FDGB-Pokal 1964/1965

1. Runde bis Finale
Ansetzungen / Spielzeiten
1. Runde Die Spiele fanden vom 20. September 1964 bis 01.11.1964 statt.
Wiederholungsspiel:
am 23. September 1964
2. Runde Die Spiele fanden vom 31.10.1964  bis 01.11.1964 statt.
Wiederholungsspiele:
am 4. bzw. 11. November 1964
Achtelfinale Die Spiele fanden am 20. Dezember 1964 statt.
Wiederholungsspiele:
am 23. Dezember 1964
Viertelfinale Die Spiele fanden am 31. März 1965 statt.
Wiederholungsspiel:
am 7. April 1965
Halbfinale Die Spiele fanden am 2. Mai 1965 statt
Finale Das Spiel fand am 8. Mai 1965 statt

In den Spielrunden kann es Wiederholungsspiele/Ausscheidungsspiele oder Zwischenrunden geben, erkennbar an Info
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Das Endspiel
So verlief das Endspiel ..
Paarung SC Aufbau Magdeburg SC Aufbau Magdeburg – SC Motor Jena SC Motor Jena
Ergebnis 2:1 (0:0)
Datum 8. Mai 1965
Stadion Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, Ost-Berlin
Zuschauer Zuschauer 25.000
Schiedsrichter Wolfgang Riedel (Falkensee)
Tore Tore 0:1 Müller (65.)
Tore 1:1 Walter (82.)
Tore 2:1 Hirschmann (89., FE)
SC Aufbau Magdeburg Wolfgang Blochwitz – Reiner Wiedemann, Günter Fronzeck, Manfred Zapf – Günter Kubisch, Ingolf Ruhloff – Hermann Stöcker, Günter Hirschmann, Joachim Walter, Wolfgang Seguin, Wilfried Klingbiel
Cheftrainer: Ernst Kümmel
SC Motor Jena Harald Fritzsche – Dieter Stricksner, Peter Rock, Siegfried Woitzat – Heinz Hergert, Heinz Marx – Rainer Knobloch, Helmut Müller, Peter Ducke, Dieter Lange, Roland Ducke
Cheftrainer: Georg Buschner
Kurzer Spielbericht

Im 14. Pokalendspiel standen sich der Pokalverteidiger und aktueller Tabellensiebter 1. FC Magdeburg und der derzeitige Tabellenzweite FC Carl Zeiss Jena gegenüber. Aufgrund des Meisterschaftsverlaufes sahen die Experten die Jenaer in der Favoritenrolle. Diese Prognose widerlegten beide Mannschaften von Beginn an. Während die Magdeburger sofort die Initiative ergriffen und einen wahren Sturmlauf entfachten, gelang es den Thüringern nicht, ihr gewohntes Kombinationsspiel durchzusetzen. Sichtlich beeindruckt von der Magdeburger Offensive zog sich Jena weit zurück, wirkte nervös und zaudernd, Fehlpässe häuften sich.

Auf der anderen Seite hatte Magdeburg Torchancen zuhauf, Klingbiel und vor allem der quirlige Walter brachten Jenas Abwehr ein ums andere Mal in höchste Bedrängnis. Doch noch war alles zu hastig, auch in den Magdeburger Reihen herrschte Nervosität vor. Nachdem bis zum Pausenpfiff kein Tor gefallen war, riss auch zu Beginn der zweiten Spielhälfte der Pokalverteidiger das Spiel wieder an sich. Im Minutentakt hatte Stöcker die besten Torchancen, doch ein Tor wollte nicht fallen. Dann in der 65. das völlig überraschende Tor der Jenaer: Lange spielte Zapf aus und konnte eine Flanke in den Magdeburger Strafraum schlagen. Müller stürmte auf der linken Seite heran und schlug den Ball mit einem Direktschuss in das lange Eck. Magdeburgs

Trainer Kümmel reagierte sofort, schickte seinen rechten Verteidiger Wiedemann anstelle des ausgelaugten Hirschmann in den Sturm und feuerte seine Mannschaft an, alles weiter auf Angriff zu setzen. Auf der anderen Seite versuchten die Jenaer ihre Führung über die Zeit zu bringen, ließen sich weiter in die Defensive drängen. Letztlich wurde Magdeburgs Initiative belohnt, wenn auch durch zwei umstrittene Tore: In der 82. Minute nutzte Magdeburgs Walter ein Missverständnis zwischen dem Jenaer Verteidiger Stricksner und seinem Torwart Fritzsche und erzielte per Kopf den Ausgleich. Die meisten Experten sahen hier eine Abseitsstellung. In der letzten Spielminute missglückte dem Jenaer Marx eine Abwehraktion im Strafraum, statt des Balls traf er das Knie des Magdeburger Stürmers Stöcker. Den Strafstoß verwandelte Hirschmann mit einem Flachschuss.

Die Jenaer reklamierten umsonst, Marx hätte den Ball gespielt. Während die Magdeburger ihren schließlich doch überraschenden Sieg und die erfolgreiche Titelverteidigung feierten, haderte Jena mit dem Schiedsrichter und der eigenen unbefriedigenden Leistung. Der DFV-Vizepräsident Günter Schneider resümierte abschließend: „Ich bin enttäuscht von diesem Spiel. Die Jenaer können doch viel mehr. Magdeburg muss man für die Kampfmoral Achtung zollen. Alles in allem war das aber leider keine Werbung für den Fußball.“ (Deutsches Sportecho 10. Mai 1965)

Torschützen
# Spieler Mannschaft Tore (11m)
1. Wilfried Klingbiel  1. FC Magdeburg 5 (0)
  Werner Lehrmann  SC Chemie Halle 5 (1)
3. Bernd Bransch  SC Chemie Halle 4 (0)
  Peter Ducke  SC Motor Jena 4 (0)
  Eberhard Härtwig  BSG Wismut Aue 4 (0)
  Rainer Langer  SC Chemie Halle 4 (0)
  Konrad Wagner  BSG Wismut Aue 4 (2)
8. Jürgen Dobmaier  BSG Chemie Zeitz 3 (1)
  Helmut Müller  SC Motor Jena 3 (0)
  Peter Schäfer  BSG Stahl Riesa 3 (0)
  Jürgen Schülbe  SG Dynamo Eisleben 3 (0)
  Arno Zerbe  SC Leipzig 3 (0)
13. Gerd Backhaus  BSG Lokomotive Stendal 2 (0)
  Wolfgang Behla  BSG Chemie Leipzig 2 (0)
  Heinz Dreßler  SC Potsdam 2 (0)
  Horst Elsner  BSG Motor Dessau 2 (0)
  Hilmar Feetz  BSG Wismut Gera 2 (2)
  Peter Grigoleit  ASG Vorwärts Cottbus 2 (0)
  Günter Hirschmann  1. FC Magdeburg 2 (1)
  Helmut Hunger  ASG Vorwärts Neubrandenburg 2 (0)
  Hans-Joachim Jacobs  BSG Motor Dessau 2 (0)
  Günter Kasel  ASG Vorwärts Neubrandenburg 2 (1)
  Jörg Mohrmüller  SC Potsdam 2 (0)
  Hans-Jürgen Naumann  SC Leipzig 2 (0)
  Gerhard Pyrek  TSG Wismar 2 (0)
  Hartmut Rentzsch  BSG Motor Zwickau 2 (0)
  Wolfgang Seguin  1. FC Magdeburg 2 (0)
  Siegfried Seidel  BSG Aktivist Zwickau 2 (0)
  Hans Speth  BSG Motor Zwickau 2 (0)
  Helmut Stein  SC Chemie Halle 2 (0)
  Rolf Steinmann  SC Karl-Marx-Stadt 2 (0)
  Gerd Stieler  BSG Motor Dessau 2 (1)
  Hermann Stöcker  1. FC Magdeburg 2 (2)
  Reinhard Trölitzsch  SC Leipzig 2 (0)
  Leonhard Urban  BSG Motor Eisenach 2 (1)
  Bernd Vetterke  ASG Vorwärts Cottbus 2 (0)
  Hans-Joachim Walter  1. FC Magdeburg 2 (0)
  Horst Walter  SC Chemie Halle 2 (0)
  Kurth Weißer  SC Neubrandenburg 2 (0)
  Klaus Zink  BSG Wismut Aue 2 (0)
41. Gerhard Aigner  BSG Lokomotive Halberstadt 1 (1)
  Bernd Bauchspieß  BSG Chemie Leipzig 1 (0)
  Jörg Berger  SC Leipzig 1 (0)
  Klaus Brackrock  ASG Vorwärts Neubrandenburg 1 (0)
  Peter Brändel  BSG Aktivist Zwickau 1 (1)
  Bruno Dziubiel  BSG Motor Dessau 1 (0)
  Klaus Engels  SC Einheit Dresden 1 (0)
  Siegfried Fischer  BSG Chemie Zeitz 1 (0)
  Klaus Fraundorf  ASG Vorwärts Leipzig 1 (0)
  Werner Gadow  BSG Motor Köpenick 1 (0)
  Alois Glaubitz  BSG Motor Zwickau 1 (0)
  Konrad Groß  BSG Motor Wolgast 1 (0)
  Peter Güssau  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
  Erich Hamann  SC Neubrandenburg 1 (0)
  Bernd Haubold  Fortschritt Weißenfels 1 (0)
  Helmut Hergesell  SC Empor Rostock 1 (0)
  Herzberg  BSG Motor Wolgast 1 (0)
  Peter Heuer  1. FC Magdeburg 1 (0)
  Hartmut Hoffmann  BSG Motor Bautzen 1 (0)
  Friedrich Hüttner  SC Karl-Marx-Stadt 1 (0)
  Manfred Jatzek  TSG Wismar 1 (0)
  Horst Jura  BSG Motor Zwickau 1 (0)
  Dieter Karow  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
  Günter Klausch  SC Chemie Halle 1 (0)
  Eckhart Koch  BSG Motor Dessau 1 (0)
  Joseph Kohlsdorf  Motor Hennigsdorf 1 (0)
  Gerd Kostmann  SC Empor Rostock 1 (0)
  Hans-Dieter Krampe  ASK Vorwärts Berlin 1 (1)
  Günter Kubisch  1. FC Magdeburg 1 (0)
  Lutz Matthei  SC Chemie Halle 1 (0)
  Manfred Matyschik  BSG Aktivist Zwickau 1 (0)
  Uwe Meistring  BSG Turbine Magdeburg 1 (0)
  Richard Misch  BSG Lokomotive Halberstadt 1 (0)
  Bringfried Müller  BSG Wismut Aue 1 (0)
  Lothar Neumann  BSG Chemie Zeitz 1 (0)
  Jürgen Piepenburg  ASK Vorwärts Berlin 1 (0)
  Michael Polywka  SC Motor Jena 1 (0)
  Gerhard Polz  Dynamo Dresden 1 (0)
  Peter Prell  BSG Stahl Riesa 1 (0)
  Erhard Redlich  SC Cottbus 1 (0)
  Peter Richter  BSG Wismut Gera 1 (0)
  Peter Rößler  ASG Vorwärts Cottbus 1 (0)
  Klaus Röstel  Motor Hennigsdorf 1 (0)
  Wilfried Rothe  BSG Chemie Leipzig 1 (0)
  Peter Schaarschmidt  BSG Wismut Aue 1 (0)
  Konrad Schaller  SC Leipzig 1 (0)
  Hans Schmidt  BSG Stahl Riesa 1 (0)
  Lothar Schmiedel  BSG Wismut Aue 1 (0)
  Dieter Schorries  TSG Wismar 1 (0)
  W. Schulze  Motor Hennigsdorf 1 (1)
  Erwin Seifert  SC Motor Jena 1 (0)
  Heinz Steinborn  BSG Motor Dessau 1 (0)
  Günter Stiller  BSG Motor Dessau 1 (0)
  Albrecht Strohmeyer  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
  Georg Sturmhoevel  BSG Motor Köpenick 1 (0)
  Eberhard Taubert  SC Karl-Marx-Stadt 1 (0)
  Volker Trojan  SC Leipzig 1 (0)
  Siegfried Wachtel  BSG Wismut Aue 1 (0)
  Hans Wajandt  BSG Aktivist Zwickau 1 (0)
  Knut Wittenbecher  ASG Vorwärts Neubrandenburg 1 (0)
  Siegfried Wolf  BSG Wismut Aue 1 (0)
  Egon Wündsch  BSG Motor Weimar 1 (0)
  Peter Zimmer  SC Frankfurt (Oder) 1 (0)
Geschichte
Kurzinfo
Zum 14. Mal wurde in der Saison 1964/65 der FDGB-Fußballpokal-Wettbewerb ausgetragen.

An der Vorrunde am 2. August 1964 waren die 32 Mannschaften der zweitklassigen DDR-Liga aus der Spielzeit 1963/64 und 28 Finalisten der Bezirkspokalwettbewerbe vertreten. Empor Neustrelitz und Vorwärts Neubrandenburg waren sowohl DDR-Ligisten als auch Bezirkspokalfinalisten. Die 14 Teams aus der Oberliga, der höchsten DDR-Fußballklasse, griffen in der 2. Hauptrunde am 1. November 1964 in den Wettbewerb ein. Motor Steinach, Dynamo Dresden und Dynamo Berlin schieden hier bereits aus. Im Achtelfinale war schon kein Bezirksvertreter mehr dabei, bis auf Chemie Halle schieden auch die noch verbliebenen DDR-Ligisten Vorwärts Cottbus, Vorwärts Neubrandenburg und Motor Dessau allesamt aus. Dessau erzwang im Ligaduell gegen Chemie Halle ein Wiederholungsspiel, das dann aber mit 3:0 verlorenging.

Während der letztjährige Pokalfinalist SC Leipzig bereits im Viertelfinale dem SC Motor Jena unterlag, erreichte der Pokalverteidiger Aufbau Magdeburg erneut das Finale. Zwei Viertelfinalspiele wurden erst nach Verlängerung entschieden. DDR-Ligist Chemie Halle rang der Oberligamannschaft von Motor Zwickau im Viertelfinale ein Wiederholungsspiel ab und gewann überraschend in Zwickau mit 2:0. Erst im Halbfinale wurde der Hallenser Höhenflug durch Motor Jena beendet.