FDGB-Pokal 1965/1966

1. Runde bis Finale
Ansetzungen / Spielzeiten
1. Runde Die Spiele fanden am 8. August 1965 statt.
Wiederholungsspiele:
am 18. August 1965 
Ausscheidungsrunde:
am 10. Oktober 1965 und 13.Oktober 1965
2. Runde Die Spiele fanden 19. Dezember 1965 statt.
Wiederholungsspiel:
am 9. Januar 1966
Achtelfinale Die Spiele fanden am 16. Februar 1966 statt.
Viertelfinale Die Spiele fanden am 02. und 23. März 1966  statt.
Halbfinale Die Spiele fanden am 30. März 1966 statt
Finale Das Spiel fand 30. April 1966 vor 15.000 Zuschauern statt

In den Spielrunden kann es Wiederholungsspiele/Ausscheidungsspiele oder Zwischenrunden geben, erkennbar an Info
Beim Überfahren mit dem Mauszeiger werden weitere Informationen angezeigt.

Für Android oder IOS 

Im Hochvormat ist die Seite scrollbar, im Querformat die volle Ansicht!

Das Endspiel
So verlief das Endspiel ..
  BSG Chemie Leipzig BSG Chemie Leipzig – BSG Lok Stendal BSG Lokomotive Stendal
Ergebnis 1:0 (0:0)
Datum 30. April 1966
Stadion Stadion Müllerwiese, Bautzen
Zuschauer Zuschauer 15.000
Schiedsrichter Fritz Köpcke (Wusterhausen)
Tore Tore 1:0 Matoul (74.)
BSG Chemie Leipzig Klaus Günther – Bernd Herzog, Manfred Walter, Heinz Herrmann – Wolfgang Krause, Horst Slaby – Wolfgang Behla, Hans-Bert Matoul, Dieter Scherbarth, Bernd Bauchspieß, Klaus Lisiewicz
Cheftrainer: Alfred Kunze
BSG Lok Stendal Hans Zeppmeisel – Manfred Felke, Siegfried Nathow, Ernst Lindner, Günter Prebusch – Albrecht Strohmeyer, Kurt Liebrecht – Helmut Schmidt, Gerd Backhaus, Dieter Karow, Wolfgang Abraham
Cheftrainer: Martin Schwendler
Kurzer Spielbericht

Das 15. Endspiel um den FDGB-Pokal hatten zwei Mannschaften aus den unteren Tabellenregionen erreicht. In der noch nicht abgeschlossenen Oberliga-Saison standen am Endspieltag Chemie Leipzig auf dem 10., Lok Stendal auf dem 12. Tabellenplatz. Während die Leipziger im althergebrachten 3-2-5-System antraten, ließ der Stendaler Trainer Schwendler im modernen 4-2-4 spielen.

Die Lok-Elf setzte auch die ersten Akzente des Spiels. Bereits nach vier Minuten hatte sie vier Ecken erzielt, die Mittelfeldspieler Liebrecht und Strohmeyer zeigten hohen kämpferischen Einsatz, gepaart mit taktischer Raffinesse. Während sich die Stendaler in Serie gute Torchancen erspielten, kam Chemie Leipzig aus der Abwehrarbeit nicht heraus, überhastete Spielzüge und Abspielfehler hemmten jeglichen Spielfluss. Am Ende der ersten Halbzeit hatte Lok Stendal ein Eckenverhältnis von 7:2 erreicht, doch haperte es bei ihnen mit der Chancenverwertung. In der zweiten Spielhälfte änderte sich das Geschehen. Endlich hatten die Leipziger ihren Spielrhythmus gefunden und rissen nun die Initiative an sich.

Mit drangvollem Spiel setzten sie die Stendaler Abwehr unter Druck, innerhalb von 20 Minuten gab es drei Leipziger Großchancen, Torwart Zeppmeisel wurde zu Glanzparaden gezwungen. Die aufgrund von Verletzungen zunächst verhalten begonnenen Leipziger Spielmacher Bauchspieß und Lisiewicz starteten jetzt voll durch und verliehen ihrer Mannschaft die bisher vermisste Konstruktivität. Während es Lok Stendal in seiner Drangperiode nicht gelungen war, die Überlegenheit in Torerfolge umzumünzen, reichte den Leipzigern ein gekonnter Spielzug, um das Pokalendspiel für sich zu entscheiden.

Manfred Walter (Leipzig): „Wir kamen sehr schwer ins Spiel. Von unserer Überhast profitierten die Stendaler Mittelfeldspieler. In der zweiten Halbzeit waren wir dann weit konzentrierter.“
Gerd Backhaus (Stendal): „Ein Quentchen Glück hat uns gefehlt, man könnte auch sagen, die nötige Abgeklärtheit, um das verdiente Tor zu erzielen.“ (Deutsches Sportecho 2. Mai 1966)

Torschützen
# Spieler Mannschaft Tore (11m)
1. Bernd Bauchspieß  BSG Chemie Leipzig 4 (1)
2. Hermann Bley  BFC Dynamo 3 (0)
  Werner Deglow  SG Lichtenberg 47 3 (1)
  Dieter Karow  BSG Lokomotive Stendal 3 (1)
  Günter Kasel  ASG Vorwärts Neubrandenburg 3 (0)
  Hans-Bert Matoul  BSG Chemie Leipzig 3 (0)
7. Detlef Biernoth  1. FC Union Berlin 2 (0)
  Joachim Hall  BFC Dynamo 2 (0)
  Eberhard Härtwig  BSG Wismut Aue 2 (0)
  Peter Henschel  BSG Motor Zwickau 2 (0)
  Hartmut Hoffmann  BSG Motor Zwickau 2 (0)
  U. Hoffmann  BSG Motor Rudisleben 2 (0)
  Günter Hoge  1. FC Union Berlin 2 (0)
  Horst Jura  BSG Motor Zwickau 2 (2)
  Wilfried Klingbiel  1. FC Magdeburg 2 (0)
  Hans-Jürgen Kraiczyk  ASG Vorwärts Leipzig 2 (0)
  Werner Luthardt  BSG Motor Steinach 2 (0)
  Erhard Meyer  BSG Motor Rudisleben 2 (0)
  Joachim Posselt  FC Karl-Marx-Stadt 2 (0)
  Hartmut Rentzsch  BSG Motor Zwickau 2 (0)
  Erhard Schmidt  ASG Vorwärts Rostock 2 (0)
  Dieter See  SG Dynamo Schwerin 2 (0)
  Hans-Peter Sinn  SG Dynamo Schwerin 2 (0)
  Reinhard Trölitzsch  1. FC Lokomotive Leipzig 2 (0)
  Eberhard Vogel  FC Karl-Marx-Stadt 2 (0)
26. Wolfgang Abraham  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
  Gerd Backhaus  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
  Horst Begerad  FC Vorwärts Berlin 1 (0)
  Jörg Berger  1. FC Lokomotive Leipzig 1 (0)
  Jürgen Decker  Hansa Rostock 1 (0)
  Wolfgang Dumke  BSG Motor Wolgast 1 (0)
  Ernst Einsiedel  BSG Wismut Aue 1 (0)
  Klaus Engels  Dynamo Dresden 1 (0)
  Reinhard Franz  BSG Motor Zwickau 1 (0)
  Reinhard Gärtner  ASG Vorwärts Cottbus 1 (0)
  Wolfgang Gemsjäger  ASG Vorwärts Rostock 1 (0)
  Friedrich-Wilhelm Göcke  BSG Wismut Aue 1 (1)
  Gerd Gohlke  ASG Vorwärts Cottbus 1 (0)
  Werner Grun  ASG Vorwärts Cottbus 1 (0)
  Siegfried Gumz  Dynamo Dresden 1 (0)
  Günter Guttmann  BSG Stahl Riesa 1 (0)
  Heinz Herrmann  BSG Chemie Leipzig 1 (0)
  Bernd Hofmann  Dynamo Dresden 1 (1)
  Helmut Hunger  ASG Vorwärts Neubrandenburg 1 (0)
  Harald Irmscher  BSG Motor Zwickau 1 (0)
  Michael Jakob  BFC Dynamo 1 (0)
  Heino Kleiminger  Hansa Rostock 1 (0)
  Werner Klipphahn  BSG Chemie Riesa 1 (1)
  Horst-Dieter Koch  SG Dynamo Schwerin 1 (0)
  Erhard Kochale  BFC Dynamo 1 (0)
  Hartwig Köpcke  ASG Vorwärts Neubrandenburg 1 (0)
  Günter Kubisch  1. FC Magdeburg 1 (0)
  Kurt Liebrecht  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
  Manfred Lienemann  FC Karl-Marx-Stadt 1 (0)
  Klaus Lisiewicz  BSG Chemie Leipzig 1 (0)
  Norbert Meyer  1. FC Union Berlin 1 (0)
  Harry Möller  BSG Motor Rudisleben 1 (0)
  Wilfried Mühlchen  ASG Vorwärts Cottbus 1 (0)
  Reinhard Mühlnickel  BSG Motor Weimar 1 (0)
  Peter Pera  ASG Vorwärts Leipzig 1 (0)
  Gerhard Polz  Dynamo Dresden 1 (0)
  Peter Poser  BSG Chemie Riesa 1 (0)
  Volkmar Resch  BSG Motor Zwickau 1 (0)
  Rainer Schlutter  FC Carl Zeiss Jena 1 (0)
  Helmut Schmidt  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
  Wolfgang Schmidt  ASG Vorwärts Cottbus 1 (1)
  Manfred Schütze  FC Vorwärts Berlin 1 (0)
  Rolf Steinmann  FC Karl-Marx-Stadt 1 (0)
  Jürgen Stoppok  1. FC Union Berlin 1 (0)
  Harald Straubing  BSG Motor Rudisleben 1 (0)
  Jochen Vick  BSG Post Neubrandenburg
ASG Vorwärts Neubrandenburg
1 (0)
  Henry Weißkopf  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
  Günter Wolff  BFC Dynamo 1 (0)
  Günter Würl  BSG Motor Rudisleben 1 (0)
  Karl-Heinz Zeidler  ASG Vorwärts Leipzig 1 (0)
  Klaus Zink  BSG Wismut Aue 1 (0)
Geschichte
Kurzinfo
Der 15. Wettbewerb um den DDR-Fußballpokal fand in der Saison 1965/66 statt.

Nach Vorrunde und 1. Hauptrunde mit den 32 DDR-Ligisten (zweithöchste Fußballklasse) und den 30 Bezirkspokalfinalisten der vorherigen Spielzeit wurde erstmals eine Zwischenrunde durchgeführt, für die aus den Siegern der 1. Hauptrunde zwölf Mannschaften ausgelost wurden. In der 2. Hauptrunde griffen die 14 Oberliga-Mannschaften in das Pokalgeschehen ein. Mit dem Halleschen FC Chemie und Rot-Weiß Erfurt schieden dort bereits die ersten Oberligisten aus.

Das Achtelfinale erreichte neben den zweitklassigen DDR-Ligisten Motor Steinach, Dynamo Schwerin, Vorwärts Cottbus auch der drittklassige Bezirksligist Motor Rudisleben, doch keine der unterklassigen Mannschaften erreichte das Viertelfinale. Dort schied Pokalverteidiger 1. FC Magdeburg nach einer 0:1-Heimniederlage gegen Hansa Rostock aus. Der zweite Finalist FC Carl Zeiss Jena hatte schon das Achtelfinale nicht überstanden. Im Halbfinale schied mit Hansa Rostock der letzte im Wettbewerb verbliebene Fußballklub aus, sodass es zu einem reinen Betriebssportgemeinschafts-Finale mit Chemie Leipzig und Lok Stendal kam.