Dynamo will gegen Hannover für Ralf Minge spielen

Schon am Mittwoch folgt die nächste Etappe der “Mission Impossible” von Dynamo Dresden auf dem Weg zum Klassenerhalt. Während sich die Mannschaft auf das Auswärtsspiel bei Hannover 96 einstellt, wurden in der Führungsetage Fakten geschaffen.

Vor dem Abflug zur nächsten Etappe seiner “Mission Impossible” musste Markus Kauczinski über einen Mann sprechen, der in Hannover gar nicht auf dem Rasen stehen wird. Über Sportchef Ralf Minge, der Dynamo Dresden nach der Saison nach sechs Jahren verlässt. Doch der Trainer sieht die Personaldebatte in der Führungsetage nicht als Ballast im Zweitliga-Abstiegskampf, er will für Minge siegen.

Die Jungs können jetzt zeigen, dass sie auch ein bisschen für Ralf spielen“, so Kauczinski vor dem zweiten von drei Spielen in einer Woche am Mittwoch (18:30 Uhr) bei Hannover 96. Minge habe sich, so erzählte Kauczinski, am Dienstagmorgen an die Mannschaft gewendet. Am Vorabend war das Aus offiziell verkündet worden, Aufsichtsrat und Minge hätten sich nicht auf eine Verlängerung des Ende Juni auslaufenden Vertrags einigen können.

Natürlich war es sehr emotional“, sagte Kauczinski: “Ralf hat ja auch viele Spieler hier nach Dresden geholt. Daher hat er mit vielen Spielern eine emotionale Verbindung. Aber er hat den Fokus gleich wieder auf den Abstiegskampf gelegt.

Verschleiß bei Dynamo Dresden groß

Daran tut der gesamte Verein gut, denn das Programm des Tabellenletzten ist hart. Nach dem verspäteten Restart am vergangenen Sonntag gegen den VfB Stuttgart (0:2) folgt die Reise nach Hannover, und am Samstag (13:00 Uhr) geht es zum SV Wehen Wiesbaden.

Notwendig ist dieser Mammut-Spielplan natürlich, weil Dresden wegen drei Coronafällen im Mai zwei Wochen in Quarantäne musste und nicht zusammen mit den anderen Teams den Spielbetrieb wiederaufnehmen konnte. Wie fordernd der geraffte Ablauf ist, wird auch Kauczinski nun klar. Der Verschleiß ist groß. Baris Atik, Max Kulke, Justin Löwe, Marco Hartmann, Ondrej Petrak und Josef Husbauer werden wegen Blessuren allesamt in Niedersachsens Hauptstadt nicht zur Verfügung stehen.

“Wir haben eine positive Basis gesehen in unserem Spiel”

“Die richtige Herausforderung ist, sich in diesen engen Pausen zu erholen und fit zu sein”, so der Coach. Dementsprechend wird sich zeigen, wer am Mittwoch um 10.00 Uhr den Charterflug am Flughafen Klotzsche Richtung Hannover nehmen kann. In jedem Fall wird der Trainer Änderungen im Vergleich zum Stuttgart-Spiel vornehmen, das ist für die Belastungsteuerung unumgänglich. Beibehalten soll das Team aber den Kampfgeist aus der ersten Partie nach dem Wiederbeginn.

“Wir haben eine positive Basis gesehen in unserem Spiel”, sagte Kauczinski, der aber auch Kritik am Angriffsspiel übte: “Wir haben festgestellt, dass wir im letzten Drittel noch nicht gut genug waren, um gefährlich zu werden.”

Schon vor dem Stuttgart-Spiel hatte Kauczinski vorhergesagt, dass seine Mannschaft eine Anlaufphase brauchen würde. Noch bleibt Zeit, denn Dynamo hat drei Spiele weniger als die Konkurrenz gespielt, aber eben auch fünf Zähler Rückstand auf den Relegationsrang 16.

Ralf Minge hätte sich “ein anderes Ende gewünscht”

Sport-Geschäftsführer Ralf Minge sieht seinen nahenden Abschied vom abstiegsbedrohten Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden mit gemischten Gefühlen.

Keine Verantwortung mehr für Dynamo zu tragen wird eine neue Erfahrung sein, die ich nach dem Ende meines Vertrages erst einmal verarbeiten werde“, schrieb Minge in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung, in der er sich ausführlich zu seinem bevorstehenden Aus bei den Sachsen äußerte.

Ich hätte mir gern ein anderes Ende, einen anderen Abschied als Verantwortungsträger des Vereins gewünscht“, gab Minge zu und fügte vielsagend an: “Aber ich persönlich kann in den Spiegel schauen, und das war mir in meinem Leben schon immer wichtig.”

Dynamo hatte am Montagabend mitgeteilt, dass für “beide Seiten nicht mehr die volle Überzeugung” bestand, “den bisherigen Weg in der bestehenden Form gemeinsam fortsetzen zu wollen.” Minge erklärte dazu: “Für mich war (…) bereits Ende Dezember klar, dass ich nur dann gemeinsam mit meinem Team weiter mit ganzer Kraft meine Tätigkeit als Sportgeschäftsführer – gerade über den 30. Juni 2020 hinaus – ausüben kann, wenn ich die volle Rückendeckung und das absolute Vertrauen des gesamten Aufsichtsrates erhalten werde.”

Er habe jedoch schnell erfahren, dass diese Rückendeckung nicht sicher sei, sagte Minge und schlussfolgerte nach einigem Hin und Her: “Ich hänge mit ganzem Herzen am Verein Dynamo Dresden, aber ganz sicher nicht an irgendeinem Posten.”

Er gehe davon aus, “dass wir auch in der nächsten Saison wieder Zweitliga-Fußball in Dresden sehen werden“, sagte er: “Die Mannschaft, das Trainerteam und auch ich werden bis zum letzten Tag alles geben, was in uns steckt.”

Sei der erste, der diesen Beitrag teilt

Schreibe einen Kommentar

dynamofanseite verwendet Cookies, um für ein optimales Online-Erlebnis zu sorgen. Indem Du unsere Webseite besuchst, stimmst Du der Verwendung von Cookies im Rahmen der Datenschutzerklärung zu.
P