Dynamo feiert Kantersieg gegen Greuther Fürth

Pünktlich zum Spiel beim 1. FC Magdeburg hat Dynamo Dresden das Tabellenende der 2. Bundesliga verlassen. Die SGD holt im Kellerduell gegen Greuther Fürth drei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga und spielt erstmals zu Null. Neuzugang Thomas Keller hatte die SGD in Front gebracht (35.), Jakob Lemmer kurz nach der Pause schon zum Endstand getroffen (49.). Erstmals in dieser Saison der 2. Fußball-Bundesliga gelang dem Aufsteiger, ohne Gegentor zu bleiben. Dadurch verdrängten die Sachsen die Franken auf den letzten Tabellenplatz, sind nun Vorletzter. Defensiv zeigten sich die Hausherren deutlich verbessert, wobei den im Hinrundenduell noch mit 3:2 erfolgreichen „Kleeblättern“ allerdings auch nur wenig gelang.

Fürth mit etwas besserem Start

Dass es im Heimspiel des Schlusslichts gegen den Tabellenvorletzten um sehr viel geht, machten auch viele Dresdner Fans klar, die zu Tausenden geschlossen vom Hauptbahnhof zum vorab nicht ganz ausverkauften, aber dennoch mit 30.811 Zuschauern besetzten Rudolf-Harbig-Stadion liefen. Es war ein echtes Kellerduell, auch weil für die Kleeblätter Aaron Keller und bei der SGD Winter-Neuzugang Thomas Keller in der Startelf stand. Auch die anderen drei Feldspieler, die die Schwarz-Gelben kurz vorm Beginn der Vorbereitung ausliehen, feierten ihr Pflichtspieldebüt im Dresdner Trikot. Der neue Torwart Elias Bethke fehlte hingegen ebenso wie Friedrich Müller und Claudio Kammerknecht im Kader, Tim Schreiber stand im Gehäuse.

Die Gäste erwischten auf dem frisch verlegten Rasen den etwas besseren Beginn und hatten nach einem Freistoß von Julian Green durch Noel Futkeu eine erste gute Chance, doch der Ball ging knapp vorbei (7.). Dynamo tauchte in Minute 25 erstmals gefährlich vorm gegnerischen Tor auf. Nach einem weiten Freistoß von Hannover-Leihgabe Jonas Sterner bediente setzte Jakob Lemmer den mit aufgerückten neuen Abwehrchef Thomas Keller in Szene, der allerdings seinem Gegenspieler Philipp Ziereis aus kurzer Distanz an den Rücken schoss (25.). Leihgabe Nummer drei Robert Wagner sah kurz darauf eine Gelbe Karte nach taktischem Foul gegen seinen Ex-Verein aus Franken, für den er bis 2024 am Ball war.

Thomas Keller trifft zur Führung

In Minute 29 schallte erstmals lauter Torjubel durch das weite Rund. Vincent Vermeij traf, stand zuvor aber knapp im Abseits. Schiedsrichter Felix Prigan verweigerte dem Treffer korrekterweise die Anerkennung. Auf der anderen Seite war dann nach einer gespielten halben Stunde auch mal wieder Fürth im Angriff zu sehen, doch der Kopfball von Felix Klaus ging drüber. Von Dynamo hingegen kam mehr nach vorn, allerdings ging Hauptmanns Hereingabe ein wenig in den Rücken von Sturmspitze Vincent Vermeij (34.). Der Eckball danach brachte aber den ersehnten Erfolg: Alexander Rossipal fand Thomas Keller. Der platzierte Kopfball der Heidenheimer Leihgabe schlug zum 1:0 ein (35.).

Auch die Franken hatten sich viel vorgenommen, waren kämpferisch auf der Höhe, aber in ihren Mitteln zu beschränkt. Anders die Sachsen: Keller gab der Abwehr neue Sicherheit und setzte vorn den nächsten Nadelstich, als er einen Eckball, der in seinen Rücken kam, trotzdem noch gefährlich per Kopf aufs Tor brachte und Schlussmann Timo Schlieck zu einer Parade zwang (43.). Dynamos erste Halbzeit konnte sich sehen lassen, auch Dresdens Neuzugang Nummer vier, Jason Ceka, ließ sein Können im Mittelfeld aufblitzen. Die neue Defensivachse mit Keller und Wagner davor sorgte für Stabilität. Die knappe Pausenführung ging in Ordnung.

Deutlich besser 2. Hälfte

In Durchgang zwei kam die Sportgemeinschaft deutlich besser aus den Startlöchern und es dauerte nur vier Minuten, bis Jakob Lemmer mit seinem fünften Saisontor auf 2:0 stellte. Julian Pauli hatte den Ball erobert und auf den Flügelflitzer weitergeleitet, der diesmal im Zentrum durchstartete und aus 30 Metern einfach mal abzog. Sein Distanzschuss landete platziert im Eck, Schlussmann Schlieck hatte den eventuell noch leicht abgefälschten Ball wohl erst spät gesehen. Jetzt hatten die Hausherren alle Trümpfe auf ihrer Seite. Nur nicht das Schiedsrichtergespann, das ein Handspiel von Green im eigenen Strafraum etwas zweifelhaft als angelegten Arm wertete und der SGD keinen Strafstoß gab (56.).

Cheftrainer Thomas Stamm wechselte danach, brachte zunächst Christoph Daferner für Vincent Vermeih (69.) und etwas später Konrad Faber und Luca Herrmann für Jason Ceka und Niklas Hauptmann (75.). In der Schlussphase verpassten Kofi Amoako (78.), Luca Herrmann (82.) und Christoph Daferner (84.) mit guten Torchancen jeweils das 3:0. Kurz darauf wäre fast der Anschluss der Fürther gefallen, doch bei deren bester Chance des Spiels traf der eingewechselte Omar Sillah (86.) nur den linken Pfosten, der Abpraller landete genau in den Armen von Tim Schreiber. Kurz vor Schluss erhielt Torschütze Lemmer bei seiner Auswechslung den verdienten Applaus, Lars Bünning kam für die Schlusssekunden.

Nach knapp fünf Minuten Nachspielzeit war Schluss. Die Dresdner Fans feierten mit der Mannschaft einen hochverdienten Erfolg und den ersten von vielen notwendigen Schritten im Kampf gegen den Abstieg. Dynamo zog Greuther Fürth mit dem zweiten Treffer den Stecker und hat drei Punkte im Kampf gegen den Abstieg sicher.

Stimmen der Trainer

Thomas Stamm (Dynamo Dresden): „In der Startphase waren wir etwas behäbig. Wir haben aber schon da viel Kontrolle gehabt, auch in der Defensive. Es war gut, dass wir gleich nach der Pause das 2:0 nachlegen konnten. Hintenraus hätten wir es etwas klarer wegverteidigen müssen. Aber wir haben sehr viel dafür getan, dass heute die Null steht. Über die 90 Minuten gesehen, haben wir uns den Sieg verdient. Wir nehmen heute sehr wichtige Punkte gegen einen direkten Kontrahenten mit. Das gibt uns Selbstvertrauen für die nächsten Woche.“

Heiko Vogel (Greuther Fürth): „Ich bin sehr wütend. Ich muss aufpassen, dass ich die richtige Wortwahl treffe. Mir tut es sehr leid für unsere Fans. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir hier von tausend Fans unterstützt werden. Und dann geht man mit null Punkten heim und hat nicht das Gefühl, dass man alles so investiert hat, wie es der Abstiegskampf verlangt. Das dulde ich nicht. Deswegen habe ich eine großes Wut. Wir werden das mit der Mannschaft aufarbeiten und die Zügel anziehen. Es wird im Training ein anderer Wind wehen, als das bisher der Fall war.“

Reaktionen von Spielern

Thomas Keller (Dynamo Dresden): „Für mich als Verteidiger ist es wichtig, dass hinten die Null steht. Dass ich zusätzlich vorne einen reinmache, ist natürlich umso schöner. Ich freue mich, der Mannschaft geholfen zu haben damit. Dieser Sieg sollte uns Selbstvertrauen für die nächsten Spiele geben.“

Jakob Lemmer (Dynamo Dresden): „Es fühlt sich gut an. Es war wichtig, dass wir heute mit einem Sieg hier zu Hause starten und auch noch die Null gehalten haben. Natürlich freue ich mich auch über mein Tor. Ich glaube, ich hatte jetzt schon ein paar gute Distanzschüsse. Deswegen habe ich das Selbstvertrauen, einfach mal abzuziehen.“

Tim Schreiber (Dynamo Dresden): „Der Sieg ist wichtig und wir haben zu Null gespielt. Das gibt uns ein gutes Gefühl. Es war ein geschlossener Auftritt – auf und neben dem Platz. Das tut gut. Wir haben uns heute belohnt. Die neuen Spieler haben sofort eingeschlagen.“

Philipp Zierreis (Greuther Fürth bei Sky): „Im Endeffekt waren wir vorn zu harmlos über das ganze Spiel, wir kriegen dann hinten so ein Eiertor rein zum 0:2. Dynamo macht dann nicht mehr viel in der zweiten Halbzeit, aber es reicht, weil sie gut stehen. Es war ein sehr, sehr bitterer Auftritt für uns heute. Aber wir müssen uns an die eigene Nase fassen. Wir müssen mehr investieren, um Punkte zu holen.“

Dynamo bereit für den Elbclasico beim 1. FC Magdeburg!

Für Ex-FCM-Profi Jason Ceka kommt es zum Wiedersehen mit Magdeburg. Durch den Sieg hat Dresden nun 16 Punkte auf dem Konto, der FCM steht aktuell bei 20.