FDGB-Pokal 1969/1970

Achtelfinale bis Finale
Ansetzungen / Spielzeiten
1. Runde Die Spiele fanden am 10. und 13. August 1969 (CZ Jena II gegen Tiefenort) statt.
Wiederholungsspiele:
am 13. August 1969
Ausscheidungsrunde Die Spiele fanden am 17. August 1969 statt.
Wiederholungsspiele:
am 20. August 1969
2. Runde Die Spiele fanden am 5. Oktober 1969 statt.
Achtelfinale Die Spiele fanden am 30. November 1969 statt.
Wiederholungsspiele:
am 03. Dezember 1969 statt.
Viertelfinale Die Spiele fanden am 26. April 1970 statt.
Halbfinale Die Spiele fanden am 6. Mai 1970 statt.
Finale Das Spiel fand am 13. Juni 1970 vor 12.000 Zuschauern im Gerhard Kunze Stadion (Karl-Marx-Stadt) statt.
Die Spiele von der 1. Runde bis zum Finale

In den Spielrunden kann es Wiederholungsspiele/Ausscheidungsspiele oder Zwischenrunden geben, erkennbar an Info
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Das Endspiel
So verlief das Endspiel ..
Paarung FC Vorwärts Berlin FC Vorwärts Berlin – 1. FC Lokomotive Leipzig 1.FC Lok Leipig
Ergebnis 4:2 (1:1)
Datum 13. Juni 1970
Stadion Rudolf-Harbig-Stadion, Dresden
Zuschauer Zuschauer 12.000
Schiedsrichter Gerhard Kunze (Karl-Marx-Stadt)
Tore Tore 1:0 Begerad (4.)
Tore 2:0 H. Wruck (15.)
Tore 3:0 Gießner (52., Eigentor)
Tore 3:1 Löwe (62.)
Tore 3:2 Köditz (67.)
Tore 4:2 Nöldner (82.)
FC Vorwärts Berlin Alfred Zulkowski – Otto Fräßdorf, Manfred Müller, Erich Hamann, Frank-Rainer Withulz – Wolfgang Strübing, Jürgen Nöldner, Gerhard Körner – Horst Wruck (ab 79. Jürgen Pfefferkorn), Horst Begerad, Jürgen Piepenburg
Cheftrainer: Fritz Belger
1. FC Lokomotive Leipzig Werner Friese – Michael Faber, Peter Gießner, Gunter Sekora (ab 79. Volker Benes), Wilfried Gröbner – Arno Zerbe, Eberhard Köditz, Manfred Geisler – Wolfram Löwe, Henning Frenzel, Manfred Kupfer
Cheftrainer: Kurt Holke
Kurzinfo

Dieses Endspiel hatte mit dem FC Vorwärts Berlin einen eindeutigen Favoriten. Die Berliner trafen als neuer Vizemeister auf den Aufsteiger aus der zweitklassigen DDR-Liga, den 1. FC Lokomotive Leipzig. Die Leipziger waren zudem gehandicapt, da ihr bester Angreifer, Henning Frenzel, gerade erst eine Anginaerkrankung überstanden hatte. Noch hoffnungsfroh prognostizierte Leipzigs Trainer: „Die Mannschaft, die im Mittelfeld heute am dynamischten wirkt, gewinnt.“

Das Spiel gab ihm recht, allerdings bestätigt durch die gegnerische Mannschaft. Die Berliner starteten sofort energiegeladen und mit voller Angriffswucht und kamen schon in den ersten vier Minuten zu drei Eckbällen. Nachdem Piepenburg schon in der zweiten Minute einen Schuss an den Pfosten gesetzt hatte, leitete er in der 5. Minute den Führungstreffer für die Armeemannschaft ein. Er eröffnete eine Kombination über vier Stationen, die Mittelstürmer Begerad zum 1:0 abschloss. Schon zehn Minuten später ließ Rechtsaußen Wruck das 2:0 folgen und weitere hochkarätige Torchancen ließen die Leipziger einem Debakel entgegensteuern. Sie wurden vor allem ein Opfer der laufstarken Berliner Mittelfeldreihe, in der Strübing, Nöldner und Körner den Spielfluss diktierten. Auf der anderen Seite enttäuschte vor allem Geisler, der besonders im Abwehrverhalten große Schwächen zeigte. Mit dem 2:0 zur Pause war Lok Leipzig noch gut bedient, aber schon sieben Minuten nach dem Wiederanpfiff schienen sie endgültig k. o. zu sein, Libero Gießner lenkte eine Eingabe von Wruck ins eigene Tor.

Als niemand mehr einen Pfifferling auf die Lok-Elf setzte, machte sie noch einmal das Spiel spannend. In der 62. Minute entwischte Frenzel seinem Bewacher Hamann, spielte auf Löwe ab, der den Ball über den Berliner Torwart Zulkowski ins Tor zog. Sechs Minuten später nahm der Leipziger Köditz einen Pass seines Linksaußen Kupfer auf und erzielte den Anschlusstreffer. Die Berliner wankten, Leipzig kam in der 73. und in der 82. Minute zu weiteren guten aber ungenutzten Tormöglichkeiten. Jürgen Nöldner vom FC Vorwärts blieb es unmittelbar darauf in der 83. Minute vorbehalten, den Siegtreffer für seine Mannschaft nach einem Duett mit dem eingewechselten Pfefferkorn zu markieren. Er setzte damit den Schlusspunkt in dem bisher torreichsten Endspiel der FDGB-Pokalgeschichte.

Helmut Riedel, Präsident des DDR-Fußballverbandes resümierte anschließend:

„Ein Pokalendspiel wie man es sich wünscht. Eine spielerisch und kämpferisch sehr gute erste Halbzeit des FC Vorwärts, in der schon alles entschieden sein konnte, und ein leidenschaftliches Aufbegehren des 1. FC Lok, der noch einmal für Spannung sorgte. Die reifere Mannschaft aber gewann verdient.“

Torschützen
# Spieler Mannschaft Tore (11m)
1. Eberhard Vogel  FC Karl-Marx-Stadt 9 (1)
2. Wolfram Löwe  1. FC Lokomotive Leipzig 6 (0)
3. Peter Effenberger  BSG Energie Cottbus 5 (0)
4. Wolfgang Abraham  1. FC Magdeburg 3 (0)
  Horst Begerad  FC Vorwärts Berlin 3 (0)
  Volkmar Neubert  FC Karl-Marx-Stadt
FC Karl-Marx-Stadt II
3 (0)
  Roland Petzold  FC Karl-Marx-Stadt
FC Karl-Marx-Stadt II
3 (0)
8. Böhm  BSG Motor Babelsberg 2 (0)
  Henning Frenzel  1. FC Lokomotive Leipzig 2 (0)
  Hans-Hermann Herbst  BSG Lokomotive Stendal 2 (0)
  Eberhard Köditz  1. FC Lokomotive Leipzig 2 (0)
  Manfred Kupfer  1. FC Lokomotive Leipzig 2 (0)
  Manfred Kupferschmied  BSG Energie Cottbus 2 (0)
  Manfred Lienemann  FC Karl-Marx-Stadt 2 (0)
  Siegfried Mundt  BFC Dynamo III 2 (0)
  Wolf-Rüdiger Netz  SG Dynamo Schwerin 2 (0)
  Jürgen Nöldner  FC Vorwärts Berlin 2 (0)
  Roland Nowotny  HFC Chemie 2 (0)
  Dieter Raber  BSG Motor Eisenach 2 (1)
  Peter Rock  FC Carl Zeiss Jena 2 (0)
  Peter Schäfer  BSG Stahl Riesa 2 (0)
  Dieter See  SG Dynamo Schwerin 2 (0)
  Heinz Steinborn  1. FC Magdeburg
1. FC Magdeburg II
2 (2)
  Joachim Streich  Hansa Rostock 2 (0)
  Wolfgang Strübing  FC Vorwärts Berlin 2 (0)
  Hans-Jürgen Thiemann  BSG Motor Grimma 2 (0)
  Bernd Trunzer  ASG Vorwärts Cottbus 2 (1)
  Unbehau  Rot-Weiß Erfurt II 2 (0)
  Frank Weiße  1. FC Lokomotive Leipzig 2 (0)
  Horst Wruck  FC Vorwärts Berlin 2 (0)
31. Günter Aedtner  BFC Dynamo 1 (0)
  Gerhard Alm  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
  Gerd Backhaus  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
  Rüdiger Bast  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
  Kurt Behnisch  SG Dynamo Schwerin 1 (0)
  Klaus Benekost  BSG EAB Lichtenberg 47 1 (0)
  Peter Brändel  BSG Sachsenring Zwickau II 1 (1)
  Lothar Briebach  1. FC Magdeburg II 1 (0)
  Peter Buschner  HFC Chemie 1 (0)
  Norbert Cantow  ASG Vorwärts Meiningen 1 (0)
  Roland Ducke  FC Carl Zeiss Jena 1 (0)
  Dieter Erler  FC Karl-Marx-Stadt 1 (0)
  Michael Faber  1. FC Lokomotive Leipzig 1 (0)
  Roland Fleischer  BSG Motor Grimma 1 (1)
  Otto Fräßdorf  FC Vorwärts Berlin 1 (0)
  Roland Freyer  BSG Stahl Riesa 1 (0)
  Reinhard Gärtner  1. FC Union Berlin 1 (0)
  Manfred Geisler  1. FC Lokomotive Leipzig 1 (0)
  Horst Geißler  Chemie Premnitz 1 (0)
  Klaus Goltzsche  BSG Chemie Riesa 1 (0)
  Werner Grun  BSG Energie Cottbus 1 (0)
  Lothar Hahn  Hansa Rostock 1 (0)
  Gert Heidler  Dynamo Dresden 1 (0)
  Hans-Jürgen Hermann  1. FC Magdeburg 1 (0)
  Rainer Hermus  BSG Wismut Gera 1 (0)
  Günter Hirschmann  1. FC Magdeburg II 1 (0)
  Volkmar Hollstein  BSG Wismut Aue 1 (0)
  Wolfgang Hoyer  BSG Sachsenring Zwickau II 1 (1)
  Helmut Hunger  ASG Vorwärts Neubrandenburg 1 (0)
  Jänicke  BSG Stahl Finow 1 (0)
  Lothar Killermann  BSG Wismut Aue 1 (0)
  Rainer Knobloch  BSG Motor Sömmerda 1 (0)
  Gerhard Körner  FC Vorwärts Berlin 1 (0)
  Gerd Kostmann  Hansa Rostock 1 (0)
  Reinhard Lauck  1. FC Union Berlin 1 (0)
  Jürgen Lehmann  Rot-Weiß Erfurt II 1 (0)
  Dieter Lenz  BSG Post Neubrandenburg
Hansa Rostock
1 (0)
  Peter Lyszcan  BFC Dynamo 1 (0)
  Joachim Maraldo  BSG Post Neubrandenburg 1 (0)
  Rainer Mäß  Chemie Premnitz 1 (0)
  Müller  Rot-Weiß Erfurt II 1 (1)
  Albrecht Müller  FC Karl-Marx-Stadt 1 (0)
  Peter Müller  FC Karl-Marx-Stadt 1 (0)
  Hans-Jürgen Naumann  1. FC Lokomotive Leipzig 1 (0)
  Herbert Pankau  Hansa Rostock 1 (1)
  Manfred Panke  BSG Motor Grimma 1 (0)
  Jürgen Piepenburg  FC Vorwärts Berlin 1 (0)
  Christian Radtke  TSG Wismar
Hansa Rostock
1 (0)
  Horst Rau  Dynamo Dresden 1 (0)
  Siegfried Reimer  BSG Chemie Böhlen 1 (0)
  Klaus Sammer  Dynamo Dresden 1 (0)
  Konrad Schaller  BSG Wismut Aue 1 (0)
  A. Schuster  FC Karl-Marx-Stadt II 1 (0)
  Reinhard Segger  HFC Chemie 1 (0)
  Werner Seibt  BSG Motor Babelsberg 1 (0)
  Otto Skrowny  BSG Chemie Leipzig 1 (0)
  Klaus Stabach  BSG Energie Cottbus 1 (0)
  Herbert Stolze  BSG Chemie Zeitz 1 (0)
  Gerd Strehmel  Motor Hennigsdorf 1 (0)
  Erwin Thiem  BSG Chemie Leipzig 1 (0)
  Dietrich Veldung  BSG Motor Grimma 1 (0)
  Hans-Joachim Walter  1. FC Magdeburg 1 (0)
  Eberhard Weiße  FC Carl Zeiss Jena II 1 (0)
  Kurth Weißer  BSG Post Neubrandenburg 1 (0)
  Rainer Wiedemann  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
  Wolfgang Wittstock  Motor Hennigsdorf 1 (0)
  Harry Zedler  1. FC Union Berlin 1 (0)
  Uwe Ziegler  Dynamo Dresden 1 (0)
  Klaus Zink  BSG Wismut Aue 1 (0)
Geschichte
Kurzinfo
Der zum 19. Mal ausgetragene FDGB-Pokalwettbewerb im Fußball fand 1969/70 statt.

Die I. Hauptrunde begann mit 23 Spielen, an denen aus der Saison 1968/69 die 15 Bezirkspokalsieger, 29 Vertreter der zweitklassigen DDR-Liga sowie die beiden Oberligaabsteiger teilnahmen. Der DDR-Ligist Chemie Böhlen hatte ein Freilos gezogen. Bis zum Finale wurden alle Begegnungen in K.-o.-Runden ausgetragen, unentschiedene Spiele wurden verlängert und danach ggf. wiederholt.

Überraschungsmannschaft des Wettbewerbs war der Leipziger Bezirkspokalsieger Motor Grimma. Sie unterlag erst im Viertelfinale dem Vorjahresfinalisten FC Karl-Marx-Stadt, hatte jedoch im Achtelfinale den Oberligisten HFC Chemie mit 1:0 ausgeschaltet.

Die Mannschaften der DDR-Oberliga griffen in der II. Hauptrunde in das Pokalgeschehen ein. Vier von ihnen, Stahl Eisenhüttenstadt, Sachsenring Zwickau, FC Rot-Weiß Erfurt und Chemie Leipzig, schieden bereits bei ihrem ersten Auftritt aus. Im Achtelfinale schieden bis auf Lok Leipzig die noch verbliebenen DDR-Ligisten Energie Cottbus, Rot-Weiß Erfurt II und Lok Stendal aus. Während Pokalverteidiger 1. FC Magdeburg im Viertelfinale nach einer überraschenden 0:2-Heimniederlage gegen Hansa Rostock ausschied, hatte Vorjahresfinalist FC Karl-Marx-Stadt gegen den Bezirkspokalsieger Motor Grimma mit 5:1 leichtes Spiel. Im Halbfinale schied aber auch der FCK nach einer 1:2-Heimniederlage gegen den FC Vorwärts aus. Die Berliner hatten zuvor schon den neuen DDR-Meister FC Carl Zeiss Jena im Viertelfinale mit 2:0 ausgeschaltet. Als zweiter Finalist qualifizierte sich DDR-Ligist und Oberligaaufsteiger 1. FC Lokomotive Leipzig.