Gut gespielt, aber am Ende fehlte die Kraft, Hertha schlägt Dynamo

Dynamo hat das Topspiel der 2. Bundesliga gegen Hertha BSC mit 1:2 (1:1) verloren

Der gebürtige Berliner Patrice Covic (10.) brachte Dresden früh in Führung, aber Jon Dagur Thorsteinsson (29., 80.) drehte die Partie zugunsten der Gäste. Damit holte sich die Hertha die Tabellenführung vom 1. FC Nürnberg (16 Punkte) zurück. Dresden hat weiterhin nur einen Sieg auf dem Konto, bleibt mit vier Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Im Dresdner Stadion, das aufgrund der Krawalle beim vorangegangenen Aufeinandertreffen mit Pufferzonen versehen wurde, sahen gut 29.100 Zuschauer die Flutlichtpartie.

Pufferzonen auf den Tribünen in Dresden

Nach dem Skandalspiel vor einem halben Jahr mit Platzsturm und Beinahe-Abbruch waren große Pufferzonen neben dem Gästeblock eingerichtet worden. Dort fanden sich nur etwa 7.000 Hertha-Fans, weil viele dem Boykottaufruf der aktiven Berliner Fanszene folgten.

Dynamo-Trainer Thomas Stamm hatte für gleich drei Zweitliga-Startelfdebüts gesorgt, beorderte Covic, Till Neininger und Simon Straudi in die erste Elf. Nach einer Anfangsphase mit sehr wenigen Ballberührungen in den eigenen Reihen konnte sich Dynamo ein wenig mehr Spielanteile verschaffen und ging mit dem ersten gut vorgetragenen Angriff in Führung. Und ausgerechnet Covic sorgte für die Führung. Nach einem Doppelpass mit Vincent Vermeij traf er aus zwölf Metern, sein Schuss war noch abgefälscht. Patrice Covic ist der Sohn von Ante Covic, einer Hertha-Klublegende. Er arbeitet aktuell als U19-Coach bei den Berlinern.

Thorsteinsson eiskalt

Trotz des frühen Rückstands blieben die Gäste ruhig und übernahmen zunehmend die Spielkontrolle. Jon Dagur Thorsteinsson bestätigte dann seine starke Form der vergangenen Wochen: Nach einem Pass von Josip Brekalo guckte sich der Isländer an der Strafraumkante die linke Torecke aus. Sein Flachschuss wurde noch leicht von einem Dresdner Bein abgefälscht und schlug so unhaltbar zum Ausgleich ein (29.). Die Berliner waren im Stile eines Spitzenreiters vor allem cleverer, bewegten sich bewusster, waren dennoch sehr intensiv unterwegs.

Mads Pedersen hatte bei seinem Bodycheck gegen den durchstartenden Ben Bobzien Glück, nur gelb statt rot zu sehen – immerhin war der Däne der letzte Verteidiger vor dem Hertha-Gehäuse. Kurz zuvor hatte Pedersen bereits Covic umgesenst und war mit einer Verwarnung davongekommen. Auch Brekalo sorgte für Unmut bei den Dresdnern, als er seine offene Sohle durchaus robust auf das Sprunggelenk von Simon Straudi stellte. Das 1:1 zur Pause war leistungsgerecht, die Verteilung der gelben Karten mit 2:2 nicht unbedingt.

Dynamo gleich zwei Mal mit viel Glück

Die zweite Hälfte begann gegensätzlich zur ersten. Diesmal hatte Dynamo den Ball, die Hertha lief meist hinterher und versuchte es nach Balleroberung mit schnellem Spiel nach vorne. Das wäre in der 53. Minute fast von Erfolg gekrönt worden, aber der eingewechselte Gustaf Nilsson brachte die Kugel – ähnlich wie Mario Gomez 2008 – aus vier Metern freistehend nicht im Tor unter. Kurz darauf bejubelten die Gäste die vermeintliche Führung, nachdem Adewumi eine schöne Hereingabe von Josip Brekalo am zweiten Pfosten einköpfte. Beschwerden gab es keine, aber dem Videoassistenten Patrick Hanslbauer fiel etwas auf: Von Adeyumis Kopf war der Ball noch leicht an seinen linken Arm geprallt und von dort aus ins Tor. In solch einem Fall ist ein Handspiel immer strafbar, Schiedsrichter Christian Dingert nahm den Treffer deshalb ohne Ansicht der Bilder zurück.

Hertha am Drücker, Dynamo müde

Die Hertha war jetzt das deutlich bessere Team mit den klar besseren Chancen. Bei den Dresdnern schwanden zunehmend die Kräfte. Hertha probierte es weiter, kam allen voran durch Nilsson zu weiteren Chancen (70., 72., 73.). Dresden konzentrierte sich beinahe vollständig aufs Verteidigen. Als die Verzweiflung der Blau-Weißen immer größer wurde und Dresdens Torwart Schreiber immer mehr über sich hinauswuchs, packte Thorsteinsson nach einem Sololauf den Hammer aus und nagelte den Ball unhaltbar ins rechte Toreck zum 2:1 für seine Berliner (80.).

Obwohl Dynamo inklusive Nachspielzeit noch rund 15 Minuten blieben, blieb ein Aufbäumen aus. Es fehlte schlicht die Kraft, sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen. Fast alle Dynamos waren konditionell im roten Bereich. Eine aussichtsreiche Offensivaktion sprang nicht mehr heraus. Damit wird Dynamo die dreiwöchige Spielpause durch den langen Länderspielblock auf dem vorletzten Platz verbringen müssen. Allerdings ist da unten noch alles sehr dicht beieinander. Insgesamt fünf andere Teams haben wie die SGD vier Punkte auf dem Konto. Trotzdem wartet auf Thomas Stamm eine Menge Arbeit in der spielfreien Zeit.

Dynamo in Osnabrück, Hertha gegen Fürth

Dynamo ist nach der langen Länderspielpause am Samstagmittag beim VfL Osnabrück zu Gast (10. Oktober, 13 Uhr). Die Hertha empfängt am Sonntagmittag Greuther Fürth (13.30 Uhr).

 

| Rudolf Harbig Stadion | 19.Sep..2026-20:30
Dynamo Dresden
S S N N U
1 : 2
Endstand
Hertha BSC
S S S S S
Patrice Covic
10'
Jon Dagur Thorsteinsson
29'
Jon Dagur Thorsteinsson
80'
1. Halbzeit
45' 15' 30'
 
2. Halbzeit
90' 60' 75'
Tore
Tor
10'