SpVgg Unterhaching siegt gegen Dynamo mit 2:0

Dynamo Dresden mit peinlicher Niederlage gegen den Tabelleneltzten

.. und kann aus der Steilvorlage der Rivalen keinen Nutzten ziehen. Dabei war die Chance, im Aufstiegskampf Boden gut zu machen, so groß. Es war die fünfte Niederlage ohne Tor im Freistaat Bayern, das dritte Spiel ohne eigenen Treffer.

Die SGD leistetet sich am 31. Spieltag der 3. Liga beim Schlusslicht SpVgg Unterhaching eine peinliche 0:2 (0:1)-Niederlage und verpasste die Chance, den Vorsprung an der Tabellenspitze auszubauen. Das Gutean der ganzen Sache ist: Die Schwarz-Gelben bleiben Erster, bekommen aber mit dem TSV 1860 München weitere Konkurrenz im Aufstiegskampf.

SGD-Coach Markus Kauczinski wirbelte seine Truppe gegenüber dem 0:0 gegen den FC Hansa Rostock gehörig durcheinander. Niklas Kreuzer spielte für den verletzten Jonathan Meier, das war so erwartet worden. Zur Aufstellung gehörte auch Agyemang Diawusie, dieser kickte in diesem Jahr erst 13 Minuten, eine gegen Kaiserslautern, zwölf in Mannheim. Danach ward er nicht mehr gesehen. Er durfte nun von Beginn an ran, ebenso Marvin Stefaniak (letztmals in Mannheim von Beginn an) und Julius Kade. Dafür mussten Philipp Hosiner, Heinz Mörschel und Paul Will weichen.

Nur die Anfangsminuten machten Hoffnung

Und diese Rotation hätte sich beinahe früh ausgezahlt. Früh in der Partie näherten sich die Gäste dem Tor der Schützlinge von Trainer Arie van Lent an, ohne klare Torchancen herauszuspielen. Stefaniak wurde beim ersten Vorstoß (4.) wegen Abseits zurückgepfiffen, Tim Knippings Kopfball wurde zur Ecke abgefälscht. Den ersten Torschuss gab dann Hachings Moritz Heinrich aus der Distanz ab, doch Kevin Broll im Dresdner Tor machte sich lang und hielt (8.). In der 15. Minute steckte Kreuzer herrlich auf Stefaniak durch, der visierte die lange Ecke an, scheiterte aber an Hachings-Keeper Jo Coppens, der den Ball mit den Fingerspitzen um den langen Pfosten lenkte. Wenig später kam erneut Stefaniak aussichtsreich zum Abschluss, bekam aus 15 Metern aber nicht genügend Druck hinter den Ball.

Es blieben die beiden einzigen guten Angriffssituationen des Spitzenreiters, der sich ansonsten in vielen Zweikämpfen verzettelte und nicht wirklich zielstrebig nach vorn spielte. Unterhaching – ein Sieg in den letzten 16 Spielen und abgeschlagen Letzter – verteidigte eng und setzte Nadelstiche. Die ersten Schüsse verpufften.

Stephan Hain schockt Dynamo

Doch kurz vor der Pause schlug es ein: „Flankengott“ Markus Schwabl bediente Stephan Hain, der am höchsten stieg und ins lange Eck köpfte (40.). Keeper Kevin Broll streckte sich vergebens und Dynamo lief fortan einem Rückstand hinterher.

SGD in 2. Halbzeit mit einem neuen Sturm

Kauczinski reagierte. Christoph Daferner und Diawusie blieben in der Kabine, Pascal Sohm und Luka Stor bildeten das neue Angriffsduo. Besser wurde es aber nicht. Den Dresdnern fehlten Leichtigkeit und Entschlossenheit. Zudem krankte das Passspiel. Viele Bälle landeten in den Beinen des Gegners, Dynamo kam einfach nicht zum Abschluss. Die Hachinger hatten sich auch ihre Chancen ausgerechnet. Da sie nun zur Pause in Führung lagen, wollten sie ihren Vorsprung natürlich verteidigen und kämpften entschlossen. In dieser Form hatten das die Dresdner wohl nur bedingt erwartet und fanden auch diesmal nicht die geeigneten Mittel auf dem Weg nach vorn. Starks Schuss aus der zweiten Reihe in die Wolken war eine der wenigen Offensivaktionen, ansonsten gab es viel Krampf und Kampf.

Unterhaching zum Siegtreffer per Elfmeter

Haching nutzte den ersten Konter zur Vorentscheidung: Ransford Königsdörffer ging mit Jannis Turtschan im Strafraum ins Duell, Turtschan fiel, Schiedsrichter Tobias Schultes zeigte auf den Punkt. Kevin Broll war am Elfer von Christoph Greger noch dran, das 0:2 (57.) konnte er nicht verhindern. Spätestens jetzt hatten die Hachinger natürlich Oberwasser. Kauczinski reagierte mit einem weiteren Doppelwechsel, Will und Mörschel kamen für Stark und Stefaniak (63.). Nach vorn ging aber weiterhin wenig. Ehlers‘ Flankenversuch (67.) landete ebenso beim Gegner wie der Konter über Königsdörffer, der sich festlief (70.). Stor kam in der 76. Minute zentral vorm Tor gar nicht erst zum Abschluss, weil er zugestellt war und den Ball verlor.

Wenig später hatte Patrick Hasenhüttl mit seiner Direktabnahme sogar die Chance auf das 3:0, doch der Ball flog über Brolls Kasten (78.). In den letzten Spielminuten versuchte Kauczinski noch mal was: Stürmer Philipp Hosiner kam für Innenverteidiger Kevin Ehlers (85.) und holte sich eine Minute später gleich mal eine Gelbe Karte ab. Die Gastgeber agierten weiterhin geschickt und hielten die insgesamt enttäuschenden Dynamos auch in der Schlussphase vom eigenen Kasten fern. Dresden kam einfach nicht durch und verbuchte erst in der Nachspielzeit zwei gefährliche Abschlüsse. „Es fällt mir schwer, Worte zu finden. Wir sind nicht wie ein Spitzenreiter aufgetreten“, sagte SGD-Kapitän Sebastian Mai bei „Magenta“ und ärgerte sich, die Steilvorlage der Konkurrenz nicht genutzt zu haben: „Das ist unfassbar.“

Das sagten die Trainer

Markus Kauczinski (Dresden): „Wir haben uns das anders vorgestellt und es insgesamt nicht gut gemacht. Die ersten 20 Minuten waren okay. Danach hatten wir leichte Ballverluste. In der zweiten Halbzeit hatten wir uns soviel vorgenommen, aber nach dem Tor mussten wir hinterherrennen. Wir haben es dann zu sehr mit der Brechstange versucht, uns hat dann die spielerische Linie gefehlt, um die Angriffe besser auszuspielen. Der Kampfgeist war in Ordnung. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Jungs nicht wollten. Wir waren heute aber zu verkrampft. Sorgen mache ich mir nicht, aber Gedanken, wie wir so ein Spiel im Griff halten können.“

Arie van Lent (Unterhaching): „Wir können uns sehr über das Spiel freuen. Wir haben sehr viel Leidenschaft gezeigt, nur in den  ersten 20 Minuten haben wir uns schwer getan, dann sind wir immer mehr ins Spiel gekommen. Das Tor hat uns natürlich gut getan. Wir haben alles rausgehauen und bleiben am Leben.“

11.Apr.2021 14:00 | Alpenbauer Sportpark 3. Liga 2020-2021 | Spieltag 31
| Halbzeit: 1-0
Endstand
Spielstatistiken
Schüsse neben das Tor 2
Schüsse aufs Tor 7
Schüsse aufs Tor 4
Schüsse neben das Tor 5
2 Tore 0
7 Torschüsse 4
9 Schüsse insgesamt 9
47 Ballbesitz 53
2 Ecken 7
12 Fouls 14
0 Abseits 2
1 Gelbe Karten 2
0 Gelb/Rote Karte 0
0 Rote Karten 0
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