Pellegrino Matarazzo neuer VfB-Stuttgart-Trainer

Der neue Trainer des VfB Stuttgart heißt Pellegrino Matarazzo. Aufgewachsen in den USA, hat der Fußballlehrer bereits ein aufregendes Leben hinter sich.

Pellegrino Matarazzo ist ein Mann mit vielen Facetten. Der 42-Jährige wurde am 28. November 1977 als Sohn italienischer Einwanderer in Wayne im US-Bundesstaat New Jersey geboren. Sein Vater stammt aus der Nähe von Avellino, die Mutter aus einem Dorf bei Salerno. Aufgewachsen ist “Rino”, wie er genannt wird, in der Kleinstadt Paterson: “Von einem kleinen Hügel aus waren die Hochhäuser von Manhattan zu sehen”, erinnerte sich Matarazzo vor einigen Jahren bei achtzehn99.de, der Online-Seite der TSG Hoffenheim, an seine Jugendzeit und seinen Heimatort in den USA.

Matarazzo lebte jahrelang mitten in New York

Der neue VfB-Trainer besitzt sowohl den italienischen als auch den amerikanischen Pass, wuchs in eher einfachen Verhältnissen auf und probierte sich zunächst in US-typischen Sportarten aus, ehe er mit zwölf Jahren beim Fußball landete. Sein Vater, ein heißer Fan des SSC Neapel, hatte ihn mit dem Calcio-Virus infiziert: “Es war die Zeit, als Diego Maradona für Napoli spielte, wir waren auch in einem Napoli-Fanclub in Paterson”, so Matarazzo. Nach der High School studierte er an der Columbia University direkt am Broadway angewandte Mathematik. Vier Jahre lebte Pellegrino Matarazzo also mitten in der Millionen-Metropole von New York City, für ihn “eine unbeschreibliche Erfahrung”. Fußball spielte der beinharte und laufstarke Mittelfeldmann damals für die Columbia Lions, vor rund 500 Zuschauern in einem kleinen Stadion mitten in der Bronx.

Vor 19 Jahren kam “Rino” nach Deutschland

Statt Einstieg ins Geschäftsleben, träumte Pellegrino in den USA seinen Fußballtraum und landete nach einem Probetraining bei einem italienischen Zweitligisten schließlich im Jahr 2000 in Deutschland, im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach. Ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. Pellegrino Matarazzo aber trotzte den Hindernissen und ging stetig seinen Weg, landete schließlich beim Regionalligisten SV Wehen. Nach den Stationen Münster und Wattenscheid wechselte der Italo-Amerikaner schließlich zum 1.FC Nürnberg, wo er zu einer Art “spielender Co-Trainer” der zweiten Mannschaft in der Regionalliga wurde.

Als sich die Wege mit Julian Nagelsmann kreuzten

Im Frankenland fand Pellegrino Matarazzo nicht nur fußballerisch, sondern auch persönlich eine neue Heimat, dort wurde auch sein Sohn Leopoldo geboren. Matarazzo arbeitete viele Jahre im Nürnberger Nachwuchsbereich, betreute die B- und die A-Junioren. Im Sommer 2015 startete er schließlich in Köln die Ausbildung zum Fußballlehrer und traf dabei auf einen für seinen weiteren Werdegang ganz entscheidenden Mann: Er lernte Julian Nagelsmann kennen und schätzen, mit dem er sich während de Lehrgangs auch das Zimmer teilte. Die beiden “Trainer-Lehrlinge” wurden Freunde, später wechselte der Mitbewohner als Jugendcoach in Nagelsmanns Revier nach Hoffenheim.

Seit 2018 Assistenztrainer in Hoffenheim in der Bundesliga

2018 wurde Pellegrino Matarazzo als Nachfolger von Alfred Schreuder zum Assistenztrainer der Bundesligamannschaft befördert. Ein Job, den der großgewachsene Mann (1,98m) bis zuletzt auch unter dem zurückgekehrten Alfred Schreuder ausübte. Matarazzo war bei der TSG eine Art Schnittstelle zwischen Jugend- und Profibereich, förderte individuell die Talente im Kraichgau.

Jetzt also der nächste Schritt des “Pilgers”, wie Pellegrino übersetzt heißt. Er wird Cheftrainer beim VfB Stuttgart. Eine weitere Facette im bewegten Leben des Pellegrino Matarazzo.

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