Bei Dynamo werden in den nächsten Tagen noch Mannschaftsrat und Kapitän bestimmt. Die Entscheidung liegt allein in den Händen von Trainer Uwe Neuhaus. Interimsgeschäftsführer Kristian Walter dazu: “Das Kapitänsamt ist kein Abo!”

Marco Hartmann

+ Der Kapitän der letzten beiden Jahre ist eindeutig auch in der kommenden Saison der geeignetste Kandidat. Hartmann ist nicht nur der Regisseur auf dem Spielfeld, sondern auch das Sprachrohr für die Öffentlichkeit. Wenn die Leistung nicht stimmt, findet er die richtige Analyse und haut auch mal auf den Tisch – so wie sich das für einen Kapitän gehört!

– Hartmanns einziger Nachteil ist ganz klar die Verletzungsanfälligkeit. In der Vorsaison war der 30-Jährige fünfmal verletzt, fiel dadurch immer wieder für mehrere Spiele aus. Aktuell hat Hartmann schon wieder Kniebeschwerden und musste in der vergangenen Woche das Trainingscamp vorzeitig verlassen.

Florian Ballas

+ Der großgewachsene Innenverteidiger war in der vergangenen Saison Vize-Kapitän. Als Abwehrchef nahm er die Zügel in die Hand und dirigierte seine Mitspieler. Nach zwei Jahren bei den Schwarz-Gelben kennt er die Struktur des Vereins gut und ist, solange er gesund bleibt, ein würdiger Kandidat.

– Aber auch Ballas ist aktuell verletzt. In der ganzen Vorbereitung trainierte der 25-Jährige nicht mal eine Handvoll Einheiten mit der Mannschaft. Unklar ist, wie lange er noch fehlen wird, eine Schulter-OP steht im Raum.

Patrick Ebert

+ Er gilt als der Herausforderer. Der Potsdamer wurde als erfahrener Spieler geholt. 109 Bundesliga-Partien mit der Berliner Hertha und internationale Auftritte in der spanischen und in der russischen Liga stehen ins Eberts Vita. Bei Dynamo trug er bereits im Test gegen den 1. FC Kaiserslautern in der zweiten Hälfte die Binde.

– Ebert ist neu im Team. Nur selten wird ein Neuzugang sofort zum Kapitän ernannt. Außerdem war der 31-Jährige in den vergangenen zwölf Monaten größtenteils von der Bildfläche verschwunden. Trotzdem hält der Verein große Stücke auf Ebert.

Jannik Müller

+ Persönlich ist Müller in den letzten Jahren bei Dynamo sehr gereift und war immer zur Stelle, wenn Coach Neuhaus ihn brauchte. Müllers Vertrag in Dresden gilt nur noch ein Jahr. Das Vertrauen für eine Führungsposition könnte den 24-Jährigen weiter an den Verein binden.

– Leider ist Müller zu ruhig, muss unbedingt an seiner Kommunikation arbeiten. Vor allem wird es wichtig sein, die Mitspieler bei einem Rückstand zu motivieren. Müller ist wohl eher ein Kandidat für die Zukunft.