und dies mit guten Leistungen zurückgezahlt. Daher kam die Anfrage zu seiner Verpflichtung für uns nicht überraschend“, so Sportchef Sören Gonther.

Ablöse kann bei Aufstieg noch steigen

Durch den endgültigen Wechsel zum Traditionsklub an der Wedau erhält Dresden eine Ablöse, die nach BILD-Informationen im hohen fünfstelligen Bereich liegen dürfte. Üblicherweise gibt´s bei einem Aufstieg noch einen finanziellen Nachschlag.

Kother wurde im Nachwuchs beim Karlsruher SC ausgebildet, schnupperte beim Zweitligisten auch erste Profi-Luft. Nach einer Leihe zu Drittligist Waldhof Mannheim wechselte der Profi zur Saison 2023/24 nach Regensburg. Mit dem Jahn stieg er am Ende in die 2. Liga auf – auch dank seiner zwei Treffer in den Relegationsspielen gegen Wiesbaden. Jetzt nimmt er mit Duisburg einen neuen Anlauf Richtung Zweitliga-Aufstieg. Wie es geht, weiß er ja ganz genau…

Fürth bleibt 2. Liga, Essens Traum vom Aufstieg geplatzt

Relegation

Rot-Weiss Essen bleibt der ersehnte Aufstieg in die 2. Bundesliga verwehrt. Die Essener verlieren bei Greuther Fürth mit 0:2. Es ist ein Relegationskrimi. Nach Zittermomenten rettet sich Greuther Fürth doch noch. Rot-Weiss Essen bleibt in der 3. Liga. Zwei Stürmer machen ihren Fans Abschiedsgeschenke.

Die SpVgg Greuther Fürth hat dank ihrer Vorzeigestürmer Noel Futkeu und Branimir Hrgota den ersten Absturz in die Drittklassigkeit nach 29 Jahren doch noch abgewendet. Der ewige Tabellenführer der 2. Fußball-Bundesliga bezwang nach einem Stotterstart und späten Zittermomenten Rot-Weiss Essen im Relegationsrückspiel am Ende verdient mit 2:0 (1:0).

Die im Abschluss erschreckend schwachen Gäste aus dem Ruhrgebiet verspielten ihr knappes 1:0 aus dem Hinspiel und verpassten die Rückkehr nach 19 Jahren in die Zweitklassigkeit. Der Video-Referee nahm in der 68. Minute ein vermeintliches Tor von Jaka Cuber Potocnik wegen Abseits zurück. Nach einem Pfostentreffer scheiterte dann auch noch Torben Müsel per Kopf (81.) vor dem leeren Tor.

Die Fürther wurden vor 16.126 Zuschauern zunächst von ihrem Torwart Silas Prüfrock im Spiel gehalten. Dann machten Futkeu (29. Minute) und Hrgota (47.) den Kleeblatt-Fans mit ihren Toren Abschiedsgeschenke: Die beiden Angreifer verlassen die Franken in diesem Sommer als Relegationshelden.

Futkeu – wer sonst!?

Futkeu hatte sich im Hinspiel aufgerieben. Auch aus Sorge um eine Gelbsperre kam der 23 Jahre alte Angreifer, der sich mit 19 Treffern zum Zweitligatorschützenkönig gekürt hatte, gegen die Essener so gut wie gar nicht zum Zug. Diesmal zeigte er wieder seine Klasse. Futkeu, der nach zwei Jahren die Fürther in Richtung Eintracht Frankfurt verlässt, traf wie ein echter Goalgetter aus kurzer Distanz. Die Vorarbeit verdeutlichte die Willensstärke der Franken. Kapitän Branimir Hrgota, der als Rekordtorschütze des Vereins nach sieben Jahren eine neue Herausforderung sucht, rackerte sich über die rechte Seite in den Strafraum. Felix Klaus stocherte dessen Vorarbeit gerade noch so zu Futkeu. Die Fürther Fans tickten für einen Moment aus.

„Die Mannschaft hat mehrfach in der Saison Charakter bewiesen und das wird sie auch heute tun“, äußerte sich der Fürther Geschäftsführer Holger Schwiewagner vor dem Nervenspiel bei Sky zuversichtlich. Sein Team, das sich erst am letzten Spieltag in die Relegation gerettet hatte, hatte zunächst zwar mehr Ballbesitz. Doch die dicken Chancen zur Führung besaßen die Essener. Gianluca Swajkowski tauchte in der zehnten Minute allein vor Kleeblatt-Keeper Prüfrock auf. Doch der 21 Jahre alte Schlussmann wehrte den scharfen Schuss aus elf Metern noch sensationell ab.

Immer wieder Prüfrock

Nur drei Minuten danach lenkte Prüfrock einen mittigen Volleyschuss von Müsel, der im Hinspiel mit einem Traumfreistoß für das Siegtor gesorgt hatte, über die Latte. Fürth durfte sich bei Prüfrock bedanken. Allmählich kamen aber die Hausherren ins Rollen. Eine Flanke von Jannik Dehm (19.) von der rechten Seite senkte sich schlagartig und klatschte auf die Latte. Glück für Essen und Torwart Jakob Golz. Die Gäste aus dem Ruhrgebiet bekamen nun immer mehr Probleme mit der fränkischen Offensivwucht um Futkeu, Hrgota, Klaus und Sayfallah Ltaief, der anfangs auf der linken Seite nicht zu kontrollieren war.

Während nach dem Seitenwechsel Pyrotechnik aus dem Essener Fanblock flog, sorgte der nächste scheidende Fürther Stürmer für Jubel bei seinen Fans. Hrgota legte sich den Ball im Sechzehnereck auf den starken linken Fuß zurecht und schlenzte ihn unwiderstehlich ins Tor. Die Essener hatten dennoch weiter ihre Gelegenheiten. Abschlüsse wie von Michael Kostka (50.) waren aber viel zu schwach. Auf der Gegenseite rettete Golz gegen den dauergefährlichen Futkeu (56.). Die Fürther Defensive war nicht immer sicher – sie hielt dem Schlussdruck aber stand.

Rudelbildung nach dem Schlusspfiff

Nicht zuletzt das Rückspiel war am Ende extrem hitzig. Nach dem Schlusspfiff gab es auch noch eine Rudelbildung unter anderen um den Essener Ruben Reisig. Der herbei gelaufene frühere Fürther Dickson Abiama stieß dann auch noch Kleeblatt-Profi Paul Will, der zu Boden fiel. Bei den Essenern blieb viel Frust, einige Spieler vergossen sogar Tränen. Nach dem 1:0 im Hinspiel verpassten sie den Sprung in die 2. Bundesliga nach 19 Jahren – obwohl sie beste Chancen hatten. Hüning, der Essen auf den letzten Drücker erst in die Relegation geschossen hatte, fühlte sich am Ende „komplett leer“. Torwart Jakob Golz räumte ein: „Es tut unfassbar weh.“ Trainer Uwe Koschinat empfand aber auch viel Stolz: „RWE hat Eindruck in Deutschland hinterlassen. Das bleibt irgendwann, wenn der Schmerz vorbei ist.“

Paderborn steigt auf, Wolfsburg spielt 2. Bundesliga

Relegation

Der SC Paderborn hat den dritten Bundesliga-Aufstieg seiner Vereinsgeschichte perfekt gemacht

Der VfL Wolfsburg hat die Relegation gegen den SC Paderborn dramatisch verloren und steigt zum ersten Mal in seiner Geschichte aus der Fußball-Bundesliga ab. Die lange in Unterzahl spielende Mannschaft von Coach Dieter Hecking unterlag den Ostwestfalen im Rückspiel mit 1:2 (1:1, 1:1) nach Verlängerung. Der SCP bejubelte den dritten Aufstieg in die Erstklassigkeit nach 2014 und 2019. Vor 15.000 Zuschauern im ausverkauften Paderborner Stadion erzielten Filip Bilbija (38. Minute) und Laurin Curda (100.) die Tore für die von Ralf Kettemann trainierten Gastgeber. Anders als beim 0:0 im Hinspiel präsentierte sich der SCP diesmal offensiv druckvoll.

Für Wolfsburg reicht es dagegen nur zu einem schnellen Tor. Der Führungstreffer von Dzenan Pejcinovic (3.) war zu wenig. Joakim Maehle sah Gelb-Rot (14.) und schwächte seine Mannschaft, die ihre Aufholjagd der vergangenen Wochen nicht vollenden konnte, entscheidend. Erst mit acht Punkten aus den letzten fünf Bundesligaspielen hatte sich der VfL überhaupt die Chance in den Entscheidungsspielen erarbeitet. Am Ende einer von Anfang an völlig verkorksten Saison stehen nun Trauer und Enttäuschung. In den kommenden Wochen muss beim millionenschweren Volkswagen-Club eine umfassende Aufarbeitung der Spielzeit erfolgen.„Wir müssen heute einen drauflegen, wenn wir in der Liga bleiben wollen“, hatte Hecking vor dem Spiel bei Sat.1 gesagt. Und seine Mannschaft nahm den 61-Jährigen zu Beginn der Partie beim Wort. Wolfsburg legte einen Traumstart hin. Adam Daghim sprintete die linke Außenbahn entlang, legte zurück und Pejcinovic ließ die mitgereisten VfL-Fans mit einem platzierten Flachschuss ins Eck jubeln.

Paderborn ließ sich durch den frühen Rückstand jedoch nicht nachhaltig beeindrucken. Die Ostwestfalen, die von ihren Fans mit einem Busempfang und Feuerwerk auf das Spiel eingestimmt worden waren, zeigten eine gute Reaktion und erarbeiteten sich Feldvorteile. Der Lohn war zunächst zwar kein Tor, aber die Überzahl. Maehle, der kurz zuvor erst bei einer Rudelbildung Gelb gesehen hatte, ging übermotiviert in einen Zweikampf mit Mattes Hansen. Schiedsrichter Felix Zwayer zögerte nicht und schickte den Dänen vom Platz.

Paderborn belohnt sich für hohen Aufwand

In Unterzahl zog sich Wolfsburg zurück, Paderborn baute Druck auf. Der Ausgleich war nur eine Frage der Zeit. Ein Schuss von Mika Baur rauschte noch knapp am Tor vorbei. Bei einem Versuch von Santiago Castaneda war Kamil Grabara im Wolfsburger Tor zur Stelle. Dann ließ Bilbija die Arena erzittern. Der 26-Jährige traf nach einem verlängerten Einwurf per Kopf. Das Spiel auf ein Tor setzte sich nach der Halbzeit fort. Jeanuel Belocian und Christian Eriksen retteten bei einer Paderborner-Doppelchance in höchster Not für Wolfsburg. Sebastian Klaas traf mit einem wuchtigen Schuss nur den Pfosten.

Von Wolfsburg kam offensiv quasi nichts. Angesichts des Kader-Potenzials des Bundesligisten war das trotz der Unterzahl erstaunlich. Ein Beleg für die Einseitigkeit der Partie war auch die Statistik: Nach einer guten Stunde hatte der SCP 13 Ecken getreten, der VfL eine. 19:2 standen am Ende in der Statistik. Ähnlich deutlich die Verteilung der Torschüsse. Paderborn hatte 39, Wolfsburg acht.

Trotz der Unterlegenheit retteten sich die Gäste irgendwie in die Verlängerung, auch weil Sven Michel für Paderborn in der Nachspielzeit erneut nur den Pfosten traf. Doch in der Verlängerung kassierten die Niedersachsen das 1:2. Curda brachte den Zweitligisten verdient in Führung und verwandelte das kleine Paderborner Stadion in ein Tollhaus.

Dynamo zahlt 91.200 Euro Strafe & Teilausschluss für Ausschreitungen

News-2

Der DFB hat am Mittwoch die Strafe für die beiden Vereine bekannt gegeben: Dresden muss 91.200 Euro zahlen, wovon 30.400 Euro für eigene sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwendet werden dürfen. Außerdem gibt es beim folgenden Heimspiel einen Zuschauer-Teilausschluss. Die „K-Blöcke“ (Blöcke K 1 bis K 5) im Rudolf-Harbig-Stadion werden dann geschlossen sein. Ein weiteres Spiel mit einem derartigen Teilausschluss wurde als Strafe auf Bewährung verhängt – die Bewährungszeit läuft bis zum 30. Juni 2027. Hertha BSC muss 152.000 Euro Strafe zahlen, wovon 50.500 Euro für eigene sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwendet werden dürfen.

Die „K-Blöcke“ (Blöcke K 1 bis K 5) werden geschlossen

Außerdem wurde beiden Vereinen auferlegt, unter Einbeziehung der Abteilung Sicherheit des DFB ein gemeinsames Sicherheitskonzept zu erstellen und durchzusetzen. Teil dessen ist, dass bei den nächsten beiden Spielen zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC in der folgenden Saison – unabhängig davon, ob in der 2. Liga oder im DFB-Pokal – jeweils nur die Hälfte des zulässigen Kartenkontingents des Gästebereichs verkauft werden darf. Zudem müssen die Gästetickets personalisiert werden. Und Hertha und Dynamo müssen mindestens 30 eigene qualifizierte Ordnungskräfte im Rahmen des jeweiligen Auswärtsspiels einsetzen. Die Vereine können gegen die Entscheidung des DFB innerhalb von 24 Stunden Einspruch einlegen.

Am Karsamstag 2026 war Hertha BSC am 28. Spieltag der 2. Bundesliga bei Dynamo Dresden zu Gast. Es kam zu ungewohnt heftigen Ausschreitungen einzelner Fan-Gruppierungen beider Vereine: Dynamo-Fans liefen über den Platz zum Hertha-Block und warfen pyrotechnische Gegenstände auf die Tribüne. Die Berliner Fans warfen ihrerseits ebenfalls mit pyrotechnischen Gegenständen auf die Dresdner, die sich im Stadioninnenraum befanden. Die Polizei schaffte es zwar, die Situation zu beruhigen, aber die Partie war insgesamt 19 Minuten lang unterbrochen und es gab mindestens 17 verletzte Personen.

Die zuständigen Verbandsverantwortlichen fanden zu dem Sachverhalt deutliche Worte: „Ich kann mich an kaum einen Fall erinnern, bei dem Pyrotechnik in einem solchen Ausmaß als Waffe gegen Menschen eingesetzt wurde. Das ist nicht tolerierbar, dafür kann es keine Entschuldigung, keine Ausrede und auch keine Nachsicht geben. Damit wurde eine Grenze überschritten. Da der Fall kein Standardfall ist, muss auch die Sanktion vom Standard abweichen“, sagte Stephan Oberholz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts. Der Zuschauer-Teilausschluss sei eine harte Sanktion, diese beschränke sich aber gezielt auf die Tribünenbereiche, aus denen die Unruhestifter bei den Ausschreitungen kamen.

Auch Thomas Bergmann, DFB-Vizepräsident für Rechtsangelegenheiten, äußerte sich: „Wir reden über einen Gewaltexzess, der uns alle fassungslos macht.“ Der Dialog und Austausch mit den Vereinen sei weiterhin zentrales Element der DFB-Politik, aber: „Wenn niedrigschwellige Maßnahmen erkennbar nicht greifen, wenn auch die Selbstregulierung in den Fanszenen nicht wirkt, dann muss dies fühlbare Konsequenzen haben.“ Es seien „drastische Maßnahmen“, die aber ein Großteil der friedlichen Fußballfans befürworte: „Denn: Was in Dresden passiert ist, darf sich nicht wiederholen.“

Vermeij schiesst Dynamo Dresden zum Klassenerhalt

News-3

Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung sichern die Schwarz-Gelben ihren Verbleib in der 2. Bundesliga. Durch das 2:1 gegen Holstein Kiel gelang es aus eigener Kraft. Doppeltorschütze Vincent Vermeij ragte aus einem sehr überzeugenden Kollektiv heraus. Emotional wurde es schon vor dem Spiel, als Stefan Kutschke von den Fans verabschiedet wurde. Dynamo Dresden war in der Hinrunde schon totgesagt, ist nach einer bärenstarken Rückrunde aber wieder auferstanden und spielt auch in der neuen Saison in der 2. Bundesliga. Die KSV Holstein, die im vergangenen Jahr aus der Bundesliga abgestiegen war, beendete eine schwierige Zweitliga-Saison auf dem zwölften Tabellenplatz.

Abschied für Stefan Kutschke

So aber war es vor ausverkauftem Haus (30.644 Zuschauer) ein rundum gelungenes Fußballfest und ein perfekter Abschluss für Stefan Kutschke. Der 37-jährige Dresdner „Fußballgott“ beendete am Sonntag (17. Mai) seine Karriere nach 182 Spielen und 52 Toren im Dynamo-Dress. Er war schon vor dem Spiel zu Tränen gerührt, als sich die Fans mit einer tollen Choreografie verabschiedeten.

Vermeij macht Klassenerhalt klar

Schon früh zeigte sich, welches Team noch Punkte für den Klassenerhalt brauchte und welches nicht mehr. Dresden drängte die „Störche“ sofort in deren eigene Hälfte zurück und hatte durch den ehemaligen Holstein-Profi Robert Wagner nach sechs Minuten eine exzellente Torchance, die Ivan Nekic aber zunichte machte. Bei einer Ecke des früheren Rostockers Alexander Rossipal stellten sich die Norddeutschen bald darauf aber nicht gut an. Vincent Vermeij sprang der Ball auf den Oberschenkel und von dort zum 1:0 ins Kieler Tor (14.). Hatte der Niederländer in der Situation noch etwas Glück gehabt, zeigte er in der 36. Minute eindrucksvoll sein Durchsetzungsvermögen. Vermeij sprang entschlossen in die nicht leicht zu erreichende Flanke des gebürtigen Hannoveraners Kofi Amoako und köpfte zum 2:0 ein.

Dass Dynamo mit dem Vorsprung auch in die Kabine ging, hatten sie Tim Schreiber zu verdanken. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit verhinderte der SGD-Torhüter das 1:2. Er parierte einen Strafstoß von Alexander Bernhardsson saustark. Er lenkte den Schuss zuerst an den Pfosten – von dort sprang der Ball an die Unterkante der Latte und zurück ins Spielfeld.

Harres trifft für die Störche

Nach der Pause und dem Blick auf die anderen Plätze – Fürth führte mit 3:0 gegen Düsseldorf – konnte es Dynamo gelassener angehen. Es gab zwar hin und wieder den Hauch von Torchancen, aber eben keine zwingenden Aktionen. Dresden hatte nach einer Stunde eine Chance durch Rossipal, doch Holstein-Schlussmann Timo Weiner war zur Stelle. Die Kieler erhöhten in der Schlussphase noch einmal das Engagement und kamen auch noch zum Anschlusstreffer. Angreifer Phil Harres sorgte in der 81. Minute mit einem schönen Schuss aus der Drehung in den linken oberen Torwinkel für das 1:2 aus Kieler Sicht. Mehr ließen die Gastgeber aber nicht zu.

Am Ende jubelte aber die SGD – über den Klassenerhalt nach einer famosen Rückrunde. Gemeinsam mit den Fans feierten die Spieler ein weiteres Jahr in der 2. Liga noch lange nach dem Abpfiff. Kutschke genoss das Bad im Fanblock und wird von seinem Trainer Thomas Stamm schon jetzt vermisst. „Er wird als Persönlichkeit fehlen.“

2.Liga 2025-2026 | Spieltag 34
| Rudolf Harbig Stadion | 17.Mai.2026-15:30
Dynamo Dresden
S S N S N
2 : 1
Endstand
Holstein Kiel
S S S S N
Vincent Vermeij
14'
Vincent Vermeij
36'
Phil Harres
81'
Tore
Tor
36'
81'
Tor
1. Halbzeit
45' 15' 30'
5'
 
2. Halbzeit
90' 60' 75'
Spielstatistiken
Dynamo Dresden
Holstein Kiel
Am Tor vorbei 8
Schüsse auf das Tor 2
Schüsse auf das Tor 3
Am Tor vorbei 6
2 Tore 1
40 Ballbesitz 60
57% Zweikampfquote 43%
3 Ecken 9
14 Fouls 17
4 Abseits 0
2 Gelbe Karten 3
347 Pässe 509
10 Torschüsse gesamt 9
2 Schüsse auf das Tor 3
8 Schüsse neben das Tor 6
26 Einwürfe 23
17 Freistöße 14
19 Dribblings 20
10 Flanken 16