Dynamo Dresden steigt mit 2:2 gegen Osnabrück ab

Dynamo Dresden steigt als Schlusslicht ab

Dynamo Dresden führt im vorerst letzten Zweitligaspiel bereits mit 2:0, musste sich aber am Ende aber mit einem 2:2 gegen Osnabrück zufrieden geben.

Dynamo Dresden hat sich mit einem 2:2-Remis gegen den VfL Osnabrück aus der 2. Bundesliga verabschiedet und steigt als Tabellenletzter in die 3. Liga ab. Marco Terrazzino und Patrick Schmidt hatten die SGD am letzten Spieltag dieser Saison am Sonntagnachmittag zwar mit 2:0 in Führung gebracht, doch in der Schlussviertelstunde mussten die ausgelaugten Schwarz-Gelben noch zwei Treffer der eingewechselten Ouahim und Niklas Schmidt hinnehmen.

Das Team von Markus Kauczinski kam trotz einer Zwei-Tore-Führung gegen den VfL Osnabrück nicht über ein 2:2 (1:0) hinaus. Bereits vor dem 34. und letzten Spieltag am Sonntag hatte Dynamo nur noch minimale theoretische Chancen auf den Klassenerhalt.

Die Dresdner Mannschaft begann die Aufwärmübungen mit einer kreativen Aktion. Sie trug Jeansjacken und erwies damit dem Vereinsidol Ralf Minge eine Reverenz. Der langjährige Sport-Geschäftsführer scheidet am Dienstag aus dem Amt. Vorm Stadion hatten sich unterdessen viele Dynamofans versammelt, die das Team von außen lautstark unterstützten. Im Rudolf-Harbig-Stadion, dessen Zuschauertribünen beim letzten Geisterspieltag dieser Saison aufgrund der Corona-Pandemie einmal mehr leer blieben, war im K-Block ein Banner zu sehen: „Dynamo wird niemals untergehen“, war die klare Botschaft der Dresdner Fans an Deutschen Fußballbund und Deutsche Fußball-Liga.

Dynamo mit besserem Start

Der Abstieg war dennoch schon so gut wie besiegelt. Im Vergleich zum 1:0-Auswärtssieg beim SV Sandhausen änderte Trainer Markus Kauczinski seine Startelf auf fünf Positionen. Im Tor kam Tim Boss an seinem 27. Geburtstag zu seinem Zweitligadebüt – Stammkeeper Kevin Broll stand nicht im Kader, dafür saß Talent Stefan Kiefer auf der Bank. Zudem rückten Wahlqvist, Petrak, Husbauer und Donyoh für Löwe (rotgesperrt), Klingenburg, Hartmann (beide Bank) und Makienok (verletzt) in die Anfangsformation. Neben Kiefer berief Kauczinski mit Simon Gollnack und Maximilian Großer noch zwei weitere Nachwuchskräfte in den Kader.

Die Schwarz-Gelben fanden gut in die Partie und erarbeiteten sich gleich ein Übergewicht. Patrick Schmidt, diesmal im Sturmzentrum aufgeboten, wurde beim ersten Abschlussversuch noch gestört (5.). Die erste passable Torchance vergab dann Godsway Donyoh, als er nach Marco Terrazzinos Vorlage links am Kasten von Torwart Nils Körber vorbeischoss (12.). Die Osnabrücker agierten eher defensiv und abwartend. Dynamo machte das Spiel und war druckvoll bei eigenem wie gegnerischem Ballbesitz, auch wenn in den ersten 20 Minuten noch nicht viel dabei heraussprang.

Tim Boss zeigt sein Können

Doch das änderte sich gleich darauf. Bei einem Konter zog der diesmal als Linksverteidiger aufgebotene Niklas Kreuzer das Tempo an und bediente Godsway Donyoh, der vom linken Eck aus eine präzise Flanke schlug. In der Mitte zog Patrick Schmidt geschickt die gegnerische Verteidigung auf sich und so hatte Marco Terrazzino in der Mitte völlig freie Bahn. Bei seinem wuchtigen Kopfball aus fünf Metern ließ er Schlussmann Körber beim 1:0 (23.) keine Chance. Abwehrmann Felix Agu war deutlich zu spät und Terrazzino freute sich über sein zweites Saisontor. Die Führung für Dynamo war verdient. Die Fans vorm Stadion feierten sie mit lautstarkem Jubel und Böllern, während die Dynamos sich die offizielle Trinkpause gönnten.

Unmittelbar danach hätten die Sachsen nachlegen können, doch ein aussichtsreicher Konter wurde erst durch einen Fehlpass von Kreuzer unter- und dann durch ein Foulspiel von Henning an Husbauer abgebrochen. Henning sah dafür die gelbe Karte, Kreuzer zielte dann mit seinem 30-Meter-Freistoß knapp daneben (26.). Auch danach hatte Dynamo weiter Oberwasser, hätte aber durchaus auch den Ausgleich kassieren können. Nach Vorlage von Ceesay schloss Blacha frei vorm Tor ab. Jannis Nikolaou konnte nicht mehr entscheidend stören und so musste Tim Boss mit einer starken Fußabwehr sein ganzes Können aufbieten, um das 1:1 zu verhindern (35.).

Dynamo erhöht in Gästedruckphase

Kurz vor der Pause kam Dynamo dann noch mal auf, doch bei einem weiteren aussichtsreichen Konter rannte sich diesmal Godsway Donyoh im Zentrum fest, wo Maurice Trapp die Kugel letztlich wegschlagen konnte (45.). Mit der verdienten Führung im Rücken war dann die ersten Halbzeit Geschichte. Zu Beginn des zweiten Durchgangs gab es zunächst keine Wechsel auf Dresdner Seite. Die Gäste reagierten hingegen mit einem Doppelwechsel. Und der VfL kam etwas verbessert aus den Kabinen und auch gleich zu ein, zwei guten Gelegenheiten. Doch nach Wahlqvists Foul an Osnabrücks Kapitän Heider verfehlte Gugganig mit seinem Freistoß das Dreiangel nur um ein paar Zentimeter (48.).

Ausgerechnet in diese Osnabrücker Drangphase fiel aber das Dresdner 2:0. Bei einem schönen Angriff sah Husbauer mit seinem Pass den freistehenden Patrick Schmidt, der zwei gegnerische Verteidiger aussteigen ließ und den Ball von der halbrechten Position ins lange Eck zirkelte (59.). Erneut brandete außerhalb der Stadiontore lauter Jubel auf. Kurz darauf gab es dann auch bei den Dresdnern einen Doppelwechsel: Ransford Königsdörffer und Marco Terrazzino verließen den Platz, dafür kamen Marco Hartmann und Sascha Horvath (61.).

Mission: Wiederaufstieg

Nach 72 Minuten versuchte Gästetrainer Daniel Thioune mit seinem zweite Doppelwechsel neuen Schwung ins Spiel zu bringen. Und das fruchtete. Der zu Beginn von Durchgang zwei eingewechselte Ouahim erzielte den 2:1-Anschlusstreffer (76.). Zuvor hatte Nikolaou ein Kopfballduell gegen Amenyido verloren und Ballas den Ball äußerst ungünstig verlängert. Kapitän Heider legte quer auf Ouahim und der Joker stach ohne Probleme. Doch es kam noch dicker: Fünf Minuten später versenkte der in der 72. Minute einwechselte Niklas Schmidt einen direkten Freistoß aus 20 Metern zum Ausgleich. Husbauer war als äußerstes Glied der Mauer nicht hochgesprungen und machte die entscheidende Lücke auf.

Das zweite Jokertor des VfL in dieser Begegnung war natürlich ein Nackenschlag für die SGD. Kauczinski reagierte sofort, brachte noch Verteidiger Jannik Müller für Niklas Kreuzer und René Klingenburg für Josef Husbauer, um wenigstens das Remis zu halten, denn nun waren die Gäste deutlich näher an einem Sieg. Doch auch in den drei Minuten Nachspielzeit gab es keine entscheidenden Aktionen mehr.

Sowieso nur theoretische Chancen

Für Dresden, das aufgrund einer Mannschafts-Quarantäne nach dem Restart der Liga ein Mammutprogramm absolvieren musste und gegen Osnabrück das neunte Spiel in 29 Tagen bestritt, ist es der dritte Zweitliga-Abstieg der Vereinsgeschichte.

Marco Terrazzino (23.) brachte die Sachsen in Führung. Patrick Schmidt (59.) erhöhte für die Gastgeber, die bis zur letzten Minute erbittert kämpften. Anas Ouahim (76.) gelang der Anschlusstreffer, Augenblicke später glich Niklas Schmidt (81.) aus.

Doppelschlag in der Schlussphase

Dresden kam von Beginn an gut und druckvoll in die Partie. Nach zwei Möglichkeiten durch Godsway Donyoh (12.) und Schmidt (17.) war der Führungstreffer durch Terrazzino hochverdient. Osnabrück beschränkte sich in der Folge bis zum Halbzeitpfiff nur auf das Nötigste.

Nach der Pause wurde Osnabrück besser, ohne dabei zunächst große Gefahr auszustrahlen. Schmidt machte es für Dynamo zunächst besser und schlenzte den Ball abgeklärt ins Tor. Die gute Leistung der Dresdner wurde durch den schnellen Doppelschlag in der Schlussphase zunichte gemacht.

Mit nur einem Punkt im letzten Spiel endete Dynamos schlechteste Zweitligasaison der Vereinsgeschichte. In der nächsten Spielzeit will man in der 3. Liga den Wiederaufstieg anpeilen.

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