Wiesbaden legt Einspruch gegen Spielwertung ein

Wehen Wiesbaden nicht einverstanden mit Spielwertung

Könnte das nichtgewertete Tor von Manuel Schäffler Folgen haben?

Zur Lage:

Es war der Aufreger schlechthin in der Partie Dynamo Dresden gegen den SV Wehen Wiesbaden. Manuel Schäffler erzielte das vermeintliche 1:0 für die Gäste, aber der VAR meldete sich dazu.

Was war passiert? In der Aktion zuvor befand sich Dynamo Dresden im Angriff, SGD-Stürmer Alexander Jeremejeff erlief einen Ball noch knapp vor der Torauslinie und spitzelte ihn in den Strafraum. Danach ging es ohne Spielunterbrechung weiter, dann kam das Tor, erzielt von Manuel Schäffler.

Der VAR meldete, dass der Ball im Dynamo Angriff bereits hinter der Linie gewesen sei. Daraufhin nahm Schiedsrichter Martin Petersen das Tor der Wiesbadener zurück.

Als der Unparteiische den SVWW-Verantwortlichen die Entscheidung mitteilte, herrschte Fassungslosigkeit bei Trainer Rüdiger Rehm und Geschäftsführer Christian Hock.

Wie der Verein am Montag mitteilte, stützt er den Einspruch auf §17 Nr. 2c) RuVO, "nach dem die Rücknahme des SVWW-Führungstreffers nach Intervention durch den VAR regelwidrig erfolgte und diese Entscheidung den Ausgang des Spieles mit hoher Wahrscheinlichkeit beeinflusst hat". Dies sei das Ergebnis von Prüfungen und Beratungen mit den Anwälten Prof. Christoph Schickhardt und Dr. Joachim Rain, die den SVWW in diesem Fall vertreten.

Welchen Erfolg der Einspruch hätte, darüber kann man nur spekulieren. Das DFB-Sportgericht müsste dann in diesem Fall tätig werden und darüber entscheiden. Einsprüche gegen die Spielwertung sind in dieser Saison zwar nichts neues, aber ein Grund, dass eine Entscheidung des VAR hinterfragt wird.

Wiesbaden habe "nun noch Zeit, seinen Einspruch detailliert auszuführen", teilte der DFB mit. "Das zuständige DFB-Sportgericht wird dann zu gegebener Zeit über den weiteren Fortgang des Verfahrens entscheiden."

Edit vom 05.12.2019

Fußball-Zweitligist SV Wehen Wiesbaden ist mit seinem Einspruch gegen die Niederlage bei Dynamo Dresden vor dem DFB-Sportgericht gescheitert.

Das Gremium unter dem Vorsitzenden Richter Hans E. Lorenz erklärte in der zweistündigen Verhandlung in Frankfurt am Main die umstrittene Entscheidung nach einem kuriosen Videobeweis für rechtens. Erstmals behandelte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes einen solchen Fall.

"Wir können in diesem Fall dem Schiedsrichter keinen Regelverstoß nachweisen und dem Videoassistenten keinen Fehler", sagte Lorenz bei der Urteilsverkündung in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes.

Der SVWW hatte sich gegen die Wertung der 0:1-Niederlage am 8. November gewehrt und eine Wiederholung des Spiels gefordert.

Die Gäste waren während der Partie durch Manuel Schäffler in der 26. Minute vermeintlich in Führung gegangen. Doch weil der Ball bei einem Dynamo-Angriff zuvor auf der anderen Seite des Platzes im Toraus war, gab Schiedsrichter Martin Petersen den Treffer nach einem Hinweis des Video-Assistenten in Köln und Ansicht der TV-Bilder nicht.

Stattdessen wurde die Partie mit Abstoß für Wiesbaden fortgesetzt. Diese Entscheidung habe den Ausgang des Spieles mit hoher Wahrscheinlichkeit beeinflusst.

Sportgericht folgt Wehens Regelauslegung nicht

Der Aufsteiger begründete den Einspruch damit, dass die Rücknahme des Tores nach Eingriff des Video-Assistenten regelwidrig erfolgt sei.

Nach Ansicht der Wiesbadener hätte sich der Schiedsrichter die vorangegangene Situation gar nicht ansehen dürfen, da der Videoassistent gemäß der regelgebenden International Football Association Board nur den kompletten Angriffsspielzug des Tors checken sollte.

Anwalt Joachim Rain betonte, das Tor sei "120 Meter weiter und 18 Sekunden später" gefallen. Das Sportgericht folgte dieser Regelauslegung nicht.

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