Dynamo Dresden hat im Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 in puncto Effektivität eine Lehrstunde erteilt bekommen. Gegen die abstiegsbedrohten Hessen mussten die Sachsen am Freitagabend eine verdiente 0:2-Niederlage einstecken.

Dynamo gehörte klar die Anfangsviertelstunde. Die erste gefährliche Torannäherung verbuchten dann auch die Schwarz-Gelben in der 12. Minute, als Winterneuzugang Moussa Koné nach einem Freistoß aus Nahdistanz abzog und Gäste-Keeper Daniel Heuer Fernandes Rettungstat zur Glanztat zwang. Darmstadt lauerte vor allem auf Konter, doch die Dynamo-Abwehr offenbarte keine Lücken. Somit blieb es bei einigen Distanzschüssen der Hessen, die SGD-Schlussmann Markus Schubert jedoch ohne Probleme entschärfte.

Jones bestraft Heise-Patzer

Wie aus dem Nichts gingen die Darmstädter in der 29. Minute in Führung: Nach einem Ballverlust von Dresdens Philip Heise landete eine Rechtsflanke von Tobias Kempe im Strafraumzentrum, wo Joevin Jones einen Tick vor Niklas Kreuzer am Ball war und aus drei Metern zur überraschenden Führung einschob. Dynamo zeigte sich vom Rückstand geschockt. In der 33. Minute lag sogar das 0:2 in der Luft, als Felix Platte aus zehn Metern abzog und Schubert gerade noch zur Ecke klären konnte. Zwar hatte Dynamo im Anschluss wieder mehr Ballbesitz, doch es reichte nur noch zu einer guten Chance durch Franke, der den Ball nach einer Ecke einen knappen Meter am rechten Pfosten vorbeiköpfte (45.).

Kempe erhöht per Kopf

In der Pause reagierte SGD-Chefcoach Uwe Neuhaus und brachte Haris Duljevic für Erich Berko. Dynamo versuchte wieder druckvoll zu agieren, aber Zählbares sprang gegen die gut positionierte 98er-Abwehr nicht heraus. Darmstadt zeigte dagegen in der 55. Minute erneut seine Effektivität und Kaltschnäuzigkeit: Nach einer Flanke von Fabian Holland kam Ex-Dynamo-Spieler Kempe zum Kopfball und erhöhte auf 2:0.

Dynamo tat sich nun noch schwerer. Nach vorn lief gegen die weiter aufmerksamen Gäste kaum etwas zusammen. Eine der wenigen Ausnahmen war eine Aktion von Peniel Mlapa (74.), der den Ball knapp über das Darmstädter Tor köpfte. Zwar forcierten die Sachsen in den Schlussminuten nochmals alle Kräfte, doch es fehlte es vor allem an Ideen und der nötigen Durchschlagskraft. Somit blieb es bei der letztlich verdienten Heimniederlage.

Das sagten die Trainer:

Dirk Schuster (Darmstadt): “Ich bin froh und glücklich, dass wir in Dresden drei Punkte geholt haben, was auch unser Ziel war. Dynamo ist besser ins Spiel gekommen, machte uns vor allem über die linke Seite immer wieder Schwierigkeiten. Doch mit der Zeit kamen wir besser ins Spiel, erzielten das 1:0 und bekamen dadurch mehr Sicherheit. Nach der Pause war klar, dass Dynamo noch mehr Druck macht. Doch wir haben gut gegengehalten. Mein Team hat sich reingekniet, konzentriert gespielt. Die Art und Weise, wie wir hier aufgetreten sind, hat mich stolz gemacht.”

Uwe Neuhaus (Dresden): “Am liebsten würde ich zu dem Spiel heute gar nichts sagen. Das war ein schwarzer Freitag für uns. Durch einen dummen Fehler sind wir in Rückstand geraten, haben danach fast alles vermissen lassen, was uns in der Vergangenheit ausgezeichnet hat. Ich habe selten so viele kritische Worte für meine Mannschaft finden können – auch in der Kabine. Ich muss das alles noch aufarbeiten, bin mir aber sicher, dass das auf jeden Fall Konsequenzen haben wird.”