Dynamo Dresden ballert sich mit 4:0 Sieg in die 2. Liga

Die SG Dynamo Dresden ist zurück in der 2. Bundesliga

Das Stadiongelände war stärker abgeriegelt als Fort Knox. In die Nähe kam keiner auch nur im Ansatz! Ließen sie es eben im Großen Garten krachen! Die Nervosität war anfangs greifbar. Auf dem Rasen, auf der Bank, auf den Traversen. Die einzigen, die ruhig agierten, waren die Gäste.

Riesenjubel in der Landeshauptstadt: Dynamo Dresden hat nach einem Jahr in der 3. Liga vorzeitig den direkten Wiederaufstieg geschafft. Durch ihren 4:0-Heimsieg gegen Türkgücü München sind die Schwarz-Gelben nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze zu verdrängen. Daferner (15.) und Königsdörffer (27.) brachten die Gastgeber schon vor der Pause mit 2:0 in Front. In Durchgang zwei schossen Mörschel (62.) und Vlachodimos (90.) die Dynamos endgültig wieder in die 2. Bundesliga.

Daferner per Lupfer zum Auftakt

Im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen Viktoria Köln in der Vorwoche nahm Cheftrainer Alexander Schmidt im Duell gegen seinen Ex-Verein drei Startelf-Änderungen vor. Torschütze Christoph Daferner, Mittelfeldmann Julius Kade und Linksverteidiger Jonathan Meier begannen für Leroy Kwadwo, Philipp Hosiner (beide Bank) und den gelbgesperrten Paul Will.

In der 5. Minute gaben sie bei einem Freistoß aus knapp 30 Metern den ersten Schuss aufs Tor ab, doch Parks Schuss kam zu zentral auf Schlussmann Kevin Broll, der den Ball sicher fing. Bis zum ersten Torschuss der Schwarz-Gelben dauerte es bis zur 15. Minute – aber der saß auch gleich. Parks katastrophale Kopfballrückgabe erlief Daferner an der Strafraumgrenze, nahm den Ball mit der Brust mit und hob ihn gekonnt über Türkgücü-Keeper Vollath zum 1:0 in die Maschen! Riesiger Jubel bei den Dresdnern, denn die knappe Führung würde schon für die 2. Bundesliga reichen. Die Freudenböller und -schreie folgten verzögert aus dem Großen Garten. „Nie mehr 3. Liga„, schallte es schon zu diesem Zeitpunkt.

Mörschel macht den Deckel drauf

Der Münchner Sturm mit Ex-SGD-Angreifer Lucas Röser war in der Folge bei der Dresdner Defensive bestens aufgehoben, die fünf Punktspiele zuvor letztmals ein Gegentor kassiert hatte. Zwar konnte sich Türkgücü mehrfach bis in den Dresdner Strafraum durchkombinieren, aber dort stand immer ein Bein im Weg. Da brannte nichts an. Zwölf Minuten später wiederholte sich das alles: Mörschel schlug fast vom eigenen Strafraum den Ball nach vorn. Münchens Alexander Sorge hatte fünf, sechs Meter Vorsprung auf Königsdörffer. Doch „Ransi“ schaltete in den 7. Gang, holte Sorge ein, ließ ihn noch einmal gekonnt aussteigen und schob aus 15 Metern ein – 2:0 (27.). Sehenswert!

Ab jetzt standen die Zeichen auf Aufstieg. Kevin Broll musste zwar bei Sorges Kopfball (31.) retten, der seinen Fehler wiedergutmachen wollte. Ansonsten waren die Sachsen ihrem dritten Tor aber deutlich näher als Türkgücü dem ersten: Mörschels Schuss ging aber ebenso neben das Gehäuse (34.) wie der Versuch von Kade (42.), der fast für die Vorentscheidung gesorgt hätte.

Zweite Halbzeit: Dynamo souverän

Auch in Rückstand gab sich Türkgücü nicht auf und spielte offen mit – doch auch das dritte Tor im Spiel machten die Dresdner:

Die Gegenwehr von Türkgücü war noch nicht gebrochen, die Münchner gingen in die Zweikämpfe, als ginge es für sie um alles. Da war gar nix mit Herschenken. Die große Chance zum 3:0 hatte Daferner (58.). Der eben für Königsdörffer eingewechselte Philipp Hosiner servierte perfekt, Daferner geriet zu sehr in Rücklage und schaufelte die Kugel frei vorm Tor drüber.

Vier Minuten später war dann alles klar: Kreuzer ruckte an, spielte zu Hosiner, der mit Hacke klasse den Ball Mörschel in den Lauf legte und der sagte frei vor Vollath danke – 3:0 (62.). Ab da krachte und zischte es von Außerhalb des Stadions nur noch – die Freude der Anhänger. Das schallte schön im leeren Stadionrund. Silvester am 16. Mai!

Tausende Fans um das Stadion – Wasserwerfer im Einsatz

Mit dem Abpfiff brachen dann alle Dämme. Die Dresdner zogen sich gelbe Aufstiegs-T-Shirts über und feierten in einer großen Jubeltraube. Auch vor dem Stadion wurde gefeiert. Obwohl sowohl Polizei als auch Dynamo Dresden die Fans gebeten hatten, zu Hause zu bleiben, versammelten sich mehrere tausend Dresdner Anhänger um das Stadion und im Großen Garten. Dabei wurden auch Feuerwerkskörper gezündet, Augenzeugenberichten zufolge setzte die Polizei Wasserwerfer und Pfefferspray ein, weil gegen das Versammlungsverbot verstoßen wurde.

Das sagten die Trainer:

Andreas Pummer (München): „Wir sind ganz gut in die Partie reingekommen und haben bis zum 1:0 gut mitgehalten. Doch individuelle Fehler beim 1:0 und 2:0 kosten uns das Spiel heute. Am Ende in Unterzahl ist es schwer, hier etwas zu holen. Gratulation an Dresden – sie stehen zurecht da oben. Auch, wenn ich es lieber gehabt hätte, dass sie nächste Woche aufsteigen und nicht heute.“

Alexander Schmidt (Dresden): „Wir haben gar nicht so gut reingefunden ins Spiel. Türkgücü ist überraschend offensiv und forsch aufgetreten. Über die eine oder andere Situation sind wir aber gut drüber gegangen und dann ist unser Plan aufgegangen, dass wir aggressiv anlaufen. Das erste Tor haben wir super erzwungen. Dann haben wir es cool runtergespielt. Ich bin wieder mal stolz auf die Mannschaft. Heute wird gefeiert, ich wäre der weltschlechteste Trainer, wenn ich das reglementiere. Natürlich unter Corona-Auflagen. Ich finde das sehr gut hier. Eine geile Stadt, überragende Fans. Wer hier nicht Trainer sein möchte, hat das Herz an der falschen Stelle.“

 

Rudolf Harbig Stadion 16.Mai.2021 14:00
Dynamo Dresden
4 0
Türkgücü München
16.Mai.2021 14:00
Rudolf Harbig Stadion
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