Dynamo im Viertelfinale des Sachsenpokals

Dynamo ist am Ende ohne große Mühe ins Viertelfinale des Sachsenpokals eingezogen

Beim Oberligisten VFC siegte Dresden vor 3739 Zuschauern im gut besuchten Vogtlandstadion mit 7:3 (4:0). Die SGD machte schon vor der Pause Nägel mit Köpfen, glänzte mit einer fast hundertprozentigen Chancenverwertung. Vor 3.739 Zuschauern im Plauener Vogtlandstadion trafen Ahmet Arslan mit einem Viererpack sowie Manuel Schäffler, Dennis Borkowski und Patrick Weihrauch für Dynamo. Moritz Kretzer, Lucas Will und Patrick Grandner erzielten die Tore für den Außenseiter.

Trotz des relativ deutlichen Ergebnisses wirkte der Auftritt der Dresdner Drittliga-Fußballer phasenweise alles andere als souverän. „Wir haben ein torreiches und interessantes Fußballspiel gesehen“, analysierte Trainer Markus Anfang und lobte den unterklassigen Kontrahenten. „Plauen war immer wieder mit Distanzschüssen gefährlich. Sie haben permanent nach vorne gespielt und sich Chancen erarbeitet.“

Bei Dynamo feierte Niklas Heeger sein Pflichtspiel-Debüt im Tor. Die eigentliche Nummer drei sollte sich nach guten Trainingsleistungen beweisen dürfen – und stand tatsächlich mehr als gedacht im Blickpunkt.

Plauen beginnt couragiert

Doch zunächst nutzte Ahmet Arslan einen langen Steilpass von Innenverteidiger Tim Knipping, um mit dem ersten Schuss in Führung zu gehen – 1:0 (4.). In dieser Situation klar zu erkennen, dass die Drittliga-Profis schneller schalteten als der Fünftligist. Sonst war davon erstmal wenig zu sehen. Kevin Walther zwang Heeger zu einer echten Glanzparade (16.). Beim anschließenden Eckball verpasste Tim Limmer die XXL-Kopfballgelegenheit zum schnellen Ausgleich (17.).

Dynamo hatte massive Probleme im Spielaufbau, die Vogtländer zeigten sich in den Zweikämpfen deutlich aggressiver und suchten ihr Glück in Distanzschüssen. Ondrej Nyber knallte die Kugel dann aus 30 Meter Richtung rechter Torgiebel und Ex-Karlsruhe-Torwart Heeger war wieder mit den Fingerspitzen da (22.). Bei einem weiteren Geschoss von Nyber wäre der bis dahin beste Dresdner auf dem Platz ohne Chance gewesen, der Ball klatschte aber an die Latte (31.). Außer einer Arslan-Chance (30.) fand Dynamo erst danach wieder offensiv statt, dann aber mit echter Effektivität.

Vorentscheidung mit 4:0 vor der Pause

Binnen zehn Minuten gelangen drei Treffer zur Vorentscheidung. Arslan drückte eine Flanke von Linksverteidiger Jonathan Meier am langen Pfosten ins Netz – 2:0 (34.). Schäffler nickte eine Ecke von Paul Will zum 3:0 (38.) ein und Dennis Borkowski (43.) traf auf Steckpass von Patrick Weihrauch zum 4:0-Pausenstand.

Mehr Tore nach der Pause

In der zweiten Hälfte ging das muntere Scheibenschießen weiter. Meier schickte Schäffler, der legte im Strafraum quer auf Arslan (56.), der nur noch einschieben musste. 60 Sekunden danach belohnte sich Plauen für den engagierten Auftritt. Tim Knipping köpfte eine Flanke vor die Füße von Kretzer, der unhaltbar aus 14 Meter in den linken Winkel traf. Wenig später netzte Arslan (60.) zum vierten Mal ein. Nach Zuspiel von Oliver Batista Meier musste er erneut nur noch den Fuß hinhalten.

Beide Teams vernachlässigten inzwischen ihre Abwehrarbeit völlig. Das war auch beim zweiten Plauener Tor zu sehen. Daniel Heinrich konnte unbedrängt von der Torauslinie flanken, Will (70.) ebenso mühelos einköpfen. Die Freude der VFC-Fans war noch nicht verklungen, da spazierte Weihrauch (72.) locker durch die Plauener Abwehr, traf mit einem platziertem Schrägschuss. Den Schlusspunkt setzte Plauens Grandner (86.), der ebenfalls ohne Gegnerdruck per Schrägschuss traf.

Der Trainer dagegen ärgerte sich vor allem über die drei Gegentreffer in der zweiten Halbzeit: „Wir hatten uns vorgenommen, dass wir nach der Pause keine Gegentore bekommen und weiter nachlegen. Das ist uns leider nicht gelungen“, meinte Anfang. „Alle Tore können wir wesentlich besser verteidigen. Aber das ist jetzt vorbei. Wir sind froh, eine Runde weiter zu sein.

Der Gewinn des Sachsenpokals wäre für Dynamo womöglich sehr wichtig, denn der Sieger ist für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal gesetzt. Das wären auch die besten vier Mannschaften in der Drittliga-Saison, doch derzeit sind die Dresdner nur Tabellenneunter. „Das ist die Realität und der muss auch ich ins Auge blicken. Dynamo hat ein sehr schwieriges Jahr hinter sich, mit vielen nicht gewonnenen Spielen in der zweiten Liga, mit dem Abstieg in der Relegation und jetzt mit dem Wellental in der Hinrunde. Das tut weh, aber das Jahr ist jetzt vorbei“, so Anfang.

Für Dynamo beginnt nun die wohl längste Winter-Vorbereitung. Aufgrund der Fußball-WM in Katar, die erstmals im Winter stattfindet, hat das Team fast zwei Monate Pause. Am 8. Dezember startet Dynamo dann in die Vorbereitung auf die restliche Saison. Am 15. Januar 2023 findet gegen den SV Meppen das erste Pflichtspiel im neuen Jahr statt.

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