Michael Born kein Geschäftsführer mehr bei Dynamo Dresden

Michael Born ist nicht mehr kaufmännischer Geschäftsführer des Drittligisten Dynamo Dresden. Beide Seiten hatten sich schon vor langer Zeit überworfen.

„Mit dieser Entscheidung stellen wir weitere wichtige Weichen für eine strategische Neuausrichtung der Geschäftsführung des Vereins für die Zukunft“, wird Dynamos Aufsichtsratsvorsitzender Jens Heinig in der Pressemitteilung zitiert. „Der Freistellung des kaufmännischen Geschäftsführers ist eine umfangreiche Analyse des Aufsichtsrates in den zurückliegenden Monaten vorangegangen, die in der Konsequenz nun die Beurlaubung von Michael Born nach sich gezogen hat.“

Schon im Sommer 2019 sollte Born entlassen werden – dann kam alles anders

Mit dem Ende der Tätigkeiten Borns bei Dynamo endet eine (Arbeits-)Beziehung, in der sich beide Partner schon vor langer Zeit überworfen haben. Immer wieder wurden Gerüchte aus den unterschiedlichsten Ecken des Vereins laut, dass der kaufmännische Geschäftsführer geschasst werden soll. Vor allem die Chemie zwischen Born und dem damaligen Sport-Geschäftsführer Ralf Minge passte nicht. Immer wieder kam es zu internen Querelen, Machtstreitigkeiten.

Im Sommer 2019 sollte Born trotz Vertrags bis 2021 seine Papiere erhalten. Diesen Vorgang hatten sowohl Minge als auch der Aufsichtsrat monatelang vorbereitet. Intensive Gespräche und Abstimmungen zu einer internen Übergangsregelung zur Nachfolge Borns waren abgehalten worden. Die Entscheidung galt als offenes Geheimnis. Doch wie so oft bei Dynamo kam alles anders als geplant. Im Rahmen der finalen Abstimmung legte Minge, der die vorgesehene Entlassung monatelang unterstützt hatte, sein Veto ein. Augenscheinlich hatte das Umfeld der Vereinsikone noch einmal Einfluss auf seine Entscheidungsfindung genommen.

Die blanken Zahlen sprachen für Born

Die Causa Born ist hiermit jedoch noch nicht auserzählt: Bereits 2018 soll sich Born mit Mitarbeitern auch in der Geschäftsstelle überworfen haben. Die Mitarbeiter des Vereins beklagten „fehlender Respekt“ im Führungsstil des Nordrhein-Westfalen.

Letztendlich blieb Born aber bis zum heutigen Tag im Amt. Vermutlich auch, weil die blanken Zahlen für ihn sprachen. Seit seinem Amtsantritt Ende Mai 2016 hatte Born mit dafür gesorgt, dass der Verein wirtschaftlich kontinuierlich aufstrebt. Mit 4,5 Millionen Euro Jahresüberschuss im Geschäftsjahr 2018/19 sowie einem Eigenkapital von 9,4 Millionen Euro zum Bilanzstichtag am 30. Juni 2019 erzielte die SGD unter Borns Ägide Rekordwerte. „Wir blicken auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Michael Born zurück, die jetzt an einem Punkt angekommen ist, an dem eine Veränderung aus unserer Sicht der Entwicklung des Vereins gut tun wird“, so Aufsichtsratschef Heinig.

Nachfolger-Suche „von hoher Priorität“

Wer auf Born folgt, der vor seinem Amtsantritt am 30. Mai 2016 fünf Jahre lang als Sportlicher Leiter beim SC Paderborn fungiert hatte, ist noch offen. Heinig: „Die Suche nach einem neuen Geschäftsführer ist von hoher Priorität. Wir werden viele persönliche Gespräche mit möglichen Kandidaten führen. Die Gremienmitglieder des Aufsichtsrates werden sich beim Auswahlverfahren die notwendige Zeit nehmen, um die im Sinne des Vereins bestmögliche Wahl bei der Neubesetzung des Postens zu treffen.“

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