Dynamo startet mit Niederlage in die Zweitliga-Saison
Mohamed Ali Zoma erzielte alle drei Treffer für den 1. FC Nürnberg und bescherte der SG Dynamo einen ernüchternden Auftakt. Der italienische Offensivstürmer der Nürnberger entschied das Spiel mit drei Toren im Alleingang. Bitter für die Nürnberger: Die Begehrlichkeiten an Ali Zoma werden steigen, er wird aktuell von zahlreichen europäischen Vereinen umworben und könnte vor Ende des Transferfensters noch wechseln – wobei der „Club“ gut beraten ist, seinen Unterschiedsspieler zu halten. Doch zunächst überwiegt die Freude über den Auftaktsieg, während die als Geheimfavorit gehandelten Dresdener noch viel Arbeit vor sich haben.
Dynamo verpasst Blitzstart, Ali Zoma trifft früh
Bis zur ersten Chance dauerte es gerade mal zwölf Sekunden. Da setzte sich Dresdens Ben Bobzien auf der linken Seite durch und legte den Ball in den Rückraum auf Jakob Lemmer, doch dessen Schuss strich am Tor vorbei. Auch in der Folge blieb das Tempo hoch, beide Teams suchten schnell den Weg nach vorne. Ein frühes Tor lag also in der Luft, und die Nürnberger machten es dann auch. Nach schönem Zusammenspiel mit Fin Becker nahm Zoma auf dem linken Flügel Fahrt auf, zog unwiderstehlich in die Mitte und schloss aus zwölf Metern satt und flach ab – 1:0 für den „Club“. Dabei machte Dresden kein allzu schlechtes Spiel. Nach dem ersten Gegentreffer hatte Dynamo eine starke Antwort parat und war zunächst sogar die bessere Mannschaft, die letzte Wucht im offensiven Drittel fehlte jedoch. Schnell zeigt sich jedoch: Auf der rechten Abwehrseite hatte Dynamo an diesem Tag Probleme. Mehrfach konnten die Nürnberger schon in der Anfangsphase von dort Flanken in den Strafraum schlagen.
Dresden war um eine schnelle Antwort bemüht, doch zunächst scheiterte Lemmer und dann war Nürnbergs Neuzugang Fynn Otto bei einer Hereingabe mit einer perfekt getimten Grätsche im letzten Moment vor Vincent Vermeij am Ball. Überhaupt machte es die neuformierte Nürnberger Abwehrreihe gut gegen die eingespielte Offensive der Sachsen. Denn auch Alexios Kalogeropoulos, der zweite neue Innenverteidiger im Team, verteidigte souverän.
Dynamo ohne „Jagdtrieb“
Die 41.622 Zuschauer mussten beim zweiten Treffer des 22-Jährigen Zoma gespannt auf ein Ergebnis warten. Einen Lattenschuss von Tim Janisch staubte Zoma (45.+3) ab. Wegen vermeintlicher Abseitsposition musste aber der Videoschiedsrichter erst noch grünes Licht geben. Das Schiedsrichterteam um Jarno Wienefeld entschied zunächst auf Abseits, nahm das nach VAR-Überprüfung aber wieder zurück. Mit 2:0 für Nürnberg ging es in die Pause. Dynamo hatte zwar teilweise gut mitgespielt, doch es fehlten vorne die Durchschlagskraft und die letzte Konsequenz.
Das blieb auch im zweiten Durchgang so. Nach dem Seitenwechsel fand Dresden überhaupt kein Durchkommen mehr, nur drei Torschüsse gab Dynamo nach der Pause ab. Und Dynamo scheute sich, ins Risiko zu gehen. Die Angst vor dem dritten Gegentor war groß. Das bedeutete aber auch, dass es kaum noch gute Strafraumszenen und Torchancen gab. Ab der 65. Minute hatten die Dresdner dann eine kleine Drangphase, doch Christoph Daferner brachte den Ball nicht im Tor unter. Auf der anderen Seite hatten die Gäste Glück, dass die Nürnberger einen Konter nicht gut zu Ende spielten – Tobias Heß traf nur das Außensetz.
Zoma bekam Dynamo auf der rechten Seite nie in den Griff. Im Mittelfeld der Nürnberger agierte Adam Markhiev als umsichtiger Taktgeber. Da waren auch kleinere Abstimmungsprobleme in der neuen Innenverteidigung aus Fynn Otto und Alexios Kalogeropoulos gegen offensiv weitgehend harmlose Dresdner zu verschmerzen.
Tim Schreiber pariert Elfmeter, ALi Zoma im Nachschuss
Die Entscheidung fiel dann in der 75. Minute. Simon Straudi hatte seinen Gegenspieler Rafael Lubach im Strafraum gefoult und Schiedsrichter Wienefeld auf Strafstoß entschieden. Zoma scheiterte erst an Torwart Tim Schreiber, brachte den Nachschuss dann aber im Tor unter – der Dreierpack und die Entscheidung. Mit dem ersten Auftaktsieg in der 2. Liga seit sieben Jahren springt Nürnberg auf den 2. Tabellenplatz und darf sich also direkt oben anmelden. Nach einem Spieltag hat die Tabelle aber natürlich noch keine Aussagekraft. Das gilt auch für die SGD, die nun auf Rang 17 steht.
Nürnberg muss in Fürth ran, Dynamo spielt das 1. Heimspiel gegen Darmstadt
Nürnberg kann am nächsten Spieltag am Samstagmittag mit viel Selbstbewusstsein im Frankenderby bei Greuther Fürth antreten (13 Uhr). Dynamo Dresden empfängt zum zweiten Sonntagmittag den SV Darmstadt 98 (13.30 Uhr).

