Dynamo gegen Cottbus im Test: Sieg und Niederlage

Zwei Test-Spiele, zwei Teams, zwei Schiris, zwei Plätze

Nach 180 Minuten steht es zwischen Dynamo Dresden und Energie Cottbus 3:3. Jede Mannschaft gewinnt jeweils ein Spiel. Trainer und Spieler der Vereine sprechen über die Erkenntnisse aus dem XXL-Vergleich.

Wettkampfpraxis wichtig

Beide Vereine hatten diesen Test mit zwei Spielen über die volle Distanz von jeweils 90 Minuten vereinbart, um zwei Wochen vor dem Start der Saison 2026/27 in der 2. Fußball-Bundesliga möglichst vielen Spielern Wettkampfpraxis zu geben. Die Spiele fanden im Dynamo-Trainingszentrum ohne Zuschauer statt.

Während Dresden bereits zwölf Neuzugänge verpflichtet und kaum Verletzungssorgen hat, musste Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz in diesem Testspiel improvisieren. Mit den neu verpflichteten Ryan Malone und Fousseny Doumbia fallen gleich zwei Innenverteidiger aus. Auch Kapitän Axel Borgmann konnte verletzungsbedingt bisher noch kein Testspiel bestreiten. Für beide war es der vorletzte Test vor dem Start der 2. Bundesliga am 9. August. Dynamo Dresden bestreitet die Generalprobe am nächsten Samstag gegen den 1. FC Union Berlin (14:00 Uhr/live im MDR FERNSEHEN). Energie testet ebenfalls am Samstag noch einmal gegen Werder Bremen (15:00 Uhr).

In den ersten 90 Minuten kassierte das Team von Trainer Thomas Stamm nach zuvor vier Testspiel-Siegen mit 37:0 Toren gegen den Zweitliga-Aufsteiger die ersten Gegentore, die letztlich zur ersten Niederlage führte. Das 1:2 dürfte nach der aufgekommenen Euphorie im Umfeld durch die vielen gelungenen Transfers auch ein Dämpfer zur rechten Zeit sein. „Das hoffe ich“, meinte Torjäger Vincent Vermeij nach dem Spiel. „Es war ein intensives Spiel. Der Gegner hatte ein Niveau, das uns in der 2. Liga jede Woche erwartet und an dem wir uns orientieren müssen.

Start-Elf kann nicht überzeugen

Das Ergebnis ist auch deshalb bemerkenswert, weil Dynamo wie von Stamm angekündigt mit einer Mannschaft antrat, die wohl zu großen Teilen auch am 9. August beim Auftakt in Nürnberg auflaufen wird. Viele Überraschungen gab’s dabei nicht, allenfalls der Innenverteidiger-Platz für Youngster Friedrich Müller.Energie kam im Trainingszentrum im Ostpark (Zuschauer waren nicht zugelassen) besser ins Spiel, aber Dresden ging durch Vermeij in Führung (33.). Praktisch im Gegenzug aber der Ausgleich durch Michelbrink (34.). Nach dem Seitenwechsel drehte Pelivan die Partie nach einer Ecke sogar komplett (52.). Dass es dabei blieb, lag letztlich auch an der mangelnden Effektivität der Dresdner, mehrmals wurden selbst beste Chancen vergeben.

Hauptmann: „Waren zu unsauber“

Der Ausgleich war zu einfach, da war das Zentrum nicht gut genug geschlossen. Auch das Standard-Gegentor werden wir uns anschauen“, erklärte Kapitän Niklas Hauptmann. Seine Analyse: „Wir waren über das ganze Spiel im letzten Drittel zu unsauber. Sowohl im Spielaufbau, als auch beim letzten Pass. Da können und müssen wir einfach ein paar Dinge besser machen.“

Für die zweite Partie zog man nicht nur auf den Nachbarplatz um, sogar der Schiedsrichter wurde getauscht: Für den sächsischen Bundesliga-Aufsteiger Richard Hempel pfiff jetzt Michael Näther.

Die vermeintliche B-Elf hatte die Führung auf dem Fuß, aber Herrmann traf nur den Pfosten (28.). Besser machten es die Cottbuser. Boziaris jagte einen Freistoß aus 22 Metern in die Maschen – keine Chance für Keeper Bethke (37.). Im zweiten Durchgang zog Dynamo an, Neininger traf nach einer Ecke per Kopf zum 1:1 (53.). Und Oehmichen besorgte sogar noch den 2:1-Siegtreffer (66.).

Fazit: Bis zum scharfen Start werden die Karten auf der einen oder anderen Position womöglich doch nochmal neu gemischt. Kommenden Samstag bei der Generalprobe gegen Union Berlin gibt es darauf vielleicht schon eine Antwort.

So spielte Dynamo Dresden

Erstes Spiel: Schreiber – Rossipal, Müller, Keller, Sterner – Rapp, Hauptmann, Wagner – Bobzien, Vermeij, Lemmer

Zweites Spiel: Bethke – Remus, Muhamedbegovic, Neininger, Straudi – Oehmichen, Herrmann (62. Enold), Boeder – Fröling, Daferner, Inanoglu