Rödinghausens Maximilian Hippe traf in der 120. Spielminute zum verdienten Sieg

Dynamo zweimalige Führung durch Duljevic und Aosman reichte nicht.

 Dynamo Dresden hat sich in der ersten Runde des DFB-Pokals auswärts gegen den SV Rödinghausen blamiert. Der Fußball-Zweitligist verlor beim West-Regionalligisten mit 2:3 nach Verlängerung. Haris Duljevic hatte die hochfavorisierten Dresdner vor 3862 Zuschauern im Frimo-Stadion im westfälischen Lotte mit 1:0 in Führung gebracht (11.), doch Linus Meyer glich aus (20.). Aias Aosman machte das 2:1 (25.), doch mit dem Pausenpfiff fiel der erneute Ausgleich durch Simon Engelmann.

Trainer Uwe Neuhaus begann auch im dritten Pflichtspiel mit seinem neuen Spielsystem und der verkappten Fünferkette.
Personell wechselte er eifrig um. Überraschend durften Sascha Horvath (für Koné auf Rechtsaußen) und Aias Aosmann (für Benatelli im Mittelfeld-Zentrum) ran.
Genauso bekam Niklas Kreuzer (für Wahlqvist) als rechter Verteidiger eine Chance. Da Jannik Müller verletzt fehlte, rutschte Jannis Nikoalou ins Abwehrzentrum.

Die Dynamo-Fans protestierten mit einem Transparent „DFB, DFL und Co – ihr werdet von uns hören“ und unterstrichen dies mit einem 11-minütigen Dauer-Einsatz der mitgebrachten Trillerpfeifen.

Haris Duljevic das ohrenbetäubende Konzert

..denn Haris Duljevic spielte nach Vorlage von Philip Heise die halbe Rödinghäuser Abwehr schwindlig und marschierte vom linken Flügel kommend geradlinig aufs Tor. Dabei ließ er drei seiner Gegner einfach stehen oder mit einfachen Körpertäuschungen aussteigen und schob frei vor Heimann aus recht spitzem Winkel überlegt an ihm vorbei ins lange Eck zum 1:0 (11.).

Statt die frühe Führung beim Außenseiter auszubauen, bringt ein Pass in die Schnittstelle die Gäste ins Wanken. Dumic verlängert den Ball per Grätsche nur, Torwart Markus Schubert klärt auch nur halbherzig und Rödinghausens Linksaußen Linus Meyer trudelt die Kugel aus spitzem Winkel ins Tor zum überraschenden 1:1-Ausgleich (20.).

Und plötzlich macht sich Neuhaus‘ Rotation bezahlt!
Sascha Horvath tunnelt Wolff und Aias Aosmann lenkt seine Flanke per Bogenlampe über Keeper Heimann ins Netz – 2:1 (26.).

Dynamo immer wieder mit Systemumstellungen

Nach etwa einer halben Stunde stellte Dynamo von der Dreier- auf die Viererkette um. Jannis Nikolaou rückte vor auf die Sechserposition. Dynamo hatte nach wie vor mehr vom Spiel und kamen hin und wieder auch zu Abschlüssen, die meist allerdings recht ungefährlich blieben.

Doch stellte Rödinghausen vor der Pause den erneuten Ausgleich her.

Zunächst musste Markus Schubert rigoros einen zu kurzen Rückpass ins Seitenaus klären. Velagics  Einwurf verlängerte Kapitän Daniel Flottmann und am langen Strafraumeck steht Simon Engelmann und zieht trocken ab zum 2:2.

Halbzeit ohne neue Gesichter

Beide Mannschaften kamen unverändert aus der Kabine, Rödinghausen traute sich nun allerdings etwas mehr zu und spielte unerschrocken mit, auch wenn dabei keine Torchancen heraussprangen.

Bei einem Konter geht ein abgefälschter Duljevic-Schuss haarscharf am Kasten vorbei (75.), anschließend haut Röser völlig frei aus kurzer Distanz über den Kasten (76). In der 92. Minute trifft der eingewechselte Moussa Koné, der Ball zappelte schon im Netz der Westfalen. Doch der Schiedsrichterassistent hatte die Fahne schon oben. Jetzt geht es ab in die Verlängerung!

Dynamo zeigt sich hier etwas stabiler, doch zum Tor fehlen einfach Einfälle. Und das rächt sich am Ende der Verlängerung, Rödinghausen sieht seine Chance noch einmal!
Alles rechnete schon mit dem Elfmeterschiessen. Markus Schubert konnte den Eckball des eingewechselten Eros Dajac im ersten Versuch noch abwehren, Maximilian Hippe, ausgebildet im Nachwuchs von Rödinghausens 10-tausend Gemeinde, haut nach Eckball-Wirrwarr den Ball ins Tor, die Sensation ist perfekt, aber auch nicht unverdient… 3:2 (120. +3)!  Schiedsrichter Florian Heft pfiff direkt danach ab.

Dynamo! Das war peinlich!