Dynamo auch in Fürth ohne Punkt, verliert mit 2:0

Mit einem Doppelpack sorgte Torjäger Daniel Keita-Ruel (8./38.) fast im Alleingang für den wichtigen Heimerfolg vor 9770 Zuschauern.

Der achtmalige DDR-Meister aus Dresden kassierte am zehnten Spieltag die fünfte Saison-Niederlage in der 2. Liga und könnte sogar auf einen Abstiegsrang rutschen.
Nach zuletzt drei sieg- und torlosen Spielen durften die Fürther dagegen jubeln. Allerdings zählte Keita-Ruels erster Treffer zunächst nicht, da der Linienrichter eine Abseitsstellung des Stürmers angezeigt hatte. Doch der Video-Assistent revidierte die Entscheidung zu Recht. Beim zweiten Treffer des 30-Jährigen gab es keine Diskussionen. Auch nach dem Wechsel kam das Team von Trainer Stefan Leitl nicht in Bedrängnis, auch weil die Gäste aus Sachsen zu harmlos agierten.
Die erste Chance bot sich den Gastgebern: Nach einem Foul von Baris Atik an Keita-Ruel entschied Schiedsrichter Robert Kampka auf Freistoß, doch Kevin Broll im Dresdner Tor faustete Witteks Versuch aus 25 Metern sicher zur Seite weg (4.). Beim ersten Vorstoß von Dynamo stand Mittelstürmer Moussa Koné kurz darauf im Abseits (6.).

Kurz darauf leisteten sich die Dresdner allerdings wieder einen dieser Fehler, die man eigentlich abstellen wollte, und sofort schlug es ein. Jannis Nikolaou spielte nach einem Einwurf einen Fehlpass, statt Burnic kam Nielsen an den Ball. Der Fürther flankte blitzschnell nach innen und dort lauerte Keita-Ruel und vollendete locker zum 1:0, seinem vierten Saisontor (7.). Florian Ballas hatte in dieser Situation zu weit weg von seinem Gegenspieler gestanden. Zwar signalisierte Linienrichterin Katrin Rafalski zunächst Abseits, doch nach einer Überprüfung durch den Videoassistenten wurde der Fürther Führungstreffer zum 1:0 korrekterweise gegeben – es war gleiche Höhe. Dynamo schüttelte sich nach dem erneuten Rückschlag nur kurz. Mit Wut im Bauch nahm Dzenis Burnic eine Hereingabe aus 15 Metern volley, der Ball ging allerdings deutlich übers Gehäuse der „Kleeblätter“ (9.). Koné stand bei der nächsten Dresdner Chance, einem Pass von Burnic, erneut knapp im Abseits (17.).

Maximal unnötig war dann die Gelbe Karte für den Dresdner Patrick Ebert. Er schimpfte lautstark und wütend in Richtung Schiedsrichter, nachdem Robert Kampka bei einem Zweikampf zwischen Dynamos Horvath und Mavraj ein Foul des Schwarz-Gelben gesehen hatte (20.). Die SGD spielte aber weiter nach vorn. Nach Pass von Baris Atik war Sascha Horvaths Torschuss jedoch etwas zu hoch (23.). Schön herausgespielt war dann der nächste Angriff: Jannis Nikolaou hob den Ball zu Patrick Möschl, dessen Hereingabe aber etwas zu weit und hoch für den zentral freistehenden Koné war (25.). Dennoch hätte es kurz darauf fast 2:0 gestanden. Denn nach einem Fürther Freistoß hatte Sebastian Ernst die Riesenchance, doch sein Schuss strich knapp rechts vorbei (28.). Auf der Gegenseite bekam Möschl zu wenig Druck hinter den Ball, so dass Sascha Burchert im Greuther-Tor keine Mühe hatte (30.).

Ernst geblockt (33.). Möschl schoss dann eine Minute später zu überhastet deutlich links vorbei. Es war wie so oft in den letzten Partien der Dynamos: gefälliger Spielaufbau, aber mangelnde Präzision vorm Tor. Und das sollte sich rächen. Als Dynamo mit dem typischen Ballbesitzfußball anrannte, lauerte die Spielvereinigung geschickt auf den Konter – und bekam ihn. Beim Pass von Wittek rückte Linus Wahlqvist die berühmte Zehntelsekunde zu spät heraus und hob das Abseits knapp auf. Ernst war damit frei durch und legte kurz vor Kevin Broll quer auf den mitgelaufenen Keita-Ruel, der ohne Mühe auf 2:0 erhöhte (38.). Dresden blieb seinem bisherigen Saisondurchschnitt treu: Wieder kassierte die SG Dynamo zwei Gegentore, diesmal sogar schon vor der Halbzeitpause. Das Dresdner Spiel erwies sich bis hierhin einmal mehr als ineffizient. Die Fürther, zuvor seit drei Spielen ohne Torerfolg, knipsten gegen die defensiv zu löchrigen Sachsen gleich doppelt.

Nach Foul gegen Green sah Ballas dann die nächste Gelbe Karte (42.). Dann ging war Schluss mit Durchgang eins. Überraschenderweise nahm Cristian Fiel zur Pause keine Spielerwechsel vor. Alexander Jeremejeff, der als Stürmer in dieser Situation eigentlich die erste Option gewesen wäre, stand verletzt nicht zur Verfügung. So musste es weiter die Startelf richten. Doch es lief weiterhin nicht so recht. Kapitän Jannik Müller holte sich für ein Foul an Nielsen gleich seine fünfte Gelbe Karte ab (47.), womit er im nächsten Spiel gegen Bielefeld gesperrt ist. Mehr noch: Nun waren mit Ballas und ihm zwei der drei Innenverteidiger verwarnt. Kurios: Das nächste Foul unterlief dem Unparteiischen Kampka selbst. Nach einer Kollision mit Baris Atik ging der Dresdner zu Boden (52.). Der Referee gab den Schiedsrichterball dann folgerichtig an die Schwarz-Gelben, nachdem diese zuletzt in Ballbesitz gewesen waren.

Die Franken ließen Dynamo wieder kommen und warteten geduldig auf die üblichen Fehler der Dresdner im letzten Drittel vorm Tor, um dann zum Gegenstoß auszuholen. Nach Müllers Fehler flankte Hrgota auf Keita-Ruel, der diesmal aber mit seinem Kopfball nicht erfolgreich war (58.). Doch es war ein weiterer Nadelstich. Nach vorn kam mittlerweile zu wenig bei der SGD, so dass Fiel nun mit Luka Stor den zweiten Stürmer brachte. Jannis Nikolaou ging vom Platz (59.), Dzenis Burnic war nun im defensiven Mittelfeld auf sich allein gestellt. Die nächste Gelegenheit hatte aber Fürth durch einen Standard: Witteks Eckball nahm Kapitän Caligiuri volley, der Ball zischte knapp am langen Pfosten vorbei (66.). In Spielminute 68 schöpfte Fiel dann sein Kontingent mit einem positionsgetreuen Doppelwechsel aus: Der junge Österreicher Matthäus Taferner, der zuvor nur bei den beiden Dresdner Auftaktniederlagen gegen Nürnberg und Karlsruhe gespielt hatte, kam für Atik zu seinem dritten Einsatz für Dynamo. Zudem brachte Fiel Linksverteidiger Brian Hamalainen für Patrick Möschl.

Doch auch weiterhin musste die Heimelf lediglich ihre Führung verwalten, Dynamo erwies sich im Spiel nach vorn einmal mehr als zahnlos und die Gesamtsituation spitzt sich weiter zu. Mittelstürmer Koné war im zweiten Spielabschnitt kaum mehr zu sehen. Die SGD investierte zwar erneut viel, aber die Ausbeute lag bei null. Erst in der 84. Minute bot sich mal wieder eine ernstzunehmende Chance für die SGD. Brian Hamalainens Flanke von links landete auf dem Kopf von Moussa Koné, dessen Aufsetzer gegen die Laufrichtung von Keeper Burchert allerdings den Kasten knapp verfehlte. Mit dem Anschlusstor wäre es die letzten Minuten vielleicht noch mal eng geworden. So aber blieb es selbst nach dreiminütiger Nachspielzeit beim 2:0. Dynamo erwies sich als Aufbaugegner für die zuvor dreimal sieg- und torlosen Franken und muss somit weiter auf den ersten Sieg in Fürth seit 2005 warten. Die „Kleeblätter“ gewannen nun sechs ihrer letzten sieben Heimspiele (bei einem Unentschieden) gegen die SGD, die sich dadurch weiterhin als zuverlässiger Punktelieferant im Sportpark Ronhof erweist.

Nun müssen die Dresdner aber wirklich liefern. Leichter werden die nächsten Aufgaben aber nicht. In Liga zwei geht es gegen zwei Spitzenteams: Am 26. Oktober kommt Ex-Coach Uwe Neuhaus mit Arminia Bielefeld an die Elbe, eine Woche später reisen die Schwarz-Gelben zu Aufstiegsaspirant VfB Stuttgart. Dazwischen steht noch das DFB-Pokalspiel bei Hertha BSC in Berlin auf dem Plan.

alle Daten zum Spiel in Fürth

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