Es war das siebte Spiel unter der Leitung von Maik Walpurgis, zum ersten Mal war er nach dem Abpfiff nicht zufrieden mit seinen Dynamos

Der Coach haderte vor allem mit der schlechten Anfangsphase und später mit dem nicht genutzten Vorteil, einen Mann mehr auf dem Feld zu haben.
Ich bin unzufrieden“, grummelte Walpurgis nach dem 1:1 im Sachsenderby gegen den FC ErzgebirgeAue ins Mikrofon. “Vor allem die ersten 25 Minuten bis zum Gegentor haben wir überhaupt nicht den Fußball gespielt, den wir besprochen, den wir trainiert haben.”

Der 45-Jährige ist eigentlich dafür bekannt, seine Antworten so zu verschachteln, dass der Zuhörer danach genau so schlau ist wie zuvor. Dieses Mal waren seine Worte aber eindeutig.
Wir waren im Positionsspiel nicht gut, im Passspiel nicht gut, in den Zweikämpfen, in den zweiten Bällen ...”, drohte Walpurgis’ Kritik gar nicht mehr aufzuhören: “Da muss ich schon suchen, was in der Phase überhaupt gut war.”

Auch Kapitän Sören Gonther mit zweiter Dynamo-Hälfte nicht zufrieden

Doch das Tor zum 0:1 durch Aues Philipp Riese in der 24. Minute hatte dann einen “Hallo-Wach-Effekt”. Die Schwarz-Gelben merkten selbst, dass es nicht läuft und positionierten sich im Mittelfeld neu.
Mit der schnellen Antwort – dem Ausgleich durch Moussa Koné nur zwei Minuten nach dem Rückstand – fanden die Gastgeber dann endlich besser ins Spiel.

Nachdem “Veilchen”-Verteidiger Nicolai Rapp in der 54. Minute mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war, schafften es die Dynamos jedoch nicht, ihre numerische Überlegenheit clever auszuspielen und zur Entscheidung zu nutzen. Sören Gonther, der nach über einem Jahr Verletzungspause sein Startelf-Debüt gab – und das als Kapitän – zu den Ursachen: “Wir waren immer ein Schritt zu langsam. In Überzahl musst du den Gegner von Seite zu Seite jagen und ihn mit tiefen Läufen quälen. Da waren wir zu wenig konsequent.”

Trotz eines Chancenplus’ in der zweiten Hälfte, was bei einem 40-minütigen Überzahlspiel auch erwart werden durfte, änderte sich am Ergebnis nichts mehr. “Der Gegner hat eine massive Abwehr gebildet und die Uhr gegen uns getickt. Wir haben nicht den Fußball gespielt, den wir können”, stellte Walpurgis ernüchternd fest.

Ein Rückschritt war das aus Sicht des Trainers dennoch nicht: “Man kann nicht jede Woche zufrieden sein. Das wäre zwar wunderschön, aber das gehört zu einer Entwicklung dazu.”