FDGB-Pokal 1957

1. Runde bis Finale
Ansetzungen / Spielzeiten
1. Runde Die Spiele fanden zwischen dem 7. und 22. Mai 1957 statt.
Wiederholungsspiele:
am 15. Mai 1957
2. Runde Die Spiele fanden zwischen dem 30. Mai und 16. Juni 1957 statt.
Wiederholungsspiel:
am 9. Juni 1956
Achtelfinale Die Spiele fanden am 17. / 18. August 1957 statt.
Viertelfinale Die Spiele fanden am 8. Dezember 1957 statt.
Wiederholungsspiel:
am 8. Dezember 1957
Halbfinale Die Spiele fanden am 15. Dezember 1957 statt
Finale Das Spiel fand am 22. Dezember 1957 vor 6.000 Zuschauern statt

In den Spielrunden kann es Wiederholungsspiele/Ausscheidungsspiele oder Zwischenrunden geben, erkennbar an Info
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Das Endspiel
so verlief das Endspiel
Paarung VfB Leipzig SC Lokomotive Leipzig – SC Empor Rostock Hansa Rostock
Ergebnis 2:1 n. V. (1:1, 0:0)
Datum 22. Dezember 1957
Stadion Ernst-Thälmann-Stadion, Karl-Marx-Stadt
Zuschauer Zuschauer 6000
Schiedsrichter Lothar Green (Limbach)
Tore Tore 0:1 Arthur Bialas (53.)
Tore 1:1 Heinz Schoppe (58.)
Tore 2:1 Heinz Fröhlich (104., Handelfmeter)
SC Lokomotive Leipzig Günter Busch – Walter Stieglitz, Hans-Dieter Busch, Karl-Heinz Brandt – Gerhard Polland, Siegfried Söllner – Werner Walther, Dieter Fischer (46. Günter Konzack), Heinz Schoppe, Heinz Fröhlich, Günter Behne
Cheftrainer: Fritz Wittenbecher
SC Empor Rostock Manfred Schröbler – Erwin Schmidt, Kurt Zapf, Karl-Heinz Singer – Karl Pöschel, Heinz Minuth – Rudolf Schneider, Arthur Bialas, Rolf Leeb, Horst Zedel, Hans Speth (100. Hans Levknecht)
Cheftrainer: Heinz Krügel
Spielbericht

Das siebte Endspiel um den FDGB-Pokal, kurz vor Weihnachten in Eiseskälte ausgetragen, fand mit 6000 Zuschauern nur wenig Resonanz. Es war ein Minusrekord in der bisherigen DDR-Pokal-Geschichte, auch verursacht für den für die Rostocker Anhänger weit entfernten Austragungsort. Die Partie Oberliga-Siebter (Lok Leipzig) gegen Oberliga-Aufsteiger (Empor Rostock) war auch für das Karl-Marx-Städter Publikum wenig attraktiv. In dieser Hinsicht bewies der Spielverlauf jedoch das Gegenteil. Trotz des weichen und schlüpfrigen Bodens zeigten beide Mannschaften ein technisch hochklassiges Spiel, in dem es an Dramatik nicht fehlte.

Die zweitklassigen Rostocker spielten bis zum Ende nie wie ein Außenseiter. Zwar zeigte Lok Leipzig den technisch besseren Fußball, geriet aber durch die schnellen Spielzüge der Empor-Mannschaft mehrfach in höchste Gefahr. Obwohl die Leipziger sich zahlreiche Eckbälle erkämpften, konnten sie ihren Gegner lange Zeit nicht ernsthaft in Gefahr bringen. Auf der anderen Seite sorgten Rostocks schnelle Stürmer für Wirbel vor dem Leipziger Tor. Insbesondere der technisch beschlagene Speth sorgte mit seinen schnellen Sprints aus dem Rückraum für Unruhe. Trotzdem spielten die Rostocker zu sehr in die Breite, übertrieben das Kurzpass-Spiel und vernachlässigten das Flügelspiel. Auf der anderen Seite war Regisseur Dieter Fischer nicht in der Lage, dem Leipziger Spiel Durchschlagskraft zu verleihen. So endete die erste Halbzeit nach einem zwar technisch gefälligen, aber nicht konsequent geführten Spiel torlos.

Nach der Pause zeigte zunächst Lok Leipzig, dass man gewillt war, mehr Druck in die Partie zu bringen, Trainer Wittenbecher tauschte Fischer gegen Konzack aus. Im Zusammenspiel mit Heinz Fröhlich sorgte dieser auch sofort für zwingendere Aktionen. Das erste Tor erzielte jedoch der SC Empor in der 53. Minute durch eine mustergültige Kombination seiner besten Stürmer Speth und Bialas. Zunächst brachte Bialas Speth in Schussposition, doch dessen Schuss landete am Pfosten. Im Nachsetzen konnte der mitgelaufene Bialas den Ball volley unter die Latte schmettern. Bereits vorher hatte der Leipziger Brandt nur noch im letzten Moment Zedel nach einer Ballstafette über fünf Rostocker stoppen können. Mithilfe des verbesserten Sturmspiels gelang dem SC Lok aber bereits nach fünf Minuten durch Schoppe der Ausgleich. Danach gelang es beiden Mannschaften nicht mehr, innerhalb der regulären Spielzeit die Entscheidung herbeizuführen.

In der Verlängerung hatte zunächst wieder Speth die Möglichkeit zum erneuten Führungstreffer. Nach einem sehenswerten Alleingang schoss er scharf auf das kurze Eck, doch im Nachfassen gelang es Torwart Busch, den Ball unter Kontrolle zu bekommen. Wenig später musste der verletzte Speth durch Levknecht ersetzt werden, was zu einer erheblichen Schwächung des Rostocker Sturmspiels führte. Dadurch gewann Lok Leipzig die Oberhand, Rostocks Abwehr wurde nicht mehr entlastet. Nach nur zwölf Minuten in der Verlängerung führte ein Handspiel im Strafraum des Rostocker Innenverteidigers Zapf zur Spielentscheidung, zwei Minuten später verwandelte Fröhlich den fälligen Elfmeter zum 2:1 für die Leipziger Lok-Mannschaft. Den nun erlahmten Rostockern gelang es danach nicht mehr, dem Spiel noch eine Wende zu geben.

Leipzigs Trainer Wittenbecher gestand nach dem Spiel: „Wir sind in der ersten Hälfte mit dem Rostocker System nicht zurechtgekommen.“ Trainer Krügel vom SC Empor befand: „Es war ein denkwürdiges Pokal-Finale, auf guter Stufe stehend. Meine Spieler konnten besonders in der ersten Halbzeit überzeugen, dann war das Treffen ausgeglichen.“ (Zitate nach fuwo Nr. 52/57).

Torschützen
# Spieler Mannschaft Tore (11m)
1. Horst Kirsch  SC Motor Jena 6 (0)
2. Arthur Bialas  SC Empor Rostock 5 (0)
Heinz Fröhlich  SC Lokomotive Leipzig 5 (1)
4. Gerhard Marquardt  SC Aktivist Brieske-Senftenberg 4 (0)
Kurt Viertel  SC Wismut Karl-Marx-Stadt 4 (0)
Werner Walther  SC Lokomotive Leipzig 4 (0)
7. Hermann Bley  ASK Vorwärts Berlin 3 (0)
Herbert Erdmann  BSG Chemie Wolfen 3 (0)
Werner Heine  SC Dynamo Berlin 3 (1)
Christian Hofmann  SC Dynamo Berlin 3 (0)
Johannes Matzen  SC Dynamo Berlin 3 (0)
Manfred Pinske  BSG Chemie Bitterfeld 3 (0)
Heinz Schoppe  SC Lokomotive Leipzig 3 (0)
Günther Wirth  ASK Vorwärts Berlin 3 (0)
15. Günter Bartnicki  BSG Lokomotive Stendal 2 (1)
Rudi Dittrich  SC Turbine Erfurt 2 (0)
Roland Ducke  SC Motor Jena 2 (0)
Rolf Fritzsche  ASK Vorwärts Berlin 2 (0)
Heinze  TSC Oberschöneweide 2 (0)
Günter Konzack  SC Lokomotive Leipzig 2 (0)
Lahfeld  BSG Aktivist Amsdorf 2 (0)
Herbert Maschke  SC Dynamo Berlin 2 (0)
Lothar Meyer  ASK Vorwärts Berlin 2 (0)
Georg Mostowoy  BSG Chemie Bitterfeld 2 (0)
Helmut Müller  SC Motor Jena 2 (0)
Ernst Pabst  SC Turbine Erfurt 2 (0)
Erhard Redlich  SC Aktivist Brieske-Senftenberg 2 (0)
Dieter Ruttig  TSC Oberschöneweide 2 (0)
Lutz Schlosser  BSG Chemie Bitterfeld 2 (0)
Karl Schnieke  SC Motor Jena 2 (0)
Hans Speth  SC Empor Rostock 2 (0)
Klaus Zink  SC Wismut Karl-Marx-Stadt 2 (0)
33. Manfred Ackermann  BSG Einheit Burg 1 (0)
Horst Assmy  ASK Vorwärts Berlin 1 (0)
Barth  Dynamo Dresden 1 (0)
Rudolf Brunst  SG Dynamo Schwerin 1 (0)
Georg Buschner  SC Motor Jena 1 (0)
Colberg  BSG Empor Apolda 1 (0)
Werner Flehmig  BSG Fortschritt Meerane 1 (0)
Flohr  BSG Chemie Grünau-Schmöckwitz 1 (1)
Werner Gießler  Rotation Babelsberg 1 (0)
Görges I  BSG Einheit Burg 1 (0)
Hans-Joachim Göring  BSG Lok Weimar 1 (0)
Dieter Gradetzki  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
Grunst  BSG Chemie Grünau-Schmöckwitz 1 (0)
Gerhard Hähnert  TSC Oberschöneweide 1 (1)
Heinz Herrmann  SC Lokomotive Leipzig 1 (0)
Gerhard Heyduck  SC Traktor Schwerin 1 (0)
Jahnke  SC Traktor Schwerin 1 (0)
Jenkner  BSG Empor Apolda 1 (0)
Manfred Kaiser  SC Wismut Karl-Marx-Stadt 1 (0)
Siegfried Kaiser  SC Wismut Karl-Marx-Stadt 1 (0)
Heinz Kaulmann  ASK Vorwärts Berlin 1 (0)
Lothar Killermann  SC Wismut Karl-Marx-Stadt 1 (0)
Wilfried Klingbiel  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
Rudolf Krause  SC Lokomotive Leipzig 1 (0)
Werner Krauß  BSG Fortschritt Meerane 1 (0)
Heinz Krüger  SC Aktivist Brieske-Senftenberg 1 (0)
Karl Küchler  BSG Fortschritt Meerane 1 (0)
Rolf Leeb  SC Empor Rostock 1 (0)
Horst Lehmann  SC Aktivist Brieske-Senftenberg 1 (0)
Heinz Lemanczyk  SC Aktivist Brieske-Senftenberg 1 (0)
Horst Lembke  SC Empor Rostock 1 (0)
Kurt Liebrecht  BSG Lokomotive Stendal 1 (0)
Heinz Minuth  SC Empor Rostock 1 (0)
Rolf-Dieter Mollenhauer  TSC Oberschöneweide 1 (0)
Werner Oberländer  BSG Stahl Thale 1 (0)
Perschke  BSG Turbine BEWAG Berlin 1 (0)
Werner Pietrczak  SC Aktivist Brieske-Senftenberg 1 (0)
Günter Rahm  SC Motor Jena 1 (0)
Horst Schiller  BSG Chemie Grünau-Schmöckwitz 1 (0)
Hans Schöne  Rotation Babelsberg 1 (0)
Frank Schüller  BSG Fortschritt Meerane 1 (0)
Seiffert  BSG Empor Apolda 1 (0)
Stüber  BSG Chemie Grünau-Schmöckwitz 1 (0)
Taffner  BSG Lokomotive Zwickau 1 (0)
Horst Tautenhahn  SC Wismut Karl-Marx-Stadt 1 (0)
Willy Tröger  SC Wismut Karl-Marx-Stadt 1 (0)
Siegfried Vollrath  SC Turbine Erfurt 1 (0)
Werner Weist  SC Aktivist Brieske-Senftenberg 1 (1)
Manfred Welthe  Rotation Babelsberg 1 (0)
Karl Wolf  SC Wismut Karl-Marx-Stadt 1 (0)
Siegfried Wolf  SC Wismut Karl-Marx-Stadt 1 (0)
Horst Zedel  SC Empor Rostock 1 (0)
Geschichte
Kurzinfo

Der FDGB-Fußballpokal 1957 war die siebte Auflage dieses Wettbewerbes. Er startete mit 24 Mannschaften der drittklassigen II. DDR-Liga und 120 Pokal-Viertelfinalisten aus den Pokalwettbewerben 1956 in den 15 DDR-Bezirken. Alle Pokalrunden wurden im K.-o.-System ausgetragen, deren Spiele bei Gleichstand nach der regulären Spielzeit durch Verlängerung und gegebenenfalls durch ein Wiederholungsspiel entschieden wurden. Nach zwei Qualifikationsrunden starteten Anfang Mai 1964 Mannschaften in die 1. Hauptrunde, in die erstmals die 14 Oberligisten und die 14 Mannschaften der I. DDR-Liga eingriffen. Im Achtelfinale waren noch vier Bezirksligisten und je eine Mannschaft aus der II. und I. DDR-Liga vertreten. Von den unterklassigen Teams erreichte nur Bezirksligist Chemie Bitterfeld das Viertelfinale und unterlag dort erst im Wiederholungsspiel dem SC Lok Leipzig mit 0:3. Bereits in der 1. Hauptrunde hatten die Bitterfelder den Titelverteidiger SC Chemie Halle-Leuna mit 2:1 nach Verlängerung aus dem Wettbewerb geworfen.

Das Finale am 22. Dezember in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) erreichten der 7. der Oberliga SC Lok Leipzig und der Oberligaaufsteiger SC Empor Rostock. Während es für den favorisierten Oberligisten Leipzig die erste Finalteilnahme war, standen die Rostocker nach ihrer Niederlage 1955 zum zweiten Mal im Pokalendspiel.