Dynamo trauert, Holstein Kiel atmet auf
Im „Mistwetter“ bei Holstein Kiel legt Dynamo Dresden eine Bauchlandung hin und verliert auswärts im hohen Norden mit 0:3 (0:1). Girorgi Kvilitaia (9. Minute), Jonas Therkelsen (73. Minute) und Phil Harres (85. Minute) besorgten die drei Tore für Kiel. Knackpunkt der Niederlage war ein vergebener Elfmeter in der 63. Minute durch Kapitän Niklas Hauptmann, der zum 1:1 hätte treffen können. Während Dynamo mit der Niederlage auf den 16. Platz abrutscht, macht Kiel in der Tabelle einen großen Sprung. Der bisherige Tabellenletzte ist nach dem überhaupt ersten Saisonsieg jetzt Tabellen-13.
Dynamo Dresden kann bei Holstein Kiel einfach nicht gewinnen. Spielerisch war es für die SGD ein Rückfall in die Zeiten vor dem Heimerfolg gegen Magdeburg: Viel Ballbesitz, zu wenig Gefahr und Ertrag. In der ersten Halbzeit brachten die Schwarz-Gelben nicht einen einzigen Schuss direkt aufs Tor. Statistik-Vorteile beim Ballbesitz, den gelaufenen Kilometern und sogar bei den Zweikämpfen brachten Dresden nichts Zählbares.
Kvilitaia trifft früh, Dynamo eher mäßig
Kiel traf gleich mit der mit der ersten Chance und blieb danach das bissigere Team. Das Team des zuvor in Kiel durchaus umstrittenen Trainers Tim Walter war wacher und vor allem in Umschaltsituationen immer gefährlich. Glück hatte Dresden, dass Adrian Kapralik völlig freistehend am Fünf-Meter-Raum den Ball nicht richtig traf (27.) und Kvilitaia kurz darauf nur an Pfosten köpfte (33.). Dynamo war nicht chancenlos, aber der erneut glücklose Vincent Vermeij (8./42.) und Niklas Hauptmann (24.) ließen gute Einschussmöglichkeiten liegen.
Hauptmann vergibt Elfer
Das wurde in den zweiten 45 Minuten besser, doch nach guten Chancen, die nicht genutzt werden konnten, verlor sich sich das Team von Trainer Thomas Stamm zu oft im Passspiel, anstatt zielstrebig die Flanken in den Sechzehner zu schlagen. Bei der besten Chance aus dem Spiel heraus scheiterte Hauptmann aus Nahdistanz an Weiner, der den Ball mit einem Fußreflex entschärfte (56.). Dynamo aber blieb am Drücker und bekam die nächste Riesen-Chance zum 1:1, weil David Zec bei einem Konter gleich im doppelten Sinne zu langsam war – erst im Laufduell bei einem Konter, dann beim Tackling gegen Ben Bobzien im Strafraum. Der slowenische Verteidiger konnte sich bei Weiner bedanken, dass die „Störche“-Führung auch nach dem fälligen Strafstoß noch Bestand hatte. Da vergab Kapitän Hauptmann, dessen schwach getretenen Schuss halbrechts und flach konnte Weiner sogar festhalten (63.).
Die Störche machen alles klar
Deutlich mehr forderte den 27-Jährigen da schon der Flatterball von Nicolai Rapp (70.). So sehr Holstein im ersten Abschnitt dominiert hatte, so sehr rissen die Sachsen das Spiel nun an sich. Wie die KSV in vielen Spielen der bisherigen Saison machten sie aber aus ihrem Ballbesitz und ihren Gelegenheiten zu wenig.
Und so durfte Walter wenig später ein zweites Mal jubeln – und sich dafür auch selbst auf die Schulter klopfen. In der 73. Minute brachte er Faride Alidou und Therkelsen. Und die beiden Joker stachen nur wenige Sekunden später. Flanke Alidou von der rechten Seite, Abschluss Therkelsen – 2:0. Dresden war niedergerungen und fünf Minuten vor dem Ende machte Harres endgültig alles klar, als er eine weitere Flanke unter mithilfe des unglücklich agierenden Grill in die Maschen köpfte (85.). Dynamo wechselte zwar noch durch, konnte aber nichts entscheidenen mehr vollbringen.
Stimmen zum Spiel
Thomas Stamm (Trainer Dynamo Dresden): „Direkt um den Elfmeter herum hatten wir eine super Phase mit drei, vier richtig dicken Chancen. Wenn Du dann das 1:1 machst, kann das Spiel drehen. Dann kommt direkt in diese Druckphase das 2:0. In der Phase um den Elfmeter müssen wir mindestens ein Tor machen. Das haben wir heute nicht, die Effizienz hat uns da gefehlt. Wir wussten, was kommt. Hier ist es immer wieder schwierig, ist es eklig. Am ende sind es Kleinigkeiten.“
Niklas Hauptmann (Kapitän Dynamo Dresden): „Die zweite Halbzeit haben wir komplett im Griff. Ich habe den Elfmeter, den ich machen muss. Dann sind wir richtig gut drin im Spiel. Es war ein ausgeglichenes Spiel, aber dann haben wir die Gegentore zu einfach bekommen. In der zweiten Halbzeit hatten wir genug Chancen, den Ausgleich zu machen. Es tut heute weh, aber wir haben jetzt auch nicht allzu viel Zeit, darüber nachzudenken.“
Jonas Sterner (Spieler Dynamo Dresden): „Brutal. Es war auch ein komisches Spiel mit den hohen Bällen, die dann immer wieder zurückkamen. Wir hatten eine Phase, da waren wir super dran. Wenn wir da ein Tor machen, sieht das heute auch anders aus. Am Ende ist es einen Ticken zu hoch.“
Tim Walter (Trainer Kiel): „Einfach Freude für meine Jungs. Wir haben wieder zu Null gespielt. Defensiv passt alles. Deswegen bin ich zufrieden. Es geht nie um mich, sonderum die Mannschaft und den Verein. Heute war auch ein bisschen Glück, und das gehört dem Tüchtigen. Das hatten wir heute. Wir haben schöne Tore herausgespielt, waren oft in der Box, haben gute Chancen gehabt. Aus einer tieferen Ordnung war es ein guter Auftritt meiner Mannschaft. Torhüter Timon war überragend. Er hat heute wieder ein super Spiel gemacht. Zweimal zu Null, da freut sich Timon auch.“
Wie geht es weiter
Beide Teams treten am Mittwoch im DFB-Pokal an. Kiel muss zu Hause gegen TSG Hoffenheim ran (20:45), Dynamo spielt ebenfalls zu Hause, muss sich gegen Schalke 04 (18:00) beweisen.

