4:0 im Test gegen Hessen Kassel, Dynamo siegt weiter

Testspiel

Die Reise durchs Dynamoland ist beendet

Nach Bautzen und Neustadt/Spree machte Dynamo Dresden nun in Großenhain Station, spielte dort vor 3500 Zuschauern in der ausverkauften Jahnkampfbahn gegen Südwest-Regionalligist Hessen Kassel und gewann die Partie mit 4:0 (1:0). „Wir wissen ja, dass es Dynamo-Fans nicht nur in der Stadt gibt, sondern vor allem im Umland. Damit wollten wir auch ‚Danke‘ sagen für die Unterstützung. Schön, dass es solche Spiele gibt„, sagte Dynamos Sportchef Sören Gonther (39) zur Pause über die Reise durchs dynamische Einzugsgebiet. Er wechselte im Winter von Kassel nach Dresden, das Spiel gehört zu seinem Abschied vom KSV dazu.

Und sein Ex-Verein präsentierte sich als kernige Truppe, die ordentlich Gegenwehr leistete. Vor allem die ersten Minuten gehörten Kassel, ab Spielminute zehn übernahm Dynamo das Kommando, wurde in der intensiven Partie aber erst in den letzten Minuten der ersten Hälfte zwingend. Nach einem langen Ball von Rückkehrer Thomas Keller legte Niklas Hauptmann auf Nachwuchsmann Nico Künzel ab, der zum 1:0 (38.) ins leere Tor traf.

Sportchef Sören Gonther mit Transfer-Ansage!

Zur Pause wechselte Dynamo komplett durch. Lange Zeit entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel – mit leichten Vorteilen für Dresden. Die SGD hatte auch die klareren Chancen. Eine nutzte Jonas Oehmichen zum 2:0 (73.). Nach einem Doppelpass mit Niklas Remus schob er ein. Den Deckel auf die Partie machten Kaan Inanoglu (87.) und Remus (89.).

In der Halbzeitpause bestätigte Gonther auch, dass der Keller-Transfer nicht das Ende der Aktivitäten war. „Wir werden noch ein, zwei Dinge anschieben„, erklärte er.

Ist bei diesen ein, zwei Dingen auch Vladimir Lucic dabei? „Ich kann kein Serbisch„, antwortete er lachend und mit einem Augenzwinkern. Der Mann von Roter Stern Belgrad soll im Anflug sein und mit ins Camp nach Windischgarsten fahren. Die Euphorie, die jetzt durch die bisherigen Transfers entstanden ist, will Gonther mitnehmen, ohne abzuheben. „Wir werden so etwas von mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben. Unser Ziel ist, dass wir uns in der 2. Bundesliga etablieren. Das heißt fürs Erste den erneuten Klassenerhalt im Wissen, das zweite Jahr ist immer das schwerste.“

Niederlage im Testspiel gegen Hessen Kassel

Testspiel

Dynamo Dresden verliert gegen die KSV Hessen Kassel den nächsten Härtetest der Saisonvorbereitung

Erste Niederlage im dritten Testspiel: Im Trainingslager in Heiligenstadt unterliegt Dynamo Dresden dem Regionalligisten Hessen Kassel mit 1:2. Rückkehrer und Torschütze Daferner spricht von einem Warnschuss. Die Serie ist gerissen. Nach den Erfolgen gegen Fortschritt Lunzenau (19:0) und dem FSV Neusalza-Spremberg (5:1) unterlag Dynamo Dresden im Trainingslager in Heilgenstadt dem Regionalligisten KSV Hessen Kassel nach einer 1:0-Führung mit 1:2. Beiden Gegentoren waren grobe Schnitzer vorausgegangen.

Das Besondere: Die Partie ging wie bei Deutschlands EM-Viertelfinale über 120 Minuten – allerdings nicht wie in Stuttgart in die Verlängerung, sondern über je 30-minütige Viertel. „Mir war wichtig, dass alle Jungs 60 Minuten bekommen“, erklärte Stamm, der nach einer Stunde komplett durchwechselte. Seine Startelf, in der mit Tim Schreiber, Dennis Duah und Aljaz Casar drei Sommer-Neuzugänge, mit Oliver Batista Meier ein Rückkehrer und mit Jakob Zickler und Dmytro Bohdanov zwei Junioren standen, tat sich jedoch schwer.

Zwar erspielte sich der Drittligist im 4-3-3-System mehr Chancen als die Hessen, doch bei den Abschlüssen zeigten die Dresdner eklatante Schwächen. Die Schüsse gingen meist weit neben und über, selten aufs Tor. Die größten Gelegenheiten vergaben Jakob Lemmer und Casar. „Wir waren nicht effizient“, kritisierte Stamm. Für den größten Aufreger sorgte da ein Junge, der während des Spiels aufs Feld rannte und ein Selfie mit Dynamos Schlussmann Schreiber machte – ohne, dass die Partie unterbrochen wurde. Nach der zweiten Pause wechselte Stamm nicht nur alle elf Spieler aus, sondern änderte auch die taktische Ausrichtung, bot eine Dreier-Abwehrkette und mit Rückkehrer Christoph Daferner und Stefan Kutschke eine Doppelspitze auf. Besser wurde das Spiel aber nicht, zunächst blieben selbst Chancen Mangelware. „Ich erwarte, dass wir auch gegen tiefstehende Gegner unseren Rhythmus gehen. Das haben wir leider nicht geschafft. Mir hat ein bisschen die Ruhe und Geduld gefehlt“, bemängelte der Trainer.

Daferner sorgte in der 87. Minute schließlich für die späte Führung. Nach einem Schuss von Kutschke und einer Parade von Kassel-Schlussmann Nicolas Gröteke stocherte der Angreifer den Ball über die Linie. Glücklich war Daferner danach trotzdem nicht. „Die Niederlage war unnötig. Es war ein Warnschuss zum richtigen Zeitpunkt. Ich erwarte schon, dass wir – bei allem Respekt vor Kassel – gegen einen Regionalligisten gewinnen“, erklärte er.

Beim Südwest-Regionalligisten reiste Dynamos Ex-Verteidiger Sören Gonther mit nach Heiligenstadt. Der 37-Jährige ist Geschäftsführer in Kassel und hatte sich bei den Schwarz-Gelben kürzlich um die Stelle des Sportchefs beworben. Gonther gehörte zum Trio, das zu Gesprächen in Dresden war, der Aufsichtsrat entschied sich letztlich jedoch für Thomas Brendel. Bei Kassel hatte ein Virus die halbe Mannschaft zuletzt zu einer Pause gezwungen. Spielen konnten allerdings die beiden Ex-Dresdner Kenny Weyh und Cornelius Bräunling, die vor einem Jahr von Dynamos U19 zu den Hessen gewechselt waren. Bräunling war es, der nach einem groben Schnitzer von Lars Bünning den Ausgleich erzielte. Neuzugang Vinko Sapina machte den nächsten Fehler, Severo Sturm nutzte das zum 2:1-Endstand für Kassel. „Wir hatten die Kontrolle über das Spiel, waren in der Offensive aber nicht zielstrebig genug“, fasste Niklas Hauptmann die 120 Minuten treffend zusammen.