Dynamo Hintergrund 10

Dynamo Dresden steigt mit 2:2 gegen Osnabrück ab

Dynamo Dresden steigt als Schlusslicht ab

Dynamo Dresden führt im vorerst letzten Zweitligaspiel bereits mit 2:0, musste sich aber am Ende aber mit einem 2:2 gegen Osnabrück zufrieden geben.

Dynamo Dresden hat sich mit einem 2:2-Remis gegen den VfL Osnabrück aus der 2. Bundesliga verabschiedet und steigt als Tabellenletzter in die 3. Liga ab. Marco Terrazzino und Patrick Schmidt hatten die SGD am letzten Spieltag dieser Saison am Sonntagnachmittag zwar mit 2:0 in Führung gebracht, doch in der Schlussviertelstunde mussten die ausgelaugten Schwarz-Gelben noch zwei Treffer der eingewechselten Ouahim und Niklas Schmidt hinnehmen.

Das Team von Markus Kauczinski kam trotz einer Zwei-Tore-Führung gegen den VfL Osnabrück nicht über ein 2:2 (1:0) hinaus. Bereits vor dem 34. und letzten Spieltag am Sonntag hatte Dynamo nur noch minimale theoretische Chancen auf den Klassenerhalt.

Die Dresdner Mannschaft begann die Aufwärmübungen mit einer kreativen Aktion. Sie trug Jeansjacken und erwies damit dem Vereinsidol Ralf Minge eine Reverenz. Der langjährige Sport-Geschäftsführer scheidet am Dienstag aus dem Amt. Vorm Stadion hatten sich unterdessen viele Dynamofans versammelt, die das Team von außen lautstark unterstützten. Im Rudolf-Harbig-Stadion, dessen Zuschauertribünen beim letzten Geisterspieltag dieser Saison aufgrund der Corona-Pandemie einmal mehr leer blieben, war im K-Block ein Banner zu sehen: „Dynamo wird niemals untergehen“, war die klare Botschaft der Dresdner Fans an Deutschen Fußballbund und Deutsche Fußball-Liga.

Dynamo mit besserem Start

Der Abstieg war dennoch schon so gut wie besiegelt. Im Vergleich zum 1:0-Auswärtssieg beim SV Sandhausen änderte Trainer Markus Kauczinski seine Startelf auf fünf Positionen. Im Tor kam Tim Boss an seinem 27. Geburtstag zu seinem Zweitligadebüt – Stammkeeper Kevin Broll stand nicht im Kader, dafür saß Talent Stefan Kiefer auf der Bank. Zudem rückten Wahlqvist, Petrak, Husbauer und Donyoh für Löwe (rotgesperrt), Klingenburg, Hartmann (beide Bank) und Makienok (verletzt) in die Anfangsformation. Neben Kiefer berief Kauczinski mit Simon Gollnack und Maximilian Großer noch zwei weitere Nachwuchskräfte in den Kader.

Die Schwarz-Gelben fanden gut in die Partie und erarbeiteten sich gleich ein Übergewicht. Patrick Schmidt, diesmal im Sturmzentrum aufgeboten, wurde beim ersten Abschlussversuch noch gestört (5.). Die erste passable Torchance vergab dann Godsway Donyoh, als er nach Marco Terrazzinos Vorlage links am Kasten von Torwart Nils Körber vorbeischoss (12.). Die Osnabrücker agierten eher defensiv und abwartend. Dynamo machte das Spiel und war druckvoll bei eigenem wie gegnerischem Ballbesitz, auch wenn in den ersten 20 Minuten noch nicht viel dabei heraussprang.

Tim Boss zeigt sein Können

Doch das änderte sich gleich darauf. Bei einem Konter zog der diesmal als Linksverteidiger aufgebotene Niklas Kreuzer das Tempo an und bediente Godsway Donyoh, der vom linken Eck aus eine präzise Flanke schlug. In der Mitte zog Patrick Schmidt geschickt die gegnerische Verteidigung auf sich und so hatte Marco Terrazzino in der Mitte völlig freie Bahn. Bei seinem wuchtigen Kopfball aus fünf Metern ließ er Schlussmann Körber beim 1:0 (23.) keine Chance. Abwehrmann Felix Agu war deutlich zu spät und Terrazzino freute sich über sein zweites Saisontor. Die Führung für Dynamo war verdient. Die Fans vorm Stadion feierten sie mit lautstarkem Jubel und Böllern, während die Dynamos sich die offizielle Trinkpause gönnten.

Unmittelbar danach hätten die Sachsen nachlegen können, doch ein aussichtsreicher Konter wurde erst durch einen Fehlpass von Kreuzer unter- und dann durch ein Foulspiel von Henning an Husbauer abgebrochen. Henning sah dafür die gelbe Karte, Kreuzer zielte dann mit seinem 30-Meter-Freistoß knapp daneben (26.). Auch danach hatte Dynamo weiter Oberwasser, hätte aber durchaus auch den Ausgleich kassieren können. Nach Vorlage von Ceesay schloss Blacha frei vorm Tor ab. Jannis Nikolaou konnte nicht mehr entscheidend stören und so musste Tim Boss mit einer starken Fußabwehr sein ganzes Können aufbieten, um das 1:1 zu verhindern (35.).

Dynamo erhöht in Gästedruckphase

Kurz vor der Pause kam Dynamo dann noch mal auf, doch bei einem weiteren aussichtsreichen Konter rannte sich diesmal Godsway Donyoh im Zentrum fest, wo Maurice Trapp die Kugel letztlich wegschlagen konnte (45.). Mit der verdienten Führung im Rücken war dann die ersten Halbzeit Geschichte. Zu Beginn des zweiten Durchgangs gab es zunächst keine Wechsel auf Dresdner Seite. Die Gäste reagierten hingegen mit einem Doppelwechsel. Und der VfL kam etwas verbessert aus den Kabinen und auch gleich zu ein, zwei guten Gelegenheiten. Doch nach Wahlqvists Foul an Osnabrücks Kapitän Heider verfehlte Gugganig mit seinem Freistoß das Dreiangel nur um ein paar Zentimeter (48.).

Ausgerechnet in diese Osnabrücker Drangphase fiel aber das Dresdner 2:0. Bei einem schönen Angriff sah Husbauer mit seinem Pass den freistehenden Patrick Schmidt, der zwei gegnerische Verteidiger aussteigen ließ und den Ball von der halbrechten Position ins lange Eck zirkelte (59.). Erneut brandete außerhalb der Stadiontore lauter Jubel auf. Kurz darauf gab es dann auch bei den Dresdnern einen Doppelwechsel: Ransford Königsdörffer und Marco Terrazzino verließen den Platz, dafür kamen Marco Hartmann und Sascha Horvath (61.).

Mission: Wiederaufstieg

Nach 72 Minuten versuchte Gästetrainer Daniel Thioune mit seinem zweite Doppelwechsel neuen Schwung ins Spiel zu bringen. Und das fruchtete. Der zu Beginn von Durchgang zwei eingewechselte Ouahim erzielte den 2:1-Anschlusstreffer (76.). Zuvor hatte Nikolaou ein Kopfballduell gegen Amenyido verloren und Ballas den Ball äußerst ungünstig verlängert. Kapitän Heider legte quer auf Ouahim und der Joker stach ohne Probleme. Doch es kam noch dicker: Fünf Minuten später versenkte der in der 72. Minute einwechselte Niklas Schmidt einen direkten Freistoß aus 20 Metern zum Ausgleich. Husbauer war als äußerstes Glied der Mauer nicht hochgesprungen und machte die entscheidende Lücke auf.

Das zweite Jokertor des VfL in dieser Begegnung war natürlich ein Nackenschlag für die SGD. Kauczinski reagierte sofort, brachte noch Verteidiger Jannik Müller für Niklas Kreuzer und René Klingenburg für Josef Husbauer, um wenigstens das Remis zu halten, denn nun waren die Gäste deutlich näher an einem Sieg. Doch auch in den drei Minuten Nachspielzeit gab es keine entscheidenden Aktionen mehr.

Sowieso nur theoretische Chancen

Für Dresden, das aufgrund einer Mannschafts-Quarantäne nach dem Restart der Liga ein Mammutprogramm absolvieren musste und gegen Osnabrück das neunte Spiel in 29 Tagen bestritt, ist es der dritte Zweitliga-Abstieg der Vereinsgeschichte.

Marco Terrazzino (23.) brachte die Sachsen in Führung. Patrick Schmidt (59.) erhöhte für die Gastgeber, die bis zur letzten Minute erbittert kämpften. Anas Ouahim (76.) gelang der Anschlusstreffer, Augenblicke später glich Niklas Schmidt (81.) aus.

Doppelschlag in der Schlussphase

Dresden kam von Beginn an gut und druckvoll in die Partie. Nach zwei Möglichkeiten durch Godsway Donyoh (12.) und Schmidt (17.) war der Führungstreffer durch Terrazzino hochverdient. Osnabrück beschränkte sich in der Folge bis zum Halbzeitpfiff nur auf das Nötigste.

Nach der Pause wurde Osnabrück besser, ohne dabei zunächst große Gefahr auszustrahlen. Schmidt machte es für Dynamo zunächst besser und schlenzte den Ball abgeklärt ins Tor. Die gute Leistung der Dresdner wurde durch den schnellen Doppelschlag in der Schlussphase zunichte gemacht.

Mit nur einem Punkt im letzten Spiel endete Dynamos schlechteste Zweitligasaison der Vereinsgeschichte. In der nächsten Spielzeit will man in der 3. Liga den Wiederaufstieg anpeilen.

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Ralf Becker, Geschhäftsfüherer Sport bei Dynamo Dresden

Ralf Becker wird neuer Sportchef von Dynamo

Der frühere Hamburg-Chef Ralf Becker wechselt zum designierten Zweitliga-Absteiger

Der designierte Zweitliga-Abstieger Dynamo Dresden hat einen neuen Sportchef gefunden. Der ehemalige HSV-Funktionär Ralf Becker wechselt zu den Sachsen, die am letzten Zweitliga-Spieltag nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt haben. Damit wird der 49-Jährige Nachfolger von Ralf Minge, der den Verein nach fast sieben Jahren zum Saisonende verlässt.
Wir haben uns bei unserem Auswahlprozess in den zurückliegenden Wochen intensiv mit verschiedenen Bewerbern beschäftigt und uns am Ende einstimmig für unseren Wunschkandidaten entschieden, weil wir davon überzeugt sind, mit Ralf Becker in den kommenden Jahren unsere Ziele im sportlichen Bereich zu erreichen“, sagte Dresdens Aufsichtsratschef Jens Heinig.
Der 49-Jährige zeigte sich trotz des Absturzes in die 3. Liga “total heiß auf diese Aufgabe” und “freue mich, sie zusammen mit allen Mitarbeitern und Fans anzupacken“. Becker: “Ich werde mich nun so schnell wie möglich einarbeiten und mir zunächst zusammen mit dem Cheftrainer einen Überblick darüber verschaffen, wie wir schnellstmöglich einen Kader für die 3. Liga zusammenstellen können, der zum Verein passt, die Menschen begeistern und unsere Ziele verwirklichen kann.
Becker arbeitete zuletzt beim HSV, wo er im vergangenen Jahr nach dem verpassten Aufstieg in die Bundesliga gehen musste. Zuvor war er in zwei Jahren lang in verantwortlicher Position bei Holstein Kiel aktiv.
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Dynamo HG 1

Ost-Initiative fordert Aussetzung der Abstiegsregel

Offener Brief an DFL und DFB

Eine von zahlreichen erfolgreichen Ex-Fußballern und -Funktionären wie Jürgen Sparwasser, Hans-Jürgen “Dixie” Dörner und Ansgar Brinkmann unterstützte Initiative fordert die Aussetzung der Abstiegsregel von der Bundesliga bis in die Regionalligen.

Dies geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten offenen Brief der Initiative “Im Osten geht die Sonne unter” hervor, der an die Deutsche Fußball Liga (DFL) und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) gerichtet ist.

Die Initiative wünscht sich eine “Abänderung der bisherigen Abstiegsregel (…), dass es bis zur 4. Liga in der laufenden Saison keine Absteiger geben wird”. Die ausgespielten Aufsteiger dürften jedoch “selbstverständlich aufsteigen”. Dies führe “zwar zu einer Vergrößerung” der Ligen, könne aber “in der nächsten bzw. übernächsten Saison wieder rückgängig gemacht werden”.

Fairness, Chancengleichheit und Gerechtigkeit für alle Clubs

“Wir sind uns bewusst, dass damit einige nicht unerhebliche Änderungen vorgenommen werden müssten. Dieser Aufwand steht jedoch in keinem Verhältnis zu dem positiven Signal, welches davon ausgeht und den regionalökonomischen Effekten für die ohnehin strukturschwachen Regionen des Ostens”, heißt es in dem Schreiben. Man fordere von DFB und DFL “Fairness, Chancengleichheit und Gerechtigkeit”.

Die Verfasser werfen der DFL und dem DFB vor, “offenbar gedankenlos dazu bereit zu sein, die Ost-Vereine wie Jena, Magdeburg oder Dynamo Dresden über die Klinge springen zu lassen.” Zweitligist Dresden musste aufgrund einiger positiver Coronatests zunächst in Quarantäne und dann ein besonders hartes Programm mit Spielen im Dreitagesrhythmus absolvieren, der Abstieg in die 3. Liga ist nur noch äußerst theoretisch zu vermeiden.

Die Initiative stellt dazu die Frage, ob man in einem solchen Fall von “Fairness oder Chancengleichheit” sprechen könne. “Jeder Sportmediziner und jeder Trainer wird bestätigen, dass Leistungssport unter diesen Bedingungen nicht möglich ist”, heißt es weiter.

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Dynamo gegen Sandhausen

Dynamo reicht Last-Minute-Sieg nicht zum 2-Liga Verbleib

Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden ist trotz eines Last-Minute-Erfolgs nahezu abgestiegen.

Zwar gewann die SGD dank eines Tores von Marco Hartmann (90.) mit 1:0 (0:0) beim SV Sandhausen, dennoch ist ein Klassenverbleib nach dem zeitgleichen Remis des Karlsruher SC gegen Arminia Bielefeld (3:3) nahezu ausgeschlossen. Bei drei Punkten Rückstand haben die Dresdener vor dem letzten Spieltag die um 14 Treffer schlechtere Tordifferenz als die Badener.

Wie in den Vorwochen lieferten die Sachsen auch beim SVS eine kämpferisch überzeugende Leistung, blieben über weite Strecken erneut viel zu harmlos. Die Anfangsphase gehörte den Gastgebern aus Sandhausen. Gegen – nach fünf Spielen in elf Tagen – müde wirkende Dresdener hatte der SV mehr vom Spiel. In der 18. Minute war der SVS dicht an der Führung, doch Dynamos Chris Löwe kratzte einen Kopfball von Tim Kister noch der Linie. Zwar wussten auch die längst geretteten Gastgeber in einer niveauarmen Begegnung nicht zu überzeugen, erzeugten aber in Person von Angreifer Aziz Bouhaddouz (17., 18.) zumindest vereinzelt Gefahr vor dem gegnerischen Tor.

Im Anschluss an eine Ecke verpasste René Klingenburg eine Hereingabe vor dem Gehäuse knapp (38.). Mehr kam aber nicht von Dynamo, das in den den drei Partien davor ohne eigenen Treffer geblieben war.

Löwe fliegt, Hartmann trifft

Auch im zweiten Durchgang kam von Dresden kaum was. Sandhausen hatte wenig Mühe, die Partie zu kontrollieren, erst recht, als Löwe nach einem Frustfoul gegen Sandhausens Enrique Pena die Rote Karte sah (72.).

In den Schlusssekunden kam dann aber alles anders. Zunächst sah Sandhausens Erik Zenga wegen einer Respektlosigkeit nach einem Foulpfiff gegen ihn die Gelb-Rote Karte (89.). Wenig später trat Kevin Boll für Dresden einen langen Ball in den SV-Strafraum. Schließlich landete das Leder bei Hartmann, der zum 1:0 für die Gäste traf (90.).

Am letzten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga empfängt Dynamo Dresden am Sonntag (28.06.2020; ab 15.15 Uhr im Live-Ticker auf sportschau.de) den VfL Osnabrück. Sandhausen tritt beim Hamburger SV an und könnte die letzten Aufstiegsträume der Hanseaten empfindlich stören.

Wir haben nochmal alles rausgehauen, auch am Ende haben wir in Unterzahl eine leidenschaftliche Leistung gezeigt. Das ist heute ein Schlusspunkt: Wir gehen mit erhobenem Haupt raus, sind aber alle todtraurig“, sagt Dynamo-Trainer Markus Kauczinski. „Wir müssen uns vorwerfen, dass wir am Ende nicht gut genug waren, um drei Punkte zu holen. Das hinterlässt einen brutal faden Beigeschmack und hat für die anderen Mannschaften zum Glück keine Konsequenzen gehabt“, ärgert sich SVS-Coach Uwe Koschinat.

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Kiel bleibt in Liga, Dynamo dem Abstieg nah

Holstein Kiel hat sich durch einen Heimsieg gegen Dynamo Dresden den Klassenverbleib in der 2. Bundesliga gesichert. Dresden ist dagegen dem Abstieg ganz nah.

Mit einem 2:0 (1:0)-Erfolg gegen Dynamo Dresden hat Holstein Kiel am Donnerstagabend auch die letzten Zweifel am Klassenerhalt in der Zweiten Liga vertrieben. In Abwesenheit von Cheftrainer Ole Werner, der im Saisonfinale aus privaten Gründen nicht mehr zur Verfügung steht, taten sich die “Störche” gegen das Tabellenschlusslicht zunächst schwer, doch ein Platzverweis änderte die Vorzeichen nachhaltig. So feierten die Co-Trainer Fabian Boll und Patrick Kohlmann, interimsweise in der Verantwortung, einen insgesamt ungefährdeten Sieg. “Es war ein gutes Gefühl und ein super wichtiger Sieg für die Mannschaft”, freute sich Torschütze Emmanuel Iyoha. Dresdens Rettungschancen sind derweil nur noch theoretischer Natur.

Dynamo schwächt sich selbst

Die erste Hälfte erlebte am Ende ihre Höhepunkte: Dresdens Jannik Müller war gerade erst verwarnt worden, als er an der Mittellinie Jannik Dehm abräumte und noch vor der Pause die Gelb-Rote Karte sah (39.). In der letzten Minute vor der Pause ging Kiel in Führung: Emmanuel Iyoha dribbelte in den Strafraum und erzielte mit einem Rechtsschuss das 1:0 (45.). Für Kiel war es das erste Spiel ohne Cheftrainer Ole Werner, der aus privaten Gründen bis zum Saisonende nicht mehr zur Verfügung stehen wird.

Kiel nutzt Überzahl schnell aus

Was wäre in der vierten Minute los gewesen, hätten Zuschauer im Holstein-Stadion die Partie verfolgt? Fabian Reese tankte sich im Strafraum durch und bekam einen Ellenbogen ins Gesicht. Doch der mögliche Elfmeterpfiff von Patrick Ittrich (Hamburg) blieb aus.

Und statt die Großchance auf dem Silbertablett präsentiert zu bekommen, mussten sich die “Störche” jede Gelegenheit hart erarbeiten. Reese blieb der Aktivposten, verfehlte aber erst das Tor (8.) und scheiterte dann an Torhüter Kevin Broll (37.). Wenngleich beim zweiten Anlauf ein Treffer wegen einer Abseitsstellung Jae-Sung Lees nicht gezählt hätte. Bei einem Kopfball von Hauke Wahl klärte Chris Löwe im Fünfmeterraum (20.).

Die besseren Gelegenheiten hatten die Gäste. Ondrej Petrak luchste Jonas Meffert vor dem Strafraum den Ball ab, scheiterte mit seinem Schuss aber am starken Ioannis Gelios (9.). Der Torhüter musste sich auch mächtig strecken, als sich bei einem Freistoß von Löwe die Mauer auflöste – und lenkte den Ball mit den Fingerspitzen um den Pfosten (31.). Sechs Minuten vor der Pause machten sich die Sachsen allerdings selbst das Leben schwer. Jannik Schmidt sah innerhalb von vier Minuten zweimal Gelb. “Die Gelb-Rote Karte hat den Spielcharakter sehr beeinflusst”, sagte KSV-Kapitän Wahl, dessen Team in Überzahl schnell eiskalt zuschlug: Iyoha drang mit Tempo von links in den Strafraum ein, zog nach innen und jagte den Ball unhaltbar für Broll ins lange Eck – 1:0 (45.+1).

Dynamo kann nicht mehr zulegen

Nach dem Seitenwechsel drängten die Gastgeber auf die schnelle Entscheidung. Schon zu viele Führungen hatten die Kieler in dieser Saison bereits verspielt. Richtig gefährlich wurde es aber nicht – und so blieb es ein Vabanquespiel: Dynamo-Joker Marco Terrazzino gab die ersten Warnschüsse aufs Kieler Tor ab (66./67.). Doch in der Schlussphase konnte Dynamo in Unterzahl nicht mehr zulegen. Reese scheiterte noch an Broll (70.), zwei eingewechselte Kieler machten dann alles klar: David Atanga schickte Lion Lauberbach, und das Sturmtalent schob sicher zum 2:0 ein (80.).

Dynamo in Sandhausen, Kiel beim VfL

Beide Teams müssen nun auswärts ran: Dynamo spielt nun am Sonntag (21.06.2020, 15:30 Uhr) beim SV Sandhausen, der bereits gerettet ist. Kiel wird gleichzeitig beim VfL Osnabrück antreten, der sich noch in Abstiegsgefahr befindet.#

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Arminia Bielefeld gegen Dynamo Dresden 4:0

Arminia Bielefeld kann nach einem Sieg gegen Dynamo Dresden für die Bundesliga planen

Der Hamburger SV und der VfB Stuttgart können den Aufstieg kaum noch verhindern. Dynamo schaut hingegen in Richtung Liga drei.

Arminia Bielefeld ist der achte Aufstieg in die Fußball-Bundesliga nur noch theoretisch zu nehmen. Nach dem 4:0 (1:0) im Nachholspiel gegen Dynamo Dresden hat Bielefeld drei Spieltage vor dem Saisonende neun Punkte Vorsprung auf den Tabellendritten VfB Stuttgart, hinzu kommt eine um 18 Treffer bessere Tordifferenz. Jonathan Clauss (10. Minute), Andreas Voglsammer (62.), Torjäger Fabian Klos (65.) sowie Cebio Soukou (87.) schossen die Tore..

Die Heimmannschaft DSC Arminia Bielefeld ging als klarer Favorit in die Partie.

Mit Traumtor zur Führung

Bielefeld begann entschlossen und wurde bereits früh durch ein sehenswertes Tor belohnt. Der im Sommer nach Lens wechselnde Franzose Clauss veredelte einen schönen Pass von Marcel Hartel mit einem noch schöneren Heber über Torhüter Kevin Broll zur Führung.

Dynamo vergibt Riesenchance

Dresden bemühte sich um eine Antwort, die Bielefelder ruhten sich zu sehr auf ihrer Führung aus. In der 23. Minute hatten die Sachsen die Riesenchance zum Ausgleich. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld köpfte Brian Hämäläinen den Ball ins Zentrum. Patrick Schmidts schwache Volleyabnahme aus kurzer Distanz landete in den Armen von DSC-Tormann Stefan Ortega.

Andreas Voglsammer (41.) per Schlenzer aus 17 Metern und Fabian Klos (45.) mit einem Kopfball knapp neben das Tor hätten die Bielefelder Führung schon vor der Halbzeit ausbauen können. Verdient wäre das nicht zwingend gewesen, denn einen Klassenunterschied gab es zwischen den Tabellen-Antipoden im ersten Durchgang nicht.

Nach dem Wechsel wurde Dynamo etwas mutiger und presste noch deutlich früher, konnte sich aber in Tornähe nicht entscheidend durchsetzen. Nach einer Stunde kam Dresden erst auf zwei Torschüsse. Doch mitten in der Drangphase der Sachsen machten Voglsammer (62.) und Klos (65.) jeweils aus kurzer Distanz zum Tor alles klar. Nils Seufert (68.) hätte mit einem Schuss aus 18 Metern, der nur um Zentimeter das Tor verfehlte, fast erhöht. Das 4:0 blieb Cebio Soukou (87.) mit einem Schuss aus 15 Metern nach einem Solo von der Mittellinie vorbehalten.

Dynamo steht vor dem Abstieg

Für Dresden, das wegen der zweiwöchigen Mannschafts-Quarantäne die denkbar schwerste Vorbereitung auf den Wiederbeginn hatte, begann die Woche mit drei Auswärtsspielen in sieben Tagen frustrierend. Bei fünf Punkten Rückstand auf Rang 16 und auch Platz 15 schwinden die Hoffnungen auf den Klassenerhalt weiter. “Wir haben diese Saison schon viel schlucken müssen”, sagte Trainer Markus Kauczinski: “Aber wir werden wieder aufstehen.”

Die Arminia spielt nun am Donnerstag (18.06.2020) um 20.30 Uhr gegen Darmstadt 98. Schon zwei Stunden früher muss Dresden bei Holstein Kiel ran.

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Marco Hartmann

HSV trifft kurz vor Schluss, Dynamo bleibt Schlusslicht

Dynamo tritt auf der Stelle! HSV überholt den VFB Stuttgart in der Tabelle

Der Hamburger SV vergibt gegen Dynamo Dresden diverse Großchancen, trifft aber das Tor einfach nicht. Dynamo komm im Abstiegskampf nicht voran.

Kurz vor Schluss erlöst Joel Pohjanpalo die Mannschaft von Dieter Hecking, die dadurch den VfB Stuttgart vorerst überholt und Tabellenzweiter der 2. Bundesliga ist. Dynamo bleibt Schlusslicht!

Mit einem Sieg hätte die SG Dynamo Dresden die rote Laterne endlich abgeben und auf den Relegationsplatz springen können.

Doch daraus wurde am Freitagabend nichts. 0:1 (0:0) unterlag die Kauczinski-Elf dem Hamburger SV. Dabei begann die SGD durchaus mutig, biss und kämpfte. Nach einem Ballverlust im Spielaufbau schalteten die Gastgeber schnell um, in höchster Not rettete HSV-Kapitän Aaron Hunt vor dem einschussbereiten Dresdner Simon Makienok. Aber weitere Offensivaktionen blieben bei Dynamo Mangelware. Martin Harnik (7./19./26./29.) vergab auf der anderen Seite gleich vier Möglichkeiten für die Hamburger.

So lief die Sache lange Zeit auf ein torloses Remis hinaus. Den einen Punkt hätte Dynamo sicherlich gern genommen. Nichtsdestotrotz waren die Sachsen im heimischen Rudolf-Harbig-Stadion nicht völlig chancenlos.

HSV deutlich schwächer – aber mit dem Tor

Nach dem Seitenwechsel taten sich die Gäste zunächst deutlich schwerer. Dynamo hatte nun mehr Ballbesitz, ohne allerdings selbst gefährlich zu werden. Zu allem Überfluss sah HSV-Verteidiger Rick van Drongelen auch noch seine fünfte Gelbe Karte und fehlt am Dienstag gegen Osnabrück. Dynamo stand sehr tief, die Norddeutschen machten weiter das Spiel, agierten aber zu ideenlos in der Offensive. Die größte Möglichkeit zur HSV-Führung war ein verpatzter Schuss vom eingewechselten Lois Schaub, dessen Ball von Pohjanpalos Kopf ans Lattenkreuz ging (72.). Doch in der 85. Minute war Pohjanpalo zur Stelle, als er eine Hereingabe von Top-Vorbereiter Tim Leibold aus Nahdistanz über die Linie drückte. Dynamo geht leer aus und bleibt Tabellenletzter.

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DFB Pokal Spiel

DFB-Pokal steht: Bayer Leverkusen vs Bayern München

FC Bayern zittert sich ins DFB-Pokalfinale

Erst dominant, dann leichtsinnig, am Ende aber erfolgreich: Bayern München hat dank Stürmerstar Robert Lewandowski zum dritten Mal nacheinander das Endspiel um den DFB-Pokal erreicht.

“Wir müssen deutlich höher führen in der ersten Halbzeit”, sagte der Münchner Thomas Müller in der “ARD” und sprach von “geschlauchten” Bayern. “Gefühlt bin ich alles andere als zufrieden heute. Summa summarum war es eines der pomadigsten Halbfinals, die ich so in Erinnerung habe.”

Der Frankfurter Sebastian Rode ärgerte sich am “Sky”-Mikrofon nach der guten zweiten Hälfte der Eintracht über das Ausscheiden: “Die Chance wäre heute da gewesen.”

In einer Neuauflage des Finales von 2018 besiegte der Rekordmeister und Rekordpokalsieger seinen damaligen Bezwinger Eintracht Frankfurt mit 2:1 (1:0) und strebt auf dem Weg zu einem möglichen Triple am 4. Juli im Olympiastadion von Berlin zunächst nach seinem mittlerweile 13. deutschen Double. Gegner wird dann Bayer Leverkusen sein. Vergangenen Samstag siegten die Bayern bei der Werkself mit 4:2.

FC Bayern verpasst frühe Vorentscheidung

Der Siegtreffer von Lewandowski (75.) bedurfte wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung erst der Überprüfung von Bibiana Steinhaus im Kölner Keller. Zuvor hatten die Münchner freilich alle Chancen, das Spiel vorzeitig zu entscheiden: Nach dem Führungstor von Ivan Perisic (14.), der den angeschlagenen Serge Gnabry ersetzte, versäumten sie es, schon in der starken ersten Halbzeit für die Entscheidung zu sorgen.

Dem eingewechselten Danny da Costa (69.) gelang gegen ein wenig zu sorglose Bayern beinahe folgerichtig der Ausgleich – weckte die Gastgeber aber wieder auf.

Eiskalte Werkself beendet Saarbrückens Pokal-Märchen

Mit der Dominanz eines entschlossenen Topteams hat Bayer Leverkusen das Pokal-Märchen des 1. FC Saarbrücken schon vor dem letzten Kapitel beendet.

Der Fußball-Bundesligist gewann das Halbfinale 3:0 (2:0) beim ersten Viertligisten, der jemals die Vorschlussrunde erreicht hat. Bayer steht zum vierten Mal im Endspiel und greift nach seinem zweiten Titel.

Moussa Diaby (11.), Lucas Alario (19.) und Karim Bellarabi (58.) trafen für den Pokalsieger von 1993, der im Finale am 4. Juli in Berlin auf den FC Bayern München oder Eintracht Frankfurt trifft. Zudem ist Bayer eine Prämie von über drei Millionen Euro sicher.

Dagegen ist der FCS beim vierten Anlauf zum vierten Mal an der letzten Hürde vor dem Endspiel gescheitert.

Dennoch haben die Saarländer, die nach dem Saisonabbruch der Regionalliga Südwest als Aufsteiger in die 3. Liga feststehen, deutsche Fußballgeschichte geschrieben.

Dafür sorgte der Siegeszug des Bundesliga-Gründungsmitglieds, dem Jahn Regensburg, der 1. FC Köln, der Karlsruher SC und Fortuna Düsseldorf zum Opfer gefallen waren.

Das Finale

Das Finale wird am 4.07.2020 im Berliner Olympiastadion ‘Unter Ausschluss der Öffentlichkeit‘ ausgetragen.

Die Spiele in der Übersicht

Bayern München gegen Eintracht Frankfurt (2:1)

1.FC Saarbrücken gegen Bayer Leverkusen (0:3)

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Dynamo gegen Greuther Fürth

Dynamo Dresden verpasst Sieg gegen Greuther Fürth

Dynamo Dresden verpasst im Nachholspiel gegen Greuther Fürth den Sprung vom Tabellenende auf den Relegationsplatz.

Aber Dynamo darf weiter hoffen…

Im Nachholspiel des 27. Spieltags kam der Tabellenletzte gegen die SpVgg Greuther Fürth zu Hause nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus und verpasste es, mit dem Karlsruher SC auf dem Relegationsplatz nach Punkten gleichzuziehen.

Mit einem Spiel weniger als die Karlsruher darf Dynamo sich aber weiterhin Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen.

Dynamo vom Anstoß weg in der Defensive, Greuther Fürth macht das Spiel! Und braucht nur 13 Minuten zur Führung: Wahlqvist kann die Flanke nicht verhindern, Ballas und Nikolaou „vergessen“ Fürth-Stürmer Keita-Ruel, der aus fünf Metern völlig unbedrängt einnickt.

Das Spiel startete sehr unruhig und mit vielen Fouls. Innerhalb der ersten fünf Minuten zeigte Schiedsrichter Christof Günsch (Berlin) zweimal die Gelbe Karte – eine pro Team. Der Gast aus Fürth kam im Anschluss aber besser in die Partie und ging verdient in Führung.

Auch nach dem Tor bleiben die Gäste am Drücker, bei der SGD geht nach vorn so gut wie gar nichts. Ausbeute von Dynamo nach 45 Minuten: zwei Schüsse Richtung Tor von Wahlqvist (22., 36.). Das ist einfach viel zu wenig! Fürth dagegen mit anderen Chancen: Erst ballert Stefaniak freistehend an den Pfosten (19.), dann trifft Seguin aus Nahdistanz nur das Außennetz (29.).

Dynamo mit mehr Schwung in die 2. Halbzeit

Nach dem Seitenwechsel kam Dynamo, das durch das 3:2 bei Wehen Wiesbaden am Samstag ein Lebenszeichen gesendet hatte, mit mehr Schwung auf den Platz zurück. Dynamo Trainer bringt Makienok für Müller und stellt auf 4-4-2 um. Prompt die erste echte Chance für sein Team: Flanke Petrak, Kopfball Jeremejeff – knapp am Kasten vorbei (51.). Kurz später klappt es aber besser! Eckball Hamalainen und Makienok nagelt die Kugel am langen Pfosten ins Netz. Joker Makienok – sein dritter Treffer für Dynamo und der verdiente Ausgleich !

Greuther Fürth aber bleibt gefährlich! Ernst köpft nach einer Ecke hauchdünn daneben (68.), Hrgota wird von Hamalainen im letzten Moment gebremst (70.).

Aber dann noch mal Dynamo ganz nah dran am Dreier: Löwe flankt auf Makienok, aber diesmal knallt der Däne den Ball nur ans Außennetz (86.). Kurz darauf segelt noch ein Kopfball von Jeremejeff neben das Tor (89.). Der Aufreger dann in der Nachspielzeit: Jaeckel rauscht mit gestreckten Bein in den eingewechselten Königsdörffer, aber Schiri Günsch zeigt nicht auf den Punkt, sondern pfeift statt dessen ab. Das kann, oder sogar muss Elfmeter geben!

Auf Dynamo wartet am Freitag (18:30) gegen den Hamburger SV eine schwierige Partie, Greuther Fürth muss Nach Nürnberg (Sa: 13:00).

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