Was für ein irres Fußballspiel!
Das 3:3 von Dynamo Dresden beim Karlsruher SC war Spektakel pur. Und sorgt für viel Gesprächsstoff darüber, ob es ein gewonnener oder zwei verlorene Punkte für die SGD waren. Argumente gibt es für beide Varianten. Die Tatsache, dass die Dresdner eine astreine erste Halbzeit hinlegten und verdient mit 3:1 führten, spricht für einen vergebenen Sieg. Das Team von Thomas Stamm war da wacher, direkter, ballsicherer. Belohnte sich dafür mit einem tollen Hauptmann-Doppelpack und Bobziens Tor-Premiere. Schon das Vorrundenduell endete 3:3.
In der ersten Hälfte hatten die Badener von Trainer Christian Eichner vor 33.180 Zuschauern im ausverkauften Stadion enttäuscht. Dank zweier Tore von Niklas Hauptmann hatte Dynamo zuvor schon wie der Sieger ausgesehen. Ersatztorhüter Himmelmann kam nach 63 Spielen auf der Bank wegen der Gelbsperre von Stammkeeper Hans Christian Bernat erstmals für den KSC zum Einsatz und musste schon in Hälfte eins drei Gegentore hinnehmen. Die KSC-Fans präsentierten eine große Choreo, den Spruch: „Wer nicht aufpasst, wird zur Beute“ und einen – Dynamo-Schal. Postwendend „erbeutete“ Dresden in der 3. Minute das 1:0: Niklas Hauptmann zog von halblinks ab – die Kugel rutschte Keeper Himmelmann unter dem Körper durch. In der ersten Viertelstunde machten die Schwarz-Gelben die Musik, ließen Ball und Gegner laufen.
Elfmeter KSC und wieder Dynamo
Von den Gastgebern war zunächst nicht viel zu sehen. Doch eine Ecke führte dann gleich zu einem Elfmeter, nach einem Foul von Schreiber an Kobald. Den Strafstoß verwandelte Wanitzek, einer der besten Scorer der 2. Liga (22.). Dynamo schüttelte sich kurz und ging dann wieder in die Offensive. Und eine Flanke von Ceka spitzelte Bobzien dann auch zum 2:1 ins Netz (29.). Die Mannschaft von Thomas Stamm spielte auch danach groß auf. Und erhöhte noch vor der Pause: Hauptmann lief schnell durch das Mittelfeld, nach einem anspruchsvollen Doppelpass-Lupfer von Mittelstürmer Vermeij lief der Ex-Kölner durch und spitzelte den Ball ins linke Eck (43.).
Karlsruhe wacht auf
Zu Beginn der zweiten Hälfte hatte die SGD zunächst noch alles im Griff. Doch im Laufe der Halbzeit brachte KSC-Trainer Eichner neues Personal, und seine Elf drängte Dynamo immer mehr in deren Hälfte. Der Aufsteiger bekam nur noch wenig Entlastung hin. Youngster Loyey Ben Farhat machte es mit dem sehenswerten Anschluss zum 2:3 wieder spannend (68.), ehe es turbulenter wurde. Zwei Minuten später flog ein Kopfball von Simic an den rechten Dynamo-Innenpfosten. Jetzt auch wieder Dresden, Sterner kam mit seinem freien Abschluss von rechts aber nicht an Himmelmann vorbei (74.). Der Routinier ersetzte den gelbsperrten Stammtorhüter Bernat. Zum Ende schienen die Schwarz-Gelben den Sieg über die Zeit retten zu können.
Und wieder Farhat, er jubelte in der Nachspielzeit nur kurz über das vermeintliche Siegtor, das wegen Abseits nicht zählte. Doch dann foulte Rossipal direkt auf der Strafraumlinie Egloff. Der zunächst gegebene Freistoß wurde nach Videosichtung einkassiert. Den fälligen Elfmeter verwandelte erneut KSC-Topscorer Wanitzek, in der 4. Minute der Nachspielzeit. Fast hätte Dynamo Dresden sogar noch mit ganz leeren Händen dagestanden, denn Ben Farhat ließ das Wildparkstadion mit dem vermeintlichen 4:3 förmlich explodieren. Zum Glück für die Gäste stand er bei seinem Treffer knapp im Abseits. Insofern ist der Zähler dann doch auch irgendwie gerechtfertigt.
So bleibt der Aufsteiger als einziges Team der 2. Liga in diesem Jahr auswärts ungeschlagen, hat jetzt schon so viele Punkte geholt, wie in der kompletten Hinrunde. Ceka: „Im Abstiegskampf ist jeder Punkt wichtig.“ Kommenden Sonntag im Kellerduell gegen Münster dürfen es dann aber gern wieder drei Punktesein…

