Befreiungsschlag von Dynamo gegen Darmstadts Lilien

Erst zweimal in dieser Spielzeit gewann Dynamo daheim

Gegen das Spitzenteam aus Darmstadt lief es nach Wunsch. Dynamo Dresden hat ein weiteres Ausrufezeichen in der 2. Bundesliga gesetzt und dem SV Darmstadt 98 den Sprung an die Tabellenspitze verwehrt. Die Sachsen gewannen gegen den Tabellenzweiten 3:1 (2:0) und verließen vorübergehend die Abstiegsplätze. Vincent Vermeij (45., 45.+1) hatte die Sachsen mit einem Doppelpack unmittelbar vor der Pause in Führung geschossen.

40 Minuten lieferten sich beide Teams ein Spiel auf Augenhöhe, das eher wenige Chancen bereithielt. Die Zuschauer sahen zunächst eine ausgeglichene Begegnung. Dresden erwischte den besseren Start, dann kamen die Gäste auf. In der 7. Minute haderten die Darmstädter nach einem Zupfer an Lidberg mit der Gelben Karte für Keller. Sie hätten da gerne Rot gesehen, weil der Torjäger freie Bahn gehabt hätte.  SGD-Torwart Schreiber war ab und an gefordert. Bei einem Abschluss von Niklas Schmidt reagierte der gebürtige Sachse stark (20.). Auch Hiroki Akiyama (39.) fand in Dynamo-Torhüter Tim Schreiber seinen Meister. Auf der Gegenseite hatte Robert Wagner (28./34.) mit seinen Versuchen kein Glück. Der völlig berechtigte Platzverweis für Pfeiffer – nach eigenem Ballverlust vor dem Strafraum hatte er als letzter Mann Ben Bobzien zu Fall gebracht – veränderte alles. Die Konfusion in der Gäste-Abwehr nutzten die Dresdner in Person von Vermeij, der per Kopf und Direktabnahme traf  (45., 45.+1) , mit einem Doppelpack unmittelbar vor der Pause.

Blitz-Gelb-Rot und noch zwei Tore

Nach der Pause sah dann Lemmer nach zwei Fouls in kurzer Zeit Blitz-Gelb-Rot (54.). Dennoch kontrollierten die Gastgeber danach das Geschehen und ließen kaum etwas zu.  Da Dynamo die numerische Überlegenheit aber schnell wieder hergab, bekam Darmstadt die Chance, zurück ins Spiel zu finden. Der Druck der Gäste nahm zu, die Fehlerquote der Sachsen auch. Schreiber (68.) musste sein Team vor einem Eigentor von Julian Pauli bewahren. Erst danach fingen sich die Dresdner wieder und versuchten ihr Glück mit Kontern. Daferner staubte dann zum 3:0 ab (81.). In der Nachspielzeit verkürzte Furukawa (90+2). Dynamo fügte Darmstadt die erste Niederlage nach 13 ungeschlagenen Auftritten zu. Das Team von Thomas Stamm sammelte im Jahr 2026 zwölf Punkte in sieben Partien. Wichtige Zähler auf dem Weg zum erhofften Klassenerhalt. Die Gastgeber verbesserten sich vorerst von Rang 17 auf 13

Nach dem Sieg von Dynamo Dresden ist Gegner Darmstadt 98 extrem sauer auf Referee Erbst. Coach Kohfeldt macht seinem Ärger Luft. SGd-Trainer Stamm zeigt großes Verständnis.

Thomas Stamm (Trainer Dynamo Dresden): „Ich bin heute unheimlich stolz auf die Truppe. Wir wussten, dass wir gegen eine Spitzenmannschaft wie Darmstadt über die Schmerzgrenze gehen müssen. Vincent Vermeij hat vorne genau die Kaltschnäuzigkeit gezeigt, die uns zuletzt manchmal gefehlt hat. Die Rote Karte gegen Darmstadt hat uns natürlich in die Karten gespielt, aber auch nach unserem eigenen Platzverweis haben wir die Ordnung behalten und den Sieg verdient nach Hause gebracht.“

Florian Kohfeldt (Lilien-Coach): „Glückwunsch an Dynamo, sie haben heute mit Herz und Leidenschaft gespielt. Für uns ist das Ergebnis extrem bitter, weil wir durch die Rote Karte früh den Plan anpassen mussten. Wenn du kurz vor der Pause diesen Doppelschlag kassierst, wird es im Dresden-Stadion natürlich eine Mammutaufgabe. Die Jungs haben in Unterzahl Moral bewiesen, aber heute hat uns die letzte Präzision gefehlt, um nach dem Anschluss noch einmal wirklich zurückzukommen.“

Vincent Vermeij (Doppeltorschütze zum 1:0 & 2:0): „Das war ein unglaublicher Abend. Bei den beiden Toren stand ich einfach dort, wo ein Stürmer stehen muss, aber die Vorarbeit von Ben und Niklas war überragend. Wir haben heute als Einheit funktioniert. Nach der Gelb-Roten Karte gegen uns mussten wir noch mal richtig beißen, aber die Fans haben uns getragen. Dieser Dreier im Abstiegskampf gibt uns enorm viel Selbstvertrauen für die kommenden Wochen.“

Niklas Hauptmann (Vorlagengeber): „Man hat von der ersten Minute an gespürt, dass wir heute etwas holen können. Wir haben Darmstadt kaum Raum zur Entfaltung gelassen. Es war wichtig, dass wir nach dem 3:0 durch Christoph ruhig geblieben sind und uns nicht haben hektisch machen lassen. Wir belohnen uns heute endlich mal für eine richtig gute Leistung gegen einen Top-Gegner.“

Yosuke Furukawa (Torschütze zum 3:1): „Natürlich freue ich mich über mein Tor, aber am Ende zählt das Ergebnis, und das passt heute leider gar nicht. Wir wollten unsere Serie ausbauen, aber Dresden hat uns heute den Schneid abgekauft. Die Niederlage schmerzt sehr, aber wir dürfen jetzt nicht den Kopf hängen lassen. Wir stehen immer noch gut da und müssen nächste Woche eine Reaktion zeigen.“

Marcel Schuhen: „Es ist schwer zu akzeptieren, weil wir uns viel vorgenommen hatten. Die Unterzahl über so lange Zeit hat uns viel Kraft geraubt. Dresden war heute griffiger in den Zweikämpfen und hat die Fehler, die wir gemacht haben, eiskalt bestraft. Wir müssen das jetzt sachlich analysieren. 13 Spiele ohne Niederlage waren eine starke Serie, jetzt müssen wir eben eine neue starten.“

Dynamo reist am kommenden Sonntag nach Karlsruhe und hofft wieder auf Punkte, Darmstadt spielt zu Hause gegen Kiel.

2.Liga 2025-2026 | Spieltag 24
| Rudolf Harbig Stadion | 27.Feb..2026-18:30
Dynamo Dresden
S U U N U
3 : 1
Endstand
SV Darmstadt 98
S U S U S
Vincent Vermeij
45'
Vincent Vermeij
45'+2'
Christoph Daferner
81'
Yosuke Furukawa
90'
Tore
Tor
45'
45'
+2
90'
1. Halbzeit
45' 15' 30'
2'
 
2. Halbzeit
90' 60' 75'