Magdeburg vs Dynamo
1. FC Magdeburg 90’ Marius Bülter
2:2
Dynamo Dresden 7’ Moussa Kone 23’ Aias Aosman 60’ Niklas Kreuzer
91’ - Spielende

GAME TIMELINE

1. FC Magdeburg
Dynamo-Dresden Dynamo Dresden
SPIELBERICHT

Der 80. Clásico des Ostfußballs hatte alles, was den Fußball so genial macht

Nur einer war beim 2:2 zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden untröstlich: Moussa Koné. Der Stürmer avancierte in nur einem Moment vom Helden zum Unglücksraben.

Es war die 91. Minute als Vorbereiter und Torschütze Koné zum Elfmeter anlief und das 3:1 für Dynamo Dresden auf dem Fuß hatte. Ein Tor und das Spiel gegen den 1. FC Magdeburg wäre entschieden und junge Senegalese der gefeierte Held. Ohne Anlauf wollte er den Ball cool ins Gehäuse schieben, doch er zielte vorbei. Im Gegenzug schlug Magdeburg zu. Marius Bülter traf. 2:2 statt 3:1. Zwei Minuten für die Ewigkeit im Klassiker!

Verdient war das Remis allemal. Dynamo gewann die erste Halbzeit, Magdeburg die zweite. Ein geniales Spiel fand keinen Sieger und endete mit einem gerechten Remis. “Wenn du in der 91. Minute einen Elfmeter vergibst und in der 92. Minute das 2:2 bekommst, ist das sehr sehr bitter”, sagte Dynamo-Trainer Maik Walpurgis nach dem Abpfiff.

Dynamos unmittelbare Vorbereitung auf das Ostduell war holprig. Erst musste der Bus ungeahnte Umwege fahren und kam 20 Minuten später als geplant im Stadion an, dann verletzte sich Jannis Nikolaou beim Aufwärmen. Für ihn rückte Aias Aosman in die Startelf. Auch Magdeburg blieb nicht vom Verletzungspech verschont. Ausgerechnet Ex-Dynamo Romain Brégerie, der von 2011 bis 2014 für die Schwarz-Gelben spielte, musste wegen Wadenproblemen passen.

Dynamo brutal effektiv

Vor 23.024 Fans erwischte Dynamo den besseren Start. Der pfeilschnelle Koné entwischte nach einem schnell ausgeführten Einwurf den beiden FCM-Verteidigern Steffen Schäfer und Christopher Handke und schob in der siebten Minute zur Führung ein. Dass der Einwurf deutlich weiter vorn ausgeführt wurde, blieb vom Schiedsrichter-Gespann um FIFA-Referee Manuel Gräfe (Berlin) ungeahndet. Dynamo jubelte über das frühe Tor und spielte danach vor 2.300 mitgereisten Fans extrem abgezockt und clever. Seitdem Walpurgis das Zepter schwingt, verteidigen die Dresdner rigoros und schalten nach Ballgewinnen blitzschnell um. Ein solcher mustergültiger Angriff führte zum 2:0. Dabei legte Koné perfekt auf Aosman ab. Der Mann, der eigentlich auf der Bank sitzen sollte, schlenzte die Pille mit links von der Strafraumgrenze ins Eck (23.). Zwei Chancen, zwei Tore. So etwas nennt man effektiv. Dynamo überließ den Magdeburgern danach weitgehend das Feld, packte aber immer zu, wenn es hätte gefährlich werden können. So kamen die bemühten FCM-Kicker durch Philip Türpitz nur zu harmlosen Fernschüssen. Gefährlich wurde es erst kurz vor der Pause, als sich Marcel Costly auf der rechten Seite durchsetzte, mit einem Hammer aus spitzem Winkel aber an Dynamo-Keeper Markus Schubert scheiterte.

FCM kommt bärenstark zurück

Magdeburg kam mit einem neuen Spieler und deutlich mehr Schwung zurück. Marius Bülter (für Handke) belebte das Spiel und hatte schon Sekunden nach Wiederanpfiff das 1:2 auf dem Fuß. Herrlich angelupft, pflückte er den Ball mit der Brust herunter, scheiterte per Drehschuss aber an Schubert. Auch beim Schuss von Türpitz war Schubert zur Stelle und schnappte sich den Flatterball. Das Anschlusstor lag in der Luft und fiel in der 60. Minute. Nach einem Freistoß von Nico Hammann fälschte Niklas Kreuzer die Kugel unhaltbar ins eigene Tor ab. Die in der ersten Halbzeit so sicheren Dresdner schwammen plötzlich und schafften kaum Entlastung.

Bei einem der wenigen Konter hatte Koné aber das 3:1 auf dem Kopf. Nach einer Berko-Flanke traf der wuselige Angreifer nur das Lattenkreuz. Insgesamt wirkte Dynamo aber längst nicht mehr so sattelfest. FCM-Coach Härtel setzte alles auf eine Karte. Er brachte mit Felix Lohkemper noch einen Stürmer, doch richtig zwingend wurden die Hausherren in den Schlussminuten nicht mehr. Dynamo schaffte immer mal wieder Entlastungsangriffe, ergatterte Freistöße und einen Elfmeter. Möschl holte den Strafstoß gegen Björn Rother heraus. Koné lief an und versemmelte kläglich. Nach extrem kurzem Anlauf des Schützen flog die Kugel rechts am Tor vorbei. Im Gegenzug schlenzte Bülter, Dennis Erdmann ließ die Pille durch die Beine und Schubert sah verdutzt, wie der Ball im langen Eck einschlug. Es war das erste Tor für Bülter, der aus der Regionalliga zum FCM gewechselt war und im Jubel bald erdrückt wurde.

Tore

0:1 Koné (7., Rechtsschuss, Kreuzer)
0:2 Aosman (23., Linksschuss, Koné)
1:2 Kreuzer (60., Eigentor, Linksschuss, Hammann)
2:2 Bülter (90. + 1, Rechtsschuss, Costly)

Karten

 Magdeburg: Erdmann(4.),Rother(4.)
 Dresden: Ebert(5., gesperrt),Koné(2.)

Einwechslungen Magdeburg

46. Bülter  für Handke
73. Lohkemper für Ignjovski
77. Weil für Butzen

Einwechslungen Dynamo

57. Berko  für Duljevic
72. Möschl für Aosman
86. Gonther für Kreuzer

Zuschauer

23.024

Stimmen z. Spiel

MEISTERSCHAFT

2.Bundesliga
Meisterschaft:
2. Bundesliga
Mannschaften:
18
Spieltage:
34

LIVE TEXT STREAM

7’
silral

Tooor für Dynamo Dresden, 0:1 durch Moussa Koné
Bilderbuchauftakt für Dynamo Dresden! Ein schneller Einwurf auf Höhe der Mittellinie findet den Laufweg von Koné. Und was der 21-Jährige dann macht, ist fantastisch. Mit viel Gefühl hebt er die Pille durch Schäfer und Butzen hindurch. Damit dringt er über den linken Flügel in die Box ein, lässt auch noch Handke stehen. Aus spitzem Winkel und acht Metern stochert er das Rund an Brunst vorbei ins lange Eck. Eine tolle Aktion.

23’
silral

Tooor für Dynamo Dresden, 0:2 durch Aias Aosman
Vielleicht hilft ja Treffer Nummer Zwei! Wahlqvist kommt über den rechten Halbraum und spielt kurz zu Aosman. Der kurzfristig ins Team gerückte 23-Jährige marschiert durchs Zentrum. Dann erfolgt der Doppelpass mit dem klasse ablegenden Koné an der Strafraumkante. Aus genau 16 Metern schlenzt Aosman das Leder mit dem linken Fuß aus zentraler Position ins linke Eck. Keine Chance für Brunst, wieder stark herauskombiniert.

45’
silral

Ende 1. Halbzeit

Der erste Durchgang in Magdeburg ist durch: Dynamo Dresden führt mit 2:0. Schon nach sieben Minuten nutzte Koné mit einer schönen Einzelleistung die erste Gelegenheit des Matches und brachte sein Team in Führung. In der Folge versuchte der Drittligameister zwar, den Ausgleich herzustellen. Das sieht besonders offensiv aber wenig inspiriert und durchschlagskräftig aus. Hinzu kommen zwei Dinge, die bei der SGD hervorstechen. Erstens die tolle Defensivarbeit. Und zweitens die gnadenlose Effektivität. Aosmann war es, der nach Doppelpass mit Koné auf 2:0 erhöhte. Sollte den Sachsen-Anhaltinern nicht mehr einfallen als bisher, wird die Walpurgis-Elf die drei Zähler mit nach Hause nehmen.

46’
silral

Einwechslung bei 1. FC Magdeburg -> Marius Bülter kommt für Christopher Handke

47’
silral

Und  Bülter macht fast das 1:2!

Türpitz chippt das Leder aus dem Zentrum an den Elfmeterpunkt zum neuen Mann. Der lässt sich nicht viel Zeit und zieht sofort ab. Schubert ist aber schnell unten und pariert saustark.

56’
silral

Einwechslung bei Dynamo Dresden -> Erich Berko kommt für Haris Duljević

60’
silral

Tooor für 1. FC Magdeburg, 1:2 durch Niklas Kreuzer (Eigentor!)
Das ist mal eine klare Aktion! Hammann tritt einen Freistoß von links an den langen Pfosten. Dort fällt die Pille im Gewühl herunter und setzt vor Kreuzers linkem Oberschenkel auf. Von dort prallt sie dann letztlich ins linke Eck. Schubert hat keine Abwehrgelegenheit. Was für ein bitteres Gegentor. Aber auch hochverdient inzwischen.

61’
silral

Gelbe Karte für Patrick Ebert (Dynamo Dresden)
Ebert holt sich mit dem langen Bein verdient die Gelbe Karte ab und fehlt beim Sachsen-Derby gegen Aue.

63’
silral

Gelbe Karte für Dennis Erdmann (1. FC Magdeburg)
Erdmann prüft die Elastizität von Konés Trikot. Sowohl taktisch als auch einfach zu hart. Gelb ist völlig korrekt.

69’
silral

Gelbe Karte für Moussa Koné (Dynamo Dresden)
Koné schwalbt sich durch zwei Magdeburger hindurch in die Box. Gräfe sieht das und zeigt nicht auf den Punkt, sondern dem Stürmer Gelb. Richtig gesehen.

72’
silral

Einwechslung bei Dynamo Dresden -> Patrick Möschl kommt für Aias Aosman

Einwechslung bei 1. FC Magdeburg -> Felix Lohkemper kommt für Aleksandar Ignjovski

77’
silral

Einwechslung bei 1. FC Magdeburg -> Richard Weil kommt für Nils Butzen

86’
silral

Einwechslung bei Dynamo Dresden -> Sören Gonther kommt für Niklas Kreuzer

88’
silral

Gelbe Karte für Björn Rother (1. FC Magdeburg)

89’
silral

Elfmeter für Dynamo! Koné steckt nach halblinks in die Box durch zu Möschl. Der zieht bis zur Torauslinie durch, dann nach innen. Rother foult den Joker plump. Strafstoß ist korrekt.

Elfmeter verschossen von Moussa Koné, Dynamo Dresden
Was für eine arrogante Ausführung! Koné verzögert lange, schießt fast aus dem Stand und zielt zu weit nach rechts. Ohne Brunsts Hilfe segelt das Spielgerät knapp daneben.

90’
silral

Tooor für 1. FC Magdeburg, 2:2 durch Marius Bülter
Was für verrückte 60 Sekunden in Sachsen-Anhalt! Nachdem Koné den Elfer vergibt, rollt sofort der Gegenangriff. Costly legt am linken Flügel ab für Bülter, der in Richtung Strafraumeck läuft. Von dort schließt der 25-Jährige mit dem rechten Fuß flach ab, visiert das lange Eck an. Schubert ist hochradig irritiert, denn Erdmann bindet am Fünfmeterraum Dumić. Der Mann vom FCM lässt die Pille extrem intelligent durch die Beine hoppeln, auch die des Dresdners sind nicht geschlossen. In Seelenruhe trudelt das Rund dann tatsächlich in die Maschen!

91’
silral

Spielende

Nein, Gräfe pfeift pünktlich ab und lässt auch die eigentlich aus dem Standard resultierende Ecke nicht mehr laufen. Der 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden trennen sich leistungsgerecht 2:2 und teilen damit die Punkte. Nach der 2:0-Pausenführung für die Gäste erwachten die Hausherren aus ihrem Dornröschenschlaf beinahe schlagartig. Ganz kurz nach der Halbzeit verpassten sie gleich zwei Mal den Anschlusstreffer. So ging es einige Zeit weiter, bis Kreuzer dieses unglücklichte Ei ins Nest fiel. Ab diesem Moment witterte der FCM erst Recht seine Chance. In den letzten zehn Minuten schien es dann aber, als könne die SGD das Ding über die Zeit murksen – falsch gedacht. Koné vergab mit seinem verschossenen Strafstoß den Matchball. Im Gegenzug traf Bülter dann zum am Ende verdienten Ausgleich. Nachdem Dresden im ersten Durchgang die bessere und effektivere Mannschaft war, wurde es im zweiten viel zu passiv. Insofern müssen sich die Sachsen dieses Ergebnis ans eigene Revers heften. Nach der Länderspielpause geht es für sie zuhause gegen Erzgebirge Aue weiter. Magdeburg reist einen Tag später zum FC Heidenheim.

KOMMENTATOR

silral