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Nullnummer in Hannover, Dynamo entführt Punkt im müden Spiel

Immerhin kein Gegentor: Dynamo Dresden hat sich beim Zweitliga-Spitzenteam Hannover 96 gut behauptet und einen Punkt gesichert. Am Ende stand ein torloses Remis zu Buche. Bei der Nullnummer gegen Hannover 96 ragt ein Spieler von Dynamo Dresden heraus, der in dieser Saison schon in der Kritik stand. Tim Schreiber heute mit der Bestnote und rettet Dynamo den Punktgewinn. Da Hannovers Aufstiegskonkurrenten Schalke, Darmstadt und Elversberg bereits am Sonnabend gewannen und Paderborn am Sonntag Hertha BSC 5:2 wegfegte, hat 96 gegen Dresden an Boden auf die anderen Spitzenteams verloren. Dynamo selbst bleibt an vorletztter Position in der Tabelle.

Die Partie gegen Dynamo Dresden wird in den Geschichtsbüchern von Hannover 96 wohl eher eine untergeordnete Rolle spielen. Genau wie das Ergebnis. Das 0:0 zwischen den Niedersachsen und den Gästen aus Sachsen dürfte nur die abstiegsbedrohten Dresdner erfreuen – und bei den Hannoveranern vor allem Frust ob der enttäuschenden Leistung erzeugen.

Müder Kick bei Dauerregen

Hannover startete mit vier Ligasiegen in Folge im Rücken in die Partie. Doch in der ersten Hälfte wurde das Team von Titz kaum gefährlich. Nach verhaltener Anfangsviertelstunde, in der sich beide Teams erst einmal beschnupperten, hatte zunächst lange Daisuke Yokota die einzige Tor-Chance für 96 (16.). Erst kurz vorm Pausenpfiff ergaben sich für Tomiak (39.), Noel Aseko Nkili (42.) und Elias Saad (43.) weitere Möglichkeiten. Genutzt wurde aber keine. Dynamo stand ebenbürtig tapfer dagegen. Es dauerte 43 Minuten, bis sich die erste, zumindest erwähnenswerte Torszene in dieser Partie abzeichnete. Nach einem Ballverlust der Dresdner am eigenen Strafraum kam Hannovers Angreifer Elias Saad aus zehn Metern Torentfernung an den Ball, sein Schuss wurde aber von einem Dresdner zur Ecke abgefälscht.  Ohne echte Torchancen ging es nach einer bis dahin eher unansehnlichen Partie in die Kabinen.

Hannover stärker, Dynamo hält dagegen

Die rund 40.000 Zuschauer, darunter 4.500 Fans aus Sachsen, benötigten viel Leidenskraft, um die Darbietung auf dem sehr nassen Rasen ertragen zu können. Nach dem Pausentee erhöhte Hannover den Druck. Es fehlte aber weiter das Glück im Abschluss.  Zumindest nach einer Stunde erhöhte das Titz-Team das Tempo und versuchte Torgefahr zu entwickeln. Winterzugang Elias Saad scheiterte am gut aufgelegten Dresdner Schlussmann Tim Schreiber (63.). Der Keeper reagierte auch gegen den frei vor ihm auftauchenden Boris Tomiak glänzend (71.).  Nur fünf Minuten später knallte der 96-Verteidiger dann nach unabsichtlichem Luft-Bodycheck von Noll vor dem eigenen Tor zu Boden und blieb minutenlang mit starken Schmerzen liegen. Tomiak musste vom Platz getragen werden. Nach Abpfiff gab es die niederschmetternde Diagnose: Ausgekugelter Ellenbogen.

Die Hannoveraner waren energetischer und darum bemüht, einen Treffer zu erzielen, Dynamo zog sich dagegen immer weiter zurück und verteidigte vor allem ihr Tor. Kurz vor Spielschluss dann doch noch die große Chance auf das Siegtor für 96: Stefan Thordarson kam frei vorm Dresden-Gehäuse zum Kopfball. Aber wieder war Schreiber zur Stelle und lenkte den Ball mit den Fingerspitzen noch über die Latte (90.+4). Ansonsten hatte der Dresdener Torhüter an diesem Nachmittag überraschend wenig zu tun. So blieb es beim torlosen Remis.

Thomas Stamm, Trainer Dynamo Dresden: Ich hoffe, dass es bei Tomiak nicht ganz so schlimm ist. Gute Besserung von der Seite. Wir sind die ersten 30 Minuten gut dringewesen, haben Hannover zu einigen Fehlern oder zumindest langen Bällen zwingen können. Hatten nicht die glasklaren Chancen, aber ein, zwei Momente, in denen wir am Ende zu unsauber sind. Gegeneinen sehr starken Gegner haben wir eine gute erste Halbzeit hingekriegt. In der zweiten Halbzeit hatten wir nicht ganz so die Kontrolle reinbekommen. Ich bin trotzdem sehr zufrieden mit der Art und Weise, wir waren gerade in der zweiten Halbzeit im Vergleich zur letzten Woche mutiger in der Ballbesitzphase. Wir wissen, wo wir gespielt haben und wie wichtig der Punkt sein kann.

Christian Titz, Trainer Hannover 96: Wir hatten uns schwergetan, in den ersten 30 Minuten ins Spiel reinzufinden, weil wir Vermeij als Zielspieler da noch nicht gut verteidigt haben. Wir haben es bis auf Minute vier, als es eine Chance für Dynamo Dresden gab, konsequent verteidigt. Wir wussten, es wird wahrscheinlich über die Zeit gehen. Nach der Halbzeitpause hatten wir den Gegner vermehrt hinten reingedrängt und drei hochkarätige Chancen herausgespielt. Dresden hat sehr engmaschig und gut verteidigt. Das ist nicht nur Elfmeter, sondern auch ein Platzverweis, denn dann kriegst du die zweite gelbe Karte. Trotzdem hatten wir genug andere Möglichkeiten, das Spiel für uns zu entscheiden. Das ist uns nicht gelungen.

Alexander Rossipal, Dynamo-Außenverteidiger: Wir haben ihre Serie durchbrochen. Es war das erwartet schwere Spiel, aber ich glaube, wir haben es gut gemacht, hatten viele Umschaltsituationen, wo wir auch gute Abschlüsse hatten. Klar haben sie uns nach der Halbzeit schon auch reingedrückt, aber bis auf ein, zwei sehr gute Taten von Tim haben wir relativ wenig zugelassen.

Tim Schreiber, Dynamo-Torwart: Es ist auf jeden Fall wichtig, jetzt mal wieder ein Spiel zu Null zu haben. Schade, dass es am Ende nicht gereicht hat, um irgendwie noch mal ein Tor zu schießen. Aber ich denke, darauf können wir wieder aufbauen, defensiv standen wir gut. Wir schauen dann, wie wir es nächste Woche gestalten. Ich denke, die defensive Stabilität ist erst mal das Wichtigste.

Thomas Keller, Dynamo-Innenverteidiger: Ich glaube, wir haben gefightet bis zum Schluss. Es war klar, dass Hannover, nach dem 0:0 zur Halbzeit, versuchen wird, in der zweiten Halbzeit mehr Druck zu machen. Wir haben es gut ausgehalten, gut wegverteidigt. Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung heute. Es war ein sehr schwieriges Auswärtsspiel hier, wir haben es gut gemacht. Offensiv gab es natürlich ein paar Situationen, die wir besser ausspielen können, gerade im Umschaltverhalten. Aber alles in allem ist jeder Punkt wichtig für uns. Deswegen bin ich mit der Leistung heute zufrieden.

Hannover in Bielefeld, Dresden gegen Darmstadt

Hannover ist am Samstagmittag bei Arminia Bielefeld zu Gast (13 Uhr). Dresden empfängt am Freitagabend den SV Darmstadt (18.30 Uhr).

2.Liga 2025-2026 | Spieltag 23
| Heinz von Heiden Arena | 22.Feb..2026-13:30
Hannover 96
N S S S S
0 : 0
Endstand
Dynamo Dresden
S S U U N
1. Halbzeit
45' 15' 30'
 
2. Halbzeit
90' 60' 75'
8'

 

 

Unentschieden

Erkämpfter Punkt gegen Hannover 96 in Unterzahl

Obwohl Dynamo Dresden gegen Hannover 96 fast eine komplette Halbzeit mit einem Mann weniger spielen musste, reichte es zum Punktgewinnt. Sogar der erste Heimsieg war möglich. Schon in der ersten Hälfte überschlagen sich die Ereignisse: Elfmeter, Eigentor, Traumtor, Latte, Pfosten. Erst führt 96, dann plötzlich Dynamo. Kurz nach dem Wechsel fliegt Dresdens Vinko Sapina mit Rot vom Platz (54.), und am Ende reicht es trotzdem nicht zum 96-Sieg – und die Tabellenführung für 96 ist weg.

Handelfmeter bringt Dynamo in Rückstand

Durch einen diskutablen Elfmeter geriet Dynamo früh in Rückstand. William Kokolo holt bei seinem 96-Debüt die Ecke raus, Enzo Leopold bringt das Ding von links rein und Ime Okon springt am höchsten. Sein Kopfball trifft den abgewinkelten Arm von Dynamo-Verteidiger Konrad Faber (8.). Schiri Max Burda lässt es laufen, wird dann vom VAR alarmiert – und gibt den berechtigten Handelfmeter. In Düsseldorf hatte noch Boris Tomiak verwandelt, jetzt übernimmt Benedikt Pichler. Der Stürmer macht es cool halbhoch in die Mitte – die frühe 1:0-Führung (11.).

Eine Viertelstunde später hätten die Gäste ihre Führung beinahe ausgebaut. Wieder nach einer Ecke kam Ime Okon zum Kopfball und setzte den Ball an die Querlatte. Dresden tat sich lange schwer Chancen zu kreieren, und kam eher per Zufall zum Ausgleich. Eine Halbfeldflanke von Vinko Sapina aus knapp 35 Metern wurde von Hannovers Virgil-Eugen Ghia zum 1:1 (36.) ins eigene Tor abgelenkt. Danach verpassen es Pichler, der Yokota in der Mitte übersieht und Yokota nach Kokolo-Flanke (beides 29.) das mögliche 2:0.

In acht Minuten drei Tore

Nahuel Noll stand drei Minuten später noch einmal im Mittelpunkt. Nach einer Ecke konnte Noll den Kopfball von Christoph Daferner gerade noch abwehren. Gegen den Nachschuss war er dann aber machtlos. Aus kurzer Distanz schoss Nils Fröling Dynamo zum 2:1 (41.) ein. Nur 122 Sekunden später macht Noel Aseko mit einem Traumtor den 96-Ausgleich. Der Bayern-Leihprofi trifft nach Pass von Maurice Neubauer aus 16 Metern mit links ins obere rechte Eck (43.). In der Nachspielzeit lässt Pichler sogar noch die erneute 96-Führung liegen, trifft bei einem verunglückten Heber-Versuch nur den rechten Pfosten (45.+5).

Sapina sieht Rot

Dynamo kam gut aus der Pause. Niklas Hauptmann verfehlte das Tor mit einem sehenswerten Distanzschuss nur knapp. Kurz darauf schwächte sich die SGD aber selbst. Vinko Sapina flog mit Rot vom Platz, nachdem er 96-Kapitän Enzo Leopold mit offener Sohle von hinten in die Beine gegangen war. In Unterzahl wehrten sich die Schwarz-Gelben wacker, trotzdem kam Hannover zu Möglichkeiten. Nach einer Traumkombination verfehlte Paul Källman das Tor nur knapp (59.). Keine zehn Minuten später (68.) stand Waniss Taibi plötzlich allein vor Schreiber. Der machte das kurze Eck zu, parierte und verhinderte so den Rückstand.

SGD-Trainer Stamm brachte einige frische Kräfte. In der Folge gelang es seiner Mannschaft, einzelne Nadelstiche zu setzen. Der eingewechselte Stefan Kutschke hatte die Führung in der 77. Minute auf dem Kopf. Doch wieder einmal war Hannovers Noll zur Stelle. Die Gäste wollten ihren Vorteil nutzen, rannten immer wieder an, fanden aber kaum Lücken in der dezimierten Dynamo-Defensive. Die beste Chance vergab Hayate Matsuda in der sechsten Minute der Nachspielzeit. Seinen Schuss aus kurzer Distanz konnte Schreiber abwehren und somit den Punktgewinn perfekt machen.

Die Rote Karte hat das Spiel völlig gedreht. Sie war völlig berechtigt. Dann haben wir richtig gut verteidigt. Wir haben einen Punkt gegen eine richtig gute Mannschaft geholt„, sagte Dynamo-Trainer Thomas Stamm.

Die „Roten“ sind damit nach dem 0:3 gegen Hertha BSC in der Vorwoche seit zwei Partien ohne Sieg und mussten die Tabellenführung abgeben. Am nächsten Sonntag geht es für sie gegen den nächsten Aufsteiger: Arminia Bielefeld kommt um 13.30 Uhr in die Arena am Maschsee. Dynamo reist am Freitag zum Tabellenführer SV Darmstadt. Anstoß ist 18:30 Uhr.

2.Liga 2025-2026 | Spieltag 6
| Rudolf Harbig Stadion | 21.Sep..2025-13:30
Dynamo Dresden
N N S N U
2 : 2
Endstand
Hannover 96
S N S S N
Virgil Ghita
35'
Nils Fröling
41'
Benedikt Pichler
11'
Noel Aseko Nkili
43'
1. Halbzeit
45' 15' 30'
5'
 
2. Halbzeit
90' 60' 75'
Tore
11'
Elfmetertor
35'
43'
Spielerwechsel

Jonas Sterner wechselt nach Leihe von Dynamo zu Hannover 96

Dreijahresvertrag für Jonas Sterner bei Hannover 96

In der vergangenen Saison war Jonas Sterner von Holstein Kiel an Dynamo Dresden verliehen. Nach Ablauf des Leihgeschäfts kehrt Sterner jedoch nicht an die Förde zurück. Der 23-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis 2028 bei Hannover 96. Jonas Sterner kehrt nicht zu Holstein Kiel zurück. Der Rechtsverteidiger, der in der vergangenen Saison an die SG Dynamo Dresden verliehen war, wechselt zu Hannover 96. Der 23-Jährige unterschrieb einen Dreijahresvertrag bei den Niedersachsen. Die Ablösesumme beträgt 400.000 Euro, kann sich durch Boni jedoch auf bis zu 600.000 Euro erhöhen.

„Jonas Sterner hat das vergangene Jahr genutzt, um sich in Dresden zum Stammspieler zu entwickeln“, erklärte KSV-Sportchef Olaf Rebbe. „Nun hat er den Wunsch geäußert, nicht nach Kiel zurückzukehren, sondern sich Hannover 96 anschließen zu wollen. Diesem Wunsch sind wir nachgekommen. Wir wünschen ihm für seinen weiteren sportlichen Werdegang viel Erfolg und alles Gute“, sagte Rebbe weiter.

Sterner bei mehreren Zweitligisten auf dem Zettel

Am Montag absolvierte Sterner den Medizincheck bei den „Roten“, danach ging alles ganz schnell. Direkt im Anschluss wurde der Transfer fix gemacht. Der 23-Jährige wurde auch von anderen Zweitliga-Klubs umworben. So hoffte Aufsteiger Dresden nach Ablauf der Leihe auf eine Verpflichtung des gebürtigen Husumers. Zudem soll auch Hertha BSC an Sterner interessiert gewesen sein.

Sterner begann seine fußballerische Laufbahn beim Rödemisser SV und der SG Hattstedt/Arlewatt, durchlief danach das Nachwuchsleistungszentrum der Störche. Bei den KSV-Profis debütierte er bereits im Jahr 2020. In der Zweiten Liga stand der Rechtsverteidiger 38-mal für Holstein Kiel auf dem Platz, erzielte dabei drei Tore und bereitete einen weiteren Treffer vor.