Dynamo Dresden trotzt einmal mehr personellen Rückschlägen. Kurzfristig fällt Stammtorwart Tim Schreiber aus. Die Mannschaft lässt sich nicht beirren – und gewinnt hochverdient gegen den VfL Bochum. Der Erfolg ist hochverdient in einem sehr stimmungsvollen, fußballerisch sehr ansehnlichen Spiel. Der Tabellenletzte der Hinrunde gewinnt sein Heimspiel gegen den VfL Bochum mit 2:0 (1:0) und macht vier Spieltage vor Saisonschluss einen großen Schritt zum Klassenerhalt in der 2. Fußball-Bundesliga. Auf den ersten direkten Abstiegsplatz hat die SGD fünf Punkte Vorsprung. Zudem rückt sie bis auf einen Zähler an Bochum ran.
Torwart-Alarm bei Dynamo Dresden
Für das wichtige Heimspiel am Samstag gegen den VfL Bochum fielen gleich vier Keeper aus! Auch Stammtorwart Schreiber verletzte sich, die etatmäßige Nummer eins verletzte sich am Freitag beim Abschlusstraining. Nach Informationen wurde wohl ein kleiner Muskelfaserriss diagnostiziert. Auch Winter-Verpflichtung Elias Bethke (23) kann ihn nicht ersetzen. Der Ex-Cottbuser, der beim Drittligisten fast die komplette Hinrunde wegen eines Sehnenrisses ausfiel, hatte sich im März erneut verletzt. Die Bauchmuskelzerrung macht noch immer Probleme, auch er musste am Freitag das Training abbrechen. Lennart Grill (27), der im Sommer von Union Berlin kam und im Herbst Schreiber aus dem Tor verdrängt hatte, ist nach seiner schweren Knieverletzung vom November erst im Aufbautraining, kann ebenfalls nicht einspringen.
Und als ob das alles noch nicht reichen würde, darf auch Maximus Fritzsche (17) nicht ran. Das Riesen-Talent – im doppelten Sinne, denn er ist 2,03 Meter groß – trainierte zuletzt zwar regelmäßig bei den Profis mit. Sah aber am vergangenen Wochenende im U19-Spiel bei Viktoria Berlin (3:1) die rote Karte, ist damit gesperrt. Bedeutet: Daniel Mesenhöler (30) feiert gegen Bochum seine Zweitliga-Premiere für Dynamo Dresden. Der zweite Ersatz-Torwart ist in der laufenden Saison noch ohne Pflichtspiel-Einsatz. Im Januar 2024 aus der Vereinslosigkeit verpflichtet, kam er bisher zu vier Partien im Sachsenpokal und einer in der dritten Liga. Trainer Thomas Stamm betont immer wieder, dass Mesenhöler ein wichtiger Bestandteil des Profi-Kaders ist, lobte bereits mehrfach seinen Trainingsfleiß und die Tatsache, sich ohne zu Murren hintenanzustellen. Auf der Bank sitzt als Ersatztorwart diesmal Marlon Grafe (19), der sonst das Tor des U23-Teams in der Sachsenliga hütet (20 Saisonspiele, zwölf Mal zu null).
Erste Chance, erstes Tor für Dynamo
Die Partie begann mit einer beeindruckenden Choreo der Dynamo-Fans zu Ehren der Stadtgeschichte. Die Choreo war noch nicht abgebaut, da stand es schon 1:0. Nach nur wenigen Minuten passte Bobzien von links flach in die Mitte. Niklas Hauptmann verpasste noch, aber Ceka traf mit links aus gut sieben Metern flach ins rechte Eck. Es war das zweite Tor für den Winterneuzugang aus Elversberg. Zehn Minuten später hätte Dresden mit großer Wahrscheinlichkeit einen Elfmeter zugesprochen bekommen – hätte sich Kofi Amoako im Strafraum fallen lassen, als ihn Bochums Francis Onyeka klar am Trikot festhielt. Amoako blieb stabil und am Ball, scheiterte aber aus spitzem Winkel.
Die restliche erste Hälfte verlief dann eher im Plätschermodus. Die Bochumer verzeichneten ein paar Halbchancen, aber Mats Pannewig (18.) und Koji Miyoshi (23.) fanden ihren Meister in Dresdens Schlussmann Daniel Mesenhöler. „Wir hatten viele Halbchancen, Schüsse aufs Tor und Ecken – aber wir waren heute im gegnerischen Strafraum einfach zu harmlos“, meinte Bochums Trainer Uwe Rösler.
Vermeij erhöht mit Traum-Tor
Auch die zweite Hälfte begann ereignisarm – und dann reichte den Gastgebern wie im ersten Abschnitt eine gute Aktion zum Torerfolg. Nach unwiderstehlichem Bobzien-Solo verlängerte Vermeij die Kugel ungewöhnlich per Hacke und Solo über die Linie (58.). Der Angreifer schien den erfolgreichen Drall selbst nicht glauben zu können. Danach konterte das Team von Thomas Stamm, der seine Mannschaft auf Rang drei der Rückrundentabelle geführt hat, immer wieder erfolgsversprechend. Nur die sonst gewohnte Effizienz fehlte nun. Der starke Bobien scheiterte nach Lemmer-Vorlage an Torhüter Horn (73.). Dessen Gegenüber Mesenhöler bestand bei einem wuchtigen Abschluss von Onyeka auch seine letzte Bewährungschance (80.).
Dresden in Düsseldorf, Bochum gegen Fürth
An den letzten vier Spieltagen muss Dresden noch gegen Kaiserslautern sowie die direkten Konkurrenten Kiel, Braunschweig und Düsseldorf ran. Zu den Fortunen, deren neuer Trainer Alexander Ende erst vor kurzem mit Münster 0:6 in Dresden verlor, geht es am Freitag. Bochum empfängt am Sonntagmittag Greuther Fürth (13.30 Uhr).

