Lucien Favre

Lucien Favre
Stellenbezeichnung
Cheftrainer
Nationalität
Geburtsort
Saint-Barthélemy
Geburtstag
02/11/1957
Alter
65
Größe (in cm)
178
Gewicht (in Kilo)
70
Position als Spieler
Offensives Mittelfeld
Spielfuß
rechts
Bevorzugte Formation
4-2-3-1
Verein
Stellenbezeichnung
Vertrag vom
Vertrag bis
Borussia Dortmund
Borussia Dortmund
Cheftrainer
01/07/2018
30/06/2021

Lucien Favre (* 2. November 1957 in Saint-Barthélemy, Kanton Waadt) ist ein ehemaliger Schweizer Fussballspieler und jetziger ‑trainer.
Seit 2018 ist er Trainer des Bundesligisten Borussia Dortmund.
Er ist ein Anhänger des schnellen Kurzpassspiels nach spanischem Vorbild und gilt als Taktiker und Perfektionist.

Karriere als Spieler

Vereine

Der 24-fache Schweizer Nationalspieler galt als sehr guter Techniker und intelligenter Spielmacher.
Während seiner Laufbahn spielte er unter anderem bei Neuchâtel Xamax, bei FC Toulouse und bei Servette Genf.

Am 13. September 1985 wurde er schwer verletzt, als ihm im Spiel Servette Genf gegen Vevey-Sports der gegnerische Libero Pierre-Albert Chapuisat (Vater von Stéphane Chapuisat) in die Kniekehle trat.
Das Foul wurde nicht geahndet, da ein Spieler dem Schiedsrichter Bruno Galler, wie letzterer sagte, «die Sicht auf den Tatort nahm». Favre erlitt dabei mehrere Knochenbrüche und Bänderrisse.
Das Foul zog einen zwei Jahre dauernden zivilrechtlichen Prozess – den ersten in der Geschichte des Schweizer Fussballs – nach sich, an dessen Ende Chapuisat durch das Genfer Polizeigericht zu einer Geldstrafe von 5000 Franken wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt wurde.

Nach der verletzungsbedingten achtmonatigen Pause gelang Favre ein Comeback bei Servette; er spielte ab 1987 unter anderem mit Karl-Heinz Rummenigge zusammen, der von Inter Mailand nach Genf gewechselt war.
1991 beendete Favre bei Servette Genf seine aktive Zeit.

Nationalmannschaft

In seiner Zeit in der Schweizer Nationalmannschaft erzielte Favre in 24 Spielen einen Treffer.
Dieser fiel bei seinem ersten Länderspiel beim 2:1-Sieg gegen die Niederlande am 1. September 1981 in Zürich; auch Ruud Gullit und Frank Rijkaard gaben an diesem Tag ihr Nationalmannschaftsdebüt.
Sein letztes Länderspiel absolvierte er am 26. April 1989 in Lissabon bei der 1:3-Niederlage gegen Portugal.

Erfolge als Spieler

Europa-Pokalwettbewerbe : 17 Spiele, 4 Tore
1983: Schweizer Fussballer des Jahres
Schweizer Meister 1985 mit Servette Genf

Karriere als Trainer

Stationen in der Schweiz

Favres Trainerkarriere begann 1991 beim FC Echallens als Trainerassistent der C-Junioren. Nach einem Jahr trainierte er die Junioren-Mannschaft (14-Jährige) und übernahm danach die erste Mannschaft.
Unter Favres Leitung stieg der Verein in die Nationalliga B auf, was der bis dahin grösste Erfolg des Vereins war.

Im Anschluss an seine Tätigkeit beim FC Echallens war Favre für 18 Monate bei Neuchâtel Xamax als Nachwuchsmanager tätig.
1997 wechselte Favre zu Yverdon-Sports, mit denen er in die Nationalliga A aufstieg und die folgende Saison auf dem fünften Tabellenplatz abschloss.

Im Jahr 2000 wechselte er zu Servette Genf, bei der er zuvor als Spieler tätig gewesen war.
2001 gewann er mit der Mannschaft den Schweizer Cup und stiess durch einen 3:0-Auswärtssieg bei Hertha BSC bis in das Achtelfinale des UEFA-Pokals vor.

Im Frühjahr 2003 wechselte Favre zum FC Zürich. Bei seiner Einstellung konnte er Mitbewerber Joachim Löw ausstechen, wie Sportjournalist Michael Jahn in seiner Favre-Biografie enthüllte.
Beide hatten am selben Tag ihr Vorstellungsgespräch. Mit dem FCZ wurde Favre einmal Cupsieger (2005) und 2006 und 2007 Meister.
Am 29. Mai 2007 wurde er zum zweiten Mal in Folge zum Schweizer Trainer des Jahres gewählt. Unter seiner Führung wurden Daniel Gygax, Blerim Džemaili, Xavier Margairaz, Steve von Bergen und Gökhan Inler für die Schweizer Nationalmannschaft nominiert.

Hertha BSC

Zur Saison 2007/08 wechselte Favre zum deutschen Bundesligisten Hertha BSC. In Berlin erhielt er einen Vertrag bis 2010, der im Januar 2009 bis 2011 verlängert wurde.
Favre wechselte zusammen mit Co-Trainer Harald Gämperle und den Spielern Raffael und Steve von Bergen nach Berlin.
In der Saison 2008/09 führte er die Hertha auf den vierten Tabellenplatz. Für die nachfolgende Spielzeit konnte die Hertha aus finanziellen Gründen wichtige Spieler nicht an sich binden.
Nach einem schlechten Saisonstart in die Spielzeit 2009/10 mit sechs Niederlagen in Folge und dem letzten Tabellenplatz nach dem siebten Spieltag wurde Favre am 28. September 2009 von seiner Tätigkeit freigestellt.

Nachdem Favre am 6. Oktober 2009 sich auf einer privaten Pressekonferenz im Berliner Hotel Adlon negativ über die Transferpolitik der Vereinsführung der Hertha unter Präsident Werner Gegenbauer geäussert hatte, wurde er fristlos entlassen.

Borussia Mönchengladbach

Am 14. Februar 2011 verpflichtete Borussia Mönchengladbach Favre als Cheftrainer, nachdem Michael Frontzeck am Tag zuvor beurlaubt worden war.
Favre übernahm eine Mannschaft, die nach 22 von 34 Spieltagen mit 16 Punkten Tabellenletzter war und einen Rückstand von sieben Punkten auf den Relegationsplatz hatte.
Mit 20 Punkten aus den restlichen zwölf Spielen hielt die Borussia mit Favre die Klasse; am 25. Mai 2011 setzte sich die Mannschaft in zwei Relegationsspielen gegen den VfL Bochum durch.

In die Saison 2011/12 startete Favre mit einem Sieg beim FC Bayern München und erreichte am dritten Spieltag die Tabellenspitze.
Am 8. Februar 2012 zog er mit der Borussia ins Halbfinale des DFB-Pokals ein und verlor im Elfmeterschiessen gegen Bayern München.
Die Saison 2011/12 beendete die Borussia – mit nahezu der gleichen Mannschaft, die in der Vorsaison nur knapp den Abstieg vermieden hatte – auf dem vierten Tabellenplatz, der erstmals in der Vereinsgeschichte zur Teilnahme an den Play-offs zur UEFA Champions League 2012/13 berechtigte.
Nachdem es lange Zeit Spekulationen um einen Weggang Favres gegeben hatte, verlängerte er im Juli 2012 seinen im Juni 2013 auslaufenden Vertrag bei Borussia Mönchengladbach um zwei Jahre.

Bei der Wahl zum Trainer des Jahres 2012 belegte Favre hinter dem Meistertrainer Jürgen Klopp den zweiten Platz.
Nach dem vierten Tabellenplatz in seiner ersten vollständigen Saison bei der Borussia erreichte die Mannschaft in der Saison 2012/13 Platz 8.
Dadurch verfehlte Favre mit der Borussia den erneuten Einzug in einen europäischen Wettbewerb.

Im März 2014 verlängerte Favre seinen Vertrag bei der Borussia bis Juni 2017 und qualifizierte sich mit ihr nach dem sechsten Tabellenplatz in der Saison 2013/14 und zwei Siegen gegen den FK Sarajevo in den Play-off-Spielen für die Gruppenphase der UEFA Europa League 2014/15.

Der 2:0-Sieg der Borussia am 6. November 2014 in der Gruppenphase der Europa League gegen den zypriotischen Club Apollon Limassol war das 18. Pflichtspiel in einer Saison hintereinander ohne Niederlage.
Favre überbot mit seiner Mannschaft damit die Bestmarke aus dem Jahr von 1970/71 unter Hennes Weisweiler (17 Pflichtspiele ungeschlagen).
Am 14. Februar 2015 feierte Favre die Vollendung einer vierjährigen Amtszeit als Trainer der Borussia, in der er aus 135 Bundesligaspielen 61 Siege, 35 Unentschieden und 39 Niederlagen erreichte und damit hinter Weisweiler und Udo Lattek die drittbeste Statistik aller Borussen-Trainer aufwies.

Unter Favre schloss die Borussia die Saison 2014/15 auf dem dritten Tabellenplatz ab, der die Teilnahme an der Champions League ermöglichte.
Mit dem Erreichen der Champions League beendete der Verein eine 37 Jahre andauernde Abstinenz vom wichtigsten Wettbewerb des europäischen Fussballs.
Gleichzeitig wurde mit 39 Punkten in der Rückrunde ein neuer Vereinsrekord aufgestellt. Favre wurde später zum Trainer der Saison ausgezeichnet.
Aufgrund der Ähnlichkeit der Spielweise seiner Mannschaft zum FC Barcelona wurde zur Zeit Favres bei Borussia Mönchengladbach der Begriff «Borussia Barcelona» geboren.

Nach sechs aufeinanderfolgenden Pflichtspielniederlagen zum Saisonstart bot Favre am 20. September 2015 dem Präsidium von Borussia Mönchengladbach seinen Rücktritt als Trainer an, der abgelehnt wurde.
Kurz darauf veröffentlichte Favre eine Erklärung, in der er seinen sofortigen Rücktritt bekanntgab.

OGC Nizza

Von 2016 bis 2018 trainierte Lucien Favre den französischen Erstligisten OGC Nizza.
Er erhielt einen Dreijahresvertrag und trainierte unter anderem Mario Balotelli. In seiner ersten Saison schied OGC Nizza nach zwei Siegen bei vier Niederlagen in der Gruppenphase der Europa League als Tabellenletzter aus.
Gegner war unter anderem der FC Schalke 04. In der Liga führte Favre sein Team auf den dritten Tabellenplatz, wodurch OGC Nizza sich für die Playoffs der UEFA Champions League 2017/18 qualifizierte.
Gegen den italienischen Vertreter SSC Neapel unterlag der Schweizer mit seiner Mannschaft zweimal mit jeweils 0:2 und trat somit erneut in der Europa League an.[23] Zwar überstand OGC Nizza dieses Mal die Gruppenphase, scheiterte jedoch im Sechzehntelfinale an Lokomotive Moskau (2:3, 0:1). Im Ligabetrieb schloss OGC auf dem achten Tabellenplatz ab. Am letzten Spieltag verspielte Favres Club die Teilnahme am Europapokal durch eine 2:3-Niederlage gegen Olympique Lyon.

Am 19. Mai 2018 kündigte Favre seine Trennung von OGC Nizza an.

Borussia Dortmund

Seit Juni 2018 ist Favre Trainer beim Bundesligisten Borussia Dortmund.
In seiner ersten Saison als Trainer des BVB wurde Favre mit seiner Mannschaft Vize-Meister, wobei die Entscheidung über die Meisterschaft erst am letzten Spieltag fiel.
Zwischenzeitlich hatte Dortmund neun Punkte auf den späteren Meister Bayern München Vorsprung, beendete die Spielzeit aber mit zwei Punkten Rückstand auf diesen.

Sein Vertrag beim BVB läuft bis 30. Juni 2021.

Erfolge als Trainer

1994: Aufstieg NLB (Échallens)
1999: Aufstieg NLA (Yverdon)
2001: Schweizer Cupsieger (Servette)
2005: Schweizer Cupsieger (FC Zürich)
2006: Schweizer Meister (FC Zürich)
2006: Trainer des Jahres (Schweiz)
2007: Schweizer Meister (FC Zürich)
2007: Trainer des Jahres (Schweiz)
2008/09: Trainer der Saison (Deutschland)
2011/12: Trainer der Saison (Deutschland) (VdV)[29]
2013/14: Trainer der Hinrunde (Deutschland) (kicker)[30]
2014/15: Trainer der Saison (Deutschland)
2019: Supercupsieger mit Borussia Dortmund

Lucien Favre ist rein punktetechnisch der erfolgreichste Trainer in der Vereinsgeschichte von Borussia Dortmund seit Vereinsgründung im Jahre 1909.
Mit 2,14 Punkten pro Spiel belegt der Schweizer aktuell (Stand 2019) Platz 1 unter allen bisherigen BVB-Trainern.

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