FDGB-Pokal 1970/1971

1. Runde bis Finale
Die Spiele von der 1. Runde bis zum Finale

In den Spielrunden kann es Wiederholungsspiele/Ausscheidungsspiele oder Zwischenrunden geben, erkennbar an Info
Beim Überfahren mit dem Mauszeiger werden weitere Informationen angezeigt.

Für Android oder IOS 

Im Hochvormat ist die Seite scrollbar, im Querformat die volle Ansicht!

Das Endspiel
So verlief das Endspiel ..
  Dynamo Dresden-Logo Dynamo Dresden – BFC Dynamo  BFC Dynamo
Ergebnis 2:1 n. V. (1:1, 0:0)
Datum 20. Juni 1971
Stadion Kurt-Wabbel-Stadion, Halle (Saale)
Zuschauer Zuschauer 10.000
Schiedsrichter Rudi Glöckner (Markranstädt)
Tore Tore 1:0 Sammer (65.)
Tore 1:1 Johannsen (71., Strafstoß)
Tore 2:1 Sammer (118.)
Dynamo Dresden Manfred Kallenbach – Hans-Jürgen Dörner – Wolfgang Haustein, Klaus Sammer, Frank Ganzera – Uwe Ziegler, Horst Rau (106. Siegmar Wätzlich), Hans-Jürgen Kreische – Dieter Riedel (100. Gert Heidler), Eduard Geyer, Rainer Sachse
Cheftrainer: Walter Fritzsch
BFC Dynamo Werner Lihsa – Bernd Brillat – Dieter Stumpf, Wilfried Trümpler, Joachim Hall – Wolfgang Filohn, Frank Terletzki, Peter Rohde, Harald Schütze (73. Frank Fleischer) – Dietmar Labes, (104. Peter Lyszczan), Norbert Johannsen
Cheftrainer: Fritz Bachmann, Günter Schröter
Spielverlauf

Das Dynamo-Duell der beiden Mannschaften aus Dresden und Berlin fand in dem nur zu einem Drittel gefüllten Hallenser Kurt-Wabbel-Stadion wenig Zuschauerinteresse. Klarer Favorit war die SG Dynamo Dresden, die sich bereits die DDR-Meisterschaft gesichert hatte und mit Sammer, F. Ganzera sowie Kreische drei aktuelle Nationalspieler aufbieten konnte. Die Mannschaft verfolgte das Ziel, erstmals in der Geschichte des DDR-Fußballs das Double – Meisterschaft und Pokal – zu erringen. Die Berliner hatten eine enttäuschende Saison hinter sich, dümpelten im unteren Mittelfeld herum und konnten vom Spielermaterial her dem Gegner nicht das Wasser reichen.

Doch wieder bewahrheitete sich die alte Weisheit, dass Pokalspiele ihren eigenen Charakter haben. Der Favorit aus Dresden fand nicht in sein Spiel. Seine Mittelfeldstrategen Kreische und Ziegler wurden von den Berlinern Filohn und Rohde kompromisslos abgeschirmt, auch Rau konnte keine Akzente setzen. So hingen die Dresdner Stürmer in der Luft und waren bei den Berliner Verteidigern gut aufgehoben. Insgesamt zeigten sich die Berliner agiler und hatten schon in den ersten zehn Minuten drei gute Tormöglichkeiten. Doch hüben wie drüben gelang es keiner Mannschaft, das Spiel tatsächlich zu ihren Gunsten zu gestalten, eine allgemeine Verkrampfung diktierte das Spiel.

So fiel das erste Tor auch nicht aus einer Kombination heraus. In der 65. Minute schoss der Dresdner Sachse einen Freistoß aus 25 Metern direkt auf das Berliner Tor, Torwart Lihsa brachte den Ball nicht unter Kontrolle, den Sammer, direkt vor dem Tor stehend, über die Linie schieben konnte. Auch der postwendende Ausgleich in der 71. Minute entsprang nicht dem Spielfluss, sondern einem Strafstoß, den Johannsen nach einem Foul von Kreische an Filohn verwandelte. Danach gelang es Dresdnern allmählich, System in ihr Spiel zu bringen, Sammer und Dörner machten jetzt aus der Deckung heraus mehr Druck, dadurch kamen ihre Flügelstürmer Riedel und Sachse besser zum Zuge. Doch auch auf der anderen Seite hatte der BFC seine Abwehr gut aufgestellt, im Mittelfeld setzten Terletzki und Rohde ihre Stürmer immer wieder gut in Szene. So gab es bis zum Ende der regulären Spielzeit ein ausgeglichenes Geschehen, allerdings ohne dass eine Mannschaft zur Entscheidung fähig war.

In der Verlängerung schienen die Berliner auf der Siegerstraße zu sein, zweimal hatte es der eingewechselte Lyszczan auf dem Fuß, das Spiel zugunsten des BFC zu entscheiden. Schließlich aber sorgte Sammer in der 118. Minute dafür, dass Dynamo Dresden seiner Favoritenrolle gerecht wurde. Geyer schlug von rechts eine Ecke vor das Berliner Tor, Sammer erreichte den Ball per Kopfstoß. Zwar kam Lihsa mit einer Hand noch an die Kugel, doch sie sprang ans untere Lattenkreuz und von dort ins Tor.

Die beiden Trainer kommentierten anschließend das Spiel wie folgt:

Walter Fritzsch (Dresden): „Das, was ich vermutet habe ist eingetreten. Es war ein typisches Pokalendspiel, das vom Kampf bestimmt wurde. Die Aufgabe, nach der Meisterschaft auch den Pokal zu holen, hat die Mannschaft etwas verkrampft. Der Sieg ist glücklich.“
Fritz Bachmann (Berlin): „Ich habe an meiner Mannschaft nur das eine auszusetzen, dass sie die vorhandenen Chancen nicht verwertete. Ansonsten ist die Partie so verlaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir haben die Dresdner in ihrem Aktionsradius eingeschränkt und schufen uns die nötigen Torgelegenheiten, bei denen wir allerdings versagten.“ (Deutsches Sportecho 21. Juni 1971)

 
Torschützen
# Spieler Mannschaft Tore (11m)
1. Wolfgang Abraham  1. FC Magdeburg 5 (0)
2. Peter Ducke  FC Carl Zeiss Jena 4 (0)
3. Klaus Grebasch  Stahl Eisenhüttenstadt 3 (0)
  Gert Heidler  Dynamo Dresden 3 (0)
  Norbert Johannsen  BFC Dynamo
BFC Dynamo II
3 (1)
  Hans-Jürgen Kreische  Dynamo Dresden 3 (2)
  Dietmar Labes  BFC Dynamo
BFC Dynamo II
3 (0)
  Wolfram Löwe  1. FC Lokomotive Leipzig 3 (0)
  Heinz Oelze  1. FC Magdeburg 3 (0)
  Wolfgang Schmidt  ASG Vorwärts Meiningen 3 (0)
11. Manfred Becker  BFC Dynamo 2 (1)
  Klaus Berger  BSG Aktivist Schwarze Pumpe Hoyerswerda 2 (0)
  Harald Betke  1. FC Union Berlin
1. FC Union Berlin II
2 (0)
  Manfred Geisler  1. FC Lokomotive Leipzig 2 (0)
  Heinz Hergert  BSG Wismut Gera 2 (1)
  Bernd Müller  1. FC Union Berlin
1. FC Union Berlin II
2 (0)
  Volkmar Neubert  FC Karl-Marx-Stadt
FC Karl-Marx-Stadt II
2 (0)
  Frank Paluscak  SG Dynamo Eisleben 2 (0)
  Bernd Quedenfeld  ASG Vorwärts Meiningen 2 (0)
  Horst Rau  Dynamo Dresden
Dynamo Dresden II
2 (0)
  Peter Rohde  BFC Dynamo 2 (0)
  Rainer Sachse  Dynamo Dresden
Dynamo Dresden II
2 (0)
  Klaus Sammer  Dynamo Dresden 2 (0)
  Reinhard Segger  HFC Chemie 2 (1)
  Otto Skrowny  BSG Chemie Leipzig II 2 (1)
  Konrad Weise  FC Carl Zeiss Jena 2 (0)
27. Lothar Bach  BSG Kali Werra Tiefenort 1 (0)
  Karl-Heinz Becker  BSG Stahl Riesa
BSG Energie Cottbus
1 (0)
  Horst Begerad  FC Vorwärts Berlin 1 (0)
  Gerd Beyer  HFC Chemie 1 (0)
  Hans Böttcher  BSG Energie Cottbus 1 (0)
  Bernd Bransch  HFC Chemie 1 (0)
  Günter Czichwoski  BSG KKW Greifswald 1 (0)
  Ronald Danz  FC Carl Zeiss Jena II 1 (0)
  Dixie Dörner  Dynamo Dresden
Dynamo Dresden II
1 (0)
  Manfred Duchrow  BSG Energie Cottbus 1 (1)
  Wolfgang Dummer  BSG Kali Werra Tiefenort 1 (0)
  Peter Effenberger  BSG Energie Cottbus 1 (0)
  Franz Egel  Rot-Weiß Erfurt 1 (0)
  Reinhard Eschrich  ASG Vorwärts Leipzig 1 (0)
  Peter Filler  BSG Kali Werra Tiefenort 1 (1)
  Eberhard Fischer  Stahl Eisenhüttenstadt II 1 (0)
  Reinhard Häfner  Rot-Weiß Erfurt 1 (0)
  Lothar Hahn  Hansa Rostock 1 (0)
  Harald Hampel  FC Carl Zeiss Jena II 1 (0)
  Walter Heintz  ASG Vorwärts Cottbus
Rot-Weiß Erfurt
1 (0)
  Joachim Helbig  BSG Aktivist Schwarze Pumpe Hoyerswerda 1 (0)
  Ludwig Hofmann  ASG Vorwärts Meiningen 1 (1)
  Harald Irmscher  FC Carl Zeiss Jena 1 (0)
  Matthias Jahn  Stahl Eisenhüttenstadt 1 (0)
  Gisbert Job  ASG Vorwärts Neubrandenburg 1 (0)
  Wolfgang Juhrsch  1. FC Union Berlin 1 (0)
  Helmut Kalbe  Motor Hennigsdorf 1 (0)
  Günter Kick  BSG Aktivist Schwarze Pumpe Hoyerswerda 1 (0)
  Horst Kittel  Stahl Eisenhüttenstadt 1 (0)
  Max Koar  BSG Aktivist Schwarze Pumpe Hoyerswerda 1 (0)
  Bernd Koch  BSG Motor Eisenach 1 (0)
  Udo Korn  BSG Wismut Gera 1 (0)
  Werner Kuhlee  BSG Aktivist Schwarze Pumpe Hoyerswerda 1 (0)
  Dieter Lange  FC Carl Zeiss Jena II 1 (1)
  Rainer Langer  HFC Chemie 1 (0)
  Rainer Lönnig  BSG Aktivist Schwarze Pumpe Hoyerswerda 1 (0)
  Bodo Meißner  BSG Kali Werra Tiefenort 1 (0)
  Erhard Mosert  HFC Chemie 1 (0)
  Dieter Neigenfind  FC Carl Zeiss Jena II 1 (0)
  Herbert Pankau  Hansa Rostock 1 (1)
  Winfried Patzer  FC Carl Zeiss Jena II 1 (0)
  Wolfgang Pfeifer  Dynamo Dresden II 1 (0)
  Jürgen Piepenburg  FC Vorwärts Berlin 1 (0)
  Volkmar Prager  Stahl Eisenhüttenstadt
Stahl Eisenhüttenstadt II
1 (0)
  Hans-Jürgen Pretzsch  BSG Chemie Leipzig II 1 (0)
  Wolfgang Rahn  Hansa Rostock II 1 (0)
  Dieter Riedel  Dynamo Dresden 1 (0)
  Gerhard Robe  BSG Wismut Gera II 1 (0)
  Peter Rock  FC Carl Zeiss Jena 1 (0)
  Gerd Sackritz  Hansa Rostock 1 (1)
  Dieter Scheitler  FC Carl Zeiss Jena 1 (0)
  Wolfgang Scheller  BSG Post Neubrandenburg 1 (0)
  Detlef Schneider  BFC Dynamo
BFC Dynamo II
1 (0)
  Dieter Schüßler  BSG Wismut Aue 1 (0)
  Manfred Schütze  BSG Motor Nordhausen 1 (0)
  Gerald Schwierske  BFC Dynamo II 1 (1)
  Wolfgang Seguin  1. FC Magdeburg 1 (1)
  Jürgen Sparwasser  1. FC Magdeburg 1 (0)
  Hans-Joachim Steinfurth  Stahl Eisenhüttenstadt 1 (0)
  Roland Stemmler  BSG Sachsenring Zwickau 1 (0)
  Gerd Stieler  Rot-Weiß Erfurt 1 (1)
  Joachim Streich  Hansa Rostock 1 (0)
  Gerd Struppert  FC Carl Zeiss Jena II 1 (0)
  Jürgen Tell  SG Dynamo Schwerin 1 (0)
  Frank Terletzki  BFC Dynamo
BFC Dynamo II
1 (0)
  Falko Tonn  BSG Motor Nordhausen 1 (0)
  Toth  Motor Hennigsdorf 1 (0)
  Bernd Trunzer  BSG Chemie Leipzig II 1 (0)
  Gerd Unglaube  BSG Post Neubrandenburg 1 (0)
  Bernd Vogel  1. FC Union Berlin
1. FC Union Berlin II
1 (0)
  Eberhard Vogel  FC Carl Zeiss Jena 1 (0)
  Ingo Walter  1. FC Union Berlin II 1 (0)
  Detlef Weber  BFC Dynamo
BFC Dynamo II
1 (0)
  Harald Wehner  Rot-Weiß Erfurt 1 (0)
  Wolfgang Weißenborn  ASG Vorwärts Neubrandenburg 1 (0)
  Frank Wiedensee  FC Karl-Marx-Stadt II 1 (0)
  Knut Wittenbecher  BSG Chemie Leipzig II 1 (0)
  Hans-Heinrich Wolf  FC Karl-Marx-Stadt II 1 (0)
  Horst Wruck  FC Vorwärts Berlin 1 (0)
  Bernd Zarpentin  BSG Post Neubrandenburg 1 (0)
  Peter Zierau  ASG Vorwärts Stralsund 1 (0)
  Klaus Zink  BSG Wismut Aue 1 (0)
Geschichte
Kurzinfo
Der FDGB-Fußballpokal wurde in der Saison 1970/71 zum 20. Mal ausgespielt.

Zu Beginn des Wettbewerbs standen die 23 Spiele der I. Hauptrunde. An ihr waren wie in den Vorjahren die 15 Bezirkspokalsieger, 29 Mannschaften der zweitklassigen DDR-Liga und die beiden Oberligaabsteiger jeweils aus der vorherigen Spielzeit 1969/70 vertreten. Der DDR-Ligavertreter BSG Kernkraftwerk Greifswald hatte ein Freilos. Der Spielmodus sah vor, dass nach einem Unentschieden nach 90 Minuten das Spiel zunächst verlängert wurde. Gab es danach immer noch keinen Sieger, wurde die Begegnung auf des Gegners Platz wiederholt und gegebenenfalls erneut verlängert. Herrschte nach 120 Minuten immer noch Gleichstand, zog laut DFV-Reglement die unterklassige Mannschaft in die nächste Runde ein. Gehörten beide Teams der gleichen Spielklasse an, wurde zur endgültigen Entscheidung ein Elfmeterschießen angesetzt.

In der II. Hauptrunde griffen die Mannschaften der DDR-Oberliga in den Wettbewerb ein. Chemie Leipzig, Sachsenring Zwickau, Stahl Riesa und Pokalverteidiger Vorwärts Berlin schieden sofort aus. Im Achtelfinale schieden mit den 2. Mannschaften des 1. FC Union Berlin und des FC Karl-Marx-Stadt die letzten Bezirkspokalsieger aus. Von den noch im Wettbewerb befindlichen vier DDR-Ligisten konnte sich nur die BSG Aktivist Schwarze Pumpe durch einen 2:1-Sieg über den Oberligisten Wismut Aue für das Viertelfinale qualifizieren.

Der Vorjahresfinalist 1. FC Lokomotive Leipzig schied im Viertelfinale nach einer 1:2-Niederlage beim FC Carl Zeiss Jena ebenso aus, wie DDR-Ligist Schwarze Pumpe. Im Finale kam es zu einem reinen Dynamo-Duell, da sowohl der neue DDR-Meister Dynamo Dresden (3:2 in Magdeburg) wie auch der BFC Dynamo (2:1 über Jena) ihre Halbfinalespiele siegreich gestalten konnten.