FDGB-Pokal 1967/1968

1. Runde bis Finale
Ansetzungen / Spielzeiten
1. Runde Die Spiele fanden am 5. und 6. August 1967 statt.
Wiederholungsspiele:
am 9. August 1967
Ausscheidungsrunde Die Spiele fanden am 6. September 1967 statt
2. Runde Die Spiele fanden am 26. und 30. Dezember 1967  statt.
Wiederholungsspiele:
am 21. Februar 1968
Achtelfinale Die Spiele fanden am 26. März 1968 statt.
Wiederholungsspiele:
am 12. und 13.April.1967
Viertelfinale Die Spiele fanden am 1. Mai 1968 statt.
Halbfinale Die Spiele fanden am 22. Mai 1968 statt
Finale Das Spiel fand am 9. Juni 1968 statt

In den Spielrunden kann es Wiederholungsspiele/Ausscheidungsspiele oder Zwischenrunden geben, erkennbar an Info
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Das Endspiel
So verlief das Endspiel ..
Paarung 1. FC Union Berlin 1. FC Union Berlin – FC Carl Zeiss Jena FC Carl Zeiss Jena
Ergebnis 2:1 (1:1)
Datum 9. Juni 1968
Stadion Kurt-Wabbel-Stadion, Halle (Saale)
Zuschauer Zuschauer 14.000
Schiedsrichter Rudi Glöckner (Markranstädt)
Tore Tore 0:1 W. Krauß (1.)
Tore 1:1 Uentz (29., HE)
Tore 2:1 Quest (63.)
1. FC Union Berlin Rainer Ignaczak – Reinhard Lauck, Wolfgang Hillmann (65. Harry Zedler), Wolfgang Wruck, Hartmut Felsch – Ulrich Prüfke, Harald Betke – Günter Hoge, Meinhard Uentz, Ralf Quest, Jürgen Stoppok
Cheftrainer: Werner Schwenzfeier
FC Carl Zeiss Jena Wolfgang Blochwitz – Udo Preuße (69. Peter Ducke), Peter Rock, Michael Strempel, Jürgen Werner – Gerd Brunner (46. Heinz Marx), Rainer Schlutter, Roland Ducke – Helmut Stein, Werner Krauß, Dieter Scheitler
Cheftrainer: Georg Buschner
Kurzer Spielbericht
30. Spielsekunde: Die Unionabwehr bringt eine hohe Eingabe vor ihr Tor nicht konsequent genug unter Kontrolle, der Jenaer Mittelstürmer Krauß schmettert den Ball vom 16-m-Raum aus per Aufsetzer in die rechte Torecke.

Der FC Carl Zeiss Jena schien seiner Favoritenrollen gerecht zu werden. Er ging als souveräner Meister der gerade beendeten Saison 1967/68 in das 17. Endspiel, während der 1. FC Union Berlin sich knapp vor dem Abstieg aus der Oberliga gerettet hatte. Doch zur Überraschung aller steckten die Berliner den frühen Rückstand unbeeindruckt weg und rissen mit zunehmender Dauer das Spielgeschehen an sich. Sie entwickelten Kampfgeist und läuferische Stärke und brachten damit die Thüringer aus dem Rhythmus. Der FC Carl Zeiss fand nicht zu seiner gewohnten spielerischen Geschlossenheit, seinem Mittelfeld gelang es nicht, das eigene Spiel zu gestalten. Union-Trainer Schwenzfeier hatte seinem Regisseur Prüfke die Aufgabe erteilt, sich unmittelbar mit seinem Pendant Roland Ducke auseinanderzusetzen, und der Berliner erfüllte seinen Auftrag konsequent. Er wurde zum Herrscher des Mittelfelds und setzte mit genauen Pässen immer wieder die eigenen Stürmer gefährlich ein. Jenas Angreifer verzweifelten ein um das andere Mal an der nun sicher stehenden gegnerischen Abwehr, die von Wruck hervorragend organisiert wurde.

29. Minute: Es ist wohl die Schlüsselszene des Spiels. Der Berliner Stürmer Hoge schlägt einen hohen Flugball in den Jenaer Strafraum, Jenas Brunner unterläuft die Flanke und hält reflexartig den Ball vor dem Tor mit der Hand auf. Den fälligen Strafstoß verwandelt Uentz mit einem halbhohen Schuss in das rechte Toreck.

Jena zeigte sich geschockt, nichts lief zusammen. Schon in der 41. Minute hatte Stoppok die Berliner Führung auf dem Fuß, scheiterte aber am Jenaer Torwart. Auch nach der Halbzeitpause änderte sich das Geschehen nicht, angeführt von ihrem Stoßstümer Uentz drangen die Berliner immer wieder mit gefährlichen Kontern vor das Jenaer Tor, vor dem eine völlig löchrige Abwehr stand. So war die Berliner Führung zum 2:1 in der 63. Minute durchaus verdient. Quest erlief sich den aus der Jenaer Abwehr abgeprallten von Prüfke per Fernschuss dorthin beförderten Ball. Mit seinem ersten Torschuss blieb er an Torwart Blochwitz hängen, kam aber ein zweites Mal an das Leder, das er nun in das leere Tor befördern konnte. Zwar resignierte der FC Carl Zeiss nicht, konnte aber seine Schwächen nicht überwinden, fand einfach nicht den eigenen Spielfaden. Zwar fanden sie sich noch zu furiosen Schlussoffensive zusammen und setzten die Berliner Abwehr nun gehörig unter Druck, doch die ließ sich, mit dem großartige Paraden zeigenden Torwart Ignaczak im Rücken, nicht mehr überwinden.

So sahen die Trainer das Spiel:
„Der große Wurf gelang uns nicht nur dank kämpferischen Einsatzes, sondern vor allem in der ersten Halbzeit auch mit spielerischen Mitteln. In der zweiten Hälfte brachte unsere Konter Jena in arge Schwierigkeiten. Hervorragend wie das schnelle Gegentor von meiner Mannschaft verdaut wurde.“ (Werner Schwenzfeier, Union)
„Das erste Tor schien mir Gift für unsere Mannschaft. Der Glaube an die Favoritenstellung wurde damit nur noch verstärkt. Zwangsläufig schlich sich wohl eine Unterschätzung des Gegners ein.“ (Georg Buschner, Jena) – Deutsches Sportecho 10. Juni 1968

Torschützen
# Spieler Mannschaft Tore (11m)
1. Horst Begerad  FC Vorwärts Berlin 8 (0)
2. Gerd Brunner  FC Carl Zeiss Jena
FC Carl Zeiss Jena II
3 (0)
  Meinhard Uentz  1. FC Union Berlin 3 (1)
  Günter Wolff  BFC Dynamo 3 (1)
5. Wolfgang Abraham  1. FC Magdeburg 2 (0)
  Gerd Backhaus  BSG Lokomotive Stendal 2 (1)
  Ernst  BSG Empor Neustrelitz 2 (1)
  Hans-Jürgen Hermann  BSG Lokomotive Stendal 2 (0)
  Gerd Kostmann  Hansa Rostock 2 (0)
  Werner Krauß  FC Carl Zeiss Jena
FC Carl Zeiss Jena II
2 (0)
  Hans-Jürgen Naumann  1. FC Lokomotive Leipzig 2 (0)
  Peter Rock  FC Carl Zeiss Jena 2 (0)
  Dieter Scheitler  FC Carl Zeiss Jena 2 (0)
  Gerd Stieler  Rot-Weiß Erfurt 2 (0)
15. Günter Baltrusch  ASG Vorwärts Stralsund 1 (0)
  Bernd Bauchspieß  BSG Chemie Leipzig 1 (0)
  Harald Betke  1. FC Union Berlin 1 (0)
  Manfred Bogusch  ASG Vorwärts Cottbus 1 (0)
  Fritz Döschner  FSV Lokomotive Dresden 1 (0)
  Peter Ducke  FC Carl Zeiss Jena 1 (0)
  Peter Effenberger  BSG Energie Cottbus 1 (0)
  Ernst Einsiedel  BSG Wismut Aue 1 (0)
  Michael Faber  1. FC Lokomotive Leipzig 1 (0)
  Hartmut Felsch  1. FC Union Berlin 1 (0)
  Christoph Franke  1. FC Lokomotive Leipzig 1 (0)
  Henning Frenzel  1. FC Lokomotive Leipzig 1 (0)
  Manfred Geisler  1. FC Lokomotive Leipzig 1 (1)
  Rainer Geserich  BFC Dynamo 1 (0)
  Werner Grun  BSG Energie Cottbus 1 (0)
  Karl-Heinz Henning  ASG Vorwärts Stralsund 1 (0)
  Hartmut Hoffmann  BSG Motor Zwickau 1 (0)
  Werner Kaiser  ASG Vorwärts Meiningen 1 (0)
  Lothar Killermann  BSG Wismut Aue 1 (1)
  Horst Kirsch  FC Carl Zeiss Jena II 1 (0)
  Günter Kluge  ASG Vorwärts Meiningen 1 (0)
  Rainer Knobloch  Rot-Weiß Erfurt 1 (0)
  Gerhard Körner  FC Vorwärts Berlin 1 (0)
  Hans-Jürgen Kreische  Dynamo Dresden 1 (0)
  Joachim Kurpat  BSG Energie Cottbus 1 (0)
  Klaus Lehmann  BSG Stahl Riesa 1 (1)
  Wolfram Löwe  1. FC Lokomotive Leipzig 1 (0)
  Ludwig  BSG Empor Neustrelitz 1 (0)
  Klaus Marowski  ASG Vorwärts Stralsund 1 (0)
  Gerd Mattern  BSG Motor Zwickau 1 (0)
  Norbert Meyer  FC Vorwärts Berlin 1 (0)
  Helmut Müller  FC Carl Zeiss Jena II 1 (0)
  Rainer Müller  1. FC Union Berlin 1 (0)
  Rainer Nachtigall  FC Vorwärts Berlin 1 (0)
  Jürgen Nöldner  FC Vorwärts Berlin 1 (0)
  Jörg Ohm  BSG Chemie Leipzig 1 (0)
  Udo Preuße  FC Carl Zeiss Jena 1 (0)
  Gerhard Pyrek  TSG Wismar 1 (0)
  Günther Queck  BSG Motor Steinach 1 (0)
  Ralf Quest  1. FC Union Berlin 1 (0)
  Gerd Sackritz  Hansa Rostock 1 (0)
  Konrad Schaller  BSG Wismut Aue 1 (0)
  Rainer Schlutter  FC Carl Zeiss Jena 1 (0)
  Erhard Schmidt  ASG Vorwärts Stralsund 1 (0)
  Helmut Schmidt  BSG Chemie Leipzig 1 (0)
  Reinhard Segger  1. FC Magdeburg 1 (0)
  Jürgen Sparwasser  1. FC Magdeburg 1 (0)
  Heinz Stamer  BSG Energie Cottbus 1 (0)
  Michael Strempel  FC Carl Zeiss Jena 1 (0)
  Horst Strohm  ASG Vorwärts Stralsund 1 (0)
  Wolfgang Strübing  FC Vorwärts Berlin
ASG Vorwärts Stralsund
1 (0)
  Reinhard Trölitzsch  Rot-Weiß Erfurt 1 (1)
  Horst Walter  Dynamo Dresden 1 (0)
  Wolfgang Wruck  Hansa Rostock 1 (0)
  Wolfgang Wruck  1. FC Union Berlin 1 (0)
  Wulst  1. FC Magdeburg II 1 (0)
  Karl-Heinz Zeidler  BSG Wismut Aue 1 (0)
  Arno Zerbe  1. FC Lokomotive Leipzig 1 (1)
  Klaus Zink  BSG Wismut Aue
BSG Wismut Aue II
1 (0)

 

Geschichte
Kurzinfo
Zum 17. Mal wurde in der Saison 1967/68 der FDGB-Fußballpokal-Wettbewerb ausgetragen.

Der Pokalwettbewerb begann mit der I. Hauptrunde, an der aus der Saison 1966/67 15 Bezirkspokalsieger, 29 DDR-Ligisten und die beiden Oberligaabsteiger teilnahmen. Die DDR-Liga-Mannschaft von Motor Nordhausen hatte ein Freilos. Die 14 DDR-Oberligisten der laufenden Saison griffen in der II. Hauptrunde in das Pokalgeschehen ein. Dort waren noch fünf Bezirkspokalsieger dabei, bis auf Empor Neustrelitz alles Reservemannschaften der Oberligavertreter.

Spiele, die auch nach Verlängerung keinen Sieger hervorgebracht hatte, wurden auf des Gegners Platz wiederholt. Im 17. Wettbewerb gab durch sechs verlängerte Begegnungen auffallend viele Wiederholungsspiele.

In das anschließende Achtelfinale kamen bis auf den FC Karl-Marx-Stadt, der 0:1 bei Vorwärts Meiningen verloren hatte, und Chemie Halle, 0:3 beim BFC Dynamo, alle Oberligamannschaften. Von den Bezirkspokalsiegern kam keiner weiter. Neben Meiningen hatten auch Vorwärts Stralsund und Energie Cottbus das Achtelfinale erreicht, aber nur die Stralsunder kamen dank eines 3:2-Sieges nach Verlängerung über Wismut Aue unter die letzten Acht. Dort war auch noch der Pokalverteidiger Sachsenring Zwickau vertreten, während Finalist Hansa Rostock schon im Achtelfinale ausgeschieden war. Für Zwickau und Stralsund war jedoch im Viertelfinale Endstation. Im Halbfinale siegten sowohl der spätere DDR-Meister FC Carl Zeiss Jena (über Lok Leipzig) als auch der 1. FC Union Berlin (über Vorwärts Berlin) jeweils mit 2:1.