Dynamo Dresden feiert zweiten Saisonsieg
Niklas Hauptmann (9.) und Simon Straudi (50.) trafen für die Gastgeber, die effizienter agierten. Der FCM verpasst den Sprung auf den Relegationsplatz. Alles war für die 78. Ausgabe des „Elbclasico“ aufbereitet. Und pünktlich rollte dann der Ball. An der Startelf hat sich im Vergleich zum Hannover-Spiel bei den Magdeburgern nichts verändert. Auch Dynamo spielte mit der selben Formationwie gegen Osnabrück. Die SGD verschafft sich mit dem Heimsieg Luft im Tabellenkeller, es war der zweite Sieg der Saison und ein sehr wichtiger, auf dem Dynamo aufbauen kann.
sehr früher Elfmeter
Der FCM hatte sich offenbar vorgenommen, die vermeintliche Verunsicherung der Gastgeber von Beginn an auszunutzen. Gerade mal 22 Sekunden brauchte Mateusz Żukowski für seinen ersten Abschluss. Nach einem langen Ball von Torhüter Dominik Reimann setzt er seinen Schuss aus 16 Metern knapp neben das Dynamo-Tor. Auch in der Folge drängte der 1. FC Magdeburg, der in dieser Saison schon einige Treffer in der Anfangsphase erzielt hatte, auf die frühe Führung. Emmanuel Iyoha, Magdeburgs bislang bester Schütze, zwang nach vier Zeigerumdrehungen Dynamo-Keeper Lennart Grill zu einer Fußparade.
Wenig später prüfte der Referee eine Sequenz im Magdeburger Strafraum: Tobias Müller traf Nicolai Rapp am Unterschenkel, Schiedsrichter Dr. Robin Braun entschied auf Elfmeter. Niklas Hauptmann verwandelte in der 9. Minute zum 1:0, der Ball küsste den Innenpfosten und landete im Netz. Für die Gastgeber lief in dieser Phase alles nach Plan. Die Sachsen gingen früh in Führung, überließen den Magdeburgern den Ball (zeitweise 80 Prozent Ballbesitz) und suchten sich ihre Chancen durch Pressing und über Konter. Der FCM lief dem Rückstand hinterher, fanden gegen die kompakt stehenden Dresdener aber kaum Lücken. Die Führung brachte Dynamo Sicherheit und spielte dem Matchplan der Gastgeber spürbar in die Karten. Die Schwarz-Gelben positionierten sich an der Mittellinie und überließen dem FCM den Ball.
Straudi’s erstes Tor für Dynamo
Und nach Wiederanpfiff machten beiden Mannschaften genauso weiter. Dynamo machte Druck, Magdeburg wirkte neben der Spur. Dynamo mit vielen guten Spielzügen – und dem 2:0. Die Magdeburger bekamen den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum, der eingelaufene Straudi vollendete flach zu seinem ersten Dynamo-Tor. Dynamo blieb auch nach der Führung gefährlich und kam über schnelle Gegenangriffe zu mehreren Großchancen. Vor allem Vermeij hätte die Partie frühzeitig entscheiden können, scheiterte jedoch mehrfach am starken Reimann und der Magdeburger Abwehr. Der FCM fand dagegen offensiv kaum Lösungen und strahlte überraschend wenig Überzeugung aus.
Magdeburg erhöhte in der Schlussphase den Ballbesitz, kam aber kaum zu zwingenden Abschlüssen. Dynamo verteidigte die Führung sicher bis zum Abpfiff und erkämpft sich im emotional aufgeladenen Derby einen Heimsieg und bringt diesen Sieg verdient über die Zeit.
Die Stimmen von den Trainern
Petrik Sander, Trainer 1. FC Magdeburg: „Glückwunsch an Dynamo zum Sieg, der unter dem Strich verdient war, vielleicht ein Tor zu hoch, aber das ist Kaffeesatzleserei. Insgesamt muss man einfach sagen, dass wir die Möglichkeit hatten, für noch mehr Verunsicherung zu sorgen nach 20 oder 30 Sekunden, wo man allein aufs Tor laufen kann. Das haben wir verstreichen lassen. Dann bis zum Elfmeter hatten wir viel Ballbesitz und haben den Ball zirkulieren lassen, und dann ist es eben ärgerlich. Über die Richtigkeit des Elfmeters gibt’s nichts zu diskutieren. Das war ein klarer Elfmeter. Aber wenn man sagt, es ist blöd gelaufen, dann ist es vielleicht untertrieben. Aber das passiert im Fußball und dann läuft man der gesamten Musik hinterher. Es war klar, dass Dynamo alles reinhaut und das haben sie gemacht. Sie sind gerannt, sie sind angelaufen, sie haben versucht, uns unter Druck zu setzen und uns ist es nicht gelungen, so diese erste Linie zu überspielen. Uns ist es nicht gelungen, da sofort ins Umkehrspiel zu kommen. Wir haben dann viel mit Ballbesitz, mit Spiel um eine Kette herum versucht, so ein bisschen zu verlagern, auch das war nicht konsequent genug, zu langsam. Dadurch konnte Dynamo immer wieder auffüllen, ihre Seiten zukriegen. Insgesamt muss man einfach sagen, dass wir nicht zu einhundert Prozent an unser Level gekommen sind. Interessant wäre gewesen, wenn wir nochmal den Anschluss zum 2:1 gemacht hätten, denn die Möglichkeit war da. Dann kann das vielleicht nochmal kippen, aber vielleicht haben wir es am heutigen Tag nicht verdient gehabt. Wir müssen unsere Wunden lecken.“
Thomas Stamm, Trainer Dynamo Dresden: „Ich habe das Spiel sehr ähnlich gesehen, die Startphase war eher bei Magdeburg. Gerade mit der Chance. Direkt danach haben sie nochmal eine, wo Tobi den Ball nicht wegbekommt. Ich finde trotzdem, wir hatten unsere Momente, vor allem gute Umschaltmomente auch schon in der ersten Halbzeit. Wir hatten hohe Balleroberungen, tiefe Balleroberungen, einen guten Mix. Wir hatten die Geduld, den Magdeburger Ballbesitz auch mal zu akzeptieren. In der Phase, in der wir tief waren, haben wir wenig bis gar nichts zugelassen. Wir sind dann sehr, sehr gut rausgekommen, haben zu einem guten Zeitpunkt das zweite Tor gemacht. Im Anschluss hat Magdeburg die eine Chance, aber auch wir haben zwei Riesenchancen durch Vince. Wir haben es gut hinbekommen mit der Mischung, auch Druck draufzubekommen. Ich bin sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie wir es heute defensiv gemacht haben. Das ist vielleicht das Wichtigste. Wir waren auch extrem mutig zum Schluss und haben nicht einfach die Bälle nach vorn gekloppt und dem Gegner damit noch mehr Ballbesitz gegeben. Es ist verdient, mit dem Wissen, dass bei so einer Startphase mit der Magdeburger Chance so ein Spiel auch anders laufen kann.“

