FDGB-Pokal 1960

1. Runde bis Finale
Ansetzungen / Spielzeiten
1. Runde Die Spiele fanden vom 12. bis 16. März 1960 statt.
Wiederholungsspiele:
am 16. März 1960
2. Runde Die Spiele fanden am 24. April 1960 statt.
Achtelfinale Die Spiele fanden vom 28. Juli bis 10. August 1960 statt.
Viertelfinale Die Spiele fanden am 21. August 1960 statt.
Halbfinale Die Spiele fanden am 4. September 1960 statt
Finale Das Spiel fand am Freitag, 7. Oktober 1960 um 14.15 Uhr vor 10.000 Zuschauern statt

In den Spielrunden kann es Wiederholungsspiele/Ausscheidungsspiele oder Zwischenrunden geben, erkennbar an Info
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Das Endspiel
so verlief das Endspiel
Paarung FC Carl Zeiss Jena SC Motor Jena – SC Empor Rostock Hansa Rostock
Ergebnis 3:2 n. V. (2:2, 0:1)
Datum Freitag, 7. Oktober 1960 um 14.15 Uhr
Stadion Ernst-Grube-Stadion, Magdeburg
Zuschauer Zuschauer 10.000
Schiedsrichter Werner Bergmann (Hildburghausen)
Tore Tore 0:1 Werner Drews (30.)
Tore 0:2 Herbert Pankau (63.)
Tore 1:2 Peter Ducke (78.)
Tore 2:2 Peter Ducke (90.)
Tore 3:2 Horst Kirsch (110.)
SC Motor Jena Harald Fritzsche – Hilmar Ahnert, Walter Eglmeyer, Hans-Joachim Otto – Hans Graupe, Siegfried Woitzat Captain – Roland Ducke, Helmut Müller, Peter Ducke, Dieter Lange, Horst Kirsch
Cheftrainer: Georg Buschner
SC Empor Rostock Jürgen Heinsch – Erwin Schmidt, Kurt Zapf Captain, Siegfried Söllner – Herbert Pankau, Heinz Minuth – Rolf Leeb, Arthur Bialas, Jochen Ernst, Heino Kleiminger (89. Gerhard Schaller), Werner Drews
Cheftrainer: Walter Fritzsch
Spielbericht
Das 10. Pokalendspiel lebte vor allem durch seine Dramatik und Spannung und hinterließ einen am Boden zerstörten Verlierer. Über eine Stunde lang sahen die Rostocker wie der sichere Sieger aus, doch konnten sie den doppelten Fluch nicht besiegen: Auch im dritten Endspiel konnten sie nicht gewinnen, und noch nie gingen sie in Punktspielen gegen Jena als Sieger hervor.

Zunächst hatte Empor Rostock seinen Gegner fest im Griff, die Deckung um den sicher agierenden Kurt Zapf kaufte den ungestüm angreifenden Jenaer Stürmern den Schneid ab. Auf der anderen Seite setzten die Rostocker Außenstürmer Leeb und Werner Drews die Jenaer Abwehr gehörig unter Druck und Torwart Fritzsche musste Schwerstarbeit leisten. In der 30. Minute musste er sich jedoch geschlagen geben, als Drews einen Kopfball seines Mittelstürmers Ernst mit einem angeschnittenen Direktschuss unter die Latte setzte. Als Pankau in der 63. Minute ungedeckt auf Flanke von Bialas das 2:0 erzielten konnte, wähnten sich die Rostocker bereits auf der Siegerstraße.

Während Rostock nun selbstgefällig seine Kreise zog und fortan jeglichen Biss vermissen ließ, drehte Motor Jena den Spieß um und startete einen Sturmwirbel, der den Gegner zu einer Fülle von Fehlern zwang. Zwangsläufig fiel in der 78. Minute der Jenaer Anschlusstreffer, als Peter Ducke Minuth ausdribbelte und Torwart Heinsch mit einem Weitschuss überraschte. Auch danach bekamen die Rostocker ihr Spiel nicht mehr in den Griff, und Peter Duckes Ausgleichstreffer, bedingt durch einen Fehlschuss des Rechtsverteidigers Schmidt in der 90. Minute, entnervte die Empor-Spieler völlig.

Jena zog in der Verlängerung sein modern angelegtes Spiel durch, bei Rostock lief nichts mehr zusammen. Der Siegestreffer der Jenaer in der 110. Minute verdeutlichte den Spielverlauf der letzten Viertelstunde: Lange stürmt über die rechte Seite, zwei Rostocker Abwehrspieler können seinen Pass in die Mitte nicht verhindern, dort steht Kirsch völlig unbedrängt und kann sich die Ecke aussuchen. Rostocks Trainer Walter Fritzsch kommentierte das Geschehen folgendermaßen: „Mit dem Anschlusstreffer war das Spiel für uns verloren. Aber trösten wir uns, der Gegner war sehr gut, das Spiel insgesamt dramatisch, spannend wie lange keines.“ (Deutsches Sportecho, 8. Oktober 1960)

Torschützen
# Spieler Mannschaft Tore (11m)
1. Arthur Bialas  SC Empor Rostock 6 (0)
  Horst Kohle  ASK Vorwärts Berlin 6 (0)
  Werner Lehrmann  SC Chemie Halle 6 (0)
4. Horst Kirsch  SC Motor Jena 5 (0)
5. Klaus Büchner  BSG Wismut Gera 4 (0)
  Peter Ducke  SC Motor Jena 4 (0)
  Dieter Lange  SC Motor Jena 4 (1)
  Harry Nippert  SG Dynamo Hohenschönhausen 4 (0)
  Jürgen Nöldner  ASK Vorwärts Berlin 4 (0)
  Eberhard Winkler  SC Motor Karl-Marx-Stadt 4 (0)
11. Claus Bauer  SC Motor Karl-Marx-Stadt 3 (0)
  Karl-Heinz Holze  Einheit Greifswald 3 (0)
  Horst Jura  BSG Motor Zwickau 3 (0)
  Günter Kühn  SG Dynamo Hohenschönhausen 3 (0)
  Emanuel Linkert  BSG Lokomotive Stendal 3 (0)
  Dieter Riemenschneider  SC Motor Karl-Marx-Stadt 3 (0)
  Ernst Schuldt  Einheit Greifswald 3 (0)
  Erwin Schymik  SC Motor Jena 3 (0)
  Günter Stiller  SC Lokomotive Leipzig 3 (1)
20. Horst Begerad  ASK Vorwärts Cottbus 2 (0)
  Ulrich Beil  BSG Motor Warnowwerft Rostock 2 (0)
  Eberhard Franz  BSG Motor Zwickau 2 (0)
  Reinhard Franz  BSG Motor Zwickau 2 (1)
  Rudolf Gebhardt  SG Dynamo Eisleben 2 (0)
  Siegfried Gumz  Dynamo Dresden 2 (0)
  Herold  ASK Vorwärts Leipzig 2 (0)
  Herbert Holtfreter  SC Empor Rostock 2 (0)
  Hans-Georg Kiupel  ASK Vorwärts Berlin 2 (1)
  Rainer Knobloch  SC Turbine Erfurt 2 (0)
  Kramm  BSG Chemie Greppin 2 (0)
  Helmut Krebs  Einheit Greifswald 2 (0)
  Hans Kreische  Dynamo Dresden 2 (0)
  Helmut Müller  SC Motor Jena 2 (0)
  Walter Natzschka  BSG Chemie Riesa 2 (0)
  Lothar Neumann  BSG Chemie Zeitz 2 (0)
  Dieter Nötzold  SC Motor Karl-Marx-Stadt 2 (1)
  Herbert Patzig  BSG Lok Weimar 2 (0)
  Schmidt  BSG Chemie Sandersdorf 2 (0)
  Adalbert Schmiecher  BSG Wismut Gera 2 (0)
  Armin Stang  SG Dynamo Hohenschönhausen 2 (0)
  Rolf Steinmann  SC Motor Karl-Marx-Stadt 2 (0)
  Horst Strahl  SC Chemie Halle 2 (0)
  Klaus Zink  SC Wismut Karl-Marx-Stadt 2 (0)
44. Barthel  Dynamo Erfurt 1 (0)
  Werner Basel  SC Chemie Halle 1 (0)
  Bernd Bauchspieß  BSG Chemie Zeitz 1 (1)
  Rainer Baumann  SC Lokomotive Leipzig 1 (0)
  Günter Behne  SC Lokomotive Leipzig 1 (0)
  Berger  Einheit Kamenz 1 (0)
  Bergmann  BSG Motor Sömmerda 1 (0)
  Besecke  BSG Einheit Burg 1 (0)
  Bloch  BSG Stahl Eisleben 1 (0)
  Chertek  Motor Schönebeck 1 (0)
  Werner Dengler  BSG Wismut Gera 1 (0)
  Konrad Dorner  SC Dynamo Berlin 1 (0)
  Werner Drews  SC Empor Rostock 1 (0)
  Walter Eglmeyer  SC Motor Jena 1 (0)
  Dieter Erler  SC Wismut Karl-Marx-Stadt 1 (0)
  Joachim Ernst  SC Empor Rostock 1 (0)
  Franke  BSG Motor Sömmerda 1 (0)
  Siegfried Geisendorf  BSG Motor Warnowwerft Rostock 1 (1)
  Michael Grähn  ASK Vorwärts Leipzig 1 (0)
  Manfred Gratz  SC Turbine Erfurt 1 (0)
  Peter Güssau  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
  Harich  Einheit Kamenz 1 (0)
  Erhard Heilemann  BSG Chemie Wolfen 1 (0)
  Heinicke  BSG Stahl Eisleben 1 (0)
  Manfred Heldner  BSG Motor Bautzen 1 (0)
  Alfred Helm  BSG Stahl Thale 1 (0)
  Henze  ASK Vorwärts Leipzig 1 (0)
  Heinz Hergert  SC Turbine Erfurt 1 (0)
  Hermann  BSG Motor Nordhausen 1 (0)
  Herbert Hirsch  SC Motor Karl-Marx-Stadt 1 (0)
  Hose  BSG Glückauf Bleicherode 1 (0)
  Jäger  BSG Stahl Eisleben 1 (1)
  Rolf Keil  BSG Empor Wurzen 1 (0)
  Heino Kleiminger  SC Empor Rostock 1 (0)
  Winfried Kleine  SC Chemie Halle 1 (0)
  Hartwig Knopf  SC Motor Karl-Marx-Stadt 1 (0)
  Koch  BSG Motor Warnowwerft Rostock 1 (0)
  Kurt Krause  SG Dynamo Hohenschönhausen 1 (0)
  Rudolf Krause  SC Lokomotive Leipzig 1 (0)
  Herbert Krontal  BSG Chemie Zeitz 1 (0)
  Helmut Kropp  SC Einheit Dresden 1 (0)
  Kuhlmann  HSG Wissenschaft Halle 1 (0)
  Dieter Legler  Dynamo Dresden 1 (0)
  Lehmann  Dynamo Erfurt 1 (0)
  Joachim Lehmann  HSG Wissenschaft Halle 1 (0)
  Kurt Liebrecht  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
  Ernst Lindner  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
  Löschke  Einheit Kamenz 1 (0)
  Gerhard Marquardt  SC Aktivist Brieske-Senftenberg 1 (0)
  Heinz Marx  SC Motor Jena 1 (0)
  Wilfried Mühlchen  SC Chemie Halle 1 (0)
  Werner Müller  Rotation Babelsberg 1 (0)
  Musche  Motor Schönebeck 1 (0)
  Heinz Oehmichen  ASK Vorwärts Leipzig 1 (0)
  Herbert Pankau  SC Empor Rostock 1 (0)
  Pilling  BSG Einheit Ludwigslust 1 (0)
  Polland  SG Dynamo Frankfurt/Oder 1 (0)
  Ralf Quest  SC Dynamo Berlin 1 (0)
  Werner Raffe  BSG Motor Bautzen 1 (0)
  Erhard Redlich  SC Aktivist Brieske-Senftenberg 1 (0)
  Bernd Reiß  Rotation Babelsberg 1 (0)
  Peter Richter  ASK Vorwärts Leipzig 1 (1)
  Dieter Ruttig  SG Dynamo Hohenschönhausen 1 (0)
  Dieter Schmidt  Dynamo Dresden 1 (0)
  Walter Schmidt  HSG Wissenschaft Halle 1 (0)
  Gert Schmittinger  SC Chemie Halle 1 (0)
  Heinz Schneppe  BSG Motor Nordhausen 1 (0)
  Günter Schröter  SC Dynamo Berlin 1 (0)
  Frank Schüller  BSG Motor Zwickau 1 (0)
  Gerhard Schünzel  BSG Lok Weimar 1 (0)
  Eberhard Schuster  SC Motor Karl-Marx-Stadt 1 (0)
  Kurt Seidlitz  SC Lokomotive Leipzig 1 (0)
  Erwin Seifert  BSG Motor Sömmerda 1 (0)
  Ulli Sperrschneider  BSG Motor Steinach 1 (0)
  Heinz Steinborn  ASG Vorwärts Neubrandenburg 1 (0)
  Albrecht Strohmeyer  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
  Eberhard Taubert  SC Motor Karl-Marx-Stadt 1 (0)
  Rüdiger Trödel  BSG Stahl Eisleben 1 (0)
  Reinhard Trölitzsch  SC Rotation Leipzig 1 (0)
  Meinhard Uentz  BSG Turbine Neubrandenburg 1 (0)
  Horst Veith  SG Dynamo Eisleben 1 (0)
  Gerhard Vogt  ASK Vorwärts Berlin 1 (0)
  Siegfried Vollrath  Dynamo Erfurt 1 (0)
  Siegfried Wachtel  ASK Vorwärts Berlin
SC Wismut Karl-Marx-Stadt
1 (1)
  Werner Welzel  SC Chemie Halle 1 (0)
  Edgar Wetter  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
  Siegfried Wolf  SC Wismut Karl-Marx-Stadt 1 (0)
  Horst Zedel  BSG Motor Warnowwerft Rostock 1 (0)
Geschichte
Kurzinfo

Die Spiele um den FDGB-Fußballpokal 1960 waren die zehnte Auflage dieses Wettbewerbes. Die Pokalspiele fanden letztmals im Kalenderjahres-Rhythmus statt und starteten am 21. Februar mit einer Qualifikationsrunde. An ihr beteiligten sich die 30 Bezirkspokal-Finalisten, 54 Mannschaften der II. DDR-Liga sowie die 14 Teams der I. DDR-Liga.

In der sich anschließenden 1. Hauptrunde stießen die 14 Mannschaften der DDR-Oberliga hinzu, von denen sich Einheit Dresden und Fortschritt Weißenfels sogleich aus dem Pokalgeschehen verabschiedeten. Eine Besonderheit gab es in diesem Jahr in der 2. Hauptrunde: Der DFV hatte beschlossen, die Austragung der Begegnungen auf neutralen Plätzen in ländlichen Orten im Norden der DDR durchführen zu lassen. Damit sollte die Verbundenheit zur landwirtschaftlichen Bevölkerung gezeigt werden. 1960 wurde die Kollektivierung der Landwirtschaft zu Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) zwangsweise durch eine Kampagne der SED abgeschlossen. In dieser Runde schieden mit den Rotation Leipzig, Aktivist Brieske-Senftenberg und Aufbau Magdeburg drei weitere Oberligisten aus.

Das Achtelfinale erreichten neben den verbliebenen neun Oberligamannschaften der letzte Bezirksvertreter Dynamo Erfurt, sowie jeweils drei Mannschaften aus der II. und der I. DDR-Liga. Hier scheiterten die Vorjahres-Finalisten Dynamo Berlin (0:1 bei Empor Rostock) und SC Wismut Karl-Marx-Stadt (0:3 bei Lok Stendal). Dynamo Erfurt hatte das Glück, zuhause gegen Einheit Greifswald aus der I. DDR-Liga antreten zu können, nutzte seine Chance mit einem 2:0-Sieg und zog zusammen mit Motor Karl-Marx-Stadt als einzige Unterklassenmannschaften in das Viertelfinale ein. Erfurt ging mit einer hohen 1:8-Niederlage bei Chemie Halle unter, die Karl-Marx-Städter erkämpften sich ein 2:0 gegen Lok Stendal, schieden dann aber im Halbfinale ebenfalls mit hoher 1:7-Niederlage in Jena aus. Neben den Jenaern qualifizierte sich für das Finale der SC Empor Rostock. Für die Thüringer war es die erste Endspielteilnahme, während die Mecklenburger nach 1955 und 1957 schon den dritten Versuch starteten, den Pokal an die Ostsee zu holen.