Die Continental Arena ist ein Fußballstadion in Regensburg, das 15.210 Zuschauer fasst und seit der Saison 2015/16 das Jahnstadion als Heimat des Fußballvereins SSV Jahn Regensburg ersetzt. Neben der Geschäftsstelle des Jahn sind der Bayerische Fußball-Verband mit seiner Geschäftsstelle des Bezirks Oberpfalz sowie das FIFA Medical Centre Regensburg Mieter im Funktionsgebäude des Stadions. Der Automobilzulieferer Continental ist seit 2015 Namenssponsor des Stadions.

Lage und Verkehrsanbindung

Das Stadion befindet sich im Süden Regensburgs an der Franz-Josef-Strauß-Allee im Stadtteil Oberisling, direkt an der Anschlussstelle Regensburg-Universität der A 3 und in unmittelbarer Nähe zur Universität und zum Universitätsklinikum, deren Parkplätze kostenlos genutzt werden können. Für Pkw stehen zusätzlich rund 1800 Parkplätze direkt an der Arena kostenpflichtig zur Verfügung. Durch die Linie 3 des RVV (Haltestelle Continental Arena) ist das Stadion im Netz des ÖPNV angeschlossen. An Spieltagen pendeln zusätzliche Shuttlebusse vom Regensburger Hauptbahnhof mit der Linie F direkt zur Arena.

Charakteristika des Stadions

Die Continental Arena hat eine Kapazität von 15.210 überdachten Zuschauerplätzen. Diese Zahl setzt sich aus 6148 Steh- (5264 davon für die Heimfans auf der Hans-Jakob-Tribüne) und 9062 Sitzplätzen zusammen, wovon wiederum 1053 auf den Businessbereich entfallen. Zudem gibt es 35 Plätze für Rollstuhlfahrer sowie 24 Kommentatoren- und 28 Presseplätze. Das Stadion wurde in Nord-Süd-Richtung erbaut. Die Haupttribüne mit den V.I.P.-Logen, dem Businessclub, der Pressetribüne und den Umkleidekabinen befindet sich im Osten. Die Heimfans stehen auf der Hans Jakob Tribüne im Süden hinter dem Tor, benannt nach dem Regensburger Ausnahmespieler Hans Jakob. Auf der westlichen Seite der Nordtribüne finden die Gästefans 884 Steh- und 919 Sitzplätze. Bei Bedarf ist die Möglichkeit einer Erweiterung der Arena auf 18.000 Plätze eingeplant. Für weitere Veranstaltungen abseits der Fußballspiele wie Konzerte ist die Spielstätte aufgrund ihrer Nähe zu Wohngebieten sowie dem Mangel an Fluchtwegen aus dem Innenraum ungeeignet.

Das von Stefan Nixdorf (unter anderem auch verantwortlich für die Neubauten in Aachen und Chemnitz) entworfene Stadion erhielt ein rotes Dach und eine rote Außenfassade, nach den Farben der Stadt und des SSV Jahn Regensburg, wogegen der weitere Bau überwiegend in Weiß gehalten wurde. Auf einer Pressekonferenz der Stadt wurde am 25. Juni 2014 bekanntgegeben, dass die Continental AG die Namensrechte an der neuen Heimat des Jahn für fünf Jahre erworben hat. Der Automobilzulieferer zahlt der Stadt dafür eine Million Euro für fünf Jahre von 2015 an.

Geschichte

Bauplanung und Vorarbeiten

Für die Projektsteuerung wählte der Bauausschuss des Stadtrates im Mai 2012 die gemeinsame Bewerbung des Beratungsunternehmens Ernst & Young Real Estate GmbH aus Stuttgart und des Architekturbüros Albert Speer & Partner (AS&P) aus Frankfurt am Main aus. Sie begleiteten den Stadionbau von der Planung bis zur Fertigstellung.

Anfang Oktober 2012 begannen auf dem Gelände an der Franz-Josef-Strauß-Allee die Rodungsarbeiten. Es folgten archäologische Untersuchungen für mögliche Ausgrabungen, da sich dort Siedlungen aus der römischen Kaiserzeit und des Frühmittelalters befinden. Mitte Dezember 2012 gab die Stadt Regensburg einen Katalog mit den Anforderungen der Stadt sowie des DFB und der DFL an das neue Stadion heraus und startete damit die Angebotsphase. Die fünf Baufirmen, die in einer Vorauswahl übrig blieben, hatten bis Anfang März 2013 Zeit, um Angebote zur Planung und Bau der Arena einzureichen. Ende April 2013 gab eine Zusammenkunft des Baugremiums, um die eingegangenen Pläne zu prüfen. Besonderes Augenmerk wurde auf das Flutlicht gelegt, damit der Verkehr auf der angrenzenden Autobahn A3 während des Spielbetriebes nicht gestört wird.

Am 8. Juli 2013 rückten die Baumaschinen zur Erschließung des Geländes an. Für diese Arbeiten beauftragte der Stadtrat nach einer Ausschreibung das ortsansässige Unternehmen Stratebau. Zu den Hauptaufgaben gehörten die Anbindung an die Franz-Josef-Strauß-Allee, die Neuordnung der Kanalisation und die Modellierung des Geländes. Insgesamt wurden rund 250.000 Kubikmeter Erdboden bewegt.[13] In einer nicht-öffentlichen Sitzung entschied der Regensburger Stadtrat am 25. Juli 2013, dass das Düsseldorfer Bauunternehmen BAM Sports GmbH den Zuschlag für die Errichtung der Arena erhält.

Länderspiele

Das erste Länderspiel im neuen Regensburger Stadion fand am 13. November 2015 statt, als die deutsche U21-Nationalmannschaft vor 8922 Zuschauern in der EM-Qualifikation Aserbaidschan mit 3:1 schlug.

Am 13. Juli 2016 sollte ein Länderspiel der deutschen Frauen zur Vorbereitung auf die Olympischen Sommerspiele in Regensburg stattfinden. Es wurde aber kurzfristig kein Ersatz für den ursprünglichen Gegner gefunden. Das Spiel in der Continental Arena wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Das abgesagte Länderspiel wurde am 22. Oktober 2016 nachgeholt. Der neue Gegner war die österreichische Fußballnationalmannschaft. Es war das erste Heimspiel unter der neuen Trainerin Steffi Jones und die erste Partie gegen das Nachbarland. Die deutschen Frauen besiegten vor 9459 Zuschauern die Österreicherinnen mit 4:2 (2:0). Nach der Halbzeit glichen die Gäste aus, bevor Deutschland in der letzten Viertelstunde noch zwei Tore erzielen konnte.

DatumHeimmannschaftGastmannschaftErgebnisAnlassZuschauer
13. Nov. 2015 Deutschland (U-21-Männer) Aserbaidschan (U-21-Männer)3:1 (2:1)Qualifikation zur EM 20178922
22. Okt. 2016 Deutschland (Frauen) Österreich (Frauen)4:2 (2:0)Freundschaftsspiel9459

Kosten

Für die Finanzierung war der Betreiber, die Regensburger Badebetriebe GmbH (RBB) verantwortlich, die unter anderem auch die Donau-Arena und das Regensburger Westbad betreiben. Das Gesamtprojekt Arena Regensburg umfasste 52,7 Millionen Euro, wovon das Stadion selbst inklusive des Funktionsgebäudes 27,5 Millionen Euro gekostet hat. Die restlichen 25,2 Millionen Euro flossen in die innere Erschließung wie Parkplätze (17 Mio.), sowie in Kanalherstellungs- und Erschließungsbeiträge mit ca. neun Millionen Euro. Unter die 52,7 Millionen Euro fielen auch die Bauzins- und Personalkosten von 2,4 Millionen Euro, die Beratung (1,2 Millionen Euro) und die Geschäftsstelle (0,7 Mio. Euro).

Ein Teil der Kosten soll durch die Vermietung der Business-Bereiche für Veranstaltungen außerhalb von Spieltagen und den Verkauf des Namensrechtes am Stadion refinanziert werden.

Für den Betrieb des Stadions rechnet die Stadt Regensburg mittelfristig mit einem jährlichen Defizit von 1,5 bis 2,5 Millionen Euro