Union Berlin erfüllt sich Traum vom ersten Bundesliga-Aufstieg

Union Berlin hat erstmals in seiner Vereinsgeschichte den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga geschafft

Im Relegations-Rückspiel gegen den VfB Stuttgart reichte den „Eisernen“ eine aufopferungsvolle Defensivleistung.

„Der VfB Stuttgart wird mit dem Abstieg am Ende nichts zu tun haben – da lehne ich mich aus dem Fenster“, tönte Ex-Sportchef Michael Reschke vor dem Saisonstart.

Das 0:0 an der Alten Försterei reichte der Mannschaft von Urs Fischer nach dem 2:2 im Hinspiel wegen der mehr erzielten Auswärtstore. Es war nach dem Spielverlauf am Montag (27.05.2019) ausgesprochen glücklich für den Zweitliga-Dritten der Saison 2018/19, auch wenn er sich im zweiten Durchgang deutlich steigerte und selbst gute Chancen hatte, die Partie vorzeitig zu entscheiden.

Nach dem 2:2 im Hinspiel war Union Berlin mit den besseren Voraussetzungen in das Rückspiel in der heimischen, alten Försterei gegangen. Die Köpenicker kämpften wie wild und mussten einige Schreck-Momente verarbeiten. Schlussendlich aber war man über zwei Spiele gesehen ein mindestens ebenbürtiger Gegner.
Bei den Stuttgartern hingegen steht jetzt erneut ein Umbruch an. Mit dem neuen Trainer Tim Walter (kommt aus Kiel nach Stuttgart) müssen die Schwaben wie schon vor drei Jahren versuchen, im Unterhaus schnellstmöglich die Rückkehr in die Bundesliga zu schaffen. Doch das wird alles andere als einfach, bestes Beispiel ist der Hamburger SV.

Michel Parensen bei „Eurosport“: „Unfassbar, was wir geleistet haben, was wir auch heute wieder reingehauen haben. Wir haben so viele Rückschläge weggesteckt und hatten auch vorher schon so viele Chancen. Dass wir uns jetzt diesen Traum erfüllt haben und mit diesen Fans feiern können, ist einfach gigantisch.“

Riesenjubel auf dem Rasen im Stadion An der Alten Försterei nach dem Abpfiff. Die Tore zu den Tribünen wurden geöffnet, sodass die Berliner Fans auf den Rasen zum Jubeln können. Union Berlin ist der 56. Bundesligist in der deutschen Fußball-Geschichte. Es scheint ganz so, als könnten das Fans, Spieler und Verantwortliche nicht wirklich fassen. Unfassbar groß auch die Trauer bei den nun zum dritten Mal aus der Bundesliga abgestigenen Schwaben.

Aogo-Tor wird zurückgepfiffen

Vor 22.012 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Alten Försterei sorgten beide Fanlager mit dem Abbrennen von Pyrotechnik immer wieder für Aufregung und mahnende Stadiondurchsagen. Die Teams zeigten sich unbeeindruckt. Der VfB übernahm zunächst die Initiative und sorgte für den ersten Aufreger.

Ex-Nationalspieler Dennis Aogo (8.) schlenzte den Ball per Freistoß ins Tor, doch Schiedsrichter Christian Dingert (Lebecksmühle) entschied nach Videobeweis auf Abseits. Nicolas Gonzales hatte sich zwischen Mauer und Union-Keeper Rafal Gikiewicz postiert. Die Routiniers Holger Badstuber (30) und Aogo (32) waren beim VfB überraschend in die Startelf gerückt.

In der 20. Minute mussten die Gäste eine Schrecksekunde überstehen. Ozan Kabak blutete und musste länger behandelt werden, nachdem er mit Nebenmann Badstuber zusammengeprallt war. Beide Innenverteidiger konnten schließlich weitermachen – allerdings nur mit Turban. Der unglückliche Zusammenprall wirkte sinnbildlich, Stuttgart agierte vorsichtiger, hatte Mühe im Spielaufbau und erlaubte sich viele Abspielfehler.

Badstuber und Kabak mit üblem Zusammenprall

Union hatte Mitte der ersten Halbzeit mehr vom Spiel, konnte aber keine zwingenden Torchancen herausspielen. Badstuber und Kabak hatten Unions Spitze Sebastian Andersson trotz ihres ungewollten Kopfschmucks gut im Griff, Unions Mittelfeldspieler trauten sich zu selten in den gegnerischen Strafraum.

Vom VfB war auch länger nichts zu sehen. Erst kurz vor der Halbzeit gab Steven Zuber wieder ein Lebenszeichen der Stuttgarter Offensive, seinen Weitschuss konnte Unions Keeper Gikiewicz noch abwehren. Das Spiel blieb aber intensiv, die Stimmung explosiv, Unions Anhänger feuerten ihre Mannschaft durchgehend mit Sprechchören an. Zur Halbzeit gab es Applaus.

Gomez erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt

Stuttgarts Interimstrainer Nico Willig musste zur zweiten Halbzeit ein Zeichen setzten und brachte Ex-Nationalspieler Mario Gomez. Kurz darauf kam auch Daniel Didavi, der wegen muskulärer Probleme zunächst auf der Bank gesessen hatte. Union blieb aber gefährlich, Suleiman Abdullahi traf binnen kürzester Zeit gleich zweimal den Pfosten (65. und 66.).

Unions Fans hatten ihrer Mannschaft vor dem Anpfiff einen besonderen Empfang geboten. Als der Bus zum Stadion mit den Spielern vorfahren wollte, bildeten mehrere hundert Fans ein Spalier mit brennenden Bengalos. Die Stuttgarter Fans antworteten zum Anpfiff ebenfalls mit einer beeindruckenden Pyro-Demonstration.

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