0:2 gegen FK Teplice, Optimismus oder Selbstbewusstsein

Dynamo Dresden verliert XXL-Test über zweimal 60 Minuten

.. beim tschechischen Erstligisten FK Teplice mit 0:2. Statt Selbstvertrauen zu tanken, gibt’s die bittere Erkenntnis, dass die Probleme für den Zweitliga-Vorletzten nicht weniger werden. Das Team von Trainer Thomas Stamm ohne Abwehrchef Thomas Keller (weiterhin Beschwerden nach einer Gehirnerschütterung aus dem Spiel in Braunschweig), Kapitän Niklas Hauptmann (Belastungssteuerung) sowie die Verteidiger Brooklyn Ezeh und Alex Rossipal (krank).

Im Tor kommt Lennart Grill zum ersten Profi-Einsatz seit seiner schweren Knieverletzung vor reichlich einem Jahr. Das Comeback beginnt für den Keeper äußerst bescheiden. Nach einer unglücklichen Faustabwehr setzt ihm Matej Federle den Ball zum 1:0 für Teplice in die Maschen – da waren gerade mal 53 Sekunden gespielt. Der nächste Schockmoment folgt nur wenige Minuten später: Im Dynamo-Block auf der Gegentribüne gibt es einen medizinischen Notfall. Sofort eilt medizinisches Personal zu ihm, im Stadion herrscht gespenstische Stille. Nach längerer Behandlung wird er auf der Trage abtransportiert und mit Blaulicht in eine Klinik gefahren. Laut Dynamo war der Fan aber in einem stabilen Zustand.

Als dann weiter Fußball gespielt werden kann, übernimmt Dresden auf dem Platz das Kommando. Auch die rund 2000 Gästefans unter den 6741 Zuschauern in der „AGC Arena Na Stinadlech“ machen sich wieder bemerkbar. Und das sowohl akustisch, als auch mit Bengalos, die immer wieder gezündet werden. Immerhin: Diesmal kann es dafür keine Strafe vom DFB geben.

Chancen vergeben

Zwar lassen die Gäste hinten kaum mehr was anbrennen, wirklich gefährlich werden sie allerdings lange nicht. Nach einer halben Stunde dann aber gleich eine Doppelchance für Christoph Daferner, der aber zweimal am starken FK-Keeper Matous Trmal scheitert (30./31.). Kurz vor der Halbzeit muss dann der Ausgleich fallen. Simon Straudi hat den Torwart schon ausgespielt, doch statt zu schießen, legt er nochmal quer und Teplice kann klären (52.). So geht’s mit dem Rückstand in die Pause, in der die SGD komplett durchwechselt.

Nach dem Seitenwechsel wird es dann erstmal verdammt dunkel: Die Flutlichtanlage fällt fast komplett aus. Verrückt: Nach kurzer Beratung wird das Spiel trotzdem fortgesetzt. Zum Glück gehen alle Strahler nach einigen Minuten wieder an. Den besseren Durchblick hat zunächst Teplice, Jaroslav Harustak lässt Elias Bethke im SGD-Tor beim 2:0 keine Chance (76.).

Präzision und Effizienz fehlen

Dynamo Dresden danach zwar um den Anschlusstreffer bemüht und speziell in der Schlussphase auch mit einigen Möglichkeiten, aber mal wieder fehlen am Ende Präzision und Effizienz. Ernüchternde Erkenntnis: Wirklich verbessert präsentiert sich die SGD nach der bisherigen Länderspielpause zumindest offensiv nicht. Das macht vorm Keller-Knaller kommenden Samstag in Osnabrück nicht gerade Mut …

Defensivmann Lukas Boeder räumt bei Dynamo-TV zumindest ein: „Man hat wieder so ein komisches Gefühl. Dass man vieles gar nicht so schlecht macht, aber früh bestraft wird und wenig belohnt. Aber es bringt nichts, jetzt zu hadern.“ Team-Kollege Nicolai Rapp, der diesmal in der Innenverteidigung spielte, sieht zumindest die Defensive deutlich verbessert: „Wie viele Chancen hatte der Gegner aus dem Spiel? Keine“, beantwortet er seine Frage selbst. Und das fast schon ein bisschen trotzig. „Aus dem Wissen, dass es gegen uns schwer ist, Tore zu schießen, können wir Mut schöpfen.“

Tatsächlich resultierten die Tore von Teplice aus einem Eckball samt Torwartfehler und einem Einwurf. „Die haben dreimal aufs Tor geschossen, zweimal war er drin. Wir hatten deutlich mehr Möglichkeiten, Tore zu erzielen“, analysierte Sportchef Sören Gonther richtig. Und gibt zu bedenken: „Am Ende zählt das Ergebnis, keine Frage. Aber es war ein Testspiel. Ich würde das nicht so negativ sehen oder irgendwelche Auswirkungen auf nächste Woche reinbringen. Egal, wie das Spiel ausgegangen wäre, es hätte nichts mit Osnabrück zu tun gehabt.“