Dynamo Dresden hat in der 2. Bundesliga heute den erhofften Befreiungsschlag verpasst. Im Duell mit Mitaufsteiger Arminia Bielefeld endet 1:1 Unentschieden. Nach zuletzt zwei Siegen punktet Dynamo Dresden auch im Heimspiel gegen Bielefeld. Dabei mussten die Gastgeber die letzten Minuten in Unterzahl überstehen. Für die Gastgeber traf Christoph Daferner nach einer Ecke (43.). Tim Handwerker sorgte mit einem verwandelten Foulelfmeter für den Ausgleich. Somit bleibt Dynamo auch im dritten Pflichtspiel des Jahres ungeschlagen und verbessert sich so auf Relegationsrang 16. Den ganz großen Wurf im Kampf um den Klassenverbleib haben die Gastgeber aber verpasst.
Starke Standards von Dynamo
Dynamo schaffte es, den Schwung aus den ersten beiden Spielen des Jahres mit in die Partie zu nehmen. Die Sachsen waren vor allem nach Standards gefährlich – etwa als Jason Ceka nach einer Ecke an Jonas Kersken im Bielefelder Tor scheiterte. (8.). Auch Jakob Lemmer sorgte kurz vor dem Ende der Halbzeit über die linke Seite für zwei gefährliche Abschlüsse. Den ersten konnte Kersken zwar abwehren, die anschließende Ecke nutzte Daferner jedoch zur Führung.
Bielefeld mit starker zweiten Hälfte
Die Bielefelder kamen einige Minuten vor den Dynamos zurück aus der Kabine und schworen sich noch mal ein. Anschließend drückte Arminia auf den Ausgleich. Dynamo lauerte auf Konter, wobei diese aus Sicherheitsgründen zumeist nur von drei, vier Spielern „gefahren“ wurden. Dass diese Sicherheitsvariante wichtig war, zeigte die Bielefelder, die sich teilweise vor dem Dynamo-Strafraum festsetzten, dann aber immer wieder an der vielbeinigen Abwehr hängen blieben.
Nach der Führung durch das sechste Saisontor von Christoph Daferner (43.) glich die Arminia durch einen von Handwerker verwandelten Strafstoß aus (67.). Vorausgegangen war ein vermeintliches Foul von Rossipal an Momuluh. Schiri Felix Wagner zeigte sofort auf den Punkt, VAR Guido Winkmann bestätigte den Elfer nach kurzem Check. Der eingewechselte Tim Handwerker war es dann, der in der 67. Minute den Elfmeter zum Ausgleich verwandelte. Alexander Rossipal hatte den unmittelbar zuvor eingewechselten Monju Momuluh gefoult. Die Entscheidung sorgte auf Dresdner Seite für reichlich Unmut. Das 1:1 war auch der Endstand, obwohl insbesondere Bielefeld in der Schlussphase noch auf den Sieg drängte.
Die Schlussminuten musste Dynamo dann in Unterzahl überstehen. Robert Wagner war Mitte in der ersten Halbzeit verwarnt worden. Kurz vor der Pause wurde er nach einem Foul erneut ermahnt. Als der Mittelfeldspieler dann kurz vor Spielende bei einem Freistoß der Gäste am Bielefelder den Ball wegschlug, folgte die Ampelkarte. Diese blieb jedoch ohne Folgen, Dynamo rettete das Unentschieden über die Zeit. Der eine Punkt ist für die SGD enorm wichtig im Abstiegskampf. Dank der mehr erzielten Tore überholen die Schwarz-Gelben den 1. FC Magdeburg und verlassen damit den direkten Abstiegsplatz 17.
Am kommenden Samstag reist Dynamo nach Gelsenkirchen (Anstoß auf Schalke ist 13:00), Bielefeld erwartet am Sontag Eintracht Braunschweig.
Stimmen zum Spiel
Thomas Stamm (Dynamo Dresden): „Ich finde, wir haben eine sehr ordentliche erste Halbzeit gespielt. Mit dem Elfmeter hat sich das Spiel dann ein bisschen gedreht. Wir hatten dann nicht mehr die Entlastungsmomente und die Chancen, die man braucht. Vor allem im letzten Drittel waren wir nicht sauber genug, um einen Dreier mitzunehmen.“
Mitch Kniat (Arminia Bielefeld): „Alles gut, außer das Ergebnis. …. (Aber:) Wenn man das ganze Spiel betrachtet, können wir relativ zufrieden sein. In der zweiten Halbzeit sind wir mit mehr Risiko aus der Kabine gekommen und haben uns belohnt, auch wenn wir das Spiel natürlich gern gewonnen hätten. Wir fahren jetzt mit dem Punkt nach Hause. Diesen Punkt haben wir uns auch hart erarbeitet. Es war ein giftiges Spiel mit vielen Zweikämpfen, vor allem im Zentrum.“
Christoph Daferner (Torschütze zum 1:0): „Den einen Punkt nehmen wir mit, auch wenn wir natürlich gern mit einem Sieg weitergemacht hätten. Mit sieben Punkten aus drei Spielen kann man trotzdem zufrieden sein. Man sieht, dass wir uns speziell bei den Standards verbessert haben. Ich glaube, 40, 50 Prozent der Tore fallen über Standards. Das wird auch weiterhin ein wichtiger Punkt sein, damit wir am Ende der Saison die Klasse halten.“
Robert Wagner (nach Gelb-Rot gesperrt): „So, wie das Spiel verlaufen ist, können wir mit dem Punkt zufrieden sein. Wir haben jetzt in drei Spielen sieben Punkte geholt. Das ist sehr positiv. Wir haben wieder nicht verloren. Das können wir mit in die nächsten Spiele nehmen.“
Robin Knoche (Neuzugang aus Nürnberg): „Hier in Dresden nach einem Rückstand zurückzukommen, ist gar nicht so einfach. In der zweiten Halbzeit waren wir kurz davor, das Spiel zu drehen. Das nehmen wir als positive Sache mit. Die Mannschaft hat eine gute Mentalität, irgendwann werden wir uns belohnen.“
Marius Wörl (Mittelfeldspieler): „Natürlich hätten wir gern gewonnen. Aber so wie der Spielverlauf mit dem Rückstand war, sind wir froh, dass wir einen Punkt mitgenommen haben. Insgesamt können wir mit dem Spielverlauf zufrieden sein. Zum Schluss haben wir dann gedrückt und hätten auch noch gewinnen können.“

